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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Foreign office - Forellenstein
Strafanstalt für Frauen, zwei Ziegeleien, Damps-
sägewerk, Schiffahrt. Die aus strategischen Gründen
erbauteEifcnbahndrückel1893vollendet)istdiegrohte
Deutschlands (1325 in lang) und tostet 9 MM. M.
^orsiß^n ottios (spr. forrln offlß), in Eng-
land Bezeichnung für Ministerium des 'Äußern,
Auswärtiges Amt.
I'orsiFN 3took üxokaliß^b (engl., spr. forrm,
ertschehndsch), f. Börse (Bd. 3, S. 325a).
Forel, Auguste Henri, schweiz. Psychiater und
Entomolog, geb. 1. Sept. 1848 zu Morges in der
Schweiz, studierte in Zürich und Wien Medizin, war
1873-78 Assistenzarzt des Professors von Gudden
in der Irrenanstalt zu München, wo er sich 1876 an
der Universität habilitierte, und wurde 1879 Direttor
der Irrenheilanstalt Burghölzli in Zürich. Auch ist
er ord. Professor der Psychiatrie an der dortigen
Universität. Er veröffentlichte: "1^68 t'oui-miä ä6 1a
8uiä86" (Genf 1874; preisgekrönt), "^Wäe3 m^inis-
colo^iliuLZ" (5 Tle.; in dem "I^uilstin cle 1a. 3o-
ci6t6 VÄUä0186 668 8^1611068 Illltui 61168" , Nr. 33,
75, 80 und 81, und in den "^nnÄl63 äs la. 8oci6t6
6Qt0in0ioFi(iu6 ä6 L6lFi(in6", Bd. 30), "Unter-
suchungen üher die Haubenregion und ihre obern
Verknüpfungen im Gehirn des Menschen und einiger
Säugetiere" ("im Archiv für Psychiatrie", Bd. 7,
Verl. 1877), "NxpLri6uo68 6t i'6marhU68 critiqu08
8UI- 168 86N8ation8 ä68 in86ct68" s3 Tle., in Bd. 4
des "K60U6Ü 200i0<5iHU6 8111880", Genf 1886-87),
"Einige Hirnanatom. Betrachtungen und Ergeb-
nisse" (im "Archiv für Psychiatrie", Bd. 18, Berl.
1887), "DerHypnotismus" (2. Aufl., Stuttg.1891),
"Die Errichtung von Trinkerasylen und ihre Ein-
fügung in die Gesetzgebung" (Bremerbaven 1891),
"1^68 t0i'mi(M63 ä6 NaäaM8^llr" sin Grandidiers
"IIi8t0ii'6 pk^8iliu6 6tc. ä6 ^1lläliF38cll>r", Bd. 20,
Par. 1892) u. s. w. Auch ist er Mitherausgeber der
"Internationalen Monatsschrift zur Bekämpfung
der Trinksitten" und der "Zeitschrift für Hypnotis-
mus" und hat sich um die Einrichtung der Trinker-
heilanstalt Ellikon sehr verdient gemacht.
Forel, Franeois Alphonse, schweiz. Naturfor-
scher, geb. 2. Febr. 1841 zu Morges im Kanton
Waadt, ist gegenwärtig Professor der allgemeinen
Anatomie an der Universität zu Lausanne. Er rich-
tete seine Studien hauptsachlich auf die Physik und
die Naturgeschichte der ^üßwasscrseen, namentlich
diejenige des Genfersees, und in zweiter Linie auf
die Erscheinungen der Gletscher seines Vaterlandes
und die Erdbeben. Zahlreiche Scbriften von ihm
finden sich in deutschen, schweiz. und franz. Journa-
len; feine Studien über Seen sind zusammengefaßt
in "1^6 I.6M5M" (Bd. 1, Laufanne 1892).
Foreland (spr. fohrländ), North- und South-,
zwei Kaps an der Südostküste Englands, Grafschaft
Kent. Das erstere, an der Nordostspitze der Halb-
insel Kent, erhebt sich zwischen Margate und Rams-
gate in 51" 22' 28" nördl. Br. und 1° 26' östl. L.
von Greenwich 18 - 36 in hoch und trägt einen
26 in hohen Leuchtturm. - Das Zweite liegt 26 kin
südlicher, etwas östlich von Dover, gegenüber von
dem 28,4 km entfernten franz. Kap Gris-Nez, in
51" 8'23" nördl. Br. und 1' 22' östl. L. von Grcen-
wich. Zwei Leuchttürme von21und 15 in Höbe zeigen
ihr Feuer in 113 und 84 in Höhe über Hochwasscr.
Zwischen beiden Kaps sind der Küste mehrere gefähr-
liche Sandbänke (s. Goodwin-Sands) vorgelagert.
Forellen, Fische aus der Familie der Lachse (8a1-
mnuidao, s. Lachssische). Die eigentlichen F.,
welche man in mebrere Untergattungen teilt, dann
wieder unter dem Gattungsnamen ^rntta. mit Un-
recht von den eckten Lachsen lsalmo) getrennt hat,
besitzen auf dem hintern Stiel oe^ Pflugscharbeino
viele Zähne, welche im Alter oft verloren gehen,
während bei den eigentlichen Lachsen auf dem kur-
zen Stiel des Pflugscharbeins niemals Zähne sitzen.
Die F. sind gesteckt Und balten sich in klaren, kühlen
Gebirgswassern auf. Sie schwimmen schnell, sind
scheu und vorsichtig, verhalten sich gegen schwächere,
kleinere Fische als Raubtiere und zeichnen sich durch
ein besonders schmackhaftes und zartes Fleifch aus.
Man fängt sie meist mit der Angel und zwar, da
sie gern nach Insekten springen, mit künstlichen
Fliegen oder mit Wurmtooern im Mittelwasser und
auf dem Grunde. (S. Angelfischerei.)
Die bekannteste Art ist die Bachforelle, Ste in -
forelle (8aliuo 8. Ii-utw i'ai-io ^., s. Tafel:
Fische I, Fig. 7), welche die Gcbirgsbäche des
mittlern und nördl. Europa bewohnt, auf dem Rücken
mit schwarzen, an den Seiten mit roten Flecken
gezeichnet, auch zuweilen ganz einfarbig ist und
meistens nur 15-30 cm, doch auch bis fast 1 m lang
wird. Sie laicht inl Spätherbst und Vorwinter. Die
Zartheit und Schmackbaftigkeit ihres Fleisches ist
dekannt' am vollkommensten ist sie im Mai. Man
züchtet sie in klaren Walddächen und Teichen, wo sie
bis 7,5 kA erreichen können, während sonst F. von
0,50 bis 0,75 k^ als groß gelten. (S. Teichwirt-
schaft und Fischzucht.) Die abweichenden Färbungen
daben die Ausstellung einer Menge von Spielarten
veranlasst. Außerdem gehören noch zu den eigent-
lichen F. in Mitteleuropa: die Seeforelle (3a1mo
8. Irntra iÄcu3tri8 ^.) in fast allen Alpenseen, die
bis 20 kF schwer werden kann, und die Meer-
forelle oder Lachsforelle Norddcutschlands
(8^in0 8. 'Irmta trutta!>.), welche höchstens 15 kß
erreicht, die Nord- und Ostsee bewohnt und, wie
der Lachs, zum Laichen, das im Vorwinter ge-
schieht, in die Flüsse aufsteigt, ohne indes so hoch
wie der Lachs hinaufzuwandern. Nber die Grenzen
und die Berechtigung der einzelnen Arten herrschen
gerade hinsichtlich der F. viele Zweifel unter den
Naturforschern. Manche gewichtige Autoritäten
nehmen nur eine einzige Art an und glauben, daß
die hier angeführten, sowie die vielen in andern Ge-
genden unterschiedenen nur durch Aufenthalt, Nah-
rung u. s. w. modifiziert worden sind. Die künst-
liche Züchtung scheint für diese Ansicht zu sprechen,
indem die aue> Eiern gezogenen Seeforellen im
^aufe der Generationen allmählich den Bachforellen
ähnlich werden. - Vgl. Weeger, Aufzucht der F.
und der andern Salmoniden (Wien 1892).
Forellcubarsch, f. Barsch.
Forellengranulit, s. Granulit.
Forellenporzellan, chines. und japan. Por-
zellan mit sehr feinmaschiger durch rötlichen Ton
hervorgehobener Zerklüftung (Eraquele'e).
Forellenfalat, s. Gartenfalat.
Forellenstein, gefleckt aussehendes Gestein, das
in erster Linie aus farblosem oder weißem Anorthit
nnd schmutzig-dunkelgrünen Partien von Serpentin
zusammengesetzt ist, der sich als Umwandlungspro-
dukt von Olivin ergiebt. Zu dem mittel- bis grob-
körnigen Gemenge dieser Mineralien gesellen sich noch
spärliche Individuen von Diallag sowie schwarze
Erzkörnchen. Überall steht diese Felsart mit Gabbro
in enger Verbindung, und sie ist eigentlich als ein
ganz viallagarmer Olivingabbro aufzufassen. Sol-