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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Frère - Fréron (Elie Catherine)
digung verösfelltlichte F. <<<>ii68p0iili6nc6 i-6^tiu^
li 880) und "^iFlilirligtiln auä 8ont1i ^li i^a: ^ letter
lo Nr. (-1aä8wu6)) (1881). 1882 fungierte er, wie
schon 1872, als Präsident der Geographischen und
der Asiatischen Gesellschaft in London. Er starb
29. Mai 1884 in Wimbledon bei London.
Frere (fpr. frähr), Theodore, franz. Maler, geb.
24. Juni 1815 in Paris, trat in das Atelier Cognicts
ein und bereiste 1830 Algerien und den Orient.
1869 ging F. im Gefolge der Kaiserin Eugenie
abermals nach Ägypten und wählte Kairo zum Auf-
enthalt. Die meisten seiner Bilder stellen das Leben
und Treiben in Algerien, der Türkei und Ägypten
dar; hervorzuheben sind: Vazar in Damaskus, Ha-
rem in Kairo, Ruinen von Karnak (1862), Der Sa-
mum, Die Insel Philä, Die Chalifengräber in Kairo
(1876), Die Mekkapilger, Brunnen bei Nehemy (Stet-
tin, Städtisches Museum). Er starb 25. März 1888
in Paris.
Sein Bruder Edouard, geb. 10. Jan. 1819 in
Paris, besuchte die I^cole ä63 deaux>ln't8 und bil-
dete sich dann bei Dclaroche. Er lieft sich in Ecouen
nieder und war besonders als Genremaler thätig.
Vilder dieser Art waren: Der kleine Gourmand
l1843), Die kleine Köchin (1858), Sonntagstoilette
l1856), Heimkehr vom Bade; ferner: Das Crucifix,
Der Kunsthändler (Hamburg, Kunsthallc). Er starb
>m Juni 1886 in Anvers-sur-Oise. l^Baseilhac.
Frere Cöme (spr. frähr tohm), Wundarzt, s.
Freren, Stadt im Kreis Lingen dcs preuß.
)teg.-Vez. Osnabrück, an der Linie Quakcnbrück-
Uhcine der Preuß. Staatsbahnen, Sitz eines Amts-
gerichts (Landgericht Osnabrück), hat (1890) 656 E.,
^ost, Telegraph und Handelsschule.
Frere-Orban (spr. frähr orbang), Hubert Ios.
Walther, belg. Staatsmann, geb. zu Lüttich 22. April
1812, wurde 1832 Advokat zu Lüttich und 1842
Vcmeinderat. Seine Beteiligung an dein Kampf
Men die kath. Ministerien verschaffte ihm im Juni
l.847 einen Sitz in der Zweiten Kammer und 12. Aug.
)as Portefeuille der öffentlichen Arbeiten. Vom
Mi 1848 bis Sept. 1852 war er Finanzminister.
2ein Hauptakt in dieser Stellung war die Auf-
tcllung einer Steuergebühr auf Erbschaften in di-
rekter Linie. Nachdem 1857 die liberale Partei wie-
der an die Negierung gekommen war, stand F., mit
llusnahme einiger Monate von 1861, abermals
m der Spitze der Finanzverwaltung. Ohne die
öesteuerung zu schärfen und trotz der fortschreiten-
>en Herabsetzung des Zolltarifs und erheblicher Ver-
nehrung der Staatsausgaben brachte er die Her-
tellung großartiger Staatsbauten, vorzüglich die
Befestigung Antwerpens, die Ablösung des ^cheldc-
,olls an Holland und die Abschaffung der städtischen
I)ctrois, seine verdienstvollste Finanzmaßrcgel, zu
tande. F. wirkte fort als die leitende Persönlichkeit
)es liberalen Kabinetts, bis im Juni 1870 die
lltrcnnontanen ans Ruder kamen, und zeigte na-
nentlich bei dem im Febr. 1869 zwischen Belgien
lnd Frankreich ausgebrochenen Eisenbahukonflikt
taatsmännisches Talent. Nach der Niederlage der
Katholiken, Juni 1878, ward F. aufs neue Chef des
lberalen Kabinetts, in dem er das Portefeuille der
luswärtigen Angelegenheiten übernahm. Mit die-
em mußte er 1884 wegen der Reaktion gegen das
Schulgesetz von 1879 zurücktreten, worauf er wieder
n die Spitze der Opposition trat. (S. Belgien.)
Zei den Verhandlungen über Verfassungsrevision
(1891-93) zeigte er sich als ein Gegner des allgemei-
nen Wablrechts. Bei den Neuwablcn 1894 unter-
lag er. Er scbrieb: "I^n. mHiu-moito et lg. ci^rite"
(unter dem Pseudonym van Damme, Vrüss. 1854
-57), "I^l. (iu68ti0ii mc)ll6t3.iiß" (Par. 1874) u. a.
Frerichs, Friedr. Theod. von, Kliniker und Pa-
tholog, geb. 24. März 1819 zu Aurich, studierte seit
1838 in Göttingen und Berlin und wandte sich 1842
als praktischer Arzt nach Aurich, wo er namentlich
als Augenarzt bald zu Ansehen gelangte. Nachdem
er im Interesse seiner pathol. und anatom. Studien
1845 die Prager und Wiener Anstalten, 1846 Hol-
land, Belgien und Frankreich besucht hatte, habili-
tierte er sich im Herbst 1846 zu Göttingcn, wurde
1848 auherord. Professor und übernahm 1850 in
Kiel die Direktion der Poliklinik und des akademi-
schen Hospitals. Während des Krieges leitete F. als
Oberarzt der schlesw.-Holstein. Annee zweiHospitäler
zu Rendsburg und ging 1851 als Professor der
Pathologie und Therapie nach Vreslau, wo er die
Direktion der mediz. Klinik erhielt. 1859 wurde er
als Schönleins Nachfolger nach Berlin berufen, wo
er die Professur für innere Medizin und die Direk-
tion der mediz. Klinik in der Charite übernahm.
Gleichzeitig wurde er vortragender Nat im Kultus-
ministerium und Mitglied in der wissenschaftlichen
Deputation für das Mcdizinalwcsen. Im Krieg
von 1870 und 1871 fungierte F. als preuß. General-
arzt. 1884 wurde ihm vom Kaiser der erbliche Adel
verliehen. Er starb 14. März 1885 in Berlin. F. be-
folgte die an kein System sich bindende streng natur-
wissenschaftliche Methode der Forschung, zu deren
Einführung in die mcdiz. Wissenschaft und die ärzt-
liche Thätigkeit er wesentlich beigetragen hat. Sein
Hauptwerk ist die "Klinik der Leberkrankheiten",
Bd. 1 u. 2 mit Atlas (Bd. 1 u. Atlas in 2. Aufl.,
Braunschw. 1861), das alsbald ins Französische,
Englische und Italienische übersetzt wurde. Außer-
dem schrieb er: "Die Brightsche Nierenkrankheit"
lVraunschw. 1851), "Über'Gallert-und Kolloidge-
schwülste" (Gott. 1847), "über den Diabetes" (Berl.
1884). Auch lieferte er zahlreiche Beiträge zu Wag-
ners "Handwörterbuch der Physiologie" (4 Bde.,
Vraunschw. 1842-53) und bearbeitete physiol.-chem.
Artikel für Liebigs, Poggendorffs und Wöhlers
"Handwörterbuch der Chemie" (9 Bde., ebd. 1849
-65). Seit 1879 gab er mit Leyden die "Zeitfchrift
für klinifchc Medizin" heraus und gründete 1882
zu Wiesbaden den Kongreß für innere Medizin.
Frcron (spr. -röng), Elie Catherine, franz. belle-
tristischer Schriftsteller, geb. 1719 zu Quimpcr,
wurde durch die Jesuiten gebildet, war dann eine
Zeit lang Professor am ^oii^L I^om3-1t>^i'lmä und
machte sich besonders bekannt als Gegner der Philo-
l sophen, Encyklopädisten und namentlich Voltaires.
^ Er veröffentlichte zuerst cin kritisches Journal u. d. T.
1746), dann, nachdem es auf Veranlassung einiger
von F. schwcr gekränkter Schriftsteller unterdrückt
worden, als "I.6tti'O5 8in- ciu6iHN63 6^i'it8 do ce
t6inp3" (13 Bde., Lond. und Par. 1752-54), endlich
als tt^uuLo littei-aire" (1754 - 76). Schon seine
erste litterar. Thätigkeit hatte ihn mit einem Gegner
Voltaires in Verbindung gebracht, indem er sür die
von Desfontaincs herausgegebenen"Od8orvati0Q3"
und ".IuF6IN0Ut3 8nr ciU6^U68 0NVI-aF63 N0NV6KNX"
Beiträge lieferte. Voltaire rächte sich an ihm wegen
seiner Angriffe in den "^uocllot68 8ur ^." (1761)
und dadurch, daß er F. in gehässiger Weise in dem
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