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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Fragonard - Fraknói
resten des Altertums, seien es einzelne irgendwo
erhaltene Stellen oder nur zum kleinern Teil er-
haltene Handschriften eines Werkes. Bei der Lücken-
haftigkeit, in der die antike Litteratur aus uns
gekommen ist, hat eine möglichst vollständige Samm-
lung von F. eines bestimmten Werkes oder einer
Litteraturgattung große Bedeutung für die Be-
reicherung der Altertumswissenschaft. - In neuerer
Litteratur betitelt man zuweilen Werke, die ihren
Gegenstand nicht erschöpsend, sondern nur teil- oder !
bruchstückweise (fragmentarisch) behandeln, als !
F., so Lessings Wolfenbüttler F., Fallmerayers F. !
aus dem Orient u. a. ^
Fragonard lspr. -nähr), IeanHonors, franz. l
Maler, geb. 17. April 1732 zu Grasse im Depart.
Var, war Schüler von F. Voucher. Schäferscenen,
mytholog. Allegorien und galante Abenteuer bilden
hauptsächlich den Gegenstand seiner leichtfertigen und
zierlichen Malereien. Das Louvre besitzt von ihm drei
Gemälde, darunter den Tod des Coresus (1765).
Seine mit glänzender Pinselführung gemalten und
farbig höchst pikanten Bilder machten ihn zu einem
beliebten Maler der Mode, doch ruinierte die Revo-
lution seine Glücksumstände. Er hat auch 26 Blätter
radiert, darunter 12 eigene Erfindungen, 14 nach
Ann. Carracci, Tiepolo, Tintoretto u. a. F. starb
22. Aug. 1806 zu Paris. - Vgl. Portalis, llonoi-O
I'., 8H V16 6t 80N WUVI-6 (Par. 1888).
I'rA.^ra.oN, eine Sorte des Eisenholzes (s. d.).
Frahier (spr. fraieh), Dorf im Kanton Cham-
pagncy, Arrondissement Lure des franz. Depart.
Haute-Saöne, 7 km westnordwestlick von Velfort.
Während der Schlacht an der Lisaine (s. d. und Karte
zum Artikel Bclsort) suchte Bourbaki hier den rechten
Flügel des deutschen Heers zu umfassen und gegen
Belfort zurückzuwerfen. Zunächst standen nur drei
Bataillone und drei Batterien bei F. zur Verfügung,
die General Cremer mit 15 000 Mann am 16. Jan.
1871 allmählich zurückdrängte; doch fendete Werder
in der Nacht die Brigade Keller zur Verstärkung, die
das weitere Vordringen des Feindes verhinderte.
Frähn, Christian Martin, Orientalist, Numis-
matikcr und Geschichtsforfcher, geb. 4. Juni 1782 zu
Rostock, widmete sich daselbst seit 1800 unter Tych-
sens Leitung dem Studium der orient. sprachen und
erhielt 1807 die Professur der orient. Sprachen zu
Kasan. Er wurde 1815 ordentliches Mitglied der
kaiserl. Akademie der Wissenschaften, Oberbibliothe-
kar und Direktor des Asiatischen Museums in Pe-
tersburg, wo er sich namentlich um die Vermehrung
der reichen Sammlungen von orient. Handschriften
und Münzen verdient machte. Er starb 16. Aug. 1851
zu Petersburg. Von seinen Arbeiten haben insbe-
sondere die numismatischen seinen gelehrten Ruf be-
gründet. Sein Hauptwerk auf diesem Gebiete ist die
"1^60611810 NUM0I-UM NuIiÄinsäaiioi um lleaäemiHO
imp6rilili8 8ei6ntiaruin?oti'op0iitaim6" (Petersb.
1826), zu welchem die erst nach seinemTodc von Dorn
herausgegebenen "Opusoula pogtliuma" (2 Bde.,
ebd. 1855-77) die Ergänzung bilden. Außerdem
sind noch hervorzuheben: "Sammlung kleiner Ab-
handlungen, die Mohammed. Numismatik betreffend"
(Lpz. 1839), welcher fpäter eine "Neue Sammlung"
(Petersb. 1844) folgte, und "Topogr. Übersicht der
Ausgrabungen von altem arab. Gelde in Rußland"
(ebd. 1841). Die Morgenland. Geschichte beschäftigte
F. befonders insofern, als sie für die alte Geschichte
Ruhlands von Interesse ist. Hierher gehört vor
allem "Ibn Foßlans und anderer Araber Berichte
über die Russen älterer Zeit" (Petersb. 1823). In
den "^ntiquitatig inuIiHinni6(1kna6 inoimiii6iita
vÄi-ik" (ebd. 1820-22) erläuterte er die kufischen
Inschriften alter Mohammed. Denkmäler. Er schrieb
auch "Über alte südsibir. Gräberfunde" (ebd. 1837)
und gab "Miscellen aus dem Gebiete der orient.
Litteratur" (ebd. 1840) heraus.
Fraikin, Charles Auguste, belg. Bildhauer, geb.
14. Juni 1819 zu Herenthals bei Antwerpen, wid-
mete sich anfangs auf der Akademie in Brüssel der
Malerei, dann der Medizin und schließlich der Bild-
hauerkunst. Er erntete durch die Statue der Venus
mit der Taube allgemeinen Beifall. Darauf erhielt
er den Auftrag, 11 Statuen für das Brüsseler Rat-
haus und den gefangenen Amor für das Staats-
mufeum in Marmor auszuführen. 1846-47 weilte
er in Italien; nach seiner Rückkehr vollendete er die
Gruppe: Venus und Amor, wofür er zum Ritter
des Leopoldordens ernannt wurde. Für Ostende
entstand das herrliche Grabdenkmal der Königin
von Belgien, für Brüssel aber sein Hauptwerk, das
in Erz ausgeführte Doppelmonument der Grafen
Egmond und Hoorn (1864; s. Tafel: Niederlän-
dische Kunst IV, Fig. 3), ehedem vor dem Brod-
haus, seit 1880 auf dem Zaavelplatz aufgestellt, fowie
die sitzende Marmorfigur des Astronomen Quetelet
(1880). F. war Mitglied der königl. Akademie. Er
starb 22. Nov. 1893 in Brüssel.
rrailt^, tk? N2.INS is V70IN2.N! (spr. frehlti
thei nehm is wummen), "Schwachheit, dein Name
ist Weib!", Citat aus Shakespeares "Hamlet" (1,2).
Frain, czech.Vi-auov, Markt in der österr.Vezirks-
hauptmannschaftZnaim in Mähren, in dem schönen,
waldbedeckten Thale der Thaya, hat (1890) 1052
deutsche E., Post, Telegraph, Bezirksgericht (234,79
cikin, 24 Gemeinden, 27 Ortschaften, 10016 E.,
darunter 8716 Deutsche, 1265 Czechen), schöne Pfarr-
kirche und eine große Seidenbandfabrik.
Frais oder Freis (althochdeutsch lreisa, d. h.
Gefahr, Schrecken), heftiger Krampf mit Glieder-
zucken und Augenverdrehen, daher Wurm frais,
Z a h nfrai s oder die Fraisen: Kinderkrankheiten
mit Krampfanfätten (f. Eklampsie); auch soviel wie
Epilepsie. Bisweilen bezeichnet man jedoch mit
Fraisen auch den Kopfgrind (s. d.).
Fraise (frz., spr. frähs'), s. Fräse.
Fraisierungen, s. Sturmpfähle.
Fraknöi, Wilhelm, ungar. Historiker, geb.
27. Febr. 1843 in Urmöny im Neutraer Komitat,
studierte in Tyrnau und an der Universität zu Pest,
wurde 1864 Professor in Tyrnau, 1865 in Gran,
1872 Klassensekretär der Ungarischen Akademie,
1875 Bibliothekar des Natio'nalmuseums, 1878
Domherr in Großwardein, 1879 Generalsekretär der
Akademie und Abt von Szegszärd, 1889 Viceprä-
sident der Akademie und 1890 Titularbischof von
Arbe. F. hat im Interesse seiner Forschungen wie-
derholt die Archive der meisten Staaten Europas
durchforscht. Seine Werke sind alle in ungar. Sprache
abgefaßt. Erst 17 I. alt gewann er mit der Schrift
"Skizze der uugar. Kulturzustände in der Zeit der
Herzöge" (Pest 1861) einen Preis der Akademie und
bald daraus mit seiner Arbeit "Ursprung und histor.
Entwickelung der Palatins- und Oberstlandesrichter-
würde" (ebd. 1863) einen Preis der Universität. Die-
sen Jugendarbeiten folgten: "Peter Päzmän und
seine Zeit" (3 Bde., Pest 1867-72), "Das vater-
ländischeund ausländische Schulwesenim 16. Jahrb."
(ebd. 1873), "Geschichte von Ungarn für das Voll"