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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Geschlechtsorgane (der Pflanzen) - Geschlechtsregister
Geschlechtsstosfe reifen indessen zu verschiedener Zeit,
die weiblichen vor den männlichen.
Unter den Mollusken sind die Kopffüßer stets,
die Muscheln meist getrennten Geschlechts, von den
Schnecken die Vorderkiemer und Hcteropoden; die
Lungenschnecken, Hinterkiemer und Pteropoden da-
gegen sind Zwitter.
Bei den Insekten sind die Hoden paarige, ent-
weder einfache, oft sehr lange, zu Knäueln aufgerollte
Schläuche, oder sie bestehen aus einer größern An-
zahl kleiner Blindschläuche. Die Samenleiter sind
cylindrische Röhren von verschiedener Länge und bil-
den, wenn sie lang sind, Windungen und schlingen,
an ihrem untern Ende findet sich bisweilen eine
blasenförmige Anschwellung (^amenbläschen). Sie
vereinigen sich zu einem Spritzkanal (6ucw8 6Mcu-
I^toi-ius), in den besondere Drüsen münden, deren
Sekret die Samenelemente paketweise zusammenklebt
(Samenpatronen), in welcher Gestalt sie durch innere
Begattung mittels eines vor- und rückziebdaren
Organs (Kopulationsorgan, Rute) den Weibchen
appliziert werden. Die paarigen Eierstöcke bestehen
aus mehrcrn nach oben sich verjüngenden Schläuchen
(Eiröhren), deren Gipfel sich zu einem Bande ver-
einigen, das die Eierstöcke an der Innenseite der
Leibeshöhle befestigt. DieZahlder Eiröhren schwankt
zwischen zwei (Pupiparen) und tausend (Termiten),
jede Eiröhre ist gekammert, und je mehr ihrer sind,
desto zahlreicher sind auch in jeder einzelnen die
Kammern. Die beiden Eileiter vereinigen sich bald
und münden in ein weites Nohr, die Scheide. In
diese münden weiter mehrere Drüsen, die Klebstoffe
zur Befestigung u. s. w. der Eier absondern, also
Organe der Brutpflege sind. Die Eischale bildet sich
in den Eiröbren. In die Scheide münden weiter
zweierlei Taschen ein: der äußern Geschlechtsöffnung
zunächst liegt die Begattungstasche (dui-83. co^ula-
ti-ix), die aber bisweilen fehlt, zur ersten Aufnahme
des Samens bei der Begattung, und weiter oben
eine oder mehrere gestielte ^amentaschen (i'6C6pt3.-
cula 86inini^), in die der Samen von der Begat-
tungstasche übertritt oder die denselben, wenn jene
fehlt, unmittelbar aufnehmen. Passiert ein unbe-
fruchtetes Ei die scheide, so tritt etwas Samen aus
dieser Tasche aus und durch den Mikropvlapparat
(s. Ei, Bd. 5, S. 759 a) in jenes hinein. Die G. der
Tausendfüßer sind ganz nach dem Typus derer der
Insekten gebaut, nur münden sie bei den Chilo-
gnathen (f. Schnurasseln) nicht hinten, sondern vorn
zwischen dem zweiten und dritten Körperring. Die
Spinntiere sind mit Ausnahme der Bärtiercken
(s. d.) getrennt geschlechtlich und ihre G., namentlich
die männlichen, gleichen denen der Insekten sehr.
Bei den Asselspinnen ls. d.) liegen sie bei beiden
Geschlechtern in den Beinen. Bei den Skorpionen
besteht jeder Eierstock aus drei, weit auseinander
gelegenen, durch Querbrücken verbundene Eiröhren.
Bei dcn Aftcrspinnen (s. d.) münden die beiden Ei-
leiter in einen Eiersack, aus dem ein zweiter Eileiter
entspringt, der die Eier in die Legeröhre fübrt.
Unter den Krusten tieren sind bloß die fest-
sitzenden Rankenfüßer (s. d.) Zwitter. Die Hoden
und Ovarien bilden auch hier ein oder mehrere
Paare von Schläuchen, die aber zu einer gemein-
samen Masse verschmelzen können; warnen- und
Eileiter sind indessen immer doppelt vorbanden und
münden meist weit vom After entfernt auf der
Grenze von Abdomen und Postabdomen (s. Krusten-
linc). Die ^amenelementc werden im untern Ab-
schnitt des Samenleiters oft partienweise von einer
an der Luft erhärteten Masse umhüllt und dann
als <^amenpatronen den Weibchen appliziert.
Unter den Würmern sind die Plattwürmer und
viele Ringelwürmer Zwitter, die übrigen getrennt
geschlechtlich; der Bau ihrer G. ist überaus ver-
schieden und bei den Ringelwürmern zeigt sich der
innige Zusammenhang zwischen Geschlechts- und
Erkretions- (Harn-) Organen deutlich.
Die Stachelhäuter sind mit ganz wenig Aus-
nahmen getrennt geschlechtlich und die G. sind meist
radiär angeordnet und liegen in der eigentlichen
Leibeshöhle, nur bei den Haarsternen nicht, bei
denen sie sich in den Armen und deren Anhängen
finden. Die regelmäßigen See-Igel haben fünf, die
unregelmäßigen weniger (2,3,4), die Scefterne
gleichfalls fünf G., die bei beiden Klassen auf der
vom Mund abgewendeten <^eite mit kurzen Samen-
oder Eileitern nach außen münden. Die Schlangen-
sterne haben zehn G., deren Produkte in besondere,
sich an der Bauchseite zwischen den Armen nach
außen öffnende Taschen gelangen. Die Seewalzen
haben nur ein verzweigtes Geschlechtsorgan, das
sich auf dem Rücken nahe am Munde öffnet.
Die meisten Hohltiere sind getrennt geschlecht-
lich und ibre G. bestehen aus den einfachen Ge-
schlechtsdrüsen, ohne daß weitere Hilfsorgane sich
entwickelten.
Litteratur. Martin-l^aint-Ange, Ntuä" ä?
i'apMi'kii i "pl oäuctenr ämi8 163 cinh cl3,8868 ä'ani-
inmix v6i't6l)i-63 (Par.1854); Meckel, Zur Morpho-
logie der Harn- und Geschlechtswerkzeuge der Wir-
beltiere (Halle 1848); Jörg, über das Gebärorgan
des Menschen und der Säugetiere (Lpz. 1808); ders.,
Grundlinien zur Physiologie des Menschen (ebd.
1815); Pflüqer, Die Eierstöcke der Säugetiere und
des Menschen (ebd. 1863); Waldeyer, Eierstock und
Ei (ebd. 1870); Braß, Beiträge zur Kenntnis des
weiblichen Urogenitalsystcms der Marsupialen (ebd.
1880); Tannenberg, Abhandlungen über die männ-
lichen Zeugungsteile der Vögel (Gott. 1810); Span-
genberg, l_'ii'<^ Mi-t68 A6nit3>i68 t'oeinin6a8 iiviuin
(ebd. 18l3); Müller, Über zwei verschiedene Typen
in dem Bau der erektilen männlichen G. der strauß-
artigen Vögel (Berl. 1858); Aidder, Vergleichend-
anatom, und histolog. Untersuchungen über die mann-
lichen Geschlechts - und Harnwerkzeuge der nackten
Amphibien (Dorpat 1846); Hyrtl, Beiträge zur
Morphologie der Urogenitalorgane der Fische (Wien
1850); Stein, Vergleichende Anatomie und Physio-
logie der Insekten. 1. Monographie: Die weiblichen
G. der.^äfer (Berl. 1847). sfruchiung.
Geschlechtsorgane der Pflanzen, f. Be-
Geschlechtsregister oder Stamm bäume
spielen bei den Juden, besonders bei den l önigl.und
priesterlichen Geschlechtern eine wichtige Rolle. Die
biblischen Geschichtsbücher führen uicht nur die Ab-
kunft Abrahams, des Stammvaters vou Israel,
durch fagenhafte Register bis auf Adam zurück, son-
dern teilen auch zahlreiche sonstige Stammbäume
hervorragender Persönlichkeiten, namentlich der mit
dem Kulte in Verbindung stebenden Familien mit.
Dieselben sind keine geschichtlichen Überlieferungen,
sondern mertbar künstlich aufgebaut. In den Evan-
gelien sind bei Matthäus (1, i-i?) und bei Lukas
i3,23-38) zwei G. Jesu mitgeteilt, die beide die Ab-
tunft Jesu von dem Hause David nachweisen wollen,
das eine durch die königl. Linie, das andere durch
die Nebenlinie des Nathan, eines ji'mgorn Sohnes
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