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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Friedrich (Kaiserin Friedrich) - Friedrich I. (Großherzog von Baden)
sand die Beisetzung in der Friedenskirche zu Pots-
dam statt.
Der Ehe Kaiser F.s entsprossen vier Söhne und
vier Tochter. Von jenen sind zwei gestorben: Prinz
Sigismund, geb. 15. Sept. 1864, gest. 18. Juni
1800, und Prinz Waldemar, geb. 10. Febr. 1868,
gest. 27. März 1879. Die noch lebenden Kinder
sind: KaiserWilhelm II. (s.d.); Prinzessin Victoria
Elisabetb Auguste Charlotte, geb. 24. Juli 1860,
seit 18. Febr." 1878 vermählt mit dem Erbprinzen
Bernhard von Sachsen-Meiningen; Prinz Albert
Wilhelm Heinrich (s. d.); Prinzessin Friederike
Amalie Wilhelmine Victoria, geb. 12. April 1866,
vermählt seit 19. Nov. 1890 mit dem Prinzen Adolf
zu ^chaumburg-Lippe; Prinzessin Sophie Doro-
thea Ulrike Alice, geb. 14. Juni 1870, vermählt seit
27. Okt. 1889 mit Konstantin Kronprinzen von Grie-
chenland; Prinzessin Margareta Veatrice Feo-
dora, geb. 22. April 1872, vermählt seit 25. Jan.
1893 mit dem Prinzen Friedrich Karl von Hessen.
Von deutschen Regimentern führen jetzt den Namen
F.s: das 1. ostpreuß. Grenadierregiment Nr. 1, das
2. schles. Grenadierregiment Nr. 11, das 7. württemb.
Infanterieregiment Nr. 125, das 6. bad. Infanterie-
regiment Nr. 114. Von Standbildern F.s sind zu
uennen: die Reiterfigur am Leipziger ^iegesdenkmal
(1888) und die Denkmäler in ^pandau(1892), Heil-
dronn (1893), Elberfeld (1893), Wittenberg (1894).
Sein Grab bedeckt ein Sarkophag von R. Vegas.
Vgl.W.Miller,KaiserF. (Stut'tg. 1888); G.Hiltl,
UnserFritz, Deutscher Kaiser und König von Preußen
(4. Aufl., bearbeitet von Müller-Bohn, Cottbus
1888); Müller-Bohn, Unser Fritz (2. Aufl., Verl.
1889); Rennell Nodd, ^leäeiic, crmvn pi-inco
lrnä ompLi-oi- (Lond. 1888; deutsch von S. Hensel,
Berl. 1888); Ed. Simon, I^mperour I^äoric
Gar. 1888; deutsch von Eufcmia Gräfin Vallestrem,
Bresl. 1888); H. Wiermann, F. III. (Lpz. 1888);
L. Ziemßen, F., Deutscher Kaiser und König von
Preußen (Berl. 1888); G. Freytag, Der Kronprinz
und die deutsche Kaiserkrone (Lpz. 1889 u. ö.); Die
Krankheit Kaiser F.s III. (nach amtlichen Quellen und
den Berichten der Arzte, Verl. 1888); Morell Macken-
zie, 1ii6 t^tai i11no8 ot' ^rocioric tli6 Xodio (Lond.
1888; deutsch: F. der Edle und seine Ärzte, Sty-
rum 1888); Auch ein Programm aus den 99 Tagen
lBerl. 1889); Philippson, F. Hl. als Kronprinz
und Kaiser (ebd. 1893).
Friedrich, Kaiserin Friedrich, s. Victoria.
Friedrich, Leopold Franz Nikolaus, Herzog von
Anhalt, geb. 29. April 1831 als einziger Sohn des
Herzogs Leopold Friedrich von Anhalt-Dessau in
Dessau, übernahm die Negierung der 1863 wieder-
vereinigten anhält. Lande nach dem Tode seines
Vaters 22. Mai 1871, nachdem er kurz zuvor aus
dem franz. Feldzugc zurückgekehrt war. In der
Vflege der künstlerischen Interessen, besonders in der
v?. Brz'üH ^ ^e VVu^rhaltuug des Hoftbeatcrs und
der herzogl. Kapelle geübten Freigebigkeit, folgt der
Herzog den Traditionen feines Hauses. F. ist preusi.
General der Infanterie a 1a. 3uit6 des 1. Garde-
regiments zu Fuß und Chef des anhält. Infanterie-
regiments Nr. 93. Aus feiner 22. April 1854 ge-
schlossn^ Ehe mit Antoinctte, Prinzessin von
Sachsen-Altcnburg (geb.17.April1838),entsprossen:
der 2. Febr. 1886 gestorbene Erbprinz Leopold,
der jetzige Erbprinz Friedrich (geb. 19. Aug. 1856,
vermählt 2. Juli 1889 mit Prinzessin Marie, Toch-
ter des Prinzen Wilhelm von Baden), Prinzessin
Elisabetb (geb. 7. Sept. 1857, vermählt mit dem
Erbgroßherzog Adolf Friedrich von Mecklenburg-
Strelitz), Prinz Eduard (geb. 18. April 1861), Prinz
Aribert (geb. 18. Juni 1864, vermählt nut Prinzefsin
Luise Auguste von ^chleswig-Holstein-^ondcrburg-
Augusten'burg) und Prinzessin Alexandra (geb.
4. April 1868).
Friedrich I.,MarkgrafvonV ad en,Herzogvon
Osterreich, geb. 1249 als der Sohn des 1250 ge-
storbenen Markgrafen Hermann VI., der auf Grund
seiner Heirat mit Gertrud, der Nichte des letzten
babenbergischen Herzogs von Osterreich, Friedrichs
des Streitbaren, dieses Herzogtnm zu gewinnen
versucht batte. Seine Witwe wurde jedoch mit
ihrem kleinen Sohne durch Ottokar von Böhmen
vertrieben. Ein Anrecht F.s auf Baden, wo sein
Oheim Rudolf I. regierte, scheint auch nicht aner-
kannt worden zu sein. Seine Jugend verlebte er
am Hofe Ludwigs des Strengen von Bayern, wo
er mit Konradin von Schwaben innige Freundschaft
schloß. Als Konradin (s. d.) 1267 gegen Karl von
Anjon nach Italien zog, blieb F. ihm ein treuer
Begleiter, teilte dessen Schicksal und ward 29. Okt.
1268 in Neapel hingerichtet.
Friedrich VI., Markgraf von Baden-Dur-
lach, ältester Sohn Friedrichs V., geb. 16. Nov. 1617
in Durlach, studierte in Straßburg und Paris, focht
mit Auszeichnung in den Kämpfen Bernhards von
Weimar am Rhein, übernahm 1639 ein hefs. Reiter-
regiment und wirkte 1641-51 unter Bane'r in
schwed. Diensten. Seit 1655 begleitete er seinen
Schwager Karl X. Gustav als schwed. Kavallerie-
general und Generalfeldmarfchall in den preuß.-
poln. Feldzügen und kehrte 1659 heim, um nach
seines Vaters Tod 8. Sept. die Negierung anzutre-
ten. Er bemühte sich, das erschöpfte Land durch
sorgfältige und gerechte Verwaltung zu heben. 1664
nahm er an dem Reichstage von Negensburg und am
Türkenkriege, feit 1674 am Reichskriege gegen Frank-
reich teil, in dem er als kaiserl. Feldmarschall Hagenau
belagerte, die Stollhofer Linien befestigte und Phi-
lippsburg 17. Sept. 1676 eroberte. Krank zurück-
gekehrt, starb F. 31. Jan. 1677 in Durlach.
Friedrich I., Wilhelm Ludwig, Großherzog von
Baden, geb. 9. Sept. 1826 zu Karlsruhe, der zweite
Sohn des Großherzogs Leopold aus dessen Ehe mit
der schwed. Prinzessin Sophie, erhielt mit seinem
ältern Bruder, dem Erbgroftherzog Ludwig, eine
sorgfältige Erziehung unter unmittelbarer Leitung
feiner Eltern. Beide Brüder bezogen 1843 die Uni-
versität Heidelberg, wo sie sich bis 1845 hauptsäch-
lich staatswissenschaftlichen und histor. Studien
widmeten. 1847 besuchte F. noch die Universität
Bonn, wo namentlich Dahlmann einen nachhaltigen
Einfluß auf ihn ausübte. Nach dem Ableben des
Vaters (24. April 1852) übernahm er, da fein älte-
rer Bruder an einer unheilbaren Geistesstörung
litt, zunächst als Prinz-Regent, 5. Sept. 1856
als Großherzog die Regierung. Er stellte die volle
bürgerliche Verwaltung und Rechtspflege her und
ließ hierdurch wie durch baldige Berufung der
Stände die Verfassung wieder in ihre volle Wirk-
samkeit eintreten. Nach den Kammerdebatten über
die mit dem päpstl. Stuhle vereinbarte Konvention
vom 28. Juni 1859 entließ der Großherzog 3. April
1860 die Konkordatsminister und berief aus der
liberalen Opposition ein neues Mimsterium. Seine
Proklamation vom 7. April 1860 erklärte seine Ab-
sicht, sicb mit den Kammern zu verständigen, und