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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Franz II

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Franz II. (römisch-deutscher Kaiser) - Franz II. (Herzog der Bretagne)

tum Toscana. - Vgl. Arneth, Geschichte Maria Theresias (10 Bde., Wien 1863-79).

Franz II., Joseph Karl, römisch-deutscher Kaiser (1792-1806), als Kaiser von Österreich (1804-35) Franz I. genannt, geb. 12. Febr. 1768 zu Florenz, der Sohn von Kaiser Leopold II. und Marie Luise, einer Tochter König Karls III. von Spanien, erhielt seine erste Erziehung zu Florenz unter den Augen seines Vaters, der damals Großherzog von Toscana war, lebte aber seit 1784 zu Wien, um an der Seite seines Oheims, Josephs II., sich zum Regenten zu bilden. In seinem 21. Jahre begleitete er kurz nach seiner Verheiratung mit der Prinzessin Elisabeth von Württemberg ihn auf seinem Zuge gegen die Türken und übernahm 1789 selbst den nominellen Oberbefehl des Heers, wobei Laudon ihn unterstützte. Tief erschütterte ihn 18. Febr. 1790 der Tod seiner Gemahlin, der Joseph II. schon zwei Tage später ins Grab folgte. Nun regierte F. bis zur Ankunft seines Vaters in Wien (12. März) und begleitete dann diesen zu den Verhandlungen mit dem Könige von Preußen und dem Kurfürsten von Sachsen 1791 nach Pillnitz (s. d.). Nach dem frühen Tode seines Vaters (1. März 1792) folgte er diesem in den österr. Erblanden und wurde 6. Juni als König von Ungarn, 14. Juli als röm.-deutscher Kaiser und 5. Aug. als König von Böhmen gekrönt. Infolge des 7. Febr. 1792 von Leopold II. mit Preußen abgeschlossenen Schutz- und Trutzbündnisses gegen die Republik Frankreich erklärte letztere ihm 20. April 1792 den Krieg (s. Französische Revolutionskriege). F. stellte sich 1794 selbst an die Spitze der niederländ. Armee, die 26. April die Franzosen bei Câteau-Cambrésis und Landrecy und 22. Mai in der blutigen Schlacht bei Tournai schlug. Als jedoch der Gang des Krieges eine ungünstige Wendung nahm. kehrte er wieder nach Wien zurück. Der Abfall seiner Bundesgenossen in dem Baseler Frieden (s. d.) und das Vorrücken der Franzosen unter Bonaparte in Italien nötigten ihn hierauf, den Frieden von Campo-Formio (17. Okt. 1797) einzugehen, durch den das Deutsche Reich den größten Teil des linken Rheinufers, Österreich die Niederlande und die Lombardei verlor und dafür Venedig erhielt. Aber schon 1799 erhob sich F. im Bunde mit Rußland und England zu neuem Kampfe gegen die Republik Frankreich, und zwar anfangs glücklich. Infolge der Siege Bonapartes in Italien sah er sich jedoch zum Frieden von Lunéville (9. Febr. 1801) gezwungen, der ihm selbst große Opfer und dem Deutschen Reiche das ganze linke Rheinufer kostete. Den 1805 wiederum in Verbindung mit Rußland erneuten Kampf gegen Frankreich (s. Französisch-Österreichischer Krieg von 1805) endete die Schlacht bei Austerlitz, worauf F. mündlich mit Napoleon die Bedingungen eines Waffenstillstandes und die Grundlage des Friedens zu Preßburg verabredete, der für Österreich die Abtretung von 55000 qkm nach sich zog. Nach der Errichtung des Rheinbundes legte F., nachdem er schon durch das Pragmatikalgesetz vom 11. Aug. 1804 unter dem Namen Franz I. sich zum ersten Erbkaiser von Österreich erklärt hatte, 6. Aug. 1801 die Regierung des Deutschen Reichs nieder. 1809 ergriff er zum viertenmal die Waffen gegen Napoleon (s. Französisch-Österreichischer Krieg von 1809). Seine Armee siegte bei Aspern, wurde jedoch bei Wagram entscheidend geschlagen. Der Friede zu Schönbrunn (14. Okt. 1809) hatte für Österreich aufs neue den Verlust von 110000 qkm mit 4 Mill. E. zur Folge, schien indessen durch F.s Einwilligung in die Vermählung seiner ältesten Tochter Marie Luise mit Napoleon den Grund zu einem dauernden Freundschaftsbündnisse zwischen beiden Staaten anzubahnen. Im März 1812 vereinigte sich F. mit Napoleon durch Abschluß eines Bündnisvertrags zum Feldzuge gegen Rußland (s. Russisch-Deutsch-Französischer Krieg von 1812 bis 1815). Nach dessen unglücklichem Ausgange blieb er anfangs während des von Rußland und Preußen fortgesetzten Kampfes neutral; dann trat auch er, nachdem er sich vergebens bemüht hatte, den Frieden zu vermitteln, der Koalition gegen Frankreich (12. Aug. 1813) bei. Dem mächtigen Kampfe, der sich nun entspann, wohnte F. bis zum Ende in Person bei und gelangte durch die Pariser Friedensschlüsse und den Separatvertrag mit Bayern vom 14. April 1816 in den Besitz einer Ländermasse, wie sie in dieser Abrundung keiner seiner Vorfahren besessen hatte. Das Princip seiner innern und äußern Politik war starre Reaktion, die F. auch in den deutschen Bundesstaaten und ital. Kleinstaaten mit Hilfe seines Staatskanzlers Metternich (s. d.) zur Geltung zu bringen sich bemühte. Von gesetzgeberischen Neuerungen sind bemerkenswert: das 1810 eingeführte bürgerliche und das 1804 erneuerte und nochmals aufs neue revidierte Strafgesetzbuch, der Erlaß einer neuen Gerichtsordnung, Verteilung der politischen, der Justiz- und Kriminalgegenstände an drei verschiedene Hofstellen, die 1792 angeordnete Landesvermessung und die 1817 hierauf begründete Einführung der neuen Grundsteuer u. s. w. Er belebte auch einigermaßen die industrielle Thätigkeit durch manche Erleichterungen im Gewerbewesen sowie durch Errichtung technischer Lehranstalten, förderte den Verkehr durch Bauten und sorgte mehrfach, wenn auch einseitig, für Wissenschaft und Kunst durch Gründung von Lehranstalten, namentlich durch Erweiterung der Universität zu Wien. F. starb 2. März 1835 in Wien. Er war viermal vermählt: nach dem Tode seiner kinderlosen ersten Gemahlin heiratete er 15. Aug. 1790 Marie Therese, Prinzessin von Sicilien, die 13. April 1807 starb, nachdem sie ihm 13 Kinder geboren, darunter: Maria Louise (s. d.), Gemahlin des Kaisers Napoleon I., Ferdinand I., F.' Nachfolger als Kaiser von Österreich, und Franz Karl, geb. 7. Dez. 1802, gest. 8. März 1878, Vater des Kaisers Franz Joseph I.; 1808 führte er Maria Ludovica Beatrix von Modena (gest. 17. April 1816), heim, und 1816 Karoline Auguste (geb. 8. Febr. 1792), Tochter des Königs Maximilian I. Joseph von Bayern, die 1814 von dem damaligen Kronprinzen von Württemberg, spätern König Wilhelm I., geschieden war und 9. Febr. 1873 starb. - Vgl. Meynert, Kaiser F. I. (Wien 1872); Springer, Geschichte Österreichs seit dem Wiener Frieden 1809, Bd. 1 (Lpz. 1863).

Franz II., der letzte Herzog der Bretagne, geb. 1435, folgte 1459 seinem Oheim Arthur III. und hielt unter heißen Kämpfen die Selbständigkeit seines Herzogtums gegen Ludwig XI. von Frankreich aufrecht. In der Ligue du bien public, die unter Karl dem Kühnen eine Reihe franz. Großer gegen den König vereinigte, war er eins der namhaftesten Mitglieder. Der Friede von Conflans (1465) machte dieser Fehde ein Ende, aber schon 1468 brach der Kampf zwischen F. und der Krone wieder aus, als ersterer den Herzog von Berry im Besitz der Normandie gegen die Eroberungsgelüste