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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Französische Revolutionskriege
;ona her über den Iulier, Albula und Septimer
das Engadin erreicht und Martinsbrück dreimal be-
stürmt, woranf ein Teil der bei Feldkirch stehenden
Österreicher nach Leitenhofen zurückgezogen wurde.
Massena griff 23. März Feldkirch vergeblich an und
ging danach über den Nhein; Lecourbe dagegen
drängte seinen Gegner durch geschickte Manöver 25.
nach Finstermünz und Landeck zurück. Auch Taufers
wurde genommen, ging aber 4. April wieder durch
einen Oorstoß der Österreicher verloren. Iourdan
überschritt bei Basel und Strahburg 1. und 2. März
den Rhein, durchzog den Schwarzwald und nahm
Stellung bei Tuttlingen und Hohentwiel. Verna-
dotte ging mit 8000 Mann ebenfalls über den Rhein
bei Mannheim, das sich ergab, und schickte seine
Kavallerie am Neckar vor. Erzherzog Karl über-
schritt 4. März den Lech und führte sein.Heer in die
Linie Mcmmingen-Lcutkirch; beim weitern Vor-
marsche traf er bei Ostrach am 21. mit dem Heere Iour-
dans zusammen, schlug dasselbe dort sowie 25. bei
Stockach und drängte es ins Rheinthal zurück. Die
Franzosen gingen 5. und 6. April über den Rbein
zurück und ließen auf dem rechten Ufer nur in Offen-
burg, Oberlirch und Altbreisach Besatzungen stehen,
während der Erzherzog ein Korps zur Beobachtung
der Pässe des Schwarzwaldes zurücklieft und über
Donaueschingen in das Lager bei Stockach abrückte.
Bernadotte behielt Mannheim und .Heidelberg be-
setzt, hob die Verennung von Philippsburg auf und
kehrte 6. April auch seinerseits auf das linke Rhein-
ufer zurück. Hierauf wurde der Befehl über die
Armee Iourdans an Masssna übertragen, dem aus
Frankreich Verstärkungen zugefübrt wurden, und
an Stelle des erkrankten Erzherzogs übernahm Graf
Wallis das Kommando; doch kam es im April nur
zu Postengefechten. Erst 30. April drang eine österr.
Kolonne (Graf Vellegarde) im Engadin vor, nahm
Martinsbrück und drängte den franz. General
Lccourbe über den Albula bis nach Lenz zurück.
Diefen Vormarsch der Österreicher hatte ein Auf-
stand gegen die Franzosen in der östl. Scbweiz veran-
laßt; doch wurde 1. Mai ein Angriff auf den Luzien-
fteig abgeschlagen; Massena eilte herbei und unter-
drückte den Aufruhr. Lecourbe überschritt 10. Mai
den Vernhardin, warf eine von Suworow nacb
Bellinzona entsendete österr. Brigade am 13. zurück
und öffnete dadurch über den St. Gotthard die Ver-
bindung mit Italien, während am 14. die Österreicher
den Luziensteig nahmen und, vom Engadin aus
vorbrechend, die Franzosen aus dem Davos- und
Hinterrheinthale vertrieben. Lecourbe ging hierauf
über den Monte-Cenere zurück, räumte am 20. den
Bernhardin und 28. auch den St. Gottbard. Die
Österreicher drangen nunmehr nach St. Gallen vor,
wäbrend Erzherzog Karl sein Heer von Nenkirch her
bei Konstanz und Büsingen am 23. über den Rhein
führte und 4. Juni Massöna bei Züricb schlug, der
dann diese Stadt 6. Juni räumte und eine starke
Stellung am Albis und Utli besetzte, auch Lecourbe
näher heranzog. Ein Drittel der Schweiz war in
den Händen der Österreicher. Der Kanton Wallis
battc sich gegen die Franzosen erhoben, doch hielt sich
dort Faintrailles, und bis Mitte August kamen in der
Schweiz keine Kämpfe von Nedentung mehr vor.
Inzwischen hatte sich jedoch in Italien die Kriegs-
lage wesentlich verändert. Dort hatte auf Vefebl
des Direktoriums General Echerer mit der 45 000
Mann starken Armee von Italien 26. März die start
verschanzte Stellung der Österreicher bei Pastrengo
Brockhalls' Konversations-Lexilon. 11. Aufl,. VII.
! und Verona angegriffen und deren rechten Flügel
gefchlagen, was schließlich den Rückzug der Franzosen
> nach Isola della Scala zur Folge hatte. Scherer vcr-
^ suchte nunmehr die Etsch unterhalb Verona zu über-
! schreiten, wurde jedoch 5. April bei Magnano ge-
schlagen und ging, in Peschiera und Mantua Garni-
sonen zurücklassend, über den Mincio und 20. hinter
den Oglio zurück. Nachdem Suworow mit einem russ.
Heere am Mincio eingetroffen war und den Ober-
befehl übernommen hatte, rückten die Verbündeten
14. April über Valeggio vor und trafen 21. vor dem
Oglio ein; ein österr. Korps marschierte auf Crc-
mona, und Mantua, Peschiera fowie Ferrara wur-
den eingeschlossen. Das Kastell von Brescia kapi-
tulierte , und die Franzosen wichen hinter die Adda
zurück; Echerer gab 25. April den Befehl an Moreau
ab. Suworow nahm am folgenden Tage das be-
festigte Lecco und schlug 27. Moreau bei Cassano;
eine franz. Division (Serrurier) mußte nach tapferm
Widerstände die Waffen strecken, und die Trümmer
des franz. Heers gingen über den Ticino bis hinter
den Po zurück. Daraufbesetzte Suworow am 29. Mai-
land, seine leichten Truppen Chiavenna und Bellin-
zona, wodurch die Verbindung mit dem österr. Heere
in der Schweiz und Tirol hergestellt war. Am
1. Mai überschritt Suworow den Po bei Piacenza,
besetzte Parma und Tortona (9.), schob ein Korpv
in die Lomellina und drang bis gegen das Fort
Bard vor; Peschiera und Pizzighettone ergaben
sich den Verbündeten. Am 16. Mai wurde eine Di-
vision Moreaus bei San Giuliano geschlagen,
worauf dieser sein Heer bei Asti versammelte, um
das Eintreffen der neapolit. Armee unter Macdonald
abzuwarten; ein Korps unter Victor sandte er an
die ligurische Küste. Die von den Franzosen in ganz
Italien zusammengeraubten Kunstschätze wurden
über den Mont-Cenis nach Paris gesendet, worauf
Moreau über Cuneo nach der Riviera abzog und
den Col di Tenda sowie die Bocchetta besetzte. Die
Österreicher überfielen 24. Mai die Citadelle von
Ravenna, die Citadelle von Mailand kapitulierte,
und Suworow besetzte 27. Turin und Schloß Pigne-
rol nebst Fort Fenestrelles. Am 28. trafen österr.
Verstärkungen unter Graf Bellegarde in Como ein,
die zum Velagerungskorps vor Älessandria gesendet
wurden. Alles kam jetzt auf die neapolit. Armee an
und ob deren Vereinigung mit Moreau gelingen
würde. Macdonald hatte 14. Mai Rom verlassen, die
in Toscana siebenden franz. Truppen an sich gezogen
und 1. Juni Pistoja erreicht. Er marschierte dann
nach Modena und über Reggio gegen Piacenza,
dessen Citadelle die Österreicher hielten. Suworow
wollte die Vereinigung Macdonalds mit Moreau
Verbindern und eilte deshalb von Turin 8. Juni über
Alessandria und Tortona am 17. an den Tidone,
vereinigte sich mit den dort stehenden Österreichern
und lieferte an den Ufern der Trebbia drei Tagc
hindurch eine Schlacht (17. bis 19.), durch die schließ-
lich Macdonald zum Rückzüge genötigt wurde; die
Franzosen verloren 13200 Gefangene und zogen
nach Piftoia und Lucca ab, bis zum Taro von
Suworow, dann von den Österreichern verfolgt.
Hierauf eilte Suworow an die Vormida und nötigte
dadurch Moreau, der 20. Juni den Grafen Velle-
garde bei San Giuliano geschlagen hatte, zum Rück-
züge nach der Bocchetta. Macdonald zog längs der
Küste über Sarzana und (^estri ab und vereinigte
sich 15. Juli mit Moreau: nur in Capua, Ancona,
Gae'ta und der Engelsburg (Rom) waren franz. Ve-
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