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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Garçon - Gardarsholm
^867 - 82), und gab Heralls: <^Flora von Dentsch-
land" (16. Anfl., ebd. 1890), "Bergs Pharma-
kognosie des Pflanzen- und Tierreichs" (4. u. 5. Aufl.,
ebd. 1869 u. 1879), "Illustrierte deutsche Flora von
Herm. Wagner" (2. Aufl., Stuttg. 1882). Nack
Klotzschs Tode vollendete er dessen kamn angefangen
nes Werk "Die botan. Ergebnisse der Reise Sr. tönigl.
Hoheit des Prinzen Waldemar von Prenßen in den
1.1845 und 1846" (Berl. 1862); mit Eichler gab er
als Fortsetzung der "I^innaea" den 2. und 4. Band
des "Jahrbuches des königl. Botanischen Gartens
und des Votanischen Museums in Berlin" (ebd.
1883 fg.) heraus.
Qa-ryon (frz., spr. -ßöng), Knabe, Iunggesell;
Aufwärter, Kellner; Garconlogis, eine in der
Regel in Aftermiete an unverheiratete Herren ver-
mietete Wohnung, bestehend ans einem oder meh-
rern möblierten Zimmern (c1^mdr68 F^rni68).
Garczynski (spr. gartschünski), Stephan, poln.
Dichter, geb. 13. Okt. 1806 in Kosmowo bei Kalisck,
studierte in Berlin Hegels Philosopbie. Nach dem
Ausbruche der Revolution von 1830 trat er in das
poln. Heer und mit diesem nach Preußen über; er
begab sich nach Dresden, darauf nach Avignon,
wo er 20. Sept. 1833 starb. Seine "?067^6" (Par.
1833; Lpz. 1860 u. 1863 als Bd. 1 der "Nidliotkkn
1)i8ai'57 poikkicli"), in denen sich die glühendste
Vaterlandsliebe ausspricht, sind Kriegssonette, Ele-
gien; das hauptsächlichste ist das dramat. Gedicht
"Waciinvü llnit^e", das den Kampf zwischen Gefühl
und Verstand schildert.
Gard (spr. gahr) oder Gardon (Varäo), rechter
Nebenfluß der Rhone, entsteht in den Cevennen aus
zwei reißenden Gebirgswässern, dem 62 km langen
Kleinen G. oder Gardon d'Alais und dem
72 km langen Gardon d'Anduze, fließt in
ostl., später südöstl. Richtung durch die Ebene Gar-
donnenque und tritt in ein Erosionsthal mit steilen
Felswänden und mit zahlreichen Höhlungen und
Windungen, in welchen sein Wasser zeitweise gänz-
lich verschwindet. Zwischen der Steinbrücke von
St. Nicolas und der Hängebrücke von Collias, in
malerischen und öden Defile's, kommt er in einer Fülle
von Quellen wieder zu Tage, welche in der Se-
kunde gegen 3000 1 Wasser geben. Beim Austritt
aus den Colliasschluchten, wo er den Alzon auf-
nimmt, stießt er unter dem Pont du Gard is. Aquä-
dukt, Bd. 1, S. 771",, mit Abbildung) bindurch, be-
rührt Remoulins und mündet, 140 km lang, ohne
schiffbar zu sein, zwischen Aramon und Veauccnre.
Gard (spr. gahr), Departements nach dem Fluß
G. genannt, in Südfrankreich, aus den frühern
oberlanguedocschen Landschaften Nemosez, Alais,
Uzegais zusammengesetzt, grenzt im N. an Ardeche
nnd Lozere, im O. an Vouches-du-Rhönc und Vau-
lluse, im W. an Aveyron und Hc-rault, im S. an
das Mittelmeer, hat 5835,56, nach Berechnung des
Kriegsministeriums 5880 cikni und (1891) 419 388 E.
(darunter 3429 Ausländer), d. i. 71 auf 1 ^m und
eine Zuuahme von 0,55 Proz. gegen 1886. G. zer-
fällt in die 4 Arrondisfements Älais, Nimes, Uzes
und Vigan mit 40 Kantonen und 350 Gemeinden.
Hauptstadt ist Nimes. Etwa 120000 E. sind Pro-
testanten. Der westl. Teil gehört zum Gebirgslande
der Cevennen, die hier im Aigoual 1567 m Höhe
erreichen und großenteils mit Kastanien und Maul-
beerbäumen, in den höhern Regionen mit Eichen,
Buchen und Nadelbolz bestanden sind. Gegen die
Nhöne hin dacht sich das Land terrassenförmig ab
und geht in eine herrliche, von rebenbepflanzten
Höhen durchzogene Ebene über. Nur der äußerste
Süden ist eine flache, von salzigen Morästen, Strand-
lagunen und Sandstrecken erfüllte Niederung. Die
Bewässerung geschieht durch die Rhone (an der Ost-
grenze) und ihre Nebenflüsse G., Ardeche (an der
)cordgrenze) und Ceze sowie durch Vistre und Ai-
dourle. Dazu kommt der oberste Lauf des Herault
nnd des Tarnzuflusses Dourbie. Das Klima ist
im allgemeinen mild, doch nicht ohne starke Gegen-
sätze. Wäbrend im S. die Temperatur im Sommer
bis auf 40^ (^. steigt und Schnee zu den Seltenheiten
gehört, liegt er im Gebirge bisweilen 1 m tief. Von
dem Areal kommen 1500 hkm auf Acker, 382 auf
Weinberge (früher 878), 90 auf Wiesen, das übrige
auf Wald-, Weide- und Heideland. Die Haupterzeug-
nisse des Feld- und Gartenbaues sind Wein, Seide,
Oliven, Obst und Kastanien. Auch baut man im
SW. von Nimes den Färbecroton (Oonopiwi'H
tiucwi-ia e/?,s5.), hier wie bei Montpellier Maurelle
genannt, und den gemeinen Ricinus. Das Getreide
rcickt für den Bedarf nicht aus. 1891 wurden ge-
erntet: 496 200 1ü Weizen, 43 360 Kl Roggen,
71850 51 Gerste, 223 680 lil Hafer, auch etwas
Mais. Der früber blühende Weinbau ist infolge
der Verwüstungen der Reblaus zurückgegangen.
1875 gewann man auf 87 779 Ka 1304774 Iii,
1891 auf 46 510 ka 1527 612 kl (1881 - 90 im
Durchschnitt: 811146 Iii). Gegenüber der Zucht von
feinwolligen Schafen (1887: 990 Stück), von
Schweinen (45 928), Pferden (18185) und Maul-
tieren i13926) ist die Zahl des Rindviehes (7156)
auffallend gering. Bedeutend ist die Zucht der
Seidenraupen, welche jährlich etwa 2 Mill. KZ Co-
cons liefert. An Mineralschätzen besitzt G. Eisen,
viel Steinkohlen (hauptsächlich bei Alais), Braun-
kohlen, Blei, Antimon, Marmor, Gips und Ball-
steine. Mineralquellen sind die von Fonsanche und
Euzet. Die großartigen Salzwerke in dem Küsten-
strich Peccais bei Aigues-Mortes beschäftigen sehr
viele Arbeiter. In der Industrie behauptet G. den
ersten Rang im Süden. Namentlich blühen Metall-
(besonders Eisen-) und die Seidenindustrie; auch die
Glas-, Papier-, Leim-, Posamentierwarenfabrika-
tion, Baumwollspinnerei und Weberei, Färberei,
Gerberei und Töpferei sind bedeutend. Die See-
fischerei liefert Fische und Muscheltiere. Den Ver-
kehr fördern Rhone, mehrere Kanäle und die Bahn-
linien Lyon-Nimes-Montpellierund Villefort-Alais-
Nimc5 mit vielen Abzweigungen. Er hat seine
Mittelpunkte in Nimcs und Beaucaire, mit seiner
Messe. Wichtige Häfen sind Aigues-Mortes und
Cette. G. besitzt (1886) 528,9 km Nationalstraßen,
ferner 1 Lycenm und 3 Colleges.
Das Land gehörte zu dem Narbonensischen Gal-
lien, in welchem das Nömertum sich am meisten be-
festigte und bedeutende Vaureste, z. V. in Nimes
und im Pont du Gard, hinterlassen hat (s. AquäduN,
Bd.1,S.77i3,mitAbbildung).-Vgl.Bancal,^0-
ssi-apkie äu äe;Mrt6m"nt äu(x. (Par.1879); Ioanne,
<ii>t^i'I^ii6 äu ä^ai-temLnt än (^. (ebd. 1879).
Garda, Flecken am Gardasee (s. d.).
Gardafui, Kap, s. Guardafui.
Gardaja, richtiger Ghardaya, Hauptstadt
der Bcm-Msab (s. d.). ^Rußland.
Gardarlke, m den altnord. Sagas das heutige
Gardarsholm, alter Name von Island, nack
dem Schweden Gardar, der im 9. Jahrh, dahin
verschlagen wurde und die Insel umsegelte.