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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Freydorf - Freytag (Georg Wilh. Friedr.)
wo er 18. Aug. 1842 starb. F. schrieb "Vo^a^ äs
ä6c0I1V6lt68 MIX teri'68 HU8ti'Hi63 Pendant 163
3.UU6681800-4" (2. Aufl., 4 Bde. u. Atlas, Par.
1824-25), "Vo)^6 mitonr du nwuäe p6UtlHut
168 HUQ668 1817-20" (13 Bde., ebd. 1824-44).
Freydorf, Nud. von, bad. Minister, geb. 28. Febr.
1819 in Karlsruhe als Sohn des Generallieutenants
und Kriegsministers Karl Wilh. Eugen von F.,
studierte zu Heidelberg die Rechte, trat 1843 in den
bad. Iustizdienst, den er 1848-49 mit der Anwalt-
schaft vertauschte, wirkte seit 1857 als Htaatsanwalt
in Mannheim, seit 1860 als Rat im Justizministe-
rium. Als solcher nahm er teil an der Gesetzgebung,
welche das Verhältnis zwischen Staat und Kirche
regeln und das Gerichtswesen umgestalten sollte,
wurde aber auf Betreiben des großdeutsch gesinnten
Ministers von Edelsheim 26. Juni 1866 seiner Rats-
stelle enthoben. Nachdem infolge des Krieges von
1866 das Ministerium Edelsheim entlassen worden
war, wurde F. 28. Juli 1866 zum Minister des groft-
herzogl. .Hauses und der auswärtigen Angelegen-
heiten ernannt. Er schloß 17. Aug. 1866 mit Bis-
marck den Friedensvertrag und das Schutz- und
Irutzbündnis mit Preußen und 4. Juli 1867 den
Vertrag über Erneuerung des Zollvereins. Seitdem
war er im Verein mit Karl Mathy (s. d.) eifrig be-
müht, die Militärorganifation und Gesetzgebung
Badens mit der des Norddeutschen Bundes in mög-
lichste Übereinstimmung zu bringen und nahm auch
in Versailles an den Verhandlungen über die Grün-
dung des Deutschen Reichs 1870 hervorragenden
Anteil. F. war seit 1867 Abgeordneter zur bad.
Zweiten Kammer, seit 1871 bad. Bevollmächtigter
im Deutschen Bundesrat und seit Juli 1871 auch
bad. Iustizminister. Auf sein Ansuchen wurde er
nach Iollys Entlassung 24. Sept. 1876 in Ruhestand
versetzt. Er starb 16. Nov. 1882 in Karlsruhe. Von
seinen schriftstellerischen Leistungen sind zu erwäh-
nen: "Prozeßordnung in bürgerlichen Rechtsstreitig-
kciten für das Großherzogtum Baden vom 18. März
1864 mit Erläuterungen" (Heidelb. 1865) und die
l anonym erschienene) Schrift: "Die mecklenb. Ver-
sassungsfrage. Deren Geschichte und gegenwärtiger
Stand" (Lpz. 1877).
Freyersbach, Bad, s. Freiersbach.
Freyja (Frija), Tochter Niords und Schwester
des Freyr, eine nordische Göttin, die gleich ihren
Verwandten dem Wanengeschlecht angehört, ^ie
ist jung, schön und mit dem Vrisingamen (s. d.)
geschmückt, das ihr Zwerge schmiedeten. Um diesen
Brustschnluck, in demder ^Regenbogen oderdie^ui-oi-H
I>oi'63.1i8 zu sehen ist, kämpfte Heimdall mit Loki, der
ihn der schlafenden Göttin entwandt hatte. Diese be-
diente die Götter bei ihren Gelagen und nahm nach
der Frigg (s. d.), mit der sie wohl ursprünglich iden-
tisch war, die erste Stelle unter den weiblichen Göt-
tinnen ein. Nach später Mythe war F. mit Odin ver-
mählt; derselbe verließ sie, und sie suchte ihn dann,
goldene Thränen weinend, wie die Tautropfen jeden
Morgen zeigen, auf der ganzen Erde. Ihre Töchter
sind Hnoss und Gersemi, d. h. Kostbarkeit und
Memod. Sie ist die Göttin der Liebe. Die Katze war
ihr heilig; auf einem mit Katzen bespannten Wagen
pflegte sie zu fahren. F. ist wohl in der nordischen
Dichtkunst in Anlehnung an ihren Bruder Freyr
ls. d.) entstanden. Daher deckt sie sich oft mit der
Frissg. Kult der F. läßt sich nicht nachweisen.
Freylinghausen, Joh. Anastasius, geistliche
Liederdichter, geb. Z. Dez. 1670 zu Gandcrsheim,
studierte seit 1689 zu Jena Theologie, siedelte 1691
nach Erfurt und 1692 nach Halle über. F. wurde
1696 Franckes Gehilfe im Pfarramt, nach dessen
Tode 1727 Direktor des Pädagogiums und des
Waisenhauses und Oberpfarrer an der Ulrichskirche
und starb 12. Febr. 1739. F. hat 44 Kirchenlieder
gedichtet und mehrere Gesangbücher herausgegeben,
worin manche Lieder aus dein Kreise des Pietismus
zuerst veröffentlicht wurden; so 1704: "Geistreiches
Gesangbuch, den Kern alter und neuer Lieder, wie
auch die Noten der unbekannten Melodeyen in sich
haltend",mit683 Liedern; 1714: "Neues geistreiches
Gesangbuch u. s. w.", 798 Lieder enthaltend. Ferner
schrieb er: "Grundlegung der Theologie" (Halle 1703
u. ö.). - Vgl. Walter, Leben F.s (Berl. 1864).
Freyr, nach den Mythen der Edda Sohn Niörds,
Bruder der Freyja, ursprünglich ein Wane, der
mit seinem Vater nach Beendigung des Krieges zwi-
schen Äsen und Wanen jenen als Geisel gegeben
wurde. Von Odin zum Opfergott eingesetzt, spielt
er im odinischen Götterkreise eine hervorragende
Rolle. F. ist ein.Hauptgott der Schweden, und noch
heute zeigt man in der Nähe von Upsala die drei
.Hügel, in welchen er, Odin und Thor begraben liegen
sollen. Ursprünglich eine Hypostase des Himmels-
gottes (sein Name bedeutet "Herr") und identisch
mit Valdr (s. d.), war F. ein milder und weiser
Gott, ein Gott des Friedens, der über Sonnen-
schein und Regen herrscht und so den Menschen
Reichtum und Glück bringt. Bei Wiederkehr der
Sonne ward sein Bild unter großen Festen durch
die schwed. Landschaften gefahren; am Iulabende
brachte man ihm einen Eber zum Opfer, bei dem
man allerlei Gelübde fchwur. In F.s Besitz war der
Eber Gullinbursti und das Schiff Skidbladnir, auf
dem er die Luft durchfuhr und das sich wie ein Tuch
zusammenlegen ließ. In den Höfen der ihm ge-
weihten Tempel hielt man Rosse zum Weisfagen.
Von Liebe zur Riefentochter Gerd entflammt, er-
wirbt er diefelbe durch seinen Diener Skirnir und
kommt infolgedessen mit dem Verwandten der Gerd,
dem Riesen Beli, in Streit, in dem er diesen tötet.
Beim Weltuntergang kämpft F. gegen Surt und
fällt, weil er fein Schwert, das Symbol der Sonne,
feinem Diener skirnir zum Botenlohn gegeben hatte.
In Deutschland, wo dieser Gott Frö geheißen haben
müßte, findet sich keine Spur feines Kults.
Freysing, Stadt in Bayern, s. Freising.
Freystadt. 1)F. in Westpreußen, Stadt im
Kreis Rosenberg des preuß.Neg.-Bez. Marienwerder,
16 Km im SW. von Rosenberg, rechts an der rechts
zur Ossa gehenden Gardenga, hat (1890) 2065 meist
evang. E., darunter 163 Israeliten, Post, Tele-
graph, Reste der alten Befestigung, schöne Kirche;
Maschinenbauanstalt, Gerberei, Ziegeleien und
Dampsmolkerei. - 2) F. in Bayern, Stadt im Be-
zirksamt Neumartt des bayr. Reg.-Vez. Oberpfalz,
19 km von Neumarckt, in 402 m Höhe, an der hintern
Schwarzbach und an der Nebenlinie Greißlbach-F.
(9,8 km) der Vayr. Staatsbabnen, bat (1890)
961 E., Post, Telegraph, kath. Pfarrkirche, Spital
und ist besuchter Wallfahrtsort.
Freystadt, lHtadt in Oberösterreick, f. Freistadt.
Freytag, Georg, Buchhändler, s. Tempsky, F.
Freytass, Georg Wilh. Friedr., Orientalist, geb.
19. Sept. 1788 zu Lüneburg, studierte zu Göttingen
Theologie und Philologie und erhielt 1811 daselbst
eine Repetentcnstelle. Aus Widerwillen gegen die
Fremdherrschaft gab er 1813 das Amt auf, ging nach