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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Gomphrena - Gond
Denker, eine Geschichte der antiken Philosophie", ist
die erste Lieferung (Lpz. 1893) erschienen.
Volnpkrßn". ^, Pstanzengattung aus der Fa-
milie der Amarantaceen (s. d.) mit gegen 70 Arten,
die größtenteils in den wärmern Gegenden Ame-
rikas vorkommen. Es sind krautartige einjährige
Gewächse; ihre Blüten sind zwar klein und unbe-
deutend, aber in großer Zahl zusammengedrängt
und von trockenhäutigen, prächtig gefärbten Vrak-
teen umgeben. Die Gomphrenen dienen deshalb
auch als Immortellen (s.d.) für Dauerbouquets und
ähnliche Vindereiartikel. Während aber der Blüten-
stand bei dem eigentlichen Amarant lange, verästelte
Ähren bildet, ist sie bei 6. einfach und verkürzt, oft
sogar kugelig und kopfförmig.
Die Gattung <3. ist an Arten ziemlich reich, die
der Mehrzahl nach der Kultur in Blumengärten
wert sind. Die bekannteste ist <3. ^1odo83. ^ , der
Kugelamarant oder rote Immortelle, für
deren Heimat Indien gehalten wird. Sie ist eine
weichbehaarte, weißliche, schon an der Basis ver-
ästelte Pflanze von etwa 30 cm Höhe; die Llste tra-
gen glänzend violette Vlütenköpfchen bald einzeln,
bald zu zwei bis drei in den Achseln zweier kleiner
Blätter auf 8-10 cm langen Stielen. Man hat in
den Gärten mehrere Varietäten, mit weihen, fleisch-
farbigen, weißen und mit Violett gestreiften Blumen.
Neuerdings ist von dieser Art auch eine Miniatur-
form, vlrr. nana, comM<:ta, erzogen worden.
Wegen ihrer Empfindlichkeit ist (r. ^lodosa zur
Kultur im freien Lande wenig geeignet, desto besser
aber für die Kultur in Töpfen oder, wenn die Blu-
men in größerer Menge für Zwecke der Binderei ge-
braucht werden, auf abgetragenen Mistbeeten unter
Glas. Andere Arten, z. V. 6-. llaa^anH Xio^F^,
mit orangefarbenen Vlütenköpfchen, werden weniger
häufig kultiviert.
Goms (District de Conches), Bezirk im
schweiz. Kanton Wallis, der oberste Teil des Rhone-
thals, hat 528,7 ^m und (1888) 4166 kath. E. in
21 Gemeinden. Hauptort ist Arnen oder Ernen.
Gomul, Fluß und Paß in Afghanistan, s. Gumal.
Gomutifasern, Gomutipalme, s. ^l6n^a.
Gon oder Kwo (Quo), Maß für Ellenwaren in
Annam, das 300 Handclsthuot (Thuok der Kauf-
leute, Handelsellen) enthält, amtlich ^ 191,64 m.
Das Thuok ist aber im Verkehr bis zu etwa einem
Fünftel kleiner und hiernach schwankt auch das G.,
bei dessen amtlicher Längenbestimmung das Thuok
der Kaufleute zu 63,88 cm angenommen ist. (S.
Gonägra (grch.), Gicht im Knie. M'iong.)
Gona'ives, Les, Küstenstadt der Republik Haiti,
auf der Westseite der Insel, besteht aus Holzhäusern
und Ziegelhallen, hat etwa 18 000 E., einen sichern
Hafen, bedeutende Ausfuhr von Baumwolle, Kaffee,
Häuten und Blauholz. G. ist Sitz eines deutschen
Gonalgie (grch.), Knieschmerz. ^Konsuls.
Gonave, Ile de la, zur Republik Haiti ge-
hörende Insel an der Westküste, vor der Bai von
Port-au-Prince, ist 16 kni breit, 60 km lang, jetzt
unbewohnt. G. ist das alte Guanabo oder Guana-
vana der Indianer von Haragua und deren letztes
Asyl. strasil. Dichter, s. Dias.
Gonfalves Dias (spr. gonghalwis), Antonio,
Goncourt (spr. gongkuhr), Edmond Louis An-
toine und Jules Alfred Huot de, franz. Schriftsteller,
zwei Brüder, von denen Edmond 26. Mai 1822 in
Nancy,Iul es 17. Dez. 1830inParis geboren wurde.
Sie b^en von ihrem echen Auftreten an (1851)
bis zum Tode des jüngern Bruders Jules (20. Juni
1870) nur eine litterar. Einheit, indem sie dieselbe
Aufgabe nach vereinbartem Plane künstlerisch zu
bearbeiten und die beiden Allsführungen zu einer
zu verfchmelzen pflegten. Als Romandichter gehören
sie der Richtung Flauberts an, doch ist ihr Natura-
lismus vornehmer als der Zolas. 1860-70 schrie-
ben sie sechs größere Romane, die eigentlich erst
später zur Anerkennung gelangten und litterarisch
einflußreich wurden, nämlich: "1^68 1ioinni68 äs
I0tt,r68" (1860, später als "01i3,ri68 vLmaill^",
1869), "8wui- ?ki1oin6N6" (1861), "U6N66 Nau-
p6lill" (1864), "^6i'mini6 I^3c6i't6ux" (1865),
Geschichte eines Mädchens vom Lande, das in
Paris von Stufe zu Stufe sinkt und zu Grunde geht,
"Nan6tt6 83.1omoii" (2 Bde., 1867), "Naäam6
66rv2i8ai8" (1869). Ausgezeichnetes haben die
beiden Brüder auch für die franz. Kunst- und Sit-
tengeschichte des 18. Jahrh, in Werken geleistet, in
denen eine Fülle von kulturgeschichtlichen Einzel-
heiten und Anekdoten verarbeitet ist. Hierzu ge-
hören: "Iiiztoire äe 1a. 8oci6t6 tr3no.3i86 p6Qälmt
13. Involution" (1851; 3. Aufl. 1865), "IIi8toir6 äo
13. 8oci6t6 fraiK^iss P6nä3,nt 16 Oirecwire" (1855;
2.Aufl.1864),"I'orti'Hit8 intini68 äuXVIII^iöew)
(2 Bde., 1856-58; neue Aufl. 1878), "äoMe ^r-
nouiä ä'apl'68 82. coi'r68ponällnc6 6t 863 IN6N1oir68
iii6äit3" (1857 u. ö.), "Hi8toir6 äs Nki'io ^nwi-
N6tt6" (1858 u.ö.), "1^68 INllitl'68868 äs I^0U18 XV"
(2 Bde., 1860, fpäter in 3 Bänden u.d.T. "I.H Du
Larrv", "Ng>äam6 äe I'om^lrlioiil'))), "I^a äue1i6886
ä6 (^Htsauroiix 6t 868 803U1-8" (1878-79); ferner:
"I.a l6iiiiii6an XV1I^ 816016" (1862), "I.'c^t äu
XVlli^ 816016') (2 Bde., 1874 u. ö.), "1(1668 6t 86N'
8ation3" (1866), "6llVHini, 1'iioinm6 6t I'o3uvr6"
(1873), "1,'ainour ^n XVIII" 8i6ci6" (1875) u. a.
Nach dem Tode seines Bruders veröffentlichte Ed-
mond den Roman "1^ M6 Ni8H" (1878), die Ge-
schichte einer Strasicndirne, in der die äußersten
Konsequenzen des Naturalismus gezogen werden.
Ferner "01i6li6" (1885) und "1^68 ^6^68 ^6m^nno"
(1879), wo in der Geschichte zweier Akrobaten dem
gemeinsamen litterar. Schaffen der Brüder G. ein
Denkmal gefetzt wird. Außerdem verfaßte E. G.
"(^tgi0FU6 rHi80NN6 (16 1'03UV1'6 ä6^Vlitt6HN" (1875)
und "<Ü3.tHlOFU6 r^i30NN6 ä6 1'wUVl6 66 ?1'uä1i0w)
(1876), "I^ll MH130N ä'uu arti8t6" (2 Bde., 1881),
"1^3. 8Hiut'Hnd6i't^ ä'Hpr68 83. cori'68Z)oiiäHQc6)>
(1882). Auch gab er die Korrefpondenz seines Bru-
ders heraus: "I^6tti-63 ä6 ^ul68 ä6 (l." (1885) und
"^souri^i (168 (F. N6inoii'63 ä6 13. VI6 1itt6rair6",
1851-84 (6 Bde., Par. 1887-92). - Vgl. Del-
zant, 1.68 tt. (Par. 1889).
Göncz, Groß - Gemeinde im Stuhlbezirk G.
(23179 E.) des ungar. Komitats Abam-Torna im
Hernadthal, hat (1890) 3130 magyar. E., darunter
1219 Römisch-Katholische, 1558 Reformierte und
295 Israeliten, Post, ein altes verfallenes Schloß
und die verfallene Burg des alten Geschlechts
Amade' oder Omodö, das zu Anfang des 14. Jahrh,
in Oberungarn eine namhafte Rolle spielte; aus-
gedehnte Weinberge mit vorzüglichen, dem Tokayer
ähnlichen Sorten, bedeutenden Obstbau.
Gond (sanskr. 6onä3>), ein Stamm von den
Urbewohnern der Centralprovinzen von Indien,
welcher einen großen Teil der Bevölkerung der
Landschaft Gondwana bildet; andere Stämme
wohnen in den Katak Mehal, andere bis nach
Khandefch und Malwa, wo sie an die Vhil an-