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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Frame - Francesca da Rimini

nesung eintritt; doch bleiben häufig noch lange nach der Heilung dunkel pigmentierte Stellen zurück. Neger werden vorzugsweise von der F. befallen, während Kreolen und Europäer nur selten von ihr ergriffen werden. Die Behandlung besteht am besten in häufigen Bädern, Einreiben der geröteten Stellen mit Perubalsam, Bestreuen der Pusteln mit austrocknendem Streupulver (Wismut, Zinkoxyd und Stärkemehl), schonendem Entfernen der Krusten und Borken und Bestreichen der Geschwürsflächen mit Höllensteinlösung, worauf eine Salbe (Borsalbe, Vaseline, Hebrasche Salbe) aufgelegt und durch gutsitzenden Druckverband befestigt wird.

Frame (lat. framĕa), ein langschäftiger, zu Stoß und Wurf geeigneter Speer mit kurzer Spitze, Hauptwaffe der Germanen vor der Völkerwanderung.

Frame (engl., spr. frehm), im Maschinenbau ein Rahmen (Dampfmaschinenrahmen), eine Einfassung oder ein Gestell.

Frameries (spr. fram’rih), Stadt in der belg. Provinz Hennegau, 7 km im SW. von Mons, an den Linien F.-St. Ghislain der Belg. Staatsbahn und F.-Hautmont der Nordbahn, hat (1800) 10701 E., Steinkohlengruben und wichtige Seilerei.

Framingham (spr. främmingämm), Stadt im County Middlesex im nordamerik. Staate Massachusetts, westsüdwestlich von Boston am Sudbury-River, hat einschließlich North-Framingham, South-Framingham und Saronville (1889) über 8000 E. Fabrikation von Stiefeln, Schuhen und Gummischuhen, Strohflechterei, Gießerei sowie höhere Schulen.

Franc, Münze, s. Frank.

Français (spr. frangßäh), François Louis, franz. Landschaftsmaler, geb. 17. Nov. 1814 in Plombières, war Buchhandlungsdiener in Paris, bis er Gelegenheit fand, künstlerische Studien zu beginnen. Er war Schüler von Gigoux, dann von Corot. Seine mit größter Sorgfalt in den Einzelheiten durchgebildeten Landschaften sind einfach, aber etwas gesucht in den Motiven. Ital. Ansichten herrschen vor, doch hat er auch manche Gegenden seines Vaterlandes gemalt. Hauptbilder sind: Der Park in St. Cloud, Bas-Meudon, Ausgrabungen zu Pompeji (1865), Orpheus (1867), Daphnis und Chloe (1872), Ende des Winters (letztere beide im Luxembourg-Museum zu Paris), Das Bad der Diana (1888), Garten der Hesperiden (1891).

Française (spr. frangßähs’), ein der Anglaise (s. d.) und der Ecossaise (s. d.) nachgebildeter, mit diesen öfter verwechselter franz. Tanz im Sechsachteltakt. Die Tänzer treten in zwei Reihen an, in der einen die Damen, in der andern die Herren. Die F. ist nicht zu verwechseln mit dem Kontertanz (s. d.), der heute vielfach F. genannt wird.

Francavilla. 1) F. Fontana, Stadt im Kreis Brindisi der ital. Provinz Lecce, an der Linie Brindisi-Taranto des Mittelmeernetzes, hat (1881) 16328, mit Villa Castelli 18209 E., Gerberei, Weberei und Fabrikation von Lederwaren. In der Nähe wurden 1719 die Spanier von den Österreichern geschlagen. – 2) F. di Sicilia, Ort im Kreis Castroreale der ital. Provinz Messina auf Sicilien, links vom Alcantera, hat (1881) 4316, als Gemeinde 4432 E., Seiden- und Baumwollspinnerei. Der Ort gewährt eine schöne Aussicht auf den Ätna.

Francavilla, Herzogin von, s. Eboli.

Francavilla, Pietro, franz. Bildhauer, s. Francheville, Pierre.

France, La (spr. frangß), franz. Name von Frankreich.

France (spr. frangß), Jacques Anatole, franz. Dichter, geb. 16. April 1844 in Paris, ward auf dem Collège Stanislas gebildet, trat mit der Studie «A. de Vigny» (1868) zuerst auf und erwarb sich durch die formvollendeten Gedichte «Poèmes dorés» (1873) und das Drama «Les noces corinthiennes» (1876) einen Namen. Wenig Glück machte seine humoristische Erzählung «Jocast et le chat maigre» (1879), während der Humor seiner folgenden Erzählungen «Le crime de Sylvestre Bonnard», «La bûche de Noël» (1881) und der Roman «Les désirs de Jean Servien» (1882) Beifall fanden. Dazu kamen die Novellen und Schilderungen «Abeille» (1883), «Le livre de mon ami» (1885), «Nos enfants, scènes de la ville et des champs» (1886), «Les autels de la peur», «Balthasar» (1889) und «Thais» (1890), mit feiner Ironie bearbeitete christl. Legenden, ferner die Satiren «Les opinions des M. l’abbé Jérôme Coignard» (1893), «La rôtisserie de la reine Pédanque» (1893) und «Le lys rouge» (1894). F. ist Bibliothekar des Senats und besonders durch seine wöchentlichen Aufsätze («La vie littéraire»; unter diesem Titel auch gesammelt, Bd. 1‒4, 1888‒92) im «Temps» einer der angesehensten litterar. Kritiker geworden.

Francesca (spr. -tschéska), Piero della, ital. Maler, genannt di San-Sepolcro nach seinem Geburtsort. Geb. 1420, begann er seine Thätigkeit in Florenz, wo er 1439 und 1440 als Gehilfe Domenico Venezianos in Sta. Maria Nuova malte. Später arbeitete er in Arezzo (Fresken in San Francesco), Borgo San Sepolcro (Auferstehung Christi, im Stadthaus), für Sigismondo Malatesta in Rimini (Fresko von 1451 in San Francesco), in Ferrara und Bologna, in Rom für Nikolaus Ⅴ. und in Urbino für Federigo von Montefeltre (Porträte in den Uffizien). Er starb 1492. F. gehörte zu dem Kreise von Malern, die wie Uccello und Castagno bemüht waren, durch eingehendes Studium der Perspektive ihren Werken zugleich eine größere stilistische Gesetzmäßigkeit und Naturwahrheit zu verleihen. Die Errungenschaften der Florentinischen Schule, denen er auch in einer Abhandlung «De prospectiva pingendi» (in der Ambrosiana zu Mailand) Ausdruck gab, übertrug er nach Umbrien und Ferrara, wo der erste große Meister Francesco Cossa sein Schüler wurde. Auch in seinen Versuchen, die Luftperspektive und eigentümliche Lichtwirkungen wiederzugeben, zeigt er sich als ein kühner Neuerer, ja übertrifft hierin die Florentiner, wenn er auch, was Adel und Vornehmheit der Figuren anbetrifft, hinter denselben zurückbleibt. 1892 erhielt er in seiner Vaterstadt ein Standbild.

Francesca da Rimĭni (spr. -tschéska), Tochter des Guido da Polenta, Herrn von Ravenna, wurde um 1275 mit Gianciotto Malatesta, Herrn von Rimini, vermählt, der sie wegen ihrer Neigung zu seinem Bruder Paolo um 1288 nebst diesem ermordete. Dante hat in der «Divina Commedia» («Inferno», Ⅴ) das Ende der F. besungen; Silvio Pellico, Uhland (unvollendet), P. Heyse, M. Greif u.a. haben den Stoff dramatisch behandelt, episch Leigh Hunt u. a., musikalisch Rossini. – Vgl. Tonini, Memorie storiche intorno a F. (2. Aufl., Rimini 1870); De Sanctis, F. d. R. secondo i critici e secondo l’arte (in der «Nuova Antologia», 1869); Yriarte, Françoise de Rimini dans le légende et dans l’historie (Par. 1882); Formichini, F. d. R., monografia storica (Livorno 1873); Ricci, L’ultimo rifugio di Dante (Mail. 1891).