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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Foucher de Careil - Fould
und "1^68 C0uli8863 äu PH886" (1873) herausgab.
F. starb 24. Jan. 1875 zu Paris.
Foucher de Careil (spr. fuscheh de karsj), Louis
Alexandre, Graf, franz. Schriftsteller und Politiker,
geb. 1. März 1826 zu Paris, machte verschiedene
Reisen, namentlich nach den Vereinigten Staaten.
Während des Deutsch-Französischen Krieges ward
cr Generaldirektor der Lazarette der Bretagne-
Armee, 1871 Präfekt des Depart. Cötes-du-Nord,
1872 des Dcpart. Seine-et-Marne. Von dem Mini-
sterium des 24. Mai 1873 abgesetzt, wurde er vom
Depart. Seine-et-Marne 1876 und 1882 in den
Senat gewählt, wo er zum linken Centrum gehörte.
1883-86 war er franz. Botschafter in Wien. Er
starb 10. Jan. 1891 in Paris. F. war ein ausge-
zeichneter Kenner des Philosophen Lcibniz; seit 1859
gab er eine vollständige Ausgabe der "Auvi'68 äe
I.LiI)ui2"lVd. 1-7, Paris, bis 1875) heraus. Ferner
veröffentlichte er eine "Ilelut^tion inedite cle 8pi-
zic^a Mi' I^eidui?" (ebd. 1854), "I^ettieg et o^nä-
culo8 ineäits äe I^eidni^" (1854), "^ouveiies let-
ti'63 6t 0M8eul63 ineäitL äs I^eiduix" (1857), "I^et-
t!'68 äe I^eidllix, I^088U6t, le11i380u etc." (1859),
"I^eiduiX) 1a ii1ii1o30i)IiieMiv6 etla l^lrdllie" (1861),
"I^eiduix, D68cai't68 et s^inoxa" (1863), "I^eidui^ et
!e8 äeux80p1ii68" (1876), "1)68^^68 et 1aplince886
I^tine" (1862), "lle^ei et 8^0peulmuer" (1862),
"(soetlie et 80Q wuvi'e" (1865), "Do8c3rte8,1a zirin-
OL386 ^1i8lll)6t1i et I5l 1'eiue <^l!li8tiii6" (1879) u. s. w.
Foucquet (spr. fukeh), Jean, franz. Maler, geb.
um 1415 zu Tours, gest. gegen 1490, war Hofmaler
Ludwigs XI. Von seinen Bildern haben sich nur
wenige erhalten. Von höchstem Werte in Bezug auf
Erfindung und naturalistische Durchführung sind
seine Miniaturen: ein Iosephus und Livius in der
(^tadtbibliothek zu Paris, eine franz. Übersetzung
von Boccaccios "Leben berühmter Frauen" in Mün-
chen, ein Gebetbuch (jetzt zerschnitten, die meisten
j40^ Blätter im Besitz des Herzogs von Aumale auf
Schloß Chantilly) sind mit kostbaren Kompositionen
geschmückt, welche teils von F. eigeuhändig, teils von
seinen Wcrlstattgenosfen ausgeführt wurden.
ronÄrs (frz., spr. fuhdr), Blitz, Donner: fou-
droy an t (fpr. fudröajang), dounernd, niederschmet-
ternd (in übertragenem Sinne).
Fougcres (spr. fuschähr). 1) Arrondissement
im franz. Depart. Ille-et-Vilaine, hat 998,22 ^m,
(1881) 90213 E., 57 Gemeinden und zerfällt in
die 6 Kantone Antrain (220,23 ciwn, 15835 E.),
Fougeres-Nord (170,80 ykm, 20357 E.), Fougeres-
Sud (130,64 hkm, 15954 E.), Louvigns-dil-Döfert
(159,3? gl<m, 13076 E.), St. Anbin-du-Cormier
l146,83 (iliin, 10439 E.), Et. Brice-en-Cogles
(170,29 (il<m, 14552 E.). - 2) Hauptstadt desÄr-
rondissement F., 48 Ivm nordöstlich von Nennes, in
136 m Höhe malerisch auf einem Hügel gelegen,
welcher sich am Nancon hinzieht, an der Linie Vltri5-
Moidrey-Mont-St.'Michel derWestbahn, Sitz eines
Ge^ch^hv^s vm^ einer Handelskammer, hat (1891)
17621, als Gemeinde 18221 C'., in Garnison die
10. Traineskadron; eine got. St. Sulpicetirche, Kirche
St. Löonard, Denkmal der 1870 gefallenen Mobil-
gardcn, ein Theater (1886), Neste ehemaliger Be-
festigungen und schöne Ruinen des Schlosses (12.
bis 16. Jahrh.), ferner zwei Krankenhäuser, ein Ge-
fängnis und zwei Zeitungen; Gerberei und Schuh-
warenfabrikation, Wollspinnerei und -Wirkerei. Am
1. Nov. 1793 wurde bei F. ein republikanisches Heer
von den Vendsern besiegt.
Fougerolles (spr. fusch'röll), Stadt im Kanton
St. Loup-sur-Semouse, Arrondissement Lure des
sranz. Depart. Haute-Saöne, rechts von der Com-
beautö, an der Linie Aillevillers-Faymont der Ost'
bahn, hat (1891) 6021, als Gemeinde 6030 6.,
große Kirsch- und Absinthbrennereien.
Foul, eine der schott. Shetlandinseln (s. d.).
Foulards (frz., spr. fulahr), sehr leichte Taffete,
die in der Kette aus ungezwirnter Rohfeide, im
Einschlag entweder aus demselben Material oder
gewöhnlicher aus Florettseide bestehen und, ver-
schieden gefärbt und bedruckt, zu Kleidern und
Tafchcntüchern verwendet werden; auch die Taschen-
tücher selbst werden F. genannt.
Fould (spr. fuld), Achille, franz. Finanz- und
Staatsmann, geb. 17. Nov. 1800 in Paris als der
Sohn eines jüd. Bankiers, widmete sich neben dem
Bankgeschäft auch den schönen Künsten und machte
Reisen nach Italien und dem Orient. Späterleiteteer,
als der Associe' seines Bruders Venoit F., mit diesem
das unter der Firma "Fould, Oppenheim H Comp."
bekannte Bankhaus. Ilnter der Regierung Ludwig
Philipps, der sich seines Rats oft in finanziellen An-
gelegenheiten bediente, wurde F. zum Mitglied des
Generalkollegiums für den Handel ernannt. Im
Depart. Bafses-Alpes 1842 in die Kammer gewählt,
zeigte er sich hier als eifriger Anhänger des Mini-
steriums Guizot. Nach der Revolution von 1848
liest er sich im September in Paris in die Konsti-
tuierende Nationalversammluug wählen, wo er sich
dem konservativen Vereine der Nue de Poitiers bei-
gesellte und an den Präsidenten Ludwig Napoleon
anschlost. Bei den Generalwahlen im Mai 1849
unterlag er, weil er der Provisorischen Regierung
gewisse Finanzprojette angeraten hatte, die der öffent-
lichen Meinung mißsällig waren. Erst im Juli, bei
den Nachwahlen in Paris, gelang es ihm, einen
Sitz in der Legislative zu erhalten. In dem bona-
partistischen Kabinett vom 31. Okt. 1849 übernahm
F. das Portefeuille der Finanzen, das er auch bei
der Veränderung im Jan. 1851 sowie in dem defi-
nitiven Ministerium vom 11. April behielt. Infolge
der Abdankung fämtlicher Minister 14. Okt. 1851
zog auch er sich zurück, übernahm jedoch einige Tage
nach dem Staatsstreich vom 2. Dez. abermals die
Finanzverwaltung, die er indessen, als im Jan. 1852
die Konfiskation der Orle'ansfchen Güter verhängt
wurde, wieder niederlegte. Seine Verdienste als
Finanzminister in dieser Zeit sind mannigfache: An-
regung zur Gründuug des Oi-eäit niodiliei-, Rege-
lung der Abgaben für das Enregistrement (s. d.), des
Briefportos, gleichmäßigere Verteilung der Grund-
steuer, Aufhebung des Zwangskurfes für das Pa-
piergeld u. a. Am Tage seines Rücktritts erfolgte
seine Ernennung zum Senator, und bald kehrte er
auch als Staats- und Hausmiuister wieder zu den
Geschäften zurück. F. wurde 1857 in die Akademie
der schönen Künste gewählt, und 185)8 berief ihn der
Kaiser in den Geheimen Rat. Bei den Verände-
rungen im Nov. 1860 legte F. feine Portefeuilles
nieder. Im September des folgenden Jahres rich-
tete er an Napoleon III. eine Denkschrift, in wel-
cher er die Finanzlage Frankreichs als gefährdet
schilderte und namentlich dem Kaiser den Rat gab,
er möge auf sein Recht, außerordentliche Kredite
ohne Mitwirkung des Gesetzgebenden Körpers zu
bewilligen, verzichten. Der Kaiser ging auf diese
Vorstellungen ein, und F. wurde 14. Nov. 1861
aufs neue Finanzminister. In dieser Stellung ver-