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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Göckingk - Godeffroy
agentur, Fernsprechverbindung, 2 Ölmühlen, 2 große
und Weinbau. G. kam 1804 an Baden. - 2) G.
in Bayern, Dorf im Bezirksamt Schweinfurt des
bayr. Reg.-Bez. Uuterfrankcn, 5 km im SO. von
Schweinfurt, hat (1890) 1894 E., darunter 90 Ka-
tholiken und 48 Israeliten, Postexpedition, aus-
gedehnten Land- und Gartenbau (Gemüse, Arznei-
kräuter, Gurken, Zwiebeln, jährlich etwa300000 M.
Ausfuhr). Ehemals war G. Reichsdorf.
Göckingk, Leop. Friedr. Günther von, Dichter,
geb. 13. Juli 1748 zu Groningen bei Halberstadt, be-
suchte das Pädagogium zu Halle, studierte in Halle
die Rechte, wurde 1786 Kriegs- und Domänenrat
bei der Kammer zu Magdeburg, 1788 Land- und
Steuerrat zu Wernigerodc, 1793 Geh. Finanzrat in
Berlin und1802Geheimrat des Fürsten von Oranien-
Fulda zuFulda. 1789 von Friedrich Wilhelm II. ge-
adelt, schrieb er sich seitdem: von G. auf Daldorf und
Günthersdorf. Später zog er sich aus dem öffent-
lichen Leben zurück und hielt sich bis 1826 in Ber-
lin, dann bei feiner Tochter zu Wartenberg in Schle-
sien auf, wo er 18. Febr. 1828 starb. Unter feinen
"Gedichten" (3 Bde., Frankf. 1780-82; neue Aufl.,
4 Bde., 1821) erlangten befonders die Poet. Episteln
die größte Popularität. Viele feiner "Sinngedichte"
(Kalberst. 1772; 2.Aufl., Lpz.1778) und fatir.Fabeln
zeichnen sich durch damals noch feltene polit. Anspie-
lungen und kernigen Freimut und seine "Lieder zweier
Liebenden" (Lpz. 1777; 3. Aufl. 1819) durch Zartheit
und Innigkeit des Gefühls und Reinheit der Sprache
aus. 1776-78gab erden "Göttinger",1779-88 mit
Voß den "Vossischen (Hamburger) Musenalmanach"
heraus. Auswahl seiner Dichtungen von Minor in
Kürschners "Deutscher Nationallitteratur", Bd. 73.
Goda, ind. Fluß, s. Godawari.
Godalming, Stadt und Municipalborough in
der engl. Grafschaft Surrey, 7 km im SSW. von
Guildford, an dem rechts zur Themfe gehenden Wey,
welcher hier schiffbar wird, hübsch gelegen, hat (1891)
2797 E., vieleHolzhäuser aus dem 17.Jahrh.,Fabri-
kation von Strümpfen, HandfchuhenuudPergament.
Auf einer Anhöhe die (^N6i'dou36 scuool (s. d.).
Gödapa, Fluß, f. Godfcheb.
Godard (spr. -dahr), Benjamin Louis Paul,
franz. Komponist, geb. 18. Aug. 1849 in Paris und
am dortigen Konservatorium gebildet, schrieb und
veröffentlichte zuerst hauptfächlich instrumentale
Kammermusik und Lieder, später auch symphonische
Orchesterwerke. Eine sogenannte dramat. Sinfonie
mit Soli und Chören, "Tasso" betitelt, erhielt bei
der Weltausstellung 1878 den von der Stadt Paris
ausgefetzten Preis. Seine "8cen68 poeti^nes" für
Orchester sind auch in Deutfchland beliebt.
Gödälvart (engl. 6c"äav6r^). 1) Größter Strom
im Dekan, entspringt in etwa 1000 in Höhe, im
Distrikt Nasik der brit.-ind. Präsidentschaft Bombay,
auf den östl. Abhängen der West-Ghat, fließt in
südöstl. Richtung dem Golf von Vengalen zu. Seine
Länge beträgt 1345 km, das Stromgebiet 280600
hkm. Bei Polawaram, etwa 148 km vom Venga-
lifchen Meerbusen, durchbricht die G. die Ost-Gyat
in einer 450-470 m breiten Schlucht, ohne daß
die Schisfahrt hier behindert würde. Oberhalb
dieser Schlucht tritt der Fluß in der Regenzeit weit-
hin über seine flachen Ufer und läßt den frucht-
barsten Schlamm zurück. Im Tieflande der Küste
teilt die G. sich in drei Hauptarme, deren größter, die
Gautami-Godawari, sich östlich wendet und unweit
des Hafens Kokanada, bei der Landspitze Koringa
mündet; der südlichste Arm, die Waschista-Goda-
wari, mündet bei der Landfpitze Narsapur, nach-
dem er vorher den dritten Arm, die Wainatejam-
Godawari, entsendet hat. Die Gautami-Godawari
hat Wasser für Schiffe von 3 bis 4 m Tiefgang, wäh-
rend die Waschista-Godawari nur solche von 2-3 m
zuläßt. Große Schiffe müssen sich wegen der Sand-
bänke von der Dcltaküste entfernt halten. Die zahl-
reichen Infeln enthalten ausgezeichneten Boden für
Tabak, die Ufer schwarze Dammerde (fog. Cotton-
Ground), die Küste felbst fandigen Boden mit vielen
Kokos- und Palmyrapalmen. Die bedeutendsten
Nebenflüsse sind rechts der Mandschera, links der
Dudhna mit dem Purna, der wichtige Pranhita, die
Indrawati und die Sabari oder Sibri. Der Schiff-
barmachung der G. und seiner Nebenflüsse fürDampf-
boote wird, befonders imInteresse derBaumwollaus-
fuhr, große Aufmerksamkeit geschenkt. Die G., auch
Goda genannt, ist einer der heiligsten Flüsse der
Hindu; besonders heilig gilt ihnen die Gautamimün-
dung. Dem Volksglauben gemäß ist auch die G.,mit
dem heiligsten aller Flüsse, dem Ganges, unterirdisch
verbunden. Alle 12 Jahre findet an den Ufern ein
großes Badefest statt. - 2) Distrikt der Präsident-
schaft Madras, grenzt im N. an den Staat Baßtar
in den Centralprovinzen und dem Distrikt Wissa-
gapatam, im O. und S. an das Meer, im SW.
an Kistna, im W. an Haidarabad, hat auf 19023
ykm (einschließlich 2124 ykm der Agentschaft für
die einheimifchen kleinen Fürstentümer) 1881
1791512 E. (cinfchließlich 10889 der Agentschaft),
darunter 1748734 (97,6 Proz.) Hindu, 38798 (2,2
Proz.) Mohammedaner und 3893 Christen. Der
Boden, meistens Alluvium oder künstlich bewässertes
Land, zeichnet sich durch Fruchtbarkeit aus. Haupt-
erzeugnisse sind Reis, Mais, Hirse, Jute, Hanf,
Olsaaten und Zuckerrohr. Für die Ausfuhr wird
Tabak, Indigo und Baumwolle gewonnen, die
letztere von vorzüglichster Befchaffenheit. Haupt-
stadt ist Kokanada (s. d.).
<5oÄ-Äa.in! (eigentlich <3oä äainn, spr.goddämm,
Gott verdamme es!), ein im Englischen üblicher Fluch.
Gödde(Gudda)oderKödde(Cuddi),einarab.
Flüssigkeitsmah, geteilt in 8 Nusfias zu 10 Wakias
(Vakias), an Inhalt ^ etwa 2 engl. Wein-Gallons
oder 7,5? 1.
Godeau (spr.-doh), Antoine, franz. Schriftsteller,
geb. 1605 zu Dreur, war der Vetter Conrarts und
beteiligte sich eifrig an der Conrartfchen Gefell-
schaft und war daher einer der ersten Akademiker.
Im Hotel de Rambouillet genoß er einen großen
Ruf, er war das Orakel des gelehrten Zirkels und
erhielt den Beinamen "Xaw äs ^ilis" (d. h. Zwerg
des Fräuleins von Rambouillet). 1636 wurde G.
von Richelieu zum Bischof von Grasfe ernannt.
Seine "?068i68 e1ii'6t,i6nn6L" (3 Bde., 1660 - 63)
enthalten Oden, Paraphrasen, Psalmen u. s. w., die
von seinen Zeitgenossen als Muster angesehen wur-
den. G. starb 21. April 1672 zu Vence. - Vgl.
Tisserand, ^. 6. (Bd. 1, Par. 1870).
Godebert, König der Langobarden, s. Godibert.
Godeffroy (spr. god'fröä)', Johan Cesar, Ham-
burger Großhändler, geb. 1. Juli 1813 zu Kiel, trat
1830 in das 1766 von seinem Großvater errich-
tete Geschäft, dessen Weltruf er begründete. Das
Hauptfeld der Thätigkeit des Hauses G. war die
Südsee, besonders die Samoa- und Tonga-In-
seln; mit 32 Schiffen beherrschte es den Handel des