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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Fu-tschou; Fusus antiquus; Futa; Futa-Dschalon; Futa-Toro; Futaille; Füterer; Futil; Futoi

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Fusus antiquus – Fu-tschou

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Fusulinen'

rückigen wie hohen, nur nadelkopfdicken Schälchen aufgebaut (s. Tafel: Petrefakten der Paläozoischen Formationsgruppe III, Fig. 11 beim Artikel Paläozoische Formationsgruppe).

Fusus antīquus, s. Spindelschnecke.

Futa, La, Paß über den Etruskischen Apennin in der ital. Provinz Florenz, 903 m hoch. Ihn benutzt die alte Via Cassia und die neue Straße von Bologna nach Florenz.

Futa-Dschalon, Gebirgsland im Innern Westafrikas, mit einem Flächeninhalt von etwa 110000 qkm und mit 600000 E., grenzt im W. an Portugiesisch-Guinea und die Rivières du Sud, im N. und O. an Senegambien und den franz. Sudan und stößt im S. an Sierra Leone. Es liegt durchschnittlich 1200 m ü.d.M. Das aus krystallinischem Gestein bestehende Gebirge mit bis zu 2000 m hohen Gipfeln stellt eine vielfach durchschnittene, mit herrlichen Wäldern geschmückte Landschaft dar, die sich gegen Westen in Parallelthälern zwischen schmalen Granitketten dem Meere zu erstreckt und nach N. ihre Ausläufer bis zu den Ufern des mittlern Senegal an die Sandsteinbänke der südl. Sahara entsendet. In ihm liegt das Quellgebiet des Senegal, Gambia, Rio Grande und Dembia und dadurch erscheint es als das geogr. Centrum dieses Ländergebietes. Das Klima ist gesund, sogar dem Europäer zuträglich. F. ist reich an Bodenfrüchten und Mineralien: es liefert Kaffee, Mais, Reis, Erdnüsse, Baumwolle, Sesam, Kautschuk; ferner Kupfer, Eisen und auch Gold. Die zahlreichen Rinderherden werden von Raubtieren nicht bedroht. Die Hauptmasse der Bevölkerung bilden die Fulbe (s. d.), welche zu Ende des 17. bis in die Mitte des 18. Jahrh. aus Massina einwanderten und die heimischen Dschalonke entweder vertrieben oder unterjochten. Sie sind fanatische Mohammedaner, treiben Ackerbau, Viehzucht und Weberei und unternehmen Handelszüge nicht nur nach der Küste, sondern auch bis Timbuktu. Die oberste Staatsgewalt wechselt alle 2 Jahre zwischen den Häuptern der alten fürstl. Familien der Sorja und Alfaja; nach langem Streit zwischen beiden wurde durch dieses System Friede und Ordnung gesichert. Der die Herrschaft übernehmende Fürst, Almamy genannt, setzt jedesmal seine Anhänger als Beamte ein. Ein Rat von Vornehmen unterstützt ihn. Entscheidungen in wichtigen Staatsangelegenheiten bedürfen übrigens der Zustimmung auch des zeitweilig verabschiedeten Fürsten. Bei dem Mangel von Gesetzen und einer festgefügten Verwaltung ist übrigens das geringe Volk der Willkür des Herrschers und seiner Großen preisgegeben. F. ist in 13 Provinzen eingeteilt; eine jede wird von zwei Vorstehern verwaltet. Hauptstadt des Reichs ist das kleine, aber an Palästen reiche Timbo mit 1500 E. (758 m ü.d.M.); Sommerresidenz das benachbarte reizend gelegene Sokokoro. In der Priesterstadt Fugumba, im Thal des Tene, einem Quellfluß des Bafing, steht die älteste Moschee des Landes, in welcher die feierliche Krönung des Almamy jedesmal stattfindet. Fugumba ist die Universität der Korangelehrten. Tuba zählt in 800 Häusern die meisten Einwohner; in seiner großartigen Moschee verrichten Krieger und Kaufleute vor Beginn einer neuen Unternehmung ihre letzte Andacht. Auch Labe (1142 m ü.d.M.) gehört mit seinen 400 Gehöften zu den größern Orten. Der Almamy von F. schloß 1881 mit Bayol, dem Abgesandten der franz. Regierung von Senegambien, ↔ einen Friedensvertrag, welcher März 1888 in einen definitiven Schutzvertrag umgewandelt wurde. (S. Senegambien 1 und 2.) – Vgl. E. Noirot, À travers le Fouta-Diallon et le Bambouc (Par. 1885); Dölter, Über die Capverden nach dem Rio Grande und Futah-Djallon (Lpz. 1884).

Futaille (frz., spr. fütaj), Faß; auch kollektiv: Fässer, Faßwerk. (S. Fustage.)

Futa-Toro, Landstrich in Westafrika, im nördl. Arrondissement der franz. Kolonie Senegambien, südlich am Senegal, hat etwa 114000 E., meist mohammed. Fulbe (s. d.). Das Land ist meist eben, fruchtbar und reich an Tamarindenwäldern und an Eisenerz, aus denen in den Schmelzhütten von Kanel treffliches Gußeisen ausgeschmolzen wird.

Fütĕrer, Ulrich, Maler und Dichter, aus Landshut gebürtig, später in München, wo er für das Kloster Tegernsee u.a. um 1457 eine jetzt in der Schleißheimer Galerie befindliche Kreuzigung Christi malte. Nach 1481 dichtete F. in der Titurelstrophe ein ungeheures, langweiliges und schwerfälliges, zum Teil aus franz. Prosaromanen kompiliertes «Buch der Abenteuer» über die Ritter der Tafelrunde, dem er einen prosaischen und poet. «Lanzelot» (die Prosa hg. von Peter in der «Bibliothek des Litterarischen Vereins in Stuttgart», Bd. 175, 1885) folgen ließ. – Vgl. Spiller, Zeitschrift für deutsches Altertum (Berl. 1883).

Futīl (lat. futĭlis; frz. futile, spr. fütihl), nichtig, unbedeutend, läppisch; Futilität, Nichtigkeit.

Futoi, Statthalter einer Provinz in China.

Fu-tschou, Fu-tschou-fu, auch Fou-tschéou-fu (mundartlich Hok-tschiu), Hauptstadt der chines. Küstenprovinz Fu-lien, liegt am linken Ufer des Min oder Ban, 58½ km von seiner Mündung, hat 12 km Umfang und ist von einer 9 m hohen, 4–7 m dicken Mauer umgeben. Die Bevölkerung wird auf 636000 Seelen angegeben, darunter über 10000 Mandschu. Bemerkenswert ist die von der südl. Vorstadt Nan-tai über den Min nach dem «Mittelwerder» (Tschung-tschou) führende Brücke, nach einigen über 800 J. alt, nach andern 1303 n.Chr. erbaut, auf 39 Bogen ruhend und Brücke der 10000 Jahre genannt. Südlich vom Strom liegt die fremde Niederlassung; doch befinden sich die christl. Gotteshäuser und Missionen großenteils in der Chinesenstadt, in deren östl. Teile ein abgesondertes Viertel den Mandschu eingeräumt ist. Etwa 18 km seewärts ist der Pagodenankerplatz, wo die fremden Seeschiffe anlegen, in malerischer Lage. F. ist Sitz des Oberstatthalters von Min-tsche (Fu-kien, Tsche-kiang und Thaiwan), des Statthalters der Provinz Fu-kien, des Oberbefehlshabers der Mandschutruppen, der zugleich die oberste Zollbehörde bildet, und einer fremden Zollinspektion. F. ist ein wichtiger Handelsplatz, sowohl für die Küstenschiffahrt wie für die Ausfuhr nach Japan, den Liu-kiu, Formosa, den Philippinen und Java, und wurde 1812 durch den Vertrag von Nan-king den Engländern und dann den andern europ. Staaten und Nordamerika als Freihafen offen gestellt. Der wichtigste Ausfuhrgegenstand ist der Thee (besonders Conguthee), obgleich in letzter Zeit ein Rückgang eintrat und viele Handelshäuser eingegangen sind. 1891/92 betrug die Ausfuhr nach den südl. Häfen Chinas 4,45, nach den nördl. Häfen 15,04 Mill. Pfd.; nach Europa (vornehmlich nach England) gingen 20,33, nach Australien 15,30, nach Amerika 4,07, nach Südafrika 1,24 Mill. Pfd. Seit 1880 sank die Ausfuhr im ganzen von 110 auf

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 445.