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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Gasgenerator - Gasglühlicht
sührung von Gas und Luft zu den erhitzten Rcge-
neratoren und dem Arbeitsraum, sowie die Ab-
leitung der Verbrennungsprodutte durch die abge-
kühlten Regeneratoren nach dem ^cbornsteintanal 8
wird durch die Wechseltlappen X^, X. geregelt. Bei
der in der Figur gezeichneten Klappenstellung strömt
das bei ^ zutretende Heizgas und die bei Z ein-
tretende Luft in den angegebenen Pfeilricktungen
durch die Kanäle X, ^VI durcb das rechls siebende
erhitzte Regeneratorenpaar ^, 1^ und die Öffnungen
nack an die Stelle der Physik, eine chem. Regenera-
tion tritt.
Litteratur. Steinmann, Kompendium der Gas-
feuerung in ihrer Anwenduug auf die Hüttenindu-
strie l2. Aufl., Freiberg 1876); Kommissionsarbeiten,
betreffend die Verfuche über die Leistungsfähigkeit
der Kotsgeneratoren, hg. von dem Verein der Gas-
und Wasmsackmänner Deutschlands (Vrem.1879);
Pütsck, liber G. lin den "Verhandlungen des Ver-
eins zur Beförderung des Gcwcrbfleihes in Preu-
Fig. 4.
<>, 1 in den Herdraum a ein. Gas und Luft mifchen
sich hier und entzünden sich an den glühenden Ofen-
wänden. Die Flamme folgt dem Schornsteinzug und
strömt nach Einwirluug auf das Arbeitogut durch
das Regeneratorenpaar (^,1^ und die Kanäle ^,
IVIi nach dem Schornstein ^ ab. Die Folge dieses
Betriebes ist die fortschreitende Abkühlung der Rege-
neratoren (s, I. und die gleichzeitige Erhitzung der
Regeneratoren (-^, 1^. Gas und Luft treten daher
immer schwächer vorgewärmt in den Arbeitsraum
ein, bis durch Umlegen der Klappen X^, 1<2 um
90 Grad die Richtung der Gavströme gewechselt
wird und Heizgas und Luft dem neu erlützten Re-
generatorenpaar (^, ^ zufließt, wäbreno die Ver-
brennungsprodukte durch die abgekühlten Regene-
ratoren (^, I. zum Schornstein strömen und hier-
bei diese Regeneratoren von neuem erhitzen. In
bestimmten Zeiträumen wiederholte Umstelluug der
Wechseltlappen führt zur Erhaltung gleichmäßiger
Temperatur des Arbeitsraums. ^ Ändere Gas-
feuerungsöfen f. Tafel: EisenerzeugungI, Fig. 9'
Taf. III, Fig. 1, 2, 3, 4, 5; Tafel: Gasbeleuch-
tung I, Fig. 1, 2.
Nach den neuesten Untersuchungen von Siemens
gelingt es mit der von Biedermann <k Harvey ein-
geführten Ofenform, eine nicht unerhebliche Brenn-
stofferfparnis (um etwa 40 Proz.) zu erzielen,
wenn ein Teil der den Arbeitsraum verlassenden
Verbrennungsprodukte nicht nach dem Regenerator,
sondern unter den Rost des Gaserzeugers geleitet
wird, sodaß die Kohlensäure desselben an dem in
der Ver.brev.rmna, beMÜenen Gcneratorinhalt wie-
der zu Kohlenoxydgas umgebildet wird und dem-
ßen", Heft 8, Verl. 1880); ders., Neue G. (ebd.
1888); Ramdohr, Die Gasfeuerung oder die ratio-
nelle Konstruktion industrieller Feuerungsanlagen
(2. Aufl., Lpz. 1881); Stegmann, Bedeutung der G.
für das Brennen von Porzellan, Thonwaren u.s. w.
(2. Aufl., Berl. 1881); Siemens, Die Entwicklung
der Regenerativ-Ofen (Wien 1886); ders., liber
die Vorteile der Anwendung boch erhitzter Luft
(2. Aufl., Berl. 1887); Ledebur, Die G. für metal-
lurgifche Zwecke (Lpz. 1891).
Gasgenerator, s. Gaserzeuger.
Gasgeschütz, Gaskanone, eine von H. Maxim
in London vorgeschlagene Änderung der Pneuma-
tischen Geschütze (s. d.) von Zalinsti, indem an Stelle
von stark verdichteter Luft ein explosives Gemenge
von weniger stark verdichteter Luft und Kohlenwasser-
stoff als Treibmittel dient. Wenn das Gefchoß be-
reits in Bewegung ist, soll an beliebiger Stelle des
Rohres dies Gemisch durch eine Zündpatrone zur
Explosion gebracht werden. Hierdurch wird der End-
druck im Rohr und also auch die Anfangsgeschwindig-
keit des Geschosses gesteigert, während das Rohr
kürzer werden kann. An der Kriegsbrauchbarkeit der
Konstruktion ist noch zu zweifeln. Eine andere, ähn-
lich komplizierte Gaskanone ist von Keely in Nord-
amerika ohne bessere Aussichten konstruiert.
Gasglühlicht. Wäbrend man bei der Gasbe-
lcucbttmg di^bcr nur Flammen angewendet hat, bei
denen das ^euckten durch den in der Flamme selbst
ausgeschiedenen glühenden Kohlenstoff hervorge-
bracht wird, hat der Wiener Chemiker 1)i-. Auer von
Welsbach eine Erfindung gcmackt, bei weicher die
Flamme selbst durch Luftdeimischung entleuchtet ist,