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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Georg (der Bärtige, Herz. zu Sachsen) - Georg II. (Herz. zu Sachsen-Meiningen)
"Katharina Voisin"), "Elektra" (1877), "Jolanthe"
(1877), "Nudel und Melisande" (1877), "Der Ale-
xanderzug" (1877), "Lurley" (1877), "Medea" (1877),
"Elfriede von Monte-Salerno" (1874), "Umsonst"
(1877), "Ferrara"(1878), "Mademoiselle Esther"
(1883), "Katharina von Medici" (1884), "Conradin"
(1887), "Sappho" (1887). Eine Sammlung seiner
Dramen erschien in 4 Von. (Berl. 1870).
Georg derBärtige, Herzog zulHachse n (1500
-39), geb. 27. Aug. 1471 als Sohn Albrechts des
Beherzten und Zedenas von Böhmen, war für den
geistlichen Stand bestimmt und wurde 1484 als Dom-
herr in das Stift Meißen aufgenommen, übernahm
aber später während der häufigen Abwesenheit seines
Vaters die Negierung des Landes. Er vermählte
sich 1496 mit Barbara, der Tochter des Königs
Kasimir von Polen. Nach des Vaters Tode, 1500,
trat er zufolge der Bestimmung desselben in den
ausschließlichen Besitz der sachsen-albertinischen Erb-
lande, während sein Bruder Heinrich (s. d.) die Erb-
statthalterschaft Friesland erhielt. Heinrich überließ
jedoch schon 1505 diese unsichere Besitzung gegen die
Städte und Amter Freiberg und Wolkenstein und
eine Jahresrente an seinen Bruder, der seinerseits
nach mehrjährigen heftigen Kämpfen besonders gegen
Edzard von Östsriesland seine Nechte 1515 um
100000 Fl. an das Haus Österreich abtrat. Einer
Kirchenreform war G. durchaus nicht feind; er ließ
sogar 1522 eine Kirchenvisitation vornehmen, aber
die Neform erwartete er lediglich von den kirchlichen
Gewalten, also vor allem von einem Konzil. Daber
trat er gegen die Anhänger Luthers seit der Leip-
ziger Disputation von 1519, der er selbst beigewohnt
hatte, mit aller Härte auf, griff 1525 entscheidend
in den Bauernkrieg ein, in dem er eine Frucht der
Reformation erblickte, und arbeitete derfelben auch im
Reiche eifrig entgegen. Seine Zwangsmaßregeln
blieben aber erfolglos, zumal er durch das Verbot
der Lutherfchen Bibelübersetzung im Volte uur Miß-
trauen gegen die Neinheit feiner Absichten erregte,
und so mußte er sehen, wie die neue Lehre sich in
Leipzig und in den erzgebirgischen Distrikten, die
wegen der Bergwerte unter turfürstl. Mithoheit
standen, verbreitete und am Hofe seines Bruders
Heinrich zu Freiberg Fuß faßte. Der Kummer G.s
wurde uoch vermehrt, als kurz nacheinander seine
Gemahlin (nach deren Tode er sich den Bart wach-
sen ließ, woher sein Beiname) und neun seiner Kin-
der starben, sodaß nun sein Bruder Heinrich der
mutmaßliche Erbe des Landes wurde. G. suchte
ihm die Erbschaft zu Gunsten Ferdinands voll
Böhmen zu entziehen, starb aber darüber 17. April
1539 und wurde im Dom zu Meißen bestattet.
Georg, Friedr. Aug., Herzog zuSachseu, jüng-
ster Sohn des Königs Johann von Sachsen und
Bruder des Königs Albert, geb. 8. Aug. 1832 zu
Dresden, erhielt in Gemeinschaft mit seinem ein
Jahr ältern (12. Mai 1847 verstorbenen) Bruder
Ernst unter der Leitung des damaligen Obersten
Marimilian von Engel eine sorgfältige wissenschaft-
liche und militär. Erziehung. Schon 1840 trat der
Prinz als Sekondelieutenant in die aktive Armee.
1849-50 besuchte er die Universität Bonn. Im
Deutschen Kriege von 1800 zog er als Kommandant
der 2. sächs. Infanteriedivision mit ins Feld, im
Deutsch-Französischen Kriege von 1870/71 befehligte
er anfangs die 1. sächs. Division Nr. 23, führte
dann aber, uachdem fein Bruder Albert im Aug.
1870 zum Oberbefehlshaber der Vierten deutschen
oder Maasarmee ernannt worden war, an dessen
Stelle das Kommando des 12. (sächs.) Armeekorps.
Nach der Thronbesteigung seines Bruders 1873
übernahm er endgültig das Generalkommando des
12. (sächs.) Armeekorps; 1888 wurde er von Kaiser
Wilhelm ll. zum Generalfeldmarschall ernannt und
mit der 2. Armee-Inspeltion betraut. Nackdem G.
bereits mit dem Jahre seiner Volljährigkeit Mitglied
der Ersten Ständekammer und gleichzeitig Mit-
glied des Staatsrats geworden war, übernahm er
!854 das Präsidium des Königl. Sächsischen Alter-
tumsvereins sowie im I.1864 das Kuratorium der
Akademie der bildenden Künste in Dresden. Da
König Alberts Ehe linderlos geblieben ist, so ist G.
dessen präsumtiver Thronfolger. Seinen Namen
führen das 7. sächs. Infanterieregiment Nr. 100 und
das sächs. Schützen- (Füsilier) Regiment Nr. 10^.
G. vermäblte sich 11. Mai 1859 mit der Infantin
Maria (geb. 21. Juli 1843, gest. 5. Febr. 1884), einer
Schwester des Königs Ludwig von Portugal; aus
dieser Ehe stammen sechs Kinder: Mathilde (geb.
19. März 1803), Friedrich August (geb. 25. Mai
1805, vermählt 21. Nov. 1891 mit Luise, Erzher-
zogin vonOsterreich-Toscana), Maria Iosepha (geb.
31. Mai 1807, vermählt 2. Okt. 1880 mit dem Erz-
herzog Otto von Österreich), Jobann Georg lgeb.
10. Juli 1809), vermählt 5. April 1"94 mit Isabella,
Herzogin von Württemberg, Max (geb. 17. Nov.
1870) und Albert (geb. 25.Febr. 1875).
Georg, Herzog von Sa ch sen - A lten b urg,
zweiter Sohn des Herzogs Friedrich, geb. 24. Juli
1790 zu Hildburghausen, trat 1812 in österr. Kriegs-
dienste und studierte 1818-20 in Heidelberg. Als
sein älterer Bruder Joseph 30. Nov. 1848 der Re-
giernng entsagte, folgte ihm G., starb aber schon
3. Aug. 1853 auf dem Iagdfchloß Hummelshain.
Sein Nachfolger war sein Sohn Ernst (s. d.).
Georg, Herzog von Sachsen-Mein in gen,
geb. 4. Febr. 1701 zu Frankfurt a. M. als zweiter
Sohn des Herzogs Anton Ulrich (gest. 27. Jan.
1703), wurde 4. Febr. 1782 Mitregent seines Bru-
ders Karl und nach dessen Tode 21. Juli 1782 allei-
niger Negent. Als solcher hob er den Woblstand
seines Landes durch Sparsamkeit und weise Finanz-
maßregeln. Er starb 24. Dez. 1803; ihm solgte sein
Sohn Bernhard Erich Freund (s. d.).
Georg II., Herzog zu S a ch sen - M einingen
und Hildburghausen, einziger Sohn des Herzogs
Bernhard I I., geb. 2. April 1820 zu Meiningen, be-
suchte die Universitäten Bonn und Leipzig, trat in
die prenß. Garde in Berlin, später in Potsdam ein
und kehrte 1854 nach Meiningen zurück. Da sein
Vater dem Beitritt zum Norddeutschen Bunde wider-
strebte und deshalb 20. Sept. 1800 abdankte, so
übernahm der reichsfreundlich gesinnte G. die Ne-
gierung des Herzogtums. Bereits 1A49 zum Major,
1853 zum Oberstlieutenant, 1855 zum Obersten er-
nannt, wurde er 1803 Generallieutenant und 1807
General der Infanterie der preuh. Armee u 1a 3uiw
unö begleitete im Deutsch-Französischen Kriege von
1870 und 1871 das 95. und das 32. Regiment, dessen
(5hef er ist, in allen Kämpfen bis 7. Dez. 1870.
Er erwarb sich Verdienste durch die Beseitigung des
Domänenstreits, die Erweiterung der Residenz Mei-
ningen und den Aufbau ihres abgebrannten Een
trums, den Abschluß mehrerer Eisenbahnverträge
und endlich durch die Schöpsung eines in Bezug
auf Zusammenspiel und zweckentsprechende, streng
histor. Ausstattung in und außer Deutschland als