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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Goldwäscherei - Goletta
Gold- und Silberwaren gehören nacb dcr Deut-
schen Gewcrbcoron. ß. 56 zu den vom Ankauf oder
Feilbieten im Umherziehen ausgeschlossenen Waren.
Gold-und Silbcrsachen, welche im Wege dcrZwangs-
vollstrcckung gepfändet sind, dürfen bei der Zwangs-
versteigerung nach §. 721 der Deutschen Civilprozeh-
ordnung nicht unter ibrem Gold- und Silberwertc
zugeschlagen werden. Wird ein den Zuschlag ge-
stattendes Gebot nicht abgegeben, so kann der Ge-
richtsvollzieher den Verkauf aus freier Hand zu dem
Preise bewirken, welcher den Gold- oder Silberwert
erreicht. Sind Gold- oder Silbcrsachen Gegenstand
eines Frachtvertrags, so baftet der Frachtführer bez.
der Schiffer bei deren Verlust oder Vefchädigung
aus dem Frachtvertrage nur, wcun ihre Beschaffen-
heit oder ihr Wert dem Frachtführer oder Schiffer
angegeben waren.
Goldwäfcherei, s. Gold sS.120I)) und Seifen.
Goldwasser(Danziger),s.DanzigcrGoldwasfer.
Goldweber, s. Webervögel.
Goldwespen (OIirvLiäiäae), eine Familie der
Hautflügler (s. d.), die ihres allgemeinen Körper-
baues wegen zu der Gruppe llvmLiiopwi'a acuI^iH
gerechnet werden muß, deren Weibchen indessen keinen
Giftstachel, sondern eine Legeröhre besitzen. (5s sind
gedrungen gebaute, kleine bis mittelgroße, meist
prachtvoll metallisch blau, rot, goldig oder grün
schimmernde Wespen, die sich gern an altem Holz-
werk, Lchmmaucrn, sandigen hängen und ähnlichen
Orten aufhalten, wo einsam lebende Wespen und
Bienen nisten, und ihre Eier in deren Nester legen,
in denen die madcnartigcn Larven von dem ein-
getragenen Futter oder der Larve des Wirtes leben
und sich später verpuppen. Um sich vor Angrissen
zu schützen, kugeln sich die G. zusammen, indem sie
Kopf und Vorderrücken in eine an der Unterseite des
Hinterleibes befindliche Aushöhlung bergen. Man
kennt bis jetzt über 700 Arten; in Deutschland ist
u. a. Okrv8i3 iFmtll ^. (s. Tafel: Infekten II,
Fig. 10) überall gemein.
Goldziher, Igna;, Orientalist, geb. 22. Juni
1350 zu Stuhlweihenburg, studierte in Budapest,
Berlin und Leipzig orient. Sprachen, 1871-72 auf
den Bibliotheken in Leiden und Wien die orient.
Handschriften. Seit 1872 an der Budapester Univer-
sität als Privatdocent habilitiert, hielt er sich 1873-
74 in Syrien, Palästina und Ägypten auf und wurde
1876 zum korrespondierenden, 1892 zum ordent-
lichen Mitglied der Ungarischen Akademie gewählt;
seit 1876 ist er Sekretär dcr jüd. Gemeinde in Buda-
pest. Er veröffentlichte: "Studien über Tanchüm
Icrüschalmi" (Lpz. 1871), "Beiträge zur Gefchichte
der Sprachgelebrfamkeit bei den Arabern" (3 Hefte,
Wien 1871-73), "Beiträge zur Litteraturgeschichte
derS^a" (ebd. 1874), "DcrMythos bei dcnHcbräern
und seine geschichtliche Entwicklung" (Lpz. 1876),
wovon auch eine engl. Übersetzung (Lond. 1877) er-
schien; "^2 i32lü<ui" (Budapest 1881; in ungar.
Sprache), "Die Zahiritcn, ihr Lehrsystcm und ihre
Geschichte" (Lpz. 1884), "Mohammed. Studien"
(2 Bde., Halle 1889-90), außerdem zahlreiche Ab-
handlungen inverschiedenenZeitschriften. In ungar.
Sprache ist von G. eine Reihe von Abhandlungen
und Vorlesungen in den Schriften dcr Vudapester
Akademie erschienen, so namentlich über die Natio-
nalitäten im Islam (1873), über orient. Vüchcrwcsen
<1874),Antrittsvorlesung überöstl.undwestl.Islanl
(1877), Geschichte dcr Sprachwissenschaft bei den
Arabern (1878), über die Anfänge des Mohammed.
! Rechts (1884), übcr die Fortschritte und Resultate
der Palästinaforfchung i1886), Denkrede übcr H. L.
Fleifcher (1888), Überlieferung dcr altarab. Poesie
! (1892) u.a.m.
Goldzunder wird gewonnen, indem leinene
Lappen mit Goldchlorid getränkt und nach dem
Trocknen verbrannt werden. Er dient Zum Ver-
^ golden von Metallen auf kaltcm Wcgc.
! ' Golea, Oase, s. El-Golea.
l Gotkbiowski (spr. -lemb-), -3ukasz> voln. Alter-
tumsforscher, gcb. 1773, Zögling dcr Piaristcn von
Dabrowica, kämpfte unter Kosciuszko, wurde Biblio-
thekar des Grafen Czacki in Poryck, dann dcr
Czartoryski in Pulawy, zuletzt dcr Warschauer Uni-
versitätsbibliothek; nach Aufhebung dieses Postens
zog er sich anfs Land zurück, wo er 1849 starb.
G. war einer dcr frühesten Arbeiter auf dem Ge-
biete der poln. Volkskunde (hierher gehört sein "I^uä
polZki", Warsch. 1830, d. i. über Gebräuche und
Aberglauben des Volks) und der poln. Altcrtums-
^ tunde (seine Schriften über poln. Kostüme, übcr
! Häufer und Höfe, über Spiele und Tänze der ver-
schiedenen Stände, 1836); er schrieb auch eine "Ge-
^ schichte Polens" (polnisch, 3 Tle., Warsch. 1846-47)
! und übersetzte Gibbon und Vartheiemy. Besonderes
i Verdienst erwarb er sich durch die Katalogisierung
^ der Handschriften der drei großen Bibliotheken, die
, seiner Verwaltung dcr Reihe nach unterstanden.
Golenischtschew - Kutufow (spr. üsoff), russ.
Adelsgeschlecht, stammt ab von Golenischtschew,
dem Nachkommen eincs aus Preußen ausgewan-
derten Kutüsa. Ihm gehört an der russ. Feldmar-
schall Fürst Michail Ilarionowitsch Golenischtschew-
Kutusow (s. Kutusow) und der Dichter Arsenij
Graf Artadjewitfch G., geb. 1848, einer der
talentvollsten Vertreter der neuesten russ. Schule.
^ Er schrieb Erzählungen: "Eine nordische Legende",
"Das Märchen der Nacht" und namentlich den
Roman in Versen "Es tagt" (deutsch von Iesscn
! ^L. von Ostens Petcrsb. 1886).
Göler von Ravensburg, Franz Wilh. Aug.,
Frcihcrr, bad. Generalmajor und Militärschrift-
steller, geb. 28. April 1809 zu Sulzfeld in Baden,
wurde 1829 Lieutenant im bad. Artilleriekorps, in
dem er allmählich bis zum Obersten aufstieg und zu-
letzt als Direktor der großherzogl. Kunstanstalten
eine seiner auf antiquarische Studien mit besonderer
Vorliebe gerichteten wissenschaftlichen Thätigkeit zu-
sagende Stellung erhielt. G. trat mit dem Range
! eines Generalmajors 1858 in den Ruhestand und
! starb 10. Inni 1862 zu Karlsruhe. Seine Schriften
! waren die Ergebnisse langjähriger und gründlicher
! Studien über die Kriegführung Cäsars; besonders
' sind zu erwähnen: "Cäsars Kämpfe beiDyrrhachium
, und Pharsalus im I. 48 v. Chr." (Karlsr. 1854)
und "Cäsars gallischer Krieg in den I. 58 - 53
v. Chr." (ebd. 1858; 2. Aufl. 1880). - Vgl. Weech,
Bad. Biographien, 1 (1875).
^ Goletta, frz. La Goulctte, wichtiger Hafen
^ der Regentschaft Tunis, auf der schmalen Land-
! zunge, die die seichte Bucht el-Bahira von dem
GolfvonTunis trennt, ist mit der Hauptstadt Tunis
durch Bahn (16 kin) verbunden und dient als ihr
Hafenplatz. Seit 1893 ist auch ein geradliniger Kanal
nach dem neuen, bei Tunis selbst gebauten Hafen
fertiggestellt. (S. Textkärtckcn zu Artikel Tunis.)
! Die Stadt hat etwa 3600 E., meist Araber, Neger
und Juden, auch Italiener, einen Palast des Bei
^ von Tunis, Gerichtshaus, Arsenal, Zollgebäude