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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Freimaurerkränzchen - Freinsheim
großmeister. Das schwed. System, nach den Überlieferungen hervorgegangen aus den Akten der 1735 in Florenz gestifteten Loge, bearbeitet 9 Grade in 3 Abteilungen (Johannisloge, Andreasloge, Kapitel). An der Spitze des Ordens steht der Ordensmeister, an der Spitze der Großloge der Großmeister, sofern er Ordensmeister nicht auch dieses Amt übernehmen will. Die gesetzgeberische Thätigkeit der Großloge erstreckt sich nur auf die beiden untern Abteilungen (Johannis- und Andreasloge), die von ihr beschlossenen Gesetze bedürfen der Genehmigung des Ordensmeisters. Die in den Provinzen befindlichen Logen hängen in erster Linie von Provinzialgroßlogen ab, die der Großen Landesloge von Schweden untergeordnet sind. Auf diese Weise waren auch die norweg. Logen von der schwed. Großloge abhängig; seit kurzem jedoch haben sie Selbständigkeit erlangt. Ihr Ordensmeisteramt bekleidet der König. In Skandinavien arbeiten 25 Johannislogen mit etwa 8300^[oder 3300 - Scan beschnitten] Brüdern. Das schwed. System hat seit 1855 auch in Dänemark Eingang gefunden. Auch hier steht der Landesherr oder ein Mitglied seines Hauses an der Spitze. Der König Christian IX. ist Protektor, der Kronprinz Friedrich Ordensmeister, Prinz Hans von Sonderburg-Glücksburg Landesgroßmeister. Die "Große Landesloge von Dänemark" besteht seit 1858. Unter ihr arbeiten 9 Johannislogen und 8 Instruktionslogen (Kränzchen) mit etwa 3600^[oder 8600 - Scan beschnitten] Brüdern.
In Deutschland befolgt die "Große Landesloge der Freimaurer von Deutschland" zu Berlin, gegründet 24. Juni 1770, die schwed. Lehrart. Älter sind die von der engl. Großloge aus 1737 gegründete Loge Absalon in Hamburg, die 1740 zum Range einer engl. Provinzialgroßloge erhoben wurde, 1811 aber sich für unabhängig erklärte, sowie die 1740 gegründete Loge "Aux trois globes" zu Berlin, letztere wurde auf Veranlassung des durch eine Deputation der Loge Absalon 14. Aug. 1738 in Braunschweig aufgenommenen nachmaligen Königs Friedrich II. gegründet. Sie nahm 1744 den Namen "Große Mutterloge zu den drei Weltkugeln" an und gründete in der Folge zahlreiche Tochterlogen. Die 1760 von ihr errichtete Johannisloge "Royal York de l’amitié" zu Berlin löste sich 1767 von ihr los, erhielt ein Konstitutionspatent der Londoner Großloge und konstituierte sich 1798 als selbständige Großloge, nachdem sie schon lange vorher zahlreiche Johannislogen errichtet hatte. Die Schloßloge "Zur Sonne" in Bayreuth, gegründet 1741 durch Markgraf Friedrich von Brandenburg-Kulmbach, unterstellte sich 1800 der Großloge "Royal York" zu Berlin, erklärte sich aber, nachdem Bayreuth an Bayern gefallen war, 1811 für unabhängig. In Frankfurt a. M. bestand seit 1742 die Loge "L’Union" ("Zur Einigkeit"), die 1743 eine Konstitution von der Londoner Großloge erhielt und 1766 durch Patent derselben zur Provinzialloge des oberrhein., nederrhein. und frank. Kreises erhoben wurde. - durch das eine Zeit lang einflußreiche System der dritten Observanz, das ein Herr von Hundt von Frankreich nach Deutschland gebracht hatte und welches die F. als die Vorstufe für die Wiedererrichtung des Templerordens mißbrauchte, war viel Unklarheit, Verwirrung und Irrtum in die Logen genommen. Es vereinigten sich daher eine Anzahl Logen infolge einer von der Provinzialloge zu Frankfurt a. M. 1783 ausgegangenen Anregung zu einer Reform der F. auf der Grundlage der von London überkommenen Johannismaurerei. Diese Reformlogen bildeten unter der Provinzialloge zu Frankfurt a. M. (die sich 1823 für unabhängig erklärte) als maurerischer Oberbehörde den Eklektischen Freimaurerbund. Die Logen zu Darmstadt und Mainz trennten sich 1845 infolge principieller Verschiedenheit freimaurerischer Grundanschauungen (christl. Princip) vom Eklektischen Bunde und begründeten 1846 die "Große Loge zur Eintracht" in Darmstadt, der sich dann 1859 auf Veranlassung des Großherzogs Ludwig III. auch die übrigen Logen von Hessen-Darmstadt anschlössen. Im Königreich Sachsen bestehen schon seit 1737 Freimaurerlogen; 1811 kam es zur Bildung der "Großen Landesloge von Sachsen". Von den sächs. Logen arbeiten einige nach den Akten der Großloge "Royal York", eine nach den "Drei Weltkugeln", die Mehrzahl nach der Lehrart der Hamburger Großloge. Vielfach sind auch in Deutschland fürstl. Personen dem Freimaurerbunde beigetreten, so außer König Friedrich II. von Preußen auch Friedrich Wilhelm II., Friedrich Wilhelm III., Kaiser Wilhelm I. und Friedrich III., ferner Prinz Friedrich Leopold von Preußen und zahlreiche andere. Dagegen hat die kath. Kirche der F. stets feindlich gegenüber gestanden. Seit 1738, wo zuerst Clemens XII. durch die Bulle "In eminenti" den Bannfluch gegen die Freimaurer schleuderte, hat jeder seiner Nachfolger ihn erneuert.
In betreff der außereuropäischen Staaten giebt es in Nordamerika 89 Großlogen (darunter 33 farbige) mit 12085 Logen (1056 farbige) und etwa 700000 Brüdern. In Mexiko, Centralamerika und Westindien arbeiten 13 Großlogen mit etwa 400 Tochterlogen, in Südamerika 6 Großlogen mit etwa 250 Tochterlogen. In Afrika finden sich 4 Großlogen (je eine in Kairo, Alexandria, Tunis und Monrovia), in Australien 5 (je eine in Adelaide, Melbourne, Sydney, Christchurch und Hobart).
Litteratur. Die maurerische Litteratur, namentlich die deutsche, ist sehr reichhaltig, doch ist dem Publikum nicht alles zugänglich, da die nur für Freimaurer bestimmten Werke als Manuskript gedruckt oder doch nur gegen Legitimation verkauft werden. Folgende Werke sind im Wege des Buchhandels ohne Legitimation erhältlich: Heideloff, Die Bauhütte des Mittelalters (Nürnb. 1844); Kloß, Bibliographie der F. (Frankf. a. M. 1844); ders., Geschichte der F. in Frankreich (2 Bde., Darmst. 1852-53); Keller, Kurzgefaßte Allgemeingeschichte der F. (2. Aufl., Gieß. 1860); Lenning, Encyklopädie der F.; 2. Aufl. u. d. T. Allgemeines Handbuch der F. (4 Bde., Lpz. 1863-79); Jänner, Die Bauhütten des Mittelalters (ebd. 1876); Bluntschli, Freimaurergespräche (Nördl. 1879); Findet, Geschichte der F. (6. Aufl., Lpz. 1893); Keller, Die Reformation und die alten Reformparteien (ebd. 1885); Schäfer, Was ist F.? (Berl. 1885); Gould, The history of free-masonry (6 Bde., Lond. 1884-87); Schottmüller, Der Untergang des Templerordens (2 Bde., Berl. 1887); Smitt, Katechismus der F. (Lpz. 1891); Settegast, Die deutsche F., ihr Wesen und ihre Ziele (Berl. 1892); Bröcker, Die Freimaurerlogen Deutschlands 1737-1893 (ebd. 1893).
Freimaurerkränzchen, s. Freimaurerei (S 271 b).
Freimund Raimar, s. Rückert, Friedrich.
Freinsheim, Dorf im Bezirksamt Neustadt a. d. Hardt des bayr. Reg.-Bez. Pfalz, 6 km im NO. von Dürkheim, am Fuchsbache, an den Linien Monsheim-Neustadt a. d. Hardt und F.-Franken-^[folgende Seite]