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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Friedrich (Wilh. F. Karl, Prinz d. Niederlande) - Friedrich I. (Kurfürst v. d. Pfalz)
die Übergabe von Kehl zur Folge hatte. Im Febr.
1797 kämpfte F. als Feldmarschalllieutenant in
Italien unter dem Erzherzog Karl und übernahm
als Feldzeugmeister im Nov. 1798 den Oberbefehl
über das österr. Heer in Italien, den er bis zu seinem
6. Jan. 1799 zu Padua erfolgten Tode führte.
Friedrich, Wilhelm F. Karl, Prinz der Nieder-
lande, zweiter Sohn des Königs Wilhelm I. und
der Prinzessin Wilhelmine Luise von Preußen, geb.
28. Febr. 1797, wurde am preuß. Hofe erzogen und
nahm im preuß. Heere an dem Feldzuge 1813
teil, trat dann in niederländ. Kriegsdienst und
kämpfte im Holland. Heere 1815 bei Belle-Alliance
unter Lord Wellington. Nach demFamilienvertrage
sollte er nach der Thronbesteigung seines ältern
Bruders als souveräner Groß herzog Luxemburg
erhalten, doch verzichtete er 1816 auf diesen An-
spruch gegen eine Abfindung in Domänen von
190000 O. jährlichem Einkommen und erhielt den
Titel "Prinz der Niederlande". Der Prinz wurde
bald darauf Generalkommissar des Militärdeparte-
ments, Generaloberst und Feldmarschall des Land-
heers, 1829 Admiral des Königreichs und Groß-
meister der Artillerie. Bei der Erhebung der südl.
Provinzen führte F. 1830 ein Korps und gedachte
Brüssel zu unterwerfen, mußte sich jedoch bald zurück-
ziehen. (S. Belgien, Bd. 2, S. 678 d.) Er erwarb
sich große Verdienste um die Militärorganisation
Hollands, enthielt sich jedoch jeder öffentlichen Thä-
tigkeit, seitdem sein Vater 1840 die Regierung nie-
dergelegt hatte. Kaiser Wilhelm I. war mit ihm
innig befreundet und ernannte ihn 1873 zum preuß.
Generalobersten derInfanteriemit demRange eines
Generalfeldmarschalls. F. war seit 1825 mit der
Prinzessin Luise von Preußen (Tochter des Königs
Friedrich Wilhelm III.) vermählt, die 6. Dez. 1870
starb. Aus dieser Ehe entstammen die 1871 verstor-
bene Königin Luise von Schweden und die 5. Juli
1841 geborene und 1871 mit dem Fürsten zu Wied
vermählte Prinzessin Marie. Prinz F. starb 8. Sept.
1881 im Haag. Seinen Namen führt das 2. westfäl.
Infanterieregiment Nr. 15.
Friedrich VI., Burggraf von Nürnberg, s.
Friedrich I., Kurfürst von Brandenburg (S. 320a).
Friedrich Heinrich, Prinz von O r a n i e^n, geb.
29. Jan. 1584, jüngster Sohn Wilhelms des Schwei-
gers aus dessen vierter Ehe mit Louise de Colignv,
studierte in Leiden, vollendete seine Bildung seit
1597 in Frankreich und diente dann unter seinem
Stiefbruder Moritz gegen die Spanier; 1615 kom-
mandierte er das niederländ. Hilfskorps in der
Braunschwcig-Lüneburger Fehde, ward 1621 als
General der Kavallerie der nächste im Befehl nach
seinem Bruder und folgte diesem April 1625 in der
Statthalterschaft. Sein glänzender Hof im Haag
ward ein Mittelpunkt der litterarischen,künstlerischen
und militär. Bildung der Zeit, das Reiseziel der
Vornehmen Europas. Wesentlich erhöhte F. H. seine
Stellung durch ruhmvolle Waffenthatcn, die Er-
oberung von Groenlo 1627, Hcrzogenbusch und
Wesel 1629, Mastricht 1632, Breda, Rheinberg und
^chcnkenschanze 1637. Er war auch ein tüchtiger
Staatsmann. Durch Mäßigung und geschicktes
Auftreten stellte er den durch die Religionsstreitig-
keiten zur Zeit seines Bruders Moritz tief erschütter-
ten innern Frieden völlig wieder her. 1635 verband
er sich mit Richelieu gegen Spanien. F. H. starb
14. März 1647. Seine Fcldzüge schilderte er in den
"Neinoireä ä6 ^i'eäei'ic llsni-i" (Amsterd. 1733).
Friedrich der Streitbare, Herzog von Öster-
reich und Steiermarkl1230-46),SohnLeopoldsVI.,
führt seinen Beinamen von den unaufhörlichen Feh-
den mit den Grcnznachbarn Böhmen, Bayern und
Ungarn, die nicht ohne seine Schuld seine ganze
Regierung erfüllten. Als er 1235 sich auch noch die
Feindschaft des Kaifers Friedrich II. zuzog und ge-
ächtet wurde, war er in Gefahr, sein ganzes Land
zu verlieren, und als der Kaiser 1237 selbst nach
Wien kam, das er zur Reichsstadt machte, und die
Herzogtümer in seine uumittelbare Verwaltung
nahm, hielt F. sich nur noch in Wiener-Neustadt.
Gerettet wurde er dadurch, daß der Kaiser in den
nächsten Jahren seine Kräfte gegen die Lombarden
wenden mußte und bei dem Zerwürfnisse mit dem
Papst Gregor IX. 1239 selbst die Aussöhnuug mit
F. wünschte, ihm seine Länder zurückgab, ja ihm
1245 sogar die Königskrone in Aussicht stellte. F.
fiel 15. Juni 1246 in der Schlacht an der Leitha
gegen die Ungarn vielleicht durch einen feiner eigenen
Mannen. Mit ihm erlosch der Mannsstamm der
Babenberger. - Vgl. A. Ficker, Herzog FriedrichII.,
der letzte Babenberger (Innsbr. 1884).
Friedrich IV., mit der leeren Tasche, Her-
zog von Ost erreich-Tirol, geb. 1382, erhielt aus
dem Nachlasse seines Vaters Leopold III. von seinen
Brüdern 1402 die Mitverwaltuug, 1407 die alleinige
Herrschaft in Tirol und Vorderösterreich. Dort hatte
er die hohen Adligen und die Bischöfe, hier die Ap-
pcnzeller und den Bund "ob dem See" gegen sich,
der nach Unabhängigkeit strebte gleich den Eidge-
nossen. Alles erhob sich gegen ihn, als er (März
1415) auf dem Konstanzer Konzil (s. d.) dem Papst
Johann XXIII. zur Flucht aus Konstanz verhalf
und diesen bei sich in Schasfhausen aufnahm. Von
Bann und Acht getroffen, gab er freilich den Papst
bald auf und unterwarf sich dem Könige Sigismuno;
da er jedoch bei diesem nicht Verzeihung fand, flüch-
tete er (März 1416) aus Konstanz und ging nach
Tirol, wo unterdessen sein Bruder Ernst (s. d.) der
Eiserne als Regent anerkannt war, wo aber jetzt
die Bauern sich begeistert für F. erhoben. Mit deren
Hilfe behauptete sich F. sowohl gegen Sigismund,
der sich 1418 mit ihm versöhnte, als auch gegen die
trotzigen Adelsgeschlechter, die nach und nach ihm
erlagen. Die meisten vorderö'sterr. Lande in der
heutigen Schweiz waren freilich in jenen schlimmen
Jahren an die Eidgenossenschaft verloren gegangen.
F. starb 24. Juni 1439. Den Beinamen "mit der
leeren Tasche" hat er erst im 17. Jahrh, erhalten.
Die Burg in Innsbruck mit einem vergoldeten Dache
auf dem Erker wurde nicht, wie man früher annahm,
von ihm, sondern erst von Maximilian I. erbaut.
Friedrich, Ferd. Leop., Erzherzog von Oster-
reich, geb. 14. Mai 1821 als Sohn des Erzherzogs
Karl, widmete sich dem Seedienste und beteiligte
sich als Schiffskapitän am syr. Feldzuge 1839-40
ls^. Osmanisches Reich), lvo cr sich namentlich beim
<^turm auf Saioa (26. ^ept. 1840) auszeichnete.
Er starb als Viceadmiral und Oberkommandant der
Marine 5. Okt. 1847 zu Venedig. - Vgl. Berg-
mann, Erzherzog F. von Osterreich und sein Anteil
am Kriegszug in Syrien 1840 (Wien 1857).
Friedrich I. oder der Siegreiche, von seinen
Gegnern der Böse Fritz genannt, Kurfürst von der
Pfalz (1451-76), geb. 1425, der zweite Sohn Lud-
wigs III., erbte nach feines Vaters Tode 1439 einige
Teile der Pfalz. Länder, überließ aber dieselben frei-
willig seinem ältern Bruder Ludwig IV., der sie mit