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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Gitterschwamm; Gitterträger; Giudecca; Giudicaria; Giuliani; Giuliani (Mauro); Giuliano; Giuliari; Giulio; Giulio Romano

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Gitterschwamm – Giulio Romano (Maler)

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Gitterschnecken'

Deckel ist nicht vorhanden. Die einzige, in viele Untergattungen zerlegte Hauptgattung Cancellaria hat gegen 120 meist die wärmern Meere bewohnende Arten. Sie nähren sich von vegetabilischer Kost und finden sich daher im untiefen Wasser.

Gitterschwamm, s. Clathrus.

Gitterträger, s. Eisenbrücken (Bd. 5, S.920b).

Giudecca (spr.dschudékka), Insel im Adriatischen Meere, im S. von Venedig (s. d.), von diesem durch den Canale della G. getrennt und durch regelmäßige Dampfschiffahrt verbunden. Ihren Namen soll sie von den Juden haben, die hier vor ihrer Verweisung in den Ghetto gewohnt haben sollen. Es wohnen daselbst fast nur Handwerker und Fischer.

Giudicarĭa (spr. dschu-), s. Judicarien.

Giuliani (spr. dschu-), Giambattista, ital. Philolog und Dante-Forscher, geb. 4. Juni 1818 zu Canelli bei Asti, studierte zu Asti und Fossano Philosophie und Mathematik, trat 1836 in den Somaskerorden, wurde 1837 Professor der Mathematik und Physik am Collegium Clementinum in Rom, Ende 1839 Professor der Philosophie am Lyceum in Lugano und schrieb hier das Lehrbuch «Trattato elementare di algebra» (Lugano 1841 u. ö.). 1847 wurde er Professor der Moralphilosophie und 1848 der geistlichen Beredsamkeit an der Universität zu Genua. Seit 1860 wirkte er als Professor der ital. Litteratur und Erklärer der Werke Dantes am Istituto degli studi superiori in Florenz, wo er 11. Jan. 1884 starb. Von seinen meist der Erläuterung von Dantes «Divina Commedia» gewidmeten Schriften sind nennenswert: «Alcune prose» (Savona 1851), «Metodo di commentare la Divina Commedia» (ebd. 1856; 2. Aufl., Flor. 1861), «Delle benemerenze di Dante verso l’Italia e la civiltà» (Flor. 1860), «La Vita Nuova e il canzoniere di Dante Alighieri ridotti a miglior lezione e commentati» (ebd. 1863; 3. Aufl. 1883), «Sul vivente linguaggio della Toscana» (ebd. 1865), «Arte, patria e religione» (ebd. 1870), «Moralità e poesia del vivente linguaggio toscano» (ebd. 1871), «Il Convito di Dante Alighieri reintegrato nel testo con nuovi commenti» (2 Tle., ebd. 1874), «Opere latine di Dante Alighieri reintegrato nel testo con nuovi commenti» (2 Bde., ebd. 1878–82), «La Commedia di Dante Alighieri raffermata nel testo giusta la ragione critica e l’arte dell’autore» (ebd. 1880), «Delizie del parlare toscano» (2 Bde., ebd. 1884). Von seinem noch ungedruckten Hauptwerke, dem Kommentar zu Dantes «Divina Commedia», sind zahlreiche Proben in ital. Zeitschriften und im «Jahrbuch der deutschen Dante-Gesellschaft» erschienen.

Giuliani (spr. dschu-), Mauro, Musiker, geb. 1796 in Bologna, lebte seit 1807 in Wien, wo er 1820 starb. Er war der beste Guitarrevirtuose und zugleich der bedeutendste Komponist für sein Instrument (3 Konzerte, Sonaten, Etüden, Quintett für Guitarre, 2 Violinen, Viola und Cello u. s. w.).

Giuliano (spr. dschu-) in Campania, Stadt im Kreis Casoria der ital. Provinz Neapel, 10 km nordwestlich von Casoria, hat (1881) 11748, als Gemeinde 12394 E.

Giuliari (spr. dschu-), Giambattista Carlo, Graf, ital. Literarhistoriker, geb. 24. April 1810 in Verona, studierte in Rom Theologie, ist seit 1856 Domherr und Bibliothekar der Biblioteca Capitolare zu Verona. Er veröffentlichte: «Memoria bibliografica Dantesca» (Verona 1865), «Sopra un codice di rime stimate inedite dell’Alighieri» (ebd. 1865), ↔ "Cinque discorsi dell’Alighieri dalla sua statua in Verona» (ebd. 1865–68), «Degli studii di filologia comparata» (ebd. 1866), «Colpo d’occhio sulle biblioteche d’Italia» (Flor. 1867), «Trattato dei ritmi volgari di Gidino de Sommacampagna» (Bologna 1870), «Il libro di Teodolo» (ebd. 1870), «Delle emigrazioni letterarie italiane» (Genua 1871), «Bibliografia del dialetto veronese» (Bologna 1872), «Storia della musica sacra in Verona» (2 Bde., Flor. 1874–79), «Della letteratura veronese e delle sue opere a stampa al cadere del secolo XV» (Bologna 1876), «Fr. Petrarca e la sua scoperta delle epistole di M. T. Cicerone in Verona» (Flor. 1876), «Diplomi imperiali recentemente scoperti» (Vened. 1879), «Monumenti per la storia veronese» (Verona 1880), «La conversione di San Paolo ed il il suo apostolato» (ebd. 1881), «Istoria monumentale letteraria, paleografica della Capitolare Biblioteca di Verona» (Vened. 1882) u. v. a.

Giulio (spr. dschu-), Münze, s. Paolo.

Giulĭo Romano (spr. dschu-), eigentlich Giulio Pippi, ital. Maler und Architekt, geb. 1492 in Rom, gest. 1. Nov. 1546 in Mantua, der bedeutendste von Raffaels Schülern, hatte an mehrern von Raffaels wichtigen Werken großen Anteil; so an der heiligen Familie (im Louvre) und an der Transfiguration (im Vatikan). Auch an den Raffaelschen Fresken in den Loggien und Stanzen des Vatikans und in der Farnesina (s. d.) sind große Partien von seiner Hand oder unter seiner Leitung ausgeführt. Zu seinen frühern selbständigen Werken, die noch Raffaelsche Einwirkung erkennen lassen, gehören die malerischen und dekorativen Ausschmückungen der Villen Madama bei Rom und Lante bei Viterbo, welche er beide, erstere nach Raffaels Anlage, erbaut hatte. Nach Raffaels Tode vollendete er mit Penni die Fresken des Konstantinsaales im Vatikan. Eine neue Richtung trat bei ihm hervor, als er 1524 dem Rufe des Marchese Federigo Gonzaga nach Mantua folgte, wo er sich nun weder Raffael noch den Mustern der Antike gegenüber befand. Dagegen wird nunmehr der Einfluß Michelangelos merkbar. In Mantua führte er mehrere Kirchen, darunter das Innere von Sant' Andrea, und Paläste auf, leitete deren reiche Dekoration, schmückte sie mit großen Fresken und versammelte zu dem Zweck eine große Anzahl von Schülern um sich. Für seinen Gönner erbaute er den berühmten Palazzo del Te, den er mit einer Fülle von Fresken (Sturz der Giganten, Liebesgeschichten der Götter, Amor und Psyche) zierte. In diesen Bildern findet sich ein erregt großartiges, selbst wildes Element, dessen effektvolle Wirkung, aber auch innere Hohlheit, indes nicht zu leugnen ist. In einem besondern Zimmer stellte er den Triumphzug des Deutschen Kaisers Sigismund dar (gestochen von Bartoli). Was er hier gemalt hatte, konnte er, als Kaiser Karl V. Mantua besuchte, bei den Festlichkeiten in Scene setzen. Diese Wirksamkeit dehnte sich sogar über die ganze Lombardei aus. Marcanton hat viele Entwürfe G.s gestochen. Als sein Hauptwerk unter den Tafelbildern aus früherer Zeit gilt die Steinigung des heil. Stephanus in der Kirche San Stefano zu Genua; ferner sind zu nennen: zwei Madonnenbilder im Museum zu Neapel, das Marienbild des Hochaltars der Kirche dell' Anima in Rom, die reizende Madonna della Catina (Maria das Kind

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 26.