Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

70

Gleit- und Rutschschere – Glessit

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Gleitflächen'

Zwillingsbildung beliebt ist, und so können, wie beim Kalkspat, Wismut, Antimon, durch geeignete Pressung künstlich einfache oder polysynthetische Zwillinge erzeugt werden. Doch können die G. auch in Richtungen vorhanden sein, nach denen vermöge der Symmetrie keine Zwillingsbildung möglich ist.

Gleit- und Rutschschere, s. Bergbohrer.


Textfigur:

Gleiwitz, Kreisstadt im Kreis Tost-Gleiwitz des preuß. Reg.-Bez. Oppeln, 66 km südöstlich von Oppeln, links an der Klodnitz und am Klodnitzkanal, in 218 m Höhe, an den Linien Cosel-Kandrzin-Kattowitz, G.-Peiskretscham (11,1 km) und den Nebenlinien G.-Poremba (11,4 km), G.-Borsigwerk (12,8 km) und G.-Orzesche-Sohrau (35,2 km) der Preuß. Staatsbahnen, ist Sitz des Landratsamtes, eines Landgerichts (Oberlandesgericht Breslau) mit 6 Amtsgerichten (G., Nikolai, Peiskretscham, Pleß, Tost, Zabrze), eines Amtsgerichts, Hüttenamtes, Zoll- und Steueramtes, einer Bauinspektion, Reichsbankstelle (Umsatz 1892: 676,615 Mill. M.) und Handelskammer, hat (1890) 19667 E., darunter 3709 Evangelische und 1767 Israeliten, in Garnison (1418 Mann) das 1. und 2. Bataillon des 22. Infanterieregiments Keith und die 5. Eskadron des 2. Ulanenregiments von Katzler, Post erster Klasse mit Zweigstelle, Telegraph, Schlachthaus, Gas- und Wasserleitung, eine kath., eine altkath. und eine evang. Kirche, eine Synagoge, Denkmäler zur Erinnerung an 1813/14 und 1870/71, ein königliches kath. Gymnasium, 1816 eröffnet (Direktor Ronke, 17 Lehrer, 12 Klassen, 335 Schüler), eine königl. Ober-Realschule mit technischer Fachschule für Maschinenbauer und Hüttenleute, zwei höhere Mädchenschulen, ein Zeughaus, ein Hospital, 1409 gegründet, städtisches Krankenhaus, kath. und evang. Waisenhaus, oberschles. Augen- und Ohrenheilanstalt, Niederlassung der Borromäerinnen zur Privatkrankenpflege. Es besteht eine königl., 1794 gegründete Eisengießerei (Gleiwitzer Hütte) mit zwei Hochöfen, großartiger Maschinenbauanstalt, Kesselschmiede u. s. w. (1200 Arbeiter), ferner die Oberschlesische Eisen-Industrie-Aktiengesellschaft für Bergbau und Hüttenbetrieb (7500 Arbeiter), Fabriken für Draht und Drahtnägel, Walzdraht, Ketten und Preßnägel (2000 Arbeiter), Röhrenwalzwerk und Eisengießerei (S. Huldschinski + Söhne, 1000 Arbeiter), Chamottefabrik (Aktiengesellschaft, 350 Arbeiter), Glashütte und -Schleiferei (200 Arbeiter), Metallgießerei, mehrere Maschinen-, Dampfkesselarmaturen-, landwirtschaftliche Maschinen-, Eisen- und Drahtwaren-, Papier-, Pappen- und Farbenfabriken, Dampfmühlen, Öl- und Sägemühlen und eine Dampftischlerei. Neben der Reichsbankstelle fördern Filialen der Breslauer Wechsler- und der Breslauer Diskontobank und eine Oberschlesische Getreidebörse den Handel. – Die erste Kunde von G. stammt aus dem 12. Jahrh.; das Land gehörte 999–1202 zu Polen. 1430 wurde G. zerstört, 1596 unter Kaiser Rudolf II. königl. Immediatstadt und hierdurch selbständig.

Glen (gälisch: Gleann), in Schottland Bezeichnung für ein enges, kahles Thal, im Gegensatz zu Strath, was ein breites, angebautes Thal bezeichnet. ↔

Glenalmond (spr. glennahmönn[d]), das malerische Thal des Almonds, in der schott. Grafschaft Perth, mit dem 1847 eröffneten Glenalmond oder Trinity College, einer Schule der schottischen bischöfl. Kirche, 19 km im NO. von Crieff.

Glenaninseln (spr. -náng-), neun Eilande an der Südküste des franz. Depart. Finistere, im W. von Lorient, sollen einst zusammengehangen haben und ein Heiligtum der Druiden gewesen sein. Auf Penfret ein Leuchtturm.

Glen-Coe (spr. koh), enges Thal in der schott. Grafschaft Argyll, im O. des Loch Linnhe, von steilen Felsen eingeschlossen, erstreckt sich von dem Dörfchen Ballachulish über den Loch Leven bis zum Etive 15 km weit. Mittendurch strömt der düstere Fluß Coe, begrenzt von fast senkrecht zu 1000 m aufsteigenden Felswänden. Die Sage läßt Ossian hier geboren werden.

Glendower (spr. glénndauer; Glyndwr), s. Owen Glendower.

Glen-More nan-Albin (spr. mohr; d. h. Großes Thal von Schottland), durchzieht die Grafschaft Inverneß von SW. nach NO., vom Loch Linnhe bis zum Moray Firth. Innerhalb desselben verbindet in gerader Linie der Caledonische Kanal (s. d.) die Seen Lochy, Oich und Neß. Der gesamte Spalt hat von Meer zu Meer 100 km Länge.

Glenner, rechter Nebenfluß des Vorderrheins im Oberlande des schweiz. Kantons Graubünden, entspringt mit zwei Quellflüssen, dem Vriner- und dem Valserrhein. Der Vriner- oder Schwarze Rhein, der eigentliche G. (romanisch Gloge), hat seine Quellen am Piz Terri (2424m) und durchfließt das weidenreiche Vrinthal. Bei Oberkastels (998 m) vereinigt sich mit ihm der Valser- oder Weiße Rhein, der mit zwei Quellbächen aus dem Lentagletscher (2200 m) nördlich vom Rheinwaldhorn und aus dem Kanalgletscher entspringt und das St. Peterthal durchfließt. Vor der Vereinigung beider Quellflüsse fließt der G. in tiefem Tobel durch das Lugnetz, dann zwischen den begrasten Abhängen des Piz Mundaun westlich, den Terrassen der wild zerrissenen Rieinerhörner östlich dem Vorderrhein zu, in den er 1 km östlich von Ilanz einmündet. Der G. selbst wie seine Quellflüsse sind wilde Bergwasser mit zahlreichen Stromschnellen und Wasserfällen. Von der Quelle des Valserrheins bis zur Mündung beträgt die Flußlänge 40 km, das Gefälle 1510 m.

Glenner, Bezirk im schweiz. Kanton Graubünden, benannt nach dem gleichnamigen Nebenfluß des Vorderrheins, hat 698,1 qkm, (1888) 10566 E., darunter 3210 Evangelische, in 38 Gemeinden und zerfällt in die drei Kreise Ilanz, Lugnetz und Ruis. Hauptort ist Ilanz.

Glens Falls (spr. fahls), Stadt im County Warren des nordamerik. Staates Neuyork, nordöstlich von Saratoga, links vom Hudson, an einer Zweigbahn, welche nach dem Georgesee führt, hat (1890) 9509, mit South G. F. 11115 E., großartige Wasserfälle, Marmor- und Kalkbrüche. Die Wasserkraft der Fälle ist der Industrie (Sägemühlen, Ziegelsteinbrennerei, Papier- und Hemdenfabrikation) nutzbar gemacht.

Glenwood Springs (spr. -wudd), rasch aufblühender Ort im nordamerik. Staate Colorado, im Thale des Grand-River, in 1580 m Höhe, mit wichtigen Mineralquellen und Bergbau auf Anthracit.

Glessit, fossiles Harz, das sich als Seltenheit mit dem Bernstein zusammen im ostpreuß. Tertiär findet. Er ist bräunlich und zeigt unter dem Mikro-

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 71.