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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Flußharz - Flüssigkeitsmaße
Grunde auf, geht leicht an die Angel und lebt so-
wohl von Würmern und Insekten als auch von
Pstanzenstoffen und Aas. Er wird seines wohl-
schmeckenden Fleisches wegen und als Köderfisch ge-
fangen. (^. Tafel: fischeI, Fig. 10.)
Flutzharz, s. Animcharz.
Flüssiger Leim, eine Leimmasse, welche nach
dem Erkalten flüssig bleibt. Zur Darstellung wird
1 kz Leim in 11 kochendem Wasser geschmolzen und
die lau gewordene Flüssigkeit unter Umrühren all-
mählich mit 150-^00 F Salpetersäure versetzt.
Flüssiges Feuer, wie die Brandsätze in der
Kriegsfeuerwerkerei zur Entzündung entfernter Ob-
jekte dienendes Gemisch von konzentrierter Schwefel-
säure und übermanganfaurem Kalium; auch eine
Lösung von Phosphor in Chlorschwefel oder Schwe-
felkohlenstoff. sS. Phönizisches Feuer.)
Flüssiges Fleisch, s. I'wiä me^t.
Flüssiges Ozon, s. ^Imä 020110.
Flüssigkeit oder Fluidität, die der Festigkeit
entgegengesetzte Eigenschaft der Körper. Sie unter-
scheidet sich von jener hauptsächlich dadurch, daß in
einem flüssigen Körper die Teilchen durch die kleinste
Kraft gegeneinander verschiebbar sind, während feste
Körper diefer Verschiebung einen meßbaren Wider-
stand entgegensetzen. Auch wird ein flüssiger Körper
selbst eine F. (Fluidum) genannt. Man unter-
scheidet tropfbar e F., wieWasser, Weingeist u.s.w.,
und erpansible (ausdehnsame) F., worunter man
die Gase (s. d.) versteht, deren kleinste Teilchen sich
gegenseitig gar nicht anziehen, sondern sich im Gegen-
teil scheinbar abstoßen (s. Aggregatzustand), über
die hypothetisch angenommenen eigentümlichen elek-
trischen und magnetischen F. sowie die Licht- und
Wärmeflüssigkeit s. Imponderabilien.
Flüfsigkeitseinschlüsse, in Mineralien ein-
geschlossene meist geringe Mengen von Flüssigkeiten
verschiedener chem. Zusammensetzung, ^ie können
bisweilen mit bloßem Auge wahrgenommen werden,
wie in vielen Quarzen, Ehalcedonen, Amethysten,
in manchen Steinsalzen, Flußspaten, Gipsen; die in
einem Hohlraum sitzende Flüssigkeit enthält gewöhn-
lich ein Gasbläschen, eine Libelle, und diese bewegt
sich deshalb beim Neigen der Stücke wie diejenige
einer Wasserwage hin und her. In mikroskopischer
Kleinheit sind solche F. ganz außerordentlich weit
verbreitet, namentlich auch in Mineralien, welche
Gemengteile von Gesteinen bilden. So sind die-
selben Z. B. unter den in Dünnschliffen eine zur
Untersuchung genügende Pellucidität erlangenden
Mineralien beobachtet worden in Quarz,Feldspaten,
Nephelin, Lencit, Skapolith, Angit, Hornblende,
Chlorit, Olivin, Topas, Cordierit, Vesuvian, Sma-
ragd, Saphir, Apatit, Kryolith, Zinnstein, Zink-
blende u. s. w., und zweifellos sind sie auch in im-
pellucid bleibenden Mineralien, z. V. Erzen, vor-
handen, wo sie nur nickt als solcke zur Beobachtung
gelangen können. Ihre Gestalt ist meistens rundlich
oder eiförmig, oft verästelt; die größern mikroskopi-
schen F. messen selten mehr als 0,06 mm im größten
Durchmesser; die kleinen erscheinen selbst bei tausend-
facher Vergrößerung nur als allerfeinste, kaum mebr
wahrnehmbare Punkte. Visweilen besitzen die grö-
hern einen Umriß, welcher der Krystallform des sie
beherbergenden Minerals entspricht. Die auch hier
vorhandene Libelle bewegt sich oft unabhängig von
Lagenveränderungen des Objekts in der Flüssigkeit
hin und her, bald nur unscheinbar zitternd, bald
langsam von einer Stelle zur andern wackelnd,
manchmal aber auch in größter Unruhe fortwährend
sehr schnell umherwirbelnd; zeigt die Libelle nicht
diese selbständige Bewegung, so kann sie mitunter
durch eine Erwärmung des Mineralpräparats Zu
einer Ortsveränderung gebracht werden. Unter allen
Mineralien ist an F. am reichsten der Quarz,
namentlich derjenige der Granite, Gneise, Quarzits
und Porphyre; sie sind stellenweise so massenhaft
darin vorhanden, daß es förmlich von ihnen wim- -
melt, und daß nach einer Berechnung in einem Kubik-
zoll daran sehr reichen Quarzes über 1000 Millionen
derselben enthalten sind. Die mikroskopischen F. in
den verschiedenen Mineralien sind größtenteils ur-
sprünglich bei der Bildung derselben auf mechan.
Wege eingehüllt worden, und wo sie sich in Gemeng-
^ teilen eines Eruptivgesteins finden, da deutet dies
! darauf hin, daß der ehemalige Schmelzfluß des letz-
tern von Gafen und Dämpfen durchtränkt war,
welche sich bei der Abkühlung zu Flüssigkeiten kon-
densierten. Doch ist es auch nicht ausgeschlossen,
daß bisweilen die Flüssigkeit erst nachträglich im
Laufe der Zeit in leere schon vorhandene Hohl-
räume der starren Gesteinsgemengteile eindrang. ^
Die meisten F. bestehen aus Wasser oder aus Wasser
mit einem Gehalt von aufgelösten Salzen (Chlori-
den, Sulfaten) oder von Kohlensäure. So kennt man
auch F., welche aus einer gesättigten Lösung von
Chlornatrium bestehen, in welcher alsdann ein klei-
nes Kochsalzwürfelchen schwimmt. Die merkwürdig-
sten F. sind aber die besonders durch Vogelfang und
Sorby untersuchten aus flüssiger Kohlensäure be-
stehenden. Diese F. zeichnen sich u. a. dadurch aus,
daß schon bei einer Erwärmung des sie enthaltenden
Minerals auf nur 32° 0. infolge der überaus star-
ken Expansion der Kohlensäure die Libelle Zur Ab-
sorption gebracht wird und verschwindet, worauf sie
später bei der Abkühlung wieder erscheint. Solche
Einschlüsse von flüssiger Kohlensäure sind z. B. in
Topasen und Saphiren gefunden worden, aber auch
in Quarzen von ganz gewöhnlichen Graniten und
Gneisen, in Augiten, Olivinen und Feldspaten vieler
Basalte und basaltischer Laven.
Flüfsigkeitskette, eine Anordnung von Flüssig-
keiten, die zum Kreise geschlossen an einem Gal-
vanometer das Vorhandensein eines elektrischen
Stroms verrät. Füllt man z. B. in ein Gesäß
Schwefelsäure und taucht darein ein anderes, das
unten (um die schnelle Vermischung der Flüssigkeiten
zu verhüten) mit einer Blase geschlossen und mit
Kalilauge gefüllt ist, so entsteht, sobald man in jedes
der Gefäße eine Platinplatte taucht und die beiden
Platinplatten durch einen Leitungsdraht in Ver-
bindung setzt, ein galvanischer Strom, der im Lei-
tungsdraht von der Säure zur Kalilauge gerichtet
ist. Ähnlich wie die Kalilauge verhalten sich auch die
Natronlauge, wässeriges Ammoniak sowie verschie-
dene Salze, wenn sie mit flüssigen Säuren in Kon-
takt kommen. Die Stärke aller dieser elektrischen
Ströme von F. ist eine äußerst geringe, so daß sie
meistens nur durch einen empfindlichen Multipli-
kator nachgewiesen werden können.
Flüfsigkeitsmatze, in Ländern, wo für schütt-
bare feste Körper und M Flüssigkeiten verschiedene
Meßwerkzeuge angewandt werden, eine Unterab-
teilung der Hohlmaße (s. d.). In den das franz.
metrische System befolgenden Ländern, wieDeutsch-
land, wo die Einheit der Hohlmaße sowohl für
schüttbare feste als auch für flüfsige Waren das
Liter ist, giebt es keine besondern F. In andern