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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Götz - Götze (Auguste)
das von Gottfried von Vessel, eigentlich aber von
Franz Ios. von Hahn bearbeitete "Clironicou (-ott-
'vvicenLL" (Bamb. 1732).
Götz von Verlichingen, s. Verlichingen.
Götz, Herm., Komponist, geb. 17. Dez. 1840 in
Königsberg, Schüler von Louis Köhler und 1860
-63 Zögling des Sternscken Konservatoriums in
Berlin, wurde Organist in Wmterthur, siedelte 1867
nach Zürich über und starb 4. Dez. 1876. G. wurde l
zuerst allgemeiner bekannt durch seine fein gearbeitete !
Oper "Der Widerspenstigen Zähmung" (1874). Ihr !
Erfolg zog auch die durchaus der romantischen Rich- !
tung angchörigen Instrumentalkompositionen G.s
nüt ans Licht, von denen eine Sinfonie in ^-äur
die erfreulichste Leistung ist. Den nicht instrumen-
tierten dritten Akt der hinterlassenen Oper "Fran-
ccsca von Rimini" ergänzte Ernst Frank.
Götz (Götzen), Joh., Graf von, kaiserl. General
im Dreißigjährigen Kriege, geb. 1599 im Lünebur-
gischen, nahm 1615 böhm., dann als Oberstlieute-
nant 1626 kaiserl. Dienste und wurde von Wallen-
stein zum Obersten und zum Statthalter von Rügen
ernannt, vermochte dasselbe jedoch 1630 nicht gegen
die Schweden zu halten und fiel 1631 in die Nieder-
lausitz ein. Er nahm 1632 an der Schlacht bei
Lützen teil und wurde dann mit der Führung der
unter Schasfgotsch in Schlesien stehenden Truppen
betraut. Der Kaiser erhob ihn 1633 in den Frei-
herrenstand und 1635, nachdem er bei Nördlingen mit
dem rechten Flügel den Sieg entschieden hatte und
auch zum Katholicismus übergetreten war, in den
Grafenstand. 1634 fiel G. in Hessen ein, vereinigte
sich nach der Schlacht bei Wittstock mit Hatzfeld,
mußte aber vor Vansr zurückweichen; 1636 wurde
ilnn das Kommando der bisher von dem Grafen
Gronsfeld geführten Armee übertragen, mit der er
den Landgrafen Wilhelm von Hessen aus Westfalen
vertrieb; 1637 entsetzte er Leipzig und schloß, mit
Hatzfeld vereinigt, den General Baner bei Torgau
ein, den er dann bis nach Pommern verfolgte. Un-
glücklich war er 1638 gegen den Herzog Bernhard
von Weimar, der Vreii'ach belagerte; feine Armee
wurde vernichtet und G. deshalb vor ein Kriegs-
gericht gestellt, jedoch 1641 freigesprochen. Nach-
dem er 1643 wieder an die Spitze der kaiferl.
Truppen in Schlesien getreten war, säuberte er das
Land von den Schweden und focht 1644 gegen den
Fürsten Rakoczi in Ungarn und Siebenbürgen. Als
Torstenson in Böhmen einbrach, wurde G. dahin
berufen, fiel aber 6. März 1645 in der Schlacht bei
Ianrau. Er war der Stammvater einer in Böhmen
und Schlesien reichbegüterten Familie.
Götz, Joh. Mol.,'Dichter, geb. 9. Juli 1721 in
Worms, studierte seit 1739 Theologie zu Halle, wo
ihn gleiche poet. Neigung mit Uz und Glenn befreun-
dete. Seit 1742 Hauslehrer in Emden, wurde er 1744
durch die Gräfin von Stralenheim als Schloßpredi-
ger nach Forbach in Lothringen berufen. Zugleich
Führer der in franz. Diensten stehenden Enkel der
Gräsin, lebte er abwechselnd in Saarlouis, Metz
und Straßburg und begleitete 1746 seine Zöglinge
auf die Akademie nach Luneville; 1747 wurde er
Feldprediger bei dem Regiment Royal-Allemand,
1748 Pfarrer zu Hornbach im Zweibrückifchen, 1754
Oberpsarrer in Meisenheim, 1761 Pfarrer und Kon-
sistorialassessor in Winterburg, 1766 baden-durlachi-
scher Superintendent des Oberamtes Kirchberg und
der Amter Winterburg und Sprendlingen, bis er
4. Nov. 1781 in Winterburg starb. Seine lyrischen
Arbeiten (Oden, Elegien, Idyllen, Sinngedichte),
unter denen seine Elegie "Die Mädcheninsel" am
berühmtesten ist, zeichnen sich durch gefällige, oft
sinnliche Anmut, durch Melodie des Verses und
Reinheit der Sprache aus. Gedichte von ihm er-
schienen teils im Anhange zu seiner mit Uz' Bei-
hilfe gearbeiteten Übersetzung der Oden Anakreons
l Franks. 1746; 2. vermehrte Aufl., Karlsr. 1760),
teils in einer anonym herausgegebenen Sammlung
("Gedichte eines Normsers", ohne Ort 1752); die
meisten sind nur zerstreut in Zeitschriften, Antholo-
gien u. dgl., und zwar fämtlich anonym erfchienen.
Eine Sammlung derfelben aus den I.1745-65 hat
neuerdings Schüddekopf (in den "Deutfchen Litte-
raturdenkmälern des 18. und 19. Jahrh.", hg. von
Sauer, Nr. 42, Stuttg. 1893) im echten Text heraus-
gegeben, während Ramlers Ausgabe der "Vermisch-
ten Gedichte von G." (3 Bde., Mannh. 1785) einen
v on Ramler überarbeiteten Text bieten.-Vgl. Hahn,
1. N. G. (Birkenf. 1891); Briefe von und an G., hg.
von Schüddekopf (Wolfenb. 1893).
Götz, Theodor von, Maler, geb. 14. Dez. 1826
zu Lieschen in Schlesien, war Schüler des Genre-
malers Hantzsch in Dresden und schloß sich später
der Richtung des Schlachtenmalers Schuster da-
selbst an. 1848 trat er in das sächs. Heer ein
und sammelte im schlesw.-Holstein. Feldzug 1849
zahlreiche Skizzen aus dem militär. Leben, die er
später sür Bilder verwertete. Als Commandeur
eines sächs. Iägerbataillons nahm er am Feldzug
von 1870 bis 1871 teil, wurde Oberstlieutenant,
nahm 1872 den Abschied und starb 21. Juli 1892
in Dresden. G. hat vorzugsweise die Ereignisse
der deutschen Kriege zur Darstellung in großen
Schlachtenbildern gewählt. Zu nennen sind von
seinen Gemälden: Das 2. Iägerbataillon beim
Sturm auf die Düppeler Schanzen, Scene aus der
Schlacht bei Kö'niggrätz, Portepeefähnrich von
Spo'rcken vom Garde-Reiterregiment bei Mont-
didier 17. Okt. 1870, Scene aus der Schlacht bei
Sedan (1875; im Besitz des Prinzen Georg zu
Sachsen), Prinz Georg in der Schlacht bei St. Privat
(1876; im Besitz des Königs von Sachsen), Das
2. Garderegiment zu Fuß beim Sturm auf St. Privat
(1877; Offizierkorps des Regiments), Eroberung
einer Mitrailleusenbatterie durch das 2. Iäger-
bataillon Nr. 13 in der Schlacht bei Sedan (1878;
Prinz Georg zu Sachsen), Scene aus der Schlacht
bei Wolkowysk, 15. Nov. 1812 (1880), Das 1. sächs.
Ulanenregiment Nr. 17 bei Douzy, 31. Aug. 1870
(1881), Scene aus der Schlacht bei Brie-sur-Marne,
2. Dez. 1870 (1882), Nach der Königsparade (1884.-
Prinz Georg zu Sachsen), Reiterkampf bei Mars-
la-Tour 16. Aug. 1870, Kronprinz Albert von
Sachsen nach der Schlacht von Veaumont, 30. Aug.
1870, vom Prinzen Georg beglückwünscht (1887;
Dresdener Galerie). Sein letztes Bild zeigt den
sächs. Hetzklub beim Hallali einer Fuchsjagd mit
mebr als 50bildnisgetreu dargestelltenTeilnehmern.
Götze, s. Götzendienst.
Götze, Auguste, Konzertsängerin, Gesangleh-
rerin und Dichterin, Tochter des Tenoristen und
Gesangsprofessors Franz G. (geb. 10. Mai 1814
zu Neustadt a. d.Orla, gest. 2. April 1888 in Leip-
zig), geb. 24. Febr. 1840 in Weimar, studierte
Gesang bei ihrem Vater, war lange als Konzert-
sängerin in Deutschland und im Auslande thätig
und feierte, namentlich in Liedern von Schu-
mann und Schubert, grofte Triumphe. 1875 grün-