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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Fresnel - Frett
gewendet, doch wird sie auch hierdurch bequemere
Kunstweisen verdrängt, wie sie Z. B. Puvis de Cha-
vannes im Pantheon anwendete.
In England bot die Ausmalung des Parla-
mentshauses Veranlassung zu großen F., an denen
Dyce, Cope, Horsley, Eastlake, Maclife <s. Tafel:
Englische Kunst II, Fig. 10) beteiligt waren. Letz-
terer malte auchimBuckinghampalast. Ferner schu-
sen im Parlamentshaus Herbert, Tenniel, Armitage
(der in München seine Studien machte), namentlich
aber der geniale Watts, dessen strenger ernster Stil
sich besonders für die F. eignet. Von den modernern
Malern haben namentlich Leighton und Mador
Vrown großartige F. geliefert.
In Italien, dem Mutterlande der F., wurde
durch Appianis Bilder im Palais zu Mailand,
Benvenutis Schöpfungen in Florenz die klassische
Richtung des Franzosen L. David fortgeführt.
Auch in andern Ländern wurde die F. gepflegt.
Aber sie hat auf die Gesamtgestaltung der Kunst
nicht mehr jenen Einfluß, welchen man vor einem
halben Jahrhundert von ihr erhoffte, sondern ist
durch andere Malweisen, namentlich solche mit Keim-
schen Mineralfarben, Wachsfarben u. dgl. fast ganz
verdrängt worden.
Fresnel (spr. fränM), Augustin Jean, franz.
Physiker, geb. 10. Mai 1788 zu Broglie bei Vernay
im Depart. Eure, widmete sich dem Ingenienrfache,
verlor als eifriger Royalist während der Hundert
Tage feine Stelle, wurde aber fpäter wieder in Paris
als Ingenieur angestellt und lebte daselbst als In-
spektor für den Straßenbau und Sekretär der Kom-
mission für die Leuchttürme. F. war feit 1823 Mit-
glied der Akademie der Wissenschaften in Paris und
seit 1825 auchderKöniglichm Gesellschaft inLondon;
er starb 14. Juli 1827 zu Ville-d'Avray bei Paris.
Seine Arbeiten erstreckten sich vorherrschend auf die
Optik und stammen aus den I. 1814 bis 1826;
sie betreffen die Aberration, Doppelbrechung, Po-
larisation, Interferenz sowie die Feststellung der
Undulationstheorie des Lichts, ferner hat er (im
Verein mit Arago) die Leuchttürme durch eine eigens
konstruierte Lampe sowie durch eine von ihm ange-
gebene und nach ihm benannte Zonenlinse außer-
ordentlich verbessert. Für die Interferenzversuche
des Lichts (s. Interferenz des Lichts) hat F. einen
seinen Namen führenden Interferenzspiegel (s. d.)
erfunden, der die betreffenden Erscheinungen einfach
und sicher hervorzurufen gestattet und in der Experi-
mentaloptik allgemeine Aufnahme gefunden hat.
Fresnelsche Paralklepipcde und Trapezoeder nennt
man von F. berechnete und nach ihm ausgeführte
Glasparallelepipcde und Glastrapezoeder, die durch
wiederholte totale Reflexion je einen geradlinig
polarisierten Lichtstrahl der Theorie entsprechend
derart in zwei zueinander senkrecht und geradlinig
polarisierte Strahlen mit Schwingungen von glei-
cher Amplitude, aber mit dem Gangunterschiede
von einer ungeraden Anzahl Viertelwellen zer-
legen, daß dieselben sich dann, wenn sie wieder in
die Luft übertreten, zu einem Strahl vereinigen, der
sich als cirkular polarisiert erweist. In analoger
Weise giebt es auch Fresnelsche Glasparallelepipede
und Glastrapezoeder, die so berechnet und konstruiert
sind, daß bei denselben das Licht elliptisch polarisiert
austritt, daß mithin die zueinander senkrecht polari-
sierten Strahlen, aus denen dasselbe sich zusam-
mengesetzt hat, einen andern Phasenunterschied be-
sitzen als bei der Kreispolarisation. Seine "(Nuvi-o8
comMteä" erschienen in 3 Bänden auf Kosten der
franz. Regierung (Par. 1866-70). Eine Biographie
F.s findet man in Bd. 1 der "Sämtlichen Werke"
Aragos (übersetzt von Hankel, Lpz. 1854).
Fresnes (spr. frähn), Stadt im Kanton Conde-
sur-l'Escaut, Arrondissement Valcnciennes de?
franz. Depart. Nord, rechts unweit der kanalisierten
Schelde, an der Linie St. Amand-Blanc-Misseron
der Nordbahn und der anschließenden Nebenlinie
Somain-Peruwelz, hat (1891) 6369 E., Nüben-
zuckerindustrie, Glashütten, Wollspinnerei, Nägel-
fabrikation und Steinkohlenbergbau (seit 1720).
Fresnillo (spr. -nilljo), Stadt im merik. Staate
Zacatecas, an der nach Chihuahua führenden Eisen-
bahn, in 2195 m Höhe, hat (1890) 13020 E. und be-
deutenden Bergbau auf Silber und Kupfer in den
Minen des Cerro de Proano.
Fresno, Hauptstadt des County F. im nord-
amerik. Staate Kalifornien, füdöstlich von San
Francisco, im San Ioaquinbecken, an der Southern-
Pacificbahn, ist sehr rasch aufgeblüht, hat (1890)
10818 E. und ist Mittelpunkt eines bedeutenden
Wein-, Obst- und Getreidebaues. Früher wurde
lebhafte Viehzucht betrieben.
Fresnoy-le-Grand (fpr. fräno'ä le grang),
Stadt im Kanton Vohain, Arrondissement St.
Quentin des franz. Depart. Aisne, an der Linie
Paris-Erquelines der Nordbahn, hat (1891)3656
E., Fabrikation von Gaze, Kaschmirshawls und
Foulards und Hopfenhandel.
Freßzellen (Phagocyten), Zellen (weiße
Blutkörperchen), welche nach Metschmkow im Kampf
gegen die in den Körper eingedrungenen Bakterien
infofern eine wichtige Rolle spielen sollen, als sie die
Bakterien in sich aufnehmen und unschädlich machell.
Diese Phagocytentheorie ist in neuerer Zeit lebhaft
bekämpft worden und die Mehrzahl der Pathologen
nimmt an, daß, entgegen der Meinung Metschni-
kows, die weiften Blutkörperchen, die angeblichen
F., im Kampfe mit den Bakterien gewöhnlich unter-
liegen, wenn letztere in lebensfähigem Zustande in
sie eindringen. Nnr abgestorbene Bakterien werden
von den lebenden Körperzellen unter Erhaltung der
letztern aufgenommen und fortgeschafft.
rrot (frz., fpr. freh), Schiffsfracht', Freteur
(fpr. -tö'hr), Schisfsverfrachter; fretieren, ein
Schiff verfrachten, verchartern. sron.
Frötillon (fpr. -tijöng), Schauspielerin, s. Clai-
Frett oderFrettchen(^Iu3t6la 8.1>ut0i-w8 turo
2^.,s. Tafel: Marder II, Fig. 3), ein zur Gattung
Marder gehöriges Raubsäugetier, das dem Iltis
sehr ähnlich und nach der Ansicht der meisten Natur-
forscher nur ein Albino dieser Art ist, da es fast
weißen Pelz, rote Augen hat und sich sehr empfind-
lich gegen die Kälte zeigt. In wildem Zustand ist
es gänzlich unbekannt. Aristoteles beschreibt es
unter dem Namen Ictis; nach Strabo soll es aus
dem nördl. Afrika nach Spanien und von da nach
Italien gebracht worden fein und stets in gezähm-
tem Zustand sich allmählich über ganz Europa ver-
breitet haben. Das F. ist weißlichgelb; das Männ-
chen bis 19 cm hoch, bis 42 cm lang, mit einem bis
17 cm langen Schwanz. Das Weibchen ist wesent-
lich kleiner. Wie zu Zeiten des Plinius wird noch
setzt das F. zur Kaninchenjagd, dem sog. Frettie-
ren, benutzt. Zu diesem Zweck wird das vorher
mäßig gefütterte F. in den Kaninchenbau eingelassen,
nachdem dessen Neben- oder Fluchtröhren verstopft,
die Hauptröhre mit Decknetzen verfehen und der