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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Gespinstfaserpflanzen - Geßner (Ludwig)
nn dcim Vertrocknen des Ieliinhalts zusammen-
geklappter Schlauck, meist bandförmig plattgedrückt,
an den Rändern wulstartig verdickt, säst immer um
'.bre Längsachse gedreht; feinere Sorten, wie ^o^v-
l'iinn barIiH(i6N8o, zeigen jedoch auch mitunter fast
zylindrische, uur fcbwach gedrehte Form. Fig. 2 in
das mikroskopische Bild einer Flachsfaser. Die-
selbe ist glatt oder mit Längsstreifen versehen. Be-
zeicknend sind Qucrsaltungen, die oft mil bannigen
Verbreiterungen verbunden sind. Tasselbe Bild
zeigt auch der Hanf, gewöhnlich mit breiterm Hohl-
räum liumon) versehen, Ein gelegentliäx'^ Unter-
icheidungsmcrkmal zwifchcn Flachv und Hanf bieten
die Faserenden. Während die landen beim Flachs
scharf .Zugespitzt sind (Fig. 2 a), hat der Hanf stumpfe,
in vielen Fällen verzweigte Enden iFig. 2d). Die
), u t e f a ser zeignet sieb in ibrem
mittlern Teile (Fig. 3) durch ibre
glatte strukturlose Oberfläche,sowie
durch stellenweise Verengung de5
Lumens aus', an den breiten En-
den iFig. 3n) ist das Lumen siebt-
lick erweitert. Das W ollhaar
(Fig. 4) hat ein schuppiges, sebacb-
telbalmartigeo 'Äußere und zeigt
im Innern, so bei den gröbstenSor-
len, zulveileit vereinzelte duntlc
Partien(Ü>tartinseln). DieSckilp-
pen erklären die Verfilzbarkeit
der Wolle und da5 kratzende,
steuernde Gefühl, das diese auf
der Haut hervorbringt. Der Sci -
den faden endlich (Fig. 5) ist al5
Robsaden gemäß seiner Entstehung li'. ^eide) aus
zwei durä'" eilte Leimschicht verbundenen Elementar-
^'äden zusammengesetzt. Bei Dehnungen der sehr
elastischen Fäden bekommt die spröde Leimschicht
^ucrrissc.
Im verarbeiteten Zustande (versponnen, verwebt,
gesärbt) sind bei den G. die ditrck blofte mitrosko-
vifchc Betrachtung gewonitenen Unterscheidung^-
mertmale oft mebr oder weniger verwiscbt, ultd es
lverden dann als weitere Ertennungsmittcl ck^em.
'Reagentien benutzt, deren bezeichnende Wirkung
namentlich in einem Aufquellen oder Auflösen oder
in der Färbung bestimmter Faserteilc beruht. Na'bc-
re5 über Abstammung, Anbau und Behandlung
der einzelnen G. s. in deit Einzelartikeln: Alpata-
wolle, Baumwolle, Flachs, Halts u. s. w. über das
Verspinnen s. Spinnerei.
Littcratu r. Bernardilt, Xomen^Iiltui e udn^iie
<I<^ tidi'08 t6xtÜ03 (Gent 1872); ^chlesingcr, Mi-
trofkopische Untersuchung der G. iZür.18?3); Wies-
ner, Die Rohstoffe des Pflanzenreichs (Lpz. 1873);
(')rothe, Katechismus der Spinnerei u. s. w. "ebd.
1875); derf., Die Technologie der G. lBerl. 1876
-^82); Vetillart, ^tuäes !>ui' 1e8 üw-<?8 vl>^t^^3
textilo8 sPar. ^l876); von Höhnet, Die Mikroskopie
der technisch verwendeten Faserstoffe (Wien 1887).
Gefpinstfaferpflanzen oder Tertilpflan -
zen, die Pssaitzelt, die Gespinstfasern (s. d.) lieferit.
Gefpinftmotten, s. II>p0ii0iu6ut3.. . ^.
Gcspinstwespen, f. Blattwespen.
Gespötts svom lat. z^onzuL, LzionZH), Braut,
Bräutigaln; Gatte, Gattin.
Gesprengt < A b g c f p r e n g t) nenltt man eine
Baukonstruktion, die auf zwei schrägen, die Last auf
seitliche stützen übertragenden Balken ruht. <S.
Lprengwerk.)
Brcckhaiis' Konverianonz-Lexilon. 14. Ausi.. VII.
Gessi lspr. dschessi), Romolo, ital. Afrikareisen-
dcr, geb. 30. April 1831 zu Ravenna, trat in das
österr. Heer, mußte dasselbe aber nach dem Auf-
stande von Venedig verlassen und kämpfte unter
Zchanwl gegen die Russen. Später war er ägypt.
Offizier im Sudalt, wo er 1876 im Auftrage von
Gordon Pascha die Strecke des Nils oberhalb Dufile
ausnabm, den Ausflnß des Nils aus dem Albert-
^ee feststellte und diesen zuerst umfuhr. Nach einem
mißlungenen Verfnch, von Fadafi aus in die Galla-
läitder vorzudringen, unterdrückte er einen Auf-
stand im südl. Darfur und am Babr el-Ghafal.
l^. wtlrde zum Pascha und Gouverneur der Bahr
el-Gbasal-Provinz ernannt. Im ^kt. 1880 kehrte
er nebst Zoldaten uitd Gefangenelt von Mefchra er-
^^ek nach Cbartnm ztlrück, vermochte aber nicht die
ll!
Fig. 1. Fil,. '.'. Fig. ^a. Fig.^l). Fig. 3. Fig.^n. Fig. 4.
Fig. 5.
Pflaltzeltbarrelt im Gazcllenstrom mit dem Dampfer
zil durchbreeben, sodaß er drei Monate lang eingc-
sel^losselt verbarren ntuftte, bi^ er 1881 dilrch Marno
befreit wurde. Er erlag den Anstrengungen nnd
' dellt ^tlntpsfieber ilt Sues 1. Mai 1881. Aus sei-
nem Nachlaß erschielt das von seinem Sohn nnd
^ M. Eamperio berausgegebeite Werk: "80tt6 ;mm
! n^i 8l.ullui oslj^jans)" iMail. 1891).
Gehler, N'amc eines aargauischen Ministerialen-
geschlechts, dessen Name auf den tyrannischen Vogt
übertragen worden ist, der nach der Sage Tell
(s. d.) zum Apfelschuß gezwungen hat und deshalb
von diesem ilt der Hohlen Gasse bei Küßnacht er-
schossen wnrde. Johann von Müller nannte den von
den ältern Ebroniken einfach "Gesler" oder"Grißler"
genannten Vogt "Hermann G. von Bruneck", ob-
gleich eilt folcher erst um 1420 oder 1430 lebte. -
Vgl. Rochholz, Tell und G. in Sage und Geschichte
Meilbr. 1877); ders., Die Aargauer G. in Urkunden
von 1250 bis 1513 iebd. 1877).
Getzner, Ludwig, Jurist, geb. 25. März 1828 zu
Artbansen im frühern Bistnm Münster, studierte zu
Halle, Heidelberg und Berlin, war 1858-63 Stadt-
richter in Berlin, arbeitete 1863-67 im Kriegs-
ministcrium, dann bis 1869 im ^taatsministerium,
endlich im Ministerium des Auswärtigen, schied
1874 als Legationsrat aus, lebte darauf in Dres-
den, zuletzt in Berlin, wo er 4. Dez. 1890 starb.
Er scbrieb: "Das Recht des neutralen Seehandels
und eine Revision der darüber geltenden Grundsätze
des Völkerrechts" (Brem. 1855), "1^6 äroit äes
N6M168 8U1' wei'" iBerl. 1865; 2. Aufl. 1876), "Zur
Reform dcs Kriegs-Teercchts" (ebd. 1875), "Krieg-
sührendc und nentrale Mächte" (ebd. 1877), "Die
Staa.tsvcrträge im allgemeinen" (in Holtzcndorffs
"Handbuch des Völkerrechts", Bd. 3, Hamb. 1887).
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