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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Furchenbewässerung - Furfuran

zwei oder drei F. erhalten, d. h. ist ein-, zwei- oder dreimal durch den Pflug oder Haken gewendet. Der Acker lagert in rauher F., wenn derselbe nach dem Wenden nicht durch die Egge oder ein sonstiges Instrument geebnet ist. Saatfurchen nennt man die letzte Wendung des Ackers vor dem Einbringen der Saat. Wasserfurchen, welche häufig mit besonders konstruierten Pflügen und im bestellten Lande gezogen werden, dienen zur Ableitung des Wassers.

Furchenbewässerung, Art der Bodenbewässerung, bei welcher das Land mit einer Reihe von Furchen versehen wird, denen man aus einem von dem Hauptwasserkanale ausgehenden Seitengraben mit Hilfe von Stauvorrichtungen nach Belieben Wasser zuführen kann. Während die F. in südl. Ländern bei allen Pflanzen üblich ist, findet man in Deutschland dieselbe fast nur bei Wiesen angewandt. Das abfließende Wasser wird in einem Sammelgraben aufgefangen, welcher wieder in den Hauptkanal einmündet.

Furchenmolch, s. Axolotl.

Furchenwal, s. Finnwal.

Furchenzieher, landwirtschaftliches Gerät, s. Marqueur.

Furcht, das Gefühl, mit dem bevorstehendes Unheil erwartet wird, solange noch der Wunsch, dem Unheil zu entgehen, rege ist. Der physische Ausdruck der F. ist schon bei den Tieren sehr ausgeprägt, beim Menschen zeigt er sich hauptsächlich im Erbleichen, im Zittern der Muskeln, bei höchstem Grade im kalten Schweiß und im Sträuben der Haare. Ein schwächerer Grad der F. ist die Besorgnis, höhere Grade sind Angst, Bangigkeit und Verzagtheit, Schrecken, Grausen und Entsetzen. Die Geneigtheit zur F. heißt Furchtsamkeit, Schüchternheit oder Blödigkeit.

Furchtkäfer, s. Galleruca.

Furchung, Dotterfurchung, Klüftung, der Vorgang, der die Entwicklung des entwicklungsfähigen Eies einleitet. Bei Beginn der F. verändert sich das Keimbläschen (s. Ei, Bd. 5, S. 758a) etwas, indem sich der größte Teil seiner Substanz mit Eiweiß des Dotters vereinigt, wobei es sich unter denselben Erscheinungen, die man bei Teilung des Zellkerns (s. Zelle) beobachtet, teilt. Der größere Teil des getrennten Keimbläschens verläßt als sog. Richtungskörperchen oder Polzelle die Dottermasse. Bei unbefruchtet, parthenogenetisch sich entwickelnden Eiern tritt bloß ein solches Richtungskörperchen auf, bei befruchteten löst sich vom Keimbläschen noch ein zweites los. Der Rest des Keimbläschens sinkt darauf in die Tiefe des Dotters zurück und wird zu einem Kern, dem Pronucleus oder Eikern. Bei den auf gewöhnlichem Wege erst infolge der Befruchtung sich entwickelnden Eiern tritt nur ein Teilchen des männlichen Zeugungsstoffes, ein (wahrscheinlich bloß ein einziges) Samenkörperchen in den Dotter, verliert hier seinen fadenförmigen Anfang und der Rest verändert sich auch in ein kernartiges Gebilde, den Samenkern. Dieser und der Eikern nähern sich einander und verschmelzen zu einer Einheit, dem Furchungskern oder konjugierten Kern. Mit der sofort auftretenden Teilung dieses sekundären Kerns beginnt der Prozeß der F. Die F. ist entweder eine totale (holoblastische) oder eine partielle (meroblastische), im erstern Falle unterliegt ihr der ganze Dotter, im zweiten blos ein Teil desselben. Bei der totalen F. sind die Teilungsprodukte, die Furchungskugeln, entweder von gleichartiger Beschaffenheit, die totale F. ist eine äquale, oder die Furchungskugeln sind ungleichartig, indem größere,fettreichere und kleinere, protoplasmareichere auftreten. Diese Art der totalen F. ist die bei weitem häufigere und heißt die inäquale. Die kleinern Furchungskugeln teilen sich nun ferner weit rascher, die größern viel langsamer, unter Umständen gar nicht mehr. Bei der partiellen F. zerfällt der Dotter zunächst in zwei Massen, den Bildungsdotter und den Nahrungsdotter, von denen blos der erstere sich weiter furcht, der zweite, viel größere nicht. Der Bildungsdotter liegt gewöhnlich (bei telolecithalen Eiern) auf einer Seite des Nahrungsdotters und seine weitern Teilungsprodukte ordnen sich hier in Gestalt einer Scheibe (Keimscheibe) an, oder der Nahrungsdotter liegt umgeben von Bildungsdotter in der Mitte des Eies, solche Eier sind centrolecithal. Auch das Umgekehrte kommt (bei Insekten) vor, daß also die ersten Furchungserscheinungen sich in dem central gelegenen Bildungsdotter vollziehen; solche Eier nennt man ektolecithal. Ein Hohlraum, der meist und zwar von verschiedenem Umfang und verschieden lang dauernd zwischen den Furchungskugeln auftritt, heißt die Furchungshöhle.

Furchungshöhle, Furchungskern, Furchungskugel, s. Furchung.

Furcula, s. Gabelbein.

Füred (ungar., d. i. Bad). 1) F. oder Balaton-Füred, Dorf und Kurort im Stuhlbezirk Tapolcza des ungar. Komitats Zala, romantisch gelegen (135 m), indem es einerseits an den Plattensee (Balaton), andererseits an die östl. Hügelausläufer des Bakonywaldes stößt, hat (1890) 1788 magyar., meist reform. E., darunter 500 Katholiken und 120 Israeliten, Post, Telegraph. Die drei Heilquellen, die ungefähr 1 km von F. entspringen, sind erdig-salinische Eisensäuerlinge, darunter die bedeutendste die Franz-Josephsquelle, und werden gebraucht gegen Magenkrämpfe, Brustleiden, Bleichsucht und besonders gegen Haut- und Frauenkrankheiten. An der Quelle hat das Wasser eine sehr starke Säure. Außerdem werden Seebäder im Plattensee (s. d.) genommen. Als weitere Kurmittel dienen der Plattensee-Schlamm, Schafmolken und Traubenkur. Die Zahl der Kurgäste beträgt durchschnittlich 2220 Personen. Seit Einführung der Dampfschiffahrt auf dem Plattensee (1845) hat F. bedeutend an Besuchern gewonnen, für deren Unterhaltung vielfach, besonders durch die Errichtung eines ungar. Theaters, gesorgt ward. - Vgl. Mangold, Der Kurort F. (5. Aufl., Wien 1892). - 2) F. oder Tisza-Füred, Groß-Gemeinde und Hauptort des Stuhlbezirks F. (32 073 E.) im Heveser Komitat, links der Theiß, Station der Dampfschiffe, an der Linie Debreczin-Füzes-Abony der Ungar. Staatsbahnen, hat (1890) 8084 magyar. E., Fabrikation von Sätteln und ist als einziger Übergangspunkt an der obern Theiß im ungar. Revolutionskampfe wichtig geworden. - 3) F. oder Tátra-Füred, Badeort, s. Schmecks.

Furfuran oder Furan, eine organische Verbindung von der Zusammensetzung C4H4O und der Konstitutionsformel

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Durch Ersetzung der Wasserstoffatome an dem Furfurankern leiten sich von demselben eine Reihe von andern Verbindungen (Furfuranderivate) ab.