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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Friedrich I. (König von Dänemark) - Friedrich III. (König von Dänemark)
testen Teilnahme empfangen. Er erhielt vom Par- ,
lamcnt eine jährliche Pension von 6000 Pfd. St.,
die er bis zur Rückkehr in sein Land (22. Dez.
1813) bezog. Sein Korps wurde größtenteils der
Englisch-Deutschen Legion einverleibt. Der Herzog
blieb bis nach der Schlacht bei Leipzig in England,
dann kehrte er nach Vraunschweig zurück und stellte
bis Ende März 1814 ein Korps von 10112 Mann
für die Fortsetzung des Kampfes gegen Napoleon
auf. Im übrigen entsprach seine Regierung nicht
den von ihm gehegten Erwartungen; er mißachtete
die gewohnten Formen und richtete die schon ohne-
dies zerrütteten Finanzen völlig zu Grunde. Die
Rückkehr Napoleons rief den Herzog 1815 von neuem
ins Feld. Mitte April stieß er bei Brüssel mit 8000
Mann zum Heere Wellingtons und eilte 16. Juni
der von Marschall Ney bei Quatrebras bart be-
drängten Division Perponcher zu Hilfe. Er besetzte
Quatrebras und führte persönlich zwei Bataillone
einer starken feindlichen Kolonne entgegen, wobei
ihn die tödliche Kugel traf. Am 75jährigen Jahres-
tage der Schlacht, 16. Juni 1890, wurde ihm dort
ein Denkmal errichtet. Das ostfries. Infanterie-
regiment Nr. 78 führt seit 1889 seinen Namen. -
Vgl. Spehr, F. W., Herzog von Braunschweig-Lüne-
burg-Öls (hg. von Iörges, 3. Aufl., Vraunschw.
1865); Schneidawind, Feldzug des Herzogs F. W.
1809 (Darmst. 1851); ders., Letzter Feldzug und
Heldentod des Herzogs F. N. (ebd. 1852); W. Müller,
F. W., Herzog von Vraunschweig-Lüncburg und
Öls in Liedern der Deutschen (Braunschw. 1843).
Friedrich I., König von Dänemark und Nor-
wegen, ein jüngerer Sohn des Königs Christian I.,
Stammvater der oldenb. Linie in Dänemark, geb.
7. Okt. 1471. Nach dem Tode Christians I. würde
er zusammen mit seinem Bruder König Hans 1482
als Herzog in Schleswig und Holstein anerkannt,
und 1490 wurden die Herzogtümer zwischen den
beiden Brüdern geteilt. F. lag immer im Streite
mit seinem Bruder und Vruderssohne, Christian II.,
bis er 1523 von dem aufständischen jütländ. Adel
als Thronprätendent gegen diesen letztern aufgestellt
wurde. An: 26. März 1523 wurde ihm zu Viborg ge-
huldigt; doch sah ersich bei seinem Regienmgsantritt
genötigt, dem Adel und dem Reichsrate bedeutende
Zugeständnisse zu machen. Seine Regierung ist
hauptsächlich durch die Anfänge der reformatorischcn
Bestrebungen sowie durch den erfolgreichen Streit
gegen die erneuerten Eroderungsverfuche Chri-
stians II. bemerkenswert. Er starb 10. April 1533.
Friedrich II., König von Dänemark und
Norwegen, geb. 1. Juli 1534 als der älteste Sohn
Christians III., mußte nach dem Tode seines Vaters
1. Jan. 1559 die Huldigung des Reichsrats und
des Adels durch erweiterte Privilegien erkaufen.
1559 eroberte er im Verein mit seinem Bruder, Her-
zog Adolf, Ditmarschen. Er wurde 1563 in einen
Krieg mit Schweden verwickelt, der erst 1570 durch
den für Dänemark günstigen Frieden von Stettin
beendigt wurde. (S. Dreitronenkrieg.) Handel und
Finanzen blühten während feiner Zeit; ein neues
Secgesetz ward 1561 gegeben und die Festung Kron-
borg am Sunde angelegt. Auch den Wissenschaften,
besonders der Astronomie, wandte F. seine Für-
sorge zu; Tycho Vrahe erfreute sich seiner Gunst.
F. starb 4. April 1588.
Friedrich HI., König von Dänemark und
Norwegen, Herzog von Schleswig-Holstein, geb.
18. März 1609 zu Hadersleben als Sohn des
Königs Christian IV. (s. d.), ward 1618 Koadjutor
in Osnabrück und Verden, 1621 auch in Bremen und
1623 Bischof von Verden. Als jedoch Christian IV.
von Tilly und Wallenstein aus Deutschland ver-
jagt wurde, mußte auch F. aus Verden weichen,
gelangte aber 1634 mit schwed. Hilfe als Erzbischof
von Bremen und Bischof von Verden zur Negie-
rung. Doch 1643, bei Gelegenheit des Krieges zwi-
schen Schweden und Dänemark, nahmen die Schwe-
den jene beiden Stifter für sich in Besitz und behiel-
ten dieselben desimtiv im Westfälischen Frieden.
Prinz F. wurde nun Oberbefehlshaber, dann Statt-
halter im königl. Anteil von Schleswig-Holstein.
Bald eröffnete ihm der Tod seines Bruders, des
Kronprinzen Christian (9. Juni 1647), und seines
Vaters (28. Febr. 1648) noch glänzendere Aussich-
ten. F. wurde auf dem Reichstage zu Kopenhagen
im Mai 1648 zum Könige von Dänemark und
Norwegen gewählt. Die ersten Jahre regierte er in
Frieden; als aber der schwed. König Karl X. Gustav
auf dem Kriegszuge in Polen beschäftigt war, er-
klärte F. an Schweden den Krieg 1. Juni 1657 und
schloß dann ein Bündnis mit Holland, Polen und
Brandenburg ab. Auch der Herzog von Gottorp
Friedrich III., der Schwiegervater Karls X. Gustav,
wurde zum Veitritt eingeladen, er weigerte sich aber
und trat später in Verbindung mit Schweden. Die
Dänen eröffneten den Krieg mit einem Angriff auf
Bremen. Aber nun eilte Karl X. in Gewaltmärschen
aus Polen herbei und eroberte die ganze jütländ.
Halbinsel, außer den Festungen Glückstadt, Krempe
und Rendsburg (August bis Oktober). Bei Eintritt
des strengen Winters marschierte sogar der schwed.
König mit seinem siegreichen Heere über das Eis
der Belte von Jütländ nach Fünen und weiter über
Langeland, Laaland, Falster und Möen nach See-
land (Jan. bis Febr. 1658). So mußte F. 26. Febr.
1658 den sehr ungünstigen Frieden zu Noeskilde
schließen, in welchem er alle übersundischen Lande,
die Insel Vornholm und einen Teil von Norwegen
abtrat. Auch bedang KarlX. eine Entschädigung aus
für Herzog Friedrich III. von Gottorp, mit dessen
Tochter er vermählt war. (S. Schleswig-Holstein.)
Der Friede war indes nur von kurzer Dauer.
Die schwed. Truppen blieben im Lande, immer neue
Forderungen wurden erhoben, und schon im August
landete Karl X. abermals in Seeland. Aber König
F. leistete heldenmütigen Widerstand; von einer
Holland. Flotte und einem Landheer unter dem
Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Branden-
burg unterstützt, verjagte er die Schweden im Winter
1658-59 von der jütländ. Halbinsel. Der schwed.
Hauptsturm auf Kopenhagen 11. Febr. 1659 ward
mit großem Verlust abgeschlagen. Endlich erfochten
die alliierten Truppen bei Nyborg 14. Nov. 1659
einen entscheidenden Sieg, wodurch auch ganz
Fünen den Schweden wieder entrissen wurde. Die
allgemeinen polit. Verhältnisse machten es jedoch
dem Könige F. unmöglich, die errungenen Vorteile
weiter zu verfolgen. Seine Bundesgenossen schlössen
einen Separatfrieden mit Schweden, und fo mußte
er sich 27. Mai 1660 zu Kopenhagen zu einem
Friedensabfchluh verstehen, der im wesentlichen die
Bestimmungen des Roeskilder Friedens aufrecht er-
hielt. Nur die Insel Vornholm und den abgetrete-
nen Teil von Norwegen erhielt er zurück; die über-
sundischen Lande blieben auf immer verloren, und
auch die Verträge über Schleswig wurden bestätigt.
Der König berief 8. Sept. 1660 den dän. Reichs-