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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Gijon; Gil.; Gila; Gilan; Gilbert; Gilbert (Arzt); Gilbert (der Heilige); Gilbert (Josiah); GIlbert (Nicolas Joseph Laurent); GIlbert (Sir John)

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Gijon – Gilbert (Nicolas Joseph Laurent)

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Gihon'

durch Hiskias von W. her in die «Davidsstadt» (s. Jerusalem) abgeleitet wurde (2 Chron. 32,30). In der Folgezeit scheint man daher obere und untere Gihonquelle unterschieden zu haben, sodaß letztere mit dem Ausfluß des Siloahkanals (s. Siloah) zusammenfiel. Heute heißt diese Quelle, die einzige Jerusalems, 'Ain Umm ed-Deredsch, d. i. Treppenquelle, weil man auf Stufen zu dem überbauten Quellbassin hinabsteigt. – G. hieß auch nach 1 Mose 2,13 ein Fluß des Paradieses (s. d.).

Gijon (spr. chich-), Seestadt in der span. Provinz Oviedo, auf einer Halbinsel zwischen zwei Buchten gelegen, die am besten gebaute Stadt Asturiens, hat (1887) 35170 E., eine von Jovellanos 1794 begründete Seemannsschule, eine königl. Tabakfabrik und Seebäder. G. dient als Hafen für die Hauptstadt Oviedo und die Bergwerksdistrikte und steht mit Oviedo und mit Langreo (52 km) in Eisenbahnverbindung. Wichtigste Ausfuhrwaren sind: Kupfererz (1891: 1,8 Mill. kg), Steinkohlen (1,2), Eisen, Chlorsalze, Antimon, Haselnüsse (1,8), Kastanien und Holz. Eingeführt werden Maschinen, Getreide, besonders Mais (3,6 Mill. kg), Gewebe, Teer und Pech, Backsteine, Salze und Öl. Die Industrie erstreckt sich auf Tischlerei, Töpferei und Glasfabrikation. G. ist Sitz eines deutschen Konsuls.

Gil. oder Gilib., hinter lat. Pflanzennamen Abkürzung für Jean Emanuel Gilibert (spr. schilibähr), geb. 21. Juni 1741 zu Lyon, war Professor der Botanik in Wilna und Lyon, wo er 2. Sept. 1814 starb.

Gila (spr. dschi-, Rio G.), Nebenfluß des Colorado (s. d.) in Nordamerika, entspringt am Nordende der Miembres-Mountains in 1325 m Höhe, durchfließt in westl. Richtung in 955 km langem gewundenem Laufe die Hochflächen Neumexikos und Arizonas und die öde Gilawüste. Er mündet bei Yuma (Arizona-City). Der größte Nebenfluß ist der Salt-River (Rioalado), der unterhalb Phönix mündet.

Gilan oder Ghilan, Provinz Persiens, am Südrand des Kaspischen Meers, zwischen dem russ. Gouvernement Talisch und Masenderan, ist von der Küste bis zu dem südlich das Land begrenzenden Elbursgebirge 30–70 km breit und etwa 200 km lang. G. ist die fruchtbarste Provinz des Reichs. Das halbkreisförmige Gebirge ist bis zum Kamm mit dichtem Walde bedeckt; ein gelber Streifen Ufersand trennt das blaue Wasser vom grünen Walde. Auf den Reisfeldern der Küstenniederungen wachsen Maulbeerbäume, Feigen, Pfirsich, Birnen, Orangen und Rosen. Der bedeutendste unter den zahlreichen Bergströmen ist der Sefid-rud, d. h. Weißer Fluß, im Oberlaufe Kisil-Usen (s. d.) genannt. Das Klima ist sehr feucht und größtenteils ungesund. Anbau von Gerste, Weizen, Reis und Wein, Viehzucht (Schafe und Rinder) und Seidenzucht sind die wichtigsten Erwerbszweige. G. hat etwa 200000 E. auf 11000 qkm und zerfällt in 5 Distrikte. Hauptstadt ist Rescht (s. d.). Die Bewohner, Gilani, nennen sich selbst Gsilek, die in den Bergen nach ihren Distrikten Déilemi, Talischi u. s. w. Sie gehören zur iran. Rasse, die Sprache zerfällt in vier Dialekte. Die Weiber sind weiß und von schöner orient. Bildung, die Männer von olivenfarbiger oder kupferiger Hautfärbung. Die Galyschen oder Gebirgshirten haben den ältesten Typus aus den Zeiten der Arsaciden bewahrt. Die Kolonisten sind teils Kurden, teils Turkmenen aus Aserbeidschan. Die Gilani sind schiitische ↔ Mohammedaner. – Vgl. G. Melgunoff, Das südl. Ufer des Kaspischen Meers (Petersb. 1868).

Gilbert, ein bis 1872 in Frankfurt a. M. gesetzliches großes Brennholzmaß, im allgemeinen = 2 Stecken, also bei der gewöhnlichen Scheitlänge von 3 Fuß = 75,786 Frankfurter Kubikfuß = 1,7472 cbm oder Ster; beim Tannenscheitholz für die Bäcker = 3 Stecken, also = 2,6208 cbm.

Gilbert, der Heilige, s. Gilbertiner.

Gilbert, engl. Arzt, s. Elektricität (Bd. 5, S.984b).

Gilbert, Sir John, engl. Maler und Illustrator, geb. 1817 in Blackheath bei London, bildete sich durch Selbstudium zum Künstler aus und brachte bereits 1836 ein Aquarell: Verhaftung des Lord Hastings durch den Herzog von Gloucester, an die Öffentlichkeit, seitdem erschienen von ihm zahlreiche Aquarelle und Ölbilder in den Ausstellungen der Royal Academy, der British Institution und der Gesellschaft der Aquarellmaler. Frische Farbengebung, freie Behandlung und reiche Phantasie zeichnen seine Bilder aus, die meist dem histor. Genre angehören. Seine bekanntesten Ölgemälde sind: Don Quixote dem Sancho Pansa Rat gebend, Erziehung des Gil Blas, Ermordung des Thomas a Becket, Reiterangriff der Cavaliere bei Naseby 1645, Rubens und Teniers, Wolsey und Buckingham, Einzug der Jeanne d‘Arc in Orléans, Karl I. nach seiner Verurteilung zum Tode die Westminsterhalle verlassend, Königin Margarete als Gefangene nach der Schlacht bei Tewkesbury 1471, Die Kreuzfahrer. Von seinen Aquarellen sind hervorzuheben: Richard II. verzichtet auf die Krone zu Gunsten Bolingbrokes (1861), Othello vor dem Senat. Neuerdings stellte er aus: Ego et Rex meus (1889) und Vorwärts (1890). G. hat außerdem viele Illustrationen zu Büchern (Shakespeare, Longfellow, Tristram Shandy u. a.) und besonders zu den «Illustrated London News» geliefert. 1871 zum Präsidenten der Royal Society of painters in water colours (s. Aquarellmalerei) ernannt, wurde er zum Ritter geschlagen und 1876 zum Mitgliede der Königl. Kunstakademie gewählt.

Gilbert, Josiah, engl. Maler und Schriftsteller, geb. 7. Okt. 1814 zu Rotherham in Yorkshire, studierte an der Königl. Kunstakademie zu London, war einige Jahre als Porträtmaler thätig und zog sich 1843 nach Ongar in Essex zurück, wo er seitdem seinen litterar. und künstlerischen Beschäftigungen lebt. Er verfaßte: «Art, its scope and purpose» (1858), «The Dolomite mountains: Excursions through Tyrol, Carinthia, Carniola and Friuli in 1861–63» (mit G. C. Churchill, Lond.1864; deutsch, 2 Tle., Klagenfurt 1865–68), «Cadore, or Titian’s country» (1869), «Art and religion» (1871), «Autobiography of Mrs. G., ed. By J. G.» (2 Bde. 1874), «Landscape in art before Claude and Salvator» (1885).

Gilbert (spr. schilbähr), Nicolas Joseph Laurent, franz. Dichter, geb. 1751 zu Fontenoi-le-Chateau in Lothringen, wandte sich, nachdem er seine Studien vollendet, nach Paris, hatte aber als Gegner der die öffentliche Meinung beherrschenden Encyklopädisten wenig Erfolg als Dichter. Ein Sturz vom Pferde verletzte ihn gefährlich und an den Folgen desselben starb er arm und verlassen, fast wahnsinnig 12. Nov. 1780 in Paris. G. besaß ein kräftiges Talent, und nicht mit Unrecht hat man ihn den franz. Juvenal genannt. Unter seinen Gedichten zeichnen sich besonders aus: «La début poétique»

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 1026.