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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Gaildorf - Gaillardia
ll832), Inneres der Moschee zu Cordoba (1836)'.
die Kunsthalle zu Karlsruhe: das Innere eines
Klosterkreuzganges und einen span. Klosterhof mit
Mönchsprozession: die Verliner Nationalgalerie:
das Kloster San Martino bei Ivrea in Piemont
(1857). Auch gad er beraus 13 Blätter zu Varon
Malsens " Ns"iniin6iit3 i-oin^iiiZ dang 168 ^t^ts äe
LlTräai^u")), 30 Blätter "Erinnerungen an Florenz,
Rom und Neapel" (1829) sowie 30 Lithographien
"Erinnerungen aus Spanien" (Münch. 1837). G.
starb 26. Febr. 1890 in München.
Gaildorf. 1) Oberamt im württemb. Jagst-
kreis, hat (1890) 24158 (11553 männl., 12 605
weibl.) E., 1 Stadt und 22 Landgemeinden. -
2) Oberamtsstadt im Oberamt G., 16 km im S. von
Hall, am Kocher und an der Linie Stuttgart-Back-
nang-(5railsheim der Württemb. Staatsbahnen, Sitz
des Oberamtcs, eines Amtsgerichts (Landgericht
Hall), Kamcral-, Revieramtes, zweier standesherr-
lichcn Rentämter und einer Gewerbebank, bat (1890)
1737 E., Post, Telegraph; schöne Kirche mit Grab-
mälern der Schenken von Limburg, denen die Stadt
srüher gehörte, zwei Schlösser der Grafen von Pück-
ler und Ventink-Waldeck; ein Vitriolbergwerk, eine
Holzwarenfabrik, Möbelschreinereien, Färbereien,
5 Bierbrauereien und Gartensesselfabrikation.
Gatten, Geilen, Gesckröt, in der Jäger-
sprache die Hoden des Wildes, mit Ausnabme de^
Hoch-, Reh- und Schwarzwildes.
GailenreutherHöhleoderZoolitbenhöble,
Hoble im bayr. Reg.-Bez. Oberfranken, in der Frän-
kischen Schweiz bei Muggendorf is. d." am Eingänge
zum Wiesentthale. Sie bat secbs Abteilungen, von
denen die zweite 40 in lang, 6 in bock und 12 in
breit ist, und ist merkwürdig durch ibre vielen fossi-
len Knochen von Bären, Löwen, Wölfen u. s. w. (in
der 5. Abteilung allein fand man 180 ganze Tier-
köpfe); auch Menschenknochen hat man gefunden.
Gaileswintha, frä'nt. Königin, f. Galfuintba.
Gailhabaud (spr. gälaboh), Jules, franz. Ar-
chäolog, geb. 29. Aug. 1810 zu Lille, widmete sich
dem Handelsstand und kam 1834 nach Paris, wo
er seit 1839 nur seiner Neigung zu archäol. und
wnsthistor. Studien lebte. Er starb 15. April 1888.
G. gab heraus "^lonninontz ancienZ ot inoäernk^"
(4 Bde., 1839 - 49; deutsch von Lohde, Hamb.
1842-49), "L'ai'cllitc'cwi'o än V' an XVI" ^iöcie"
(4 Bde., 1850-58; neue Aufl. 1872; deutsch, Lpz.
1856 - 66), "I/ai-t äan8 868 div^i-^e^ I)i-Hiicln?8))
(1863-72). Auch begründete er die "Nevlio arclieo-
Is>^i<iuo') und die "Üid1i0t1i^cin6 llreli^olo^i^ue".
Seine reichen Kunstsammlungen, welche G. der Stadt
Paris geschenkt batte, gingen beim Brande des
Stadthauses im Mai 1871 zu Gruude.
Gatt Hamilton (spr. gehl bämmilt'n), Pseudo-
nym für Mary Abigail Dodge (s. d.).
Gaillac (spr. gäjäck). 1) Arrondissemeut des
franz. Depart. Tarn, bat 1258,9? <lkin, ^ßl,i)
59156 E., 76 Gemeinden und zerfällt in die 8 Kan-
tone Cadalen (118,65 hlvin, 4780 E.), Castelnau-
dc-Montmiral (232,60 ^in, 8483 E.), Eordes
si57,76 <i^in, 8067 E.), G. (195,63 cilcm, 14 686 E.),
Lisle (136,i3 c^Idn, 5476 E.), Rabastens(157,0K^in,
8235 E.), Salvagnac (126,06 ^cm, 5108 E.), Vaour
i135,i3 c^^in, 4321 E.). - 2) Hauptstadt des Arron-
dissements G., am reckten Ufer des schiffbaren Ga-
ronnezuflusses Tarn und an der Linie Pörigueur-
Figeac-Toulouse der Franz. Orleansbahn, hat (1891)
5662, als Gemeinde 7709 E., viele altertümliche
Bauten, zwei schöne Kirchen (13. Jahrb.), eins
Bronzestatue des Generals d'Hautpoul (gest. 1807),
Gerichtshof ersterInstanz,Kommunal-Eollöge,Acker-
baukammer, Hospital, Militärgefängnis; Mahl-
und Sägemühlen, Spinnerei und Fabrikation von
! Tuchen, Haus- und Packleinwand, Seilerwaren und
z Stückfässern, Färberei; Handel mit Gemüsen, ge-
trocknetem Obst, vor allem aber mit Wein.
! Gaillard (spr. gajabr), Claude Ferdinand, franz.
Kupferstecher, geb. 7. Jan. 1834 in Paris, bildete
sich in der Malerei unter Cogniet und in der I^cols
<I<?3 Ix?anx'lii't8 und erbielt 1856 in der skupferstech-
kunsr den Rompreis. 1866 nach Paris zurückgekehrt,
erlangte er bald einen bedeutenden Ruf durch feine
Kupferstiche; sie zeickneten sich durch ckaraktervolle
Zeichnung und eine durchaus selbständige. Technik
aus, die sich mehr und mehr von der Manier des
^ Linienstiches entfernte und in seinen letzten Werken
! den "Strich" so im "Ton" auflöste, daß sie fast die
Wirkung der Pbotogravüre erzielte. Zu seinen
Hauptblättern geboren: Der Condottiere nach Ant.
! da Messina (1865,), Die Vierte ".n äonateur nach
^ Giov. Bellini, Die Reiterstatue des Gattamelata in
^ Padua nach Donatello (1866), Der Mann mit der
Nelke nach Jan van Eyck, Madonna aus dem Hause
Orlöans nach Rafsael (1869), Madonna nach Botti-
celli(1872), Die Pilger zu Emmaus nach Rembrandt;
ferner die originalen Bildnisstiche: Pius IX. (1873),
Guerauger (1878), Leo XIII., Pater Hubin. Seine
Ölbilder zeigen eine technisch vollendete Wiedergabe
der Stileigentümlichkeitcn van Eyckscher und Hol-
^ bcinscher Vorbilder. Er starb 20. Jan. 1887 in
Paris. ^- Vgl. Guillemin, I^idin^iul ^. X0ti<.L
! 8NI- 8!!. vie 6t L0N wnvi'0 (Besancon 1890).
Q2.1ii2.rus (frz., spr. geijard; wohl von (^aiiiarä,
lustiger, ausgelassener Geselle, abgeleitet), in Frank-
reich Bezeicknung für eine Echriftgattung von mitt-
lerer Größe, entsprechend dem Bourgeois (s. d.);
ferner ist ^. (ital. (Ia^iai-äii, auch Ilolnaneäca ge-
nannt, da er bei den Römern sebr beliebt war) der
Name eines ältern, jetzt nicht mehr gebräuchlichen
Tanzes ital. Ursprungs. Er hielt sich im >.- oder
'',4-Takt in mäßig geschwinder Bewegung und hatte
! drei Reprisen von 4, 8 und 12 Takten; sein Cha-
rakter war ein energischer. Im 16. und 17. Jahrh.
! war die (^. auch in Frankreich, Deutschland, Spanien
! und England sehr in Übung.
U'2.i1i2.räi2. I^c"?e//., Pflanzengattung aus der
Familie der Kompositen (s. d.) mit nur ackt Arten,
die namentlich in Amerika einheimisch sind. Meh-
! rere werden ihrer lebhaft gefärbten Blütenköpfchen
^ wegen als Zierpflanzen kultiviert. Am meisten ge-
! schleht dies mit der ein- bis zweijährigen (^. Drnin-
! inonäi ^)<). ((r. pictH H'io.) aus Texas, wo sie im
Sommer bis in den späten Herbst hinein blübt. Die
Blüten des Strahls sind in ihrer größcrn Hälfte pur-
purrot und an der Spitze goldgelb und die der Scheide
, schwärzlich purpurn, ^ie wird in den Gärten ein-
! jährig kultiviert. Bei var. ti-icoloi' ist ein Strahl auck
! weiß vertreten. Die schönste aller von (^i. Drnininonäi
abstammenden Varietäten ist die erst in der neuesten
Zeit in den Handel gekommene var. I.oi'6nxiiina, in
verschiedenen Farbenvarictäten, die aber im Bau alle
insofern übereinstimmen, als alle Blüten des Köpf-
chens, die des Strahls sowohl wie die der Scheibe,
sich in eine röhrige, trichterförmig erweiterte, vier-
bis fünfspaltige Blumcnkrone umgebildet haben. (S.
Fig. 4 beim Artikel Gefüllte Blumen.) (^. Diliin-
' inonäi, insbesondere aber var. I^oren?.ianÄ eignet