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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Fox (George) - Foyers
wandte, kam es zum dauernden Bruch zwischen den
alten Freunden. Wieder stand die öffentliche Mei-
nung gegen F., und er muftte einen Teil seiner
Whigs, die sog. "Alten Whigs", ins gegnerische
Lager übergehen sehen, kämpfte jedoch gegen den
Französischen Krieg fort, bis er 1798 für einige
Jahre sein fruchtloses Mühen aufgab, um auf fei-
nem Landgut litterar. Arbeiten zu leben. Als Pitt
1804 sein zweites Ministerium antrat und F.' Ta-
lent dafür gewinnen wollte, wies ihn wieder der
Eigensinn Georgs ab, der, von der polit. Abnei-
gung abgesehen, in F. den Verführer und Genossen
des liederlichen Prinzen von Wales haßte. Als aber
Pitt Jan. 1806 den Anstrengungen seines Amtes
erlegen war, zwang die Not der Zeit den König, F.
als Staatssekretär des Auswärtigen im Kabinett
Grenville zu dulden. Kaum war er jedoch nach
^2 jähriger Opposition als einzig würdiger Nach-
folger seines großen Gegners ins Amt gerufen,
um dessen Politik auszuführen und zu vollenden,
da rief ihn ein tragifches Geschick aus dem Leben
ab. Durch Ausschweifungen vor der Zeit aufgerie-
ben, starb er 13. Sept. 1806 und wurde in der West-
minsterabtei bestattet. Nacht entfernt hat er für sein
Vaterland dasjenige geleistet, wozu er durch seine
Gaben berufen war. Er fchrieb: "IIi8wi'^ ol tlio
OÄI'1)' Mi-t 0t' tN0 161FI1 0l <IKM08 II." (Lond. 1808;
deutfch Hamb. 1810), eine whiggistisch gefärbte Ver-
herrlichung der Revolution. Als Redner stand er
unübertroffen da, wie feine "3p66e^0" in tli" II01180
ol (^oinm0n8" (6 Bde., Lond. 1815) beweisen. -
Vgl. Russell, N6in0i i3>l8 and eori'^ponäeiico 0k IV
s4 Bde., Lond. 1853-57); ders., I.it'o anä tim68 ot'
I'. (3 Bde., ebd. 1859-60); Althaus, Charles I. F.
lim "Neuen Plutarch", Vd. 3, Lpz. 1876); Noorden,
Histor. Vortrage (hg. von Vtaurenbrecher, ebd. 1884),
und die Biographie von Wakeman (Lond. 1890). (S.
auch die Litteratur zu Georg III.)
Fox, George, Stifter der Sekte der Quäker (s. d.),
geb. im Juli 1625 in Drayton in der cngl. Graf-
schaft Leicester, Sohn eines presbyterianischen
Webers, wurde Lehrling eines Schuhmachers und
Wollhändlcrs zu Nottingham. Mit 19 Jahren zog
er sich von der Welt zurück und trat einige Jahre
später besonders in Wales und Leicester als Pre-
diger auf, alles Gewicht auf das Innerliche in der
Religion legend, dagegen alles Äußere, Schrift,
Predigtamt, Sakrament u. s. w. als wertlos bezeich-
nend. F. fand viele Anhänger, die dann die Ge-
rneinfchaft der Quäker bildeten. Er starb 13. Jan.
1691. Die beste, obwohl nicht vollständige Aus-
gabe seiner Werke erschien zu Philadelphia (8 Bde.,
1831). - Vgl. F.' Selbstbiographie: ^ ^om-i^i, oi-
lii^orioki acconut ol tlie 1il6 ok (^601^0 IV (Lond.
1694; im Auszug hg. von Ncwman: "^nwl'io-
8rHpIi7 of^kot'^'l^.", 1886), sy^ ^ Biographien
von Marsh (ebd. 1847) und Vickley (ebd. 1884).
Fox, Henry Edward, s. Holland, Lord.
Foxkanal, Meeresstraße im arktischen Amerika
zwischen der Insel Southampton, derMelvillehalb-
insel und Bafsinland. Nach NW. führt die Fury-
nnd Heklaftraße in den Boothiagolf; im SO. die
Hudsonstraße in den Atlantischen Ocean. Der
Kanal wurde 1615 von Bassins Gefährten Vylot
entdeckt und 1631 von Luke Fox wieder aufgefunden.
Foxterrier, zu den Erdhundc-n gehörige Rasse
der Iagdbunde, s. Hunde.
Foy (spr. föä), Marimilien S^bastien, Graf,
franz. General und Staatsmann, geb. 3. Febr. 1775
zu Ham (Depart. Somme), besuchte die Artillerie-
schule zu La Fere, nahm, seit 1793 Kapitän, an den
Kämpfen der Nordarmee, 1795-97 der Rhein- und
Moselarmee teil. 1799 war F. als Stabsoffizier
unter Masftna in der Schweiz, nahm als Oberst am
Feldzuge von 1805 gegen Osterreick teil und wurde
1806 Chef der Artillerie des in Friaul stehenden
Korps. 1807 sandte Napoleon F. nach Konstanti-
nopel, um die Verteidigung der Dardanellen zu leiten,
dann zur Armee in Portugal und vertraute ihm
wiederholt den Befehl über selbständig operierende
Korps an. 1812 kämpfte F. mit Auszeichnung bei
Salamanca und übernahm dort nach Marmonts
Verwundung den Oberbefehl, belagerte 1813 Castro
Urdiales, zerstreute die Guerrillas in Viscaya, sam-
melte nach der Schlacht von Vittoria ein 20000
Mann starkes Heer, mit dem er mehrere glückliche
Gefechte lieferte, schließlich jedoch über die Bidassoa
zurückgehen mußte. Ludwig XVIII. ernannte ihn
zum Generalinspecteur und zum Grafen; trotzdem
schloß er sich Napoleon wieder an und befehligte
bei Watcrloo 1815 eine Infanteriedivision. Seit
1819 Mitglied der Kammer, wurde er durch seinen
scharfen Verstand und seine bedeutende Redner-
gabe bald ein gefürchtetes Mitglied der Opposition.
F. erwarb daneben hohen Ruf als Militärschrift-
steller, insbesondere durch die "I1i3toii'6 äe 1a Zuerrs
äe 1^ 1'6nin8ul6" (4 Bde., Par. 1827; deutsch
Lpz. 1827), die jedoch nur bis zum Einfall Iunots
in Portugal reicht, da der Verfasser durch seinen
28. Nov. 1825 zu Paris erfolgten Tod an der Voll-
endung verhindert wurde. Den "Di8cc)ni's du 3"-
nerai I'." (2 Bde., Par. 1826) ist eine Biographie
F.s von Tissot bcigegebcn. Ein Standbild F.s
wurde 20. Juli 1879 in Ham enthüllt.
Foyatier(spr.föajatleh),Denis,franz.Bildhauer,
geb.,1793 in Vussiere (Depart. Loire), war Schüler
der i^eoie 6031)eaux-ln't8 in Paris. Die Figur eines
Fauns erwarb ihm 1819 die goldene Medaille und be-
gründete seinen Ruf. Seitdem war der Künstler mit
Aufträgen für öffentliche Gebäude beschäftigt, wo-
bei er fowohl auf dem Gebiete des Denkmals und
Porträts, als im religiöfen und mytholog. Gegen-
stande Tüchtiges leistete. Zu seinen besten Arbeiten
zählt der große Relieffries am Triumphbogen de
l'Etoile in Paris, die Vronzeftatue Jacquards in
Lyon (1840), Astydamas und Lucilia, die 4 m hohe
Figur des heil. Markus in der Kathedrale zu Arras,
die Belle Cordiere (Louife Labey) für Lyon, die
Büsten mehrerer ital. Maler für das ^1^36" 107^1,
die Skulpturen für die Ste. Madeleinekirchc in Pa-
ris und die bronzene Reiterstatue dcr Jungfrau von
Orleans für Orleans (1855). F. starb 18. Nov. 1863.
Foyer (frz.,spr. föajeh; vom lat.focu8,Herd), der
meist mit Malereien u. dgl. prächtig ausgestattete
Saal oder Gang neben dem eigentlichen Theater-
oder Konzertraum, auch neben dem Sitzungssaal einer
parlamentarischen Körperschaft, der in den Zwischen-
pausen zum Promenieren und zur Unterhaltung der
Besucher bestimmt ist und gewöhnlich mit einem
Büffett in Verbindung steht. Berühmt ist der 54in
lange, mit Gemälden von Baudry ausgeschmückte
große F. im Opernhause zu Paris. Neuere Theater,
namentlich solche für Aufführungen leichterer Art,
haben statt des F. einen Wandelgang (I'i-oinknoii-).
Foyers (spr. fcu-), Bach in der schott. Grafschaft
Invcrneh, bildet etwa 1,7 km oberhalb seiner Mün-
dung in den Loch Ncß (s. d.) 60 m hohe Wasserfälle
(I^ali ok I?.), wohl die schönsten Großbritanniens.