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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Französisches Heerwesen
lerie eine neue Organisation; durch dasjenige vom
25. Juli 1887 wurden die Depotcompagnien und die
vierten Bataillone der Linienregimenter aufgehoben
und an deren letztern Stelle 18 neue Negionalregi-
menter geschaffen; endlich führt das Gesetz vom
29. Juni 1894 Veränderungen in der Organisation
der Artillerie und des Genies herbei (Aufhebung der
disberigenArtillerie-Pontonierregimenteruudnber-
weisilng des Dienstes an die Genietruppen).
Nach den Gesetzen vom 24. Juli 1873,13. März
1875 und 21. Juni 1890 wird Frankreich behufs !
Organisation der aktiven Armee und deren Reserve
sowie der Territorialarmee und deren Reserven in
18 Regionen eingeteilt und jede derselben wieder in
8 (die 15. Region in 9) Subdivisionsbezirke. In jeder
Region garnisoniert ein Armeekorps, ein 19. von
abweichender Organisation und größerer Stärke steht
in Algerien. Jedes Armeekorps besteht aus 2 (das
19. aus 3) Infanteriedivisionen, einer Kavallerie-
brigade (beim 19. Armeekorps fehlt diese), einer
Artilleriebrigade, einem Geniebataillon, einer Train-
eskadron, je einer Sekretärsektion des General-
stabes und der Rekrutierung, Arbeitersektion der
Administration, Krankenwärtersektion und Legion
Gendarmerie. Das 6. Armeekorps in Chalons
zählt ausnahmsweise 5 Infanteriedivisionen mit
11 Brigaden und einschließlich 14 Iägerbataillone
86 Bataillone gegen 24 Bataillone der andern
Armeekorps; ferner 2 Brigaden Kavallerie mit 4 Re-
gimentern und 20 Eskadrons, wozu noch 1 Kaval-
leriedivision mit 3 Brigaden, 6 Regimentern und
30 Eskadrons kommt. An Feldartillerie sind dem
6. Korps zugeteilt: 2 Brigaden mit 4 Regimentern,
41 fahrenden, 9 reitenden und 2 Gebirgsbatterien,
ebenfalls doppelt foviel wie den andern; an Fuß-
artillerie 5 Bataillone mit 35 Batterien, an Genie
1 Bataillon mit 4 Compagnien und Train 1 Eska-
dron mit 3 Compagnien. Außerdem bestehen das
Militärgouvernement von Paris mit der Artil-
lerie der Forts und einer besondern Geniebrigade.
Ferner sind 6 selbständige Kavalleriedivisionen auf-
gestellt, welche den Armeekorps und dem Militär-
gouverneur von Paris nach Bedürfnis ganz oder
teilweife zugewiesen sind. Jede Infanteriedivision,
außer denen in Algier, zerfällt in 2 Brigaden, beim
14. Armeekorps besteht eine besondere Regional-
brigade von Lyon; jede Kavalleriedivision soll aus
einer Kürassier-, einer Dragoner- und aus einer
leichten (01ia88"uis u clieval-, Husaren- oder ge-
mischten) Brigade zusammengesetzt sein. Die Jäger
und Genietruppen stehen jedoch nicht in den betref-
fenden Armeekorpsbezirken, sondern rcgimenter
weise vereinigt in Versailles, Montpellier, Arras
und Grenoble, die Eisenbahntruppe in Versailles
und die durch Gesetz vom 25. Juli 1883 geschaffenen
Fußartilleriebataillone in den Festuugen, namentlich
an der Ostgrenze. Abweichend von dem deutschen
Muster rekrutiert sich die aktive Armee nicht aus den
betreffenden Regionen, sondern aus dem gauzen
Lande; dagegen werden im Falle der Mobilmachung
die Fußtruppen durch Reserven ihrer Region ver-
stärkt. Eigentümlich ist dre Bestimmung, daß im
Frieden kein kommandierender General eines Armee-
korps seine Stelle länger als 3 Jahre bekleiden
darf, wenn er nach Ablauf dieser Zeit nicht durch ein
im Ministercouseil beschlossenes Dekret des Präsiden-
ten der Republik ausdrücklich darin bestätigt wird.
Die Bezirke der einzelnen Armeekorps sind die
solgendcn'. 1. Korps (Korpskommando in Lille):
Depart. Nord und Pas-de-Calais; 2. Korps
(Amiens): Depart. Aisne, Oise, Somme, Arron-
dissement Pontoise des Depart. Seine-et-Oise,
Kantone St. Denis und Pantin des Depart. Seine
und Arrondissements 10-20 von Paris; 3. Korps
(Rouen): Depart. Calvados, Eure, Seine-Infe'rieure,
Arrondissements Mantes und Versailles des Depart.
Seine-et-Oise, Kantone Conrbevoie und Neuilly des
Depart. Seine, Arrondissements 1, 7-9,15-18
von Paris; 4. Korps (Le Mans): Depart. Eure-et-
Loire, Mayenne, Orne, Sarthe, Arrondissement
Rambouillet des Depart. Seine-et-Oise, Kantone
Villejuif und Sceaux des Depart. Seine und Arron-
dissements 4-6, 13-14 von Paris; 5. Korps
(Orlsans): Depart. Loiret, Loir-et-Cher, Seine-
ct-Marne, Bonne, Arrondissements Etampes und
Corbeil des Depart. Seinc-et-Oife, Kantone Charen-
ton und Vincennes des Depart. Seine und Arron-
dissements 2, 3,11,12 von Paris; 6. Korps (Chä-
lons-sur-Marne): Depart. Ardennes, Aube, Marne,
Meurthe-et-Moselle, Meuse, Vosges; 7. Korps (Be-
fancon): Depart. Ain, Doubs, Jura, Haute-Marne,
Haute-Saöne, Arrondissement Villefranche und
Kantone l'Abresle, Condrieu, Limonest, Mornant,
Neuville, St. Laurent, St. Symphorien, Vaugneray
des Arrondissements Lyon vom Depart. Rhone und
Kantone 4 und 5 von Lyon fowie das Territorium
von Velfort; 8. Korps (Bourges): Depart. Cher,
Cöte-d'Or, Niövre, Saöne-et-Loire; 9. Korps
(Tours): Depart. Maine-et-Loire, Indrc-et-Loirc-,
Indre, Deux-^övres, Vienne; 10. Korps (Rennes):
Depart. Cötes-du-Nord, Manche, Ille-et-Vilainc;
11. Korps (Nantes): Depart. Finistöre, Loire-In-
ftrieure, Morbihan, Vende'e; 12. Korps (Limoges):
Depart. Charente, Corröze, Creufe, Doroogne,
Haute-Vienne; 13. Korps (Clermont-Ferrand):
Depart. Allier, Loire, Puy-de-Döme, Haute-Loire,
Cantal; 14. Korps (Lyon): Depart. Hautes-Alpes,
Dröme, Isöre, Savoie, Haute-Savoie, die Kantone
Givors, St. Genis-Laval, Villeurbanne des Depart.
Rhone, die Arrondissements 1-3 und 6 von Lyon
und die Kantone St. Paul, Barcelonnettc und Lauzet
des Depart. Basses-Alpes; 15. Korps (Marseille):
Depart. Basses-Alpes außer den dcim 14. Korps
genannten Kantonen, ferner Depart. Alpes-Mari
times, Ardeche, Bouchcs-du-Nhöne, Corse, Gard,
Var, Vauclufe; 16. Korps (Montpellier): D^?^.
Aude, Aveyron, Herault, Lozöre, Tarn, Pyrönöes-
Orientales; 17. Korps (Toulouse): Depart. Ariige,
Haute-Garonne, Gers, Lot, Lot-et-Garoune, Tarn-
et-Garonne; 18. Korps (Bordeaux): Depart. Cha-
rente-Inftrieure, Gironde, Landes, Hautcs- und
Basses-Pyre'ne'es; 19. Korps (Algier): Algerien.
(Hierzu die Karten: Militttrdisl otation in
Frankreich und Militärdislokation in
Frankreich, östliche Grenze. S. auch Deutsches
Heerwesen, mit Dislokationstarten.)
Die Friedensstärke der franz. Armee beträgt
(1895) an Infanterie: 39 Divisionen (Nr. 1- 3<;,
39 und 40 und die Vogesendivision) mit 75 Briga
den und 2 Vogesenbrigaden; ferner außcrdald der
bohern Verbände siebend: 1 Regionalbrigade von
Lyon, 1 Brigade de la Meurtbe, die Besatzungs
brigade in Tunesien, die auf 3 Territorialdivisioncn
in Algerien verteilten Regimenter, mit zusammen
145 Subdivisionsrcgimentern (Nr. 1-144, Nr. 163)
zu je 3 Bataillonen und 1 (^cii-6 C0niz)1<'in9ntllir6,
insgesamt 435 Bataillone mit 1740 Compagnien;
18 Reqionalinfanterieregilllenter <Nr. 145 -162) zu