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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Froschauer - Froschlaichpflaster
die Höhe springt. - Im Maschinenwesen ist F.
soviel wie Kebedaurnen oder Daumen (s. d<); in der
Faßfabrikation der von den Enden der Dauben
gebildete, über den Boden des Fasses hervorragende
Rand; bei den Wagnern die Stütze der Achsen,
bei den Zimmerleuten soviel wie Knagge (s. d.^. -
In der Medizin heißt F. eine Cystengeschwulst,
s. Fröschleingeschwulst. - F. ist auch ein Teil des
Bogens von Streichinstrumenten, s. Bogen.
Froschauer, Christoph, Buchdrucker, geb. zu
Neuburg bei Ötting in Bayern, erhielt 151!) in
Zürich, wo bis dahin, soviel man weiß, nur zwei
tleine Gelegenheitsdrucke erschienen waren, "seiner
Kunst wegen" das Bürgerrecht geschenkt und ent-
wickelte bald eine große Thätigkeit als Drucker und
Verleger' seine ersten datierten Drucke sallen in das
I.1521. Er verlegte die meisten Schriften Zwinglis
sowie die anderer Züricher Gelehrten. 1524-29
ging aus seiner Presse die erste Bibel im reinen
Schweizerdeutsch hervor; überhaupt standen Aus-
gaben der Bibel, der ganzen und einzelner Teile,
in vier verschiedenen Sprachen, im Mittelpunkt
seiner Verlagsthätigkeit. Sein Verlag umfaßte über
600 Nummern. Auf die Ausstattung der Bücher
verwendete er große Sorgfalt und ließ die Illu-
strationen von den besten Künstlern herstellen. Sein
Druckerzeichen änderte er wiederholt, immer blieb
jedoch der Frosch ein Hauptbestandteil demselben.
Ob Hans F., der seit 1481 mehrere Jahrzehnte lang
in Augsburg druckte, ihm verwandt war, ist un-
gewiß. Das Geschäft hinterließ Christoph F., als
er 1. Aug. 1564linderlos starb, seinem Neffen Chri-
stoph (dem Jüngern; gest. 1585). Die Druckerei
wurde nach mancherlei Schicksalen 1765 mit der
Orellschen Druckerei, jetzt Artistisches Institut Orell-
Füßli, vereinigt. - Vgl. Vögelin, Christoph F.
sZür. 1840); Nudolphi, Die Buchdruckersamilie F.
in Zürich (ebd. 186ii).
Froschbiß, f. 1l)(Iro()Il!N'i8. ^^
Froschbramfchnitt, ein Hobel (s. d).
Frofchdorf, Schloß, f. Frohsdorf.
Frösche (I^ui(^e), eine Familie zungentragen-
dcr Froschlurche (s. d.). Hauptkennzeichen find'. An-
wesenheit von Zähnen im Oberkiefer und Gaumen,
die meist glatte, drüsenlose Haut und die starke Ent-
wicklung der Hinterbeine, die zum Springen sowie,
da die fünf Zehen durch Schwimmhäute verbunden
sind, zum Schwimmen dienen. Die Vorderbeine
find kurz, gekrümmt und tragen vier Zehen ohne
Schwimmhäute; die innerste (Daumen) ist bei den
Männchen stark schwielenartig verdickt (Daumen-
schwiele) und erleichtert bei der Begattung das Um-
fassen und Festhalten des Weibchens. Die Nahrung
der F. besteht in der Hauptsache aus Kerbtieren, die
stets im Sprunge erhascht werden. Zur Verstärkung
der Stimme finden sich bei den Männchen mehrerer
Arten besondere, einziehbare Schallblasen an den
Seiten des Halses. Die F. leben meist auf dem
Lande; nur zur Zeit der Begattung und Eiablage
suchen alle das Wasser auf. Im Winter vergraben
sie sich in die Erde oder den Schlamm der Gewässer;
in den ersten Tagen des wiederkehrenden Frühjahrs
kommen auch sie hervor, um sofort oder nach einiger
Zeit an das Fortpflanzungsgefchäft zu gehen, das
sie mit quakenden Tönen begleiten. Von den eigent-
lichen F., der Gattung I^ua angehörig, finden
sich in Deutschland vier Arten, der Taufrosch
(s. d.) oder Landfrosch, auch brauner Frosch
genannt, der grüne, Wasser- oder Teichfrosch
(f. d., kana 63cui6nt9. 1^., f. Tafel: Frösche
Kröten 1, Fig. 9, beim Artikel Froschlurche)
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und
und,
seltener und erst in neuerer Zeit unterschieden, der
Feldfrosch (Naml. arvalig ^7,^o,i) im no'rdl.
Deutschland, sowie der Springfrosch (Nana
HFiIi8 MomttF) mehr in Südeuropa, in Deutsch-
land bloß im Elsaß; der Ochsenfrosch (s. d.)
bewohnt Amerika und der Hornfrosch (s. d.,
Taf. II, Fig. 5) Brasilien. Die foa. Erd- oder
Krötenfrösche (I^iodaticl^) nähern sich durch
die Ausstattung ihrer Haut mit warzig nach außen
hervorragenden Drüsen sowie durch die geringere
Entwicklung der Hinterbeine den Kröten (s. d.).
Von ihnen lebeil in Deutschland die Geburts-
helferkröte (s. d.), die Knoblauchskröte (s. d.)
und die Unke (s. d.), während das durch seine eigen-
tümliche Brutpflege bemerkenswerte liliiuoäki'm^
vÄi>viiiii D"m. et /^b/-. (das Männchen besitzt
einen nach außen offenen Kehlsack, in dem es die
Eier bis zum Ausschlüpfen der Jungen herumträgt)
Chile bewohnt. - Vgl. Ecker, Die Anatomie des
Frofchcs (3 Bde., Braunschw. 1864-82).
Fröfcheln, s. Trachten.
Froschfisch, s. Armflosser.
FrofchkrabbelNanin^, eine Gattung derNund-
krabben(s.d.). Die
bekannteste Art
(Hanina tißutiita
//tt5)-., s. neben-
stehende Abbil-
dung) hat ein ver-
längertes Kopf-
brustschild, ein in
beiden Geschlech-
tern ringeligesAb-
domen, das von
oben her noch teil-
weise sichtbar ist.
Die Endglieder
der vier hintern
Beinpaare find
abgeplattet. Die
Färbung des 20 ein lang werdenden Tieres ist röt-
lichbraun mit weißen Flecken. Heimat ist der In-
dische und Stille Ocean.
Froschkraut, s. I<Hlnmcnw8. ^Frösche.
Froschkröten ^ soviel wie Krötenfrösche, s.
Fröschl, Karl, Maler, geb. 23. Aug. 1848 in
Wien, besuchte die dortige Akademie, ging 1870
nach München, wo Diez sein Lehrer wurde. 1874
-76 verweilte er in Italien, besonders in Rom, in
Südtirol und an der Riviera. Seit 1883 lebt F.
wieder in Wien, wo er vorzugsweise als Aquarell-
und Pastellmaler thätig ist. Namentlich gelingen
ihm Porträte vornehmer Damen; so malte er eine
Anzahl Bildnisse der Familie des Erzherzogs Karl
Ludwig, ein Pastellbild der Kronprinzessin Ste-
phanie mit deren Tochter, ein Bild der Erzherzogin
Valerie, der Prinzessin Luise von wachsen u. s. w.
In Italien entstanden mehrere Gemälde aus dem
dortigen Volksleben. Auch in Kinderscenen zeick-
nete sich F. aus ("Fröschl-Album", 1890; billigere
Ausgabe u. d. T. "Kleine Gesellen", 1801).
Froschlaichalge, s. Nau-HciwäpLi-nium.
Froschlaichbakterium (I^n^onoswo m68"n-
t6iioiä68 r<l,i ^Ve///tem), erzeugt die Froschlaichzer-
sehung (Schleimgärung) des Zuckerrübensaftes bei
der Zuckerfabrikation (f. Zuckerrüben).
Froschlaichpflaster, s. Blciweißpflaster.