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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Garcia - Garcke
Garem, Manuel G. del Popolo Vicente, Sän-
ger, Komponist und Gesanglehrer, geb. 22. Jan.
1775 in Sevilla, kam, nachdem er in Cadiz und
Madrid als Sanger Ruf erlangt hatte, 1808 nach
Paris, wo er in der ital. Oper mit Erfolg auftrat
und die Leitung des Instituts übernahm. 1811 ging
er nach Italien, wo er nicht minder günstige Auf-
nahme fand und die Gesangskunst theoretisch stu-
dierte. G. war 1816-24 abwechselnd in Paris und
London als Sänger und Gesanglehrer thätig; 1825,
wandte er sich mit einer auserlesenen Operngesell-
schaft, zum Teil aus Mitgliedern seiner Familie
bestehend, nach Neuyork und später nach Meriko.
Im Begriff, nach Europa zurückzukehren, wurde er
auf dem Wege nach Veracruz durch Räuber seines
Vermögens beraubt. So sah er sich genötigt, in
Paris wieder seine Singkurse zu eröffnen. G. starb
2. Juni 1832 zu Paris. Er war besonders hervor-
ragend als Gesanglehrer.
Unter seinen Schüleru erlangten namentlich
Nourrit und die Meric-Lalande, vor allen aber!
seine älteste Tochter, Maria Felicita (s. Malibran), !
den ausgebreitetsten Ruf. Weniger Anteil hatte er
an der Ausbildung seiner zweiten berühmten Toch-
ter Pauline (s. Viardot-Garcia).
Sein Sohn, Manuel G., geb. 17. März 1805
in Madrid, seit 1835 Professor der Gesangskunst
am Konservatorium in Paris, später Gesanglehrer
in London, suchte als einer der ersten durch Schriften
über die menschliche Stimme und namentlich durch
seine geschätzte "Ncols äs (^." (Par. 1841; 4 Aufl.
1856) die Gesangskunst physiologisch zu begründen;
seine Gattin, Eugenie G., geborene Mayer, geb. !
1818 in Paris, gest. 12. Aug. 1880 daselbst, ehe-
malige Opernsängerin, war ebenfalls als Gesang-
lehrerin thätig.
GarcmGutierrez,Antonio, span. Dramatiker,
ein ausgezeichnetes Mitglied der romantischen
Schule, geb. 1812 zu Chiclana, widmete sich zu
(5adiz mediz. Studien, entsagte aber denselben, um
zu Madrid seiner Neigung für die Dichtkunst zu
leben. 1836 brachte er die Tragödie "151 trovaäoi-"
auf dem Theater del Principe zur Aufführung, die
enthusiastischen Beifall fand und später von Verdi
zu seiner Oper benutzt wurde. Von seinen folgenden
zahlreichen Dramen hatten nur das ^tück "AI on-
cudierw clß Valonoia" und die Tragödie "8ini0n
LocanßFra" einen bedeutendem Erfolg; andere
wurden minder beifällig anfgenommen. Deswegen
verstimmt, wanderte G. G. 1844 nach Amerika aus,
wo^er anfangs auf Cuba, später in Merida in Mca-
tan lebte. Nach seiner Rückkehr nach Spanien (1850)
wurde er zum Mitglied der obersten Theaterjunta er-
nannt; 1872 ward er Direktor des Archäologischen
Museums zu Madrid und starb daselbst 26. Aug.
1884. Unter seinen zahlreichen spätern Stücken fan-
den die Trauerspiele "Hu äuolo ü, innsrw", "Dona
Hrraca. äe (^stilla", besonders die "Ven^anx",
cgtalana" (1. bis 7. Aufl., Madr. 1863-64) und
".luHiiI^oi'enxo" (1865) wieder großen Beifall. Seine
letzten Arbeiten waren die Lustspiele "IIn cusnto äc
uinÄ8", "1^3. criolla" (Madr. 1877) und "I^u ssi-ll.no 6o
ar6nk" (1880). Die Diktion bei G. G. ist meisterhaft,
seine Dramen sind im nationalen Geist groß ent-
worfen und reich an Schönheiten, dabei znm Teil
schon in seiner ersten Zeit wesentlich frei von den
Extravaganzen der Neuromantik. Seine lyrischen
Gedichte, die u. d. T. "1^ v tiniodl^v (2 Bde.,
Madr. 1842,1861) erschienen, haben leine hervor-
ragende Bedeutung. Eine Auswahl seiner Werke
erschien u. d. T. "^)dra8 68coAi6a8" (Madr. 1866).
Garciläso de la Vega, span. Dickter, s. Vega.
Garcin de Tasfy (spr. garhäng), Joseph Hölio-
dore Sagesse Vertu, franz. Orientalist, geb. 20. Jan.
1794 zu Marseille, studierte zuerst dort, dann seit
1817 in Paris unter Sylvestre de Eacvs Leitung
orient. Sprachen, besonders das Hindustani, die
mohammed. Gemeinsprache Indiens. Nachdem für
ihn ein Lehrstuhl der hindustan. Litteratur an der
orient. Sprachenschule in Paris geschaffen worden
war, gab er alljährlich bei seiner Eröffnungsrede
einen Abriß der litterar. Erzeugnisse Indiens, so-
daß seine Reden und seine seit 1870 viel umfang-
reichern Litteraturberichte das reichhaltigste Ma-
terial über die neuind. Kultur bilden. G. wurde an
Talleyrands Stelle Mitglied der Akademie der In-
schriften (30. Aug. 1838), 1876 Präsident der Asiati-
schen Gesellschaft, und starb hochbetagt am 2. ^ept.
1878 zu Paris. Außer zahlreichen Übersetzungen
aus dem Arabischen, Persischen und Türkischen sind
namentlich hervorzuheben seine schon erwähnten Be-
richte, seine "Iwäim6nt8 äs 1a lai^us kinä0U3tani9v
(Par. 1829, mit ^ppenäics aux Iwäim6iit8, 1833;
2. Aufl. 1863), "Iwäim6iit8 ä6 1a 1kNFU6 llinäoui"
(ebd. 1847), "1^68 wuvi-68 äe ^Vali, cöledre poöt"
äu v6(Hii" (mit Übersetzung, 1834), "1^68 av6n-
Wr68 ä6 LHinrup" (1835), ferner eme Ausgabe des
1>6nä-Mm6ti von Saadi (in "NxpoLition äs 1a loi
inu8u1m3.n6", Par. 1822), "Nantio uttair" (1^6
i3.n^ag'6 <1e3 0i86aux, ebd. 1857), "D0ctrin68 et
ä6V0ir8 ä68 Nu8u1niHN8" (aus dem Arabischen, ebd.
l827; 2. Aufl. 1840), "I,a p068i6 p1iii080i)Ili<iu6 6t
i'6iiß'i6U86 c1i62 168 ?61'8^N8" (1857; 4. Aufl. 1864),
"llikwire ä6 lg. littoratureninäoue 6tliinäou8tani6"
(3 Bde., 2. Ausg., Par. 1870 - 71), "Nkwi-ihno
et pr080äi6 ä68 i9,n^ua^68 äs 1'01'i6Nt INU8uIlNMl"
(1873).
<"2.roinia. ^., Pflanzengattung aus der Familie
der Clusiaceen (s. d.) mit gegen 40 Arten in den
Tropen Asiens und Afrikas. Es sind Bäume mit
lederartigen Blättern, eingeschlechtigen, achselstün-
digen Blüten und ein- bis vielsamigen Beeren- oder
Steinfrüchten, mit rinden- oder korthaltiger Auhen-
hülle. Zweige und Blätter enthalten einen gelben
Milchsaft, der an der Luft erhärtet. Drei Arten,
(F. Noi'LNa Des?), (eiliptica, >s^i.), O. picwri".
Aond. und i,^. c0olnncliin6ii8i3 O/w/F. in Ostindien
und Cochinchilla, liefern die Hauptmasse des in den
europ. Handel kommenden Gummigutti (s. d.).
Auherdenr lvird dasselbe aus einigen andern Arten
derselben Gattung und von A. camdo^ De.^r.
(('lundoSm ^uttg. ^,.) aus Ostindien, die man früher
allgemein für die Stammpflanze des Gummigutti
hielt, gewonnen. Die meisten Artcn haben endare
Früchte, hauptsächlich die M ang 0 stane, O. Nan-
^08^,13. 1^., deren Früchte ungefähr die Größe
einer Orange haben; ferner werden die großen, l'i^
zu 1 kF schweren Früchte von t>. pkäuucnlkta, ^0.^?).,
wie die vorige in Indien, gegessen und zur Herstel-
lung von erfrischenden Getränken benutzt.
Garcke, Friedr. Aug., Botaniker, geb. 25. Okt.
1819 zu Bräunrode bei Mansfeld, studierte in Halle
TheologieundNaturwissensckaften,wurdc 1856 erster
Assistent, 1865 Kustos am Botanischen Museuni zu
Berlin und 1871 ebenda Professor für Botanik und
Pharmakognosie. Er schrieb u. a.i "Flora von Halle
und Umgegend') (Tl. 1, Halle 1848; Tl. 2, Verl.
1856), "l^nnaea." (Neue Folge, Bd. 1 - 9, Berl.