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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Gourmand - Governor's Harbour
Ludwig Philipps, 1835 Generallieutenant. 1840 war
er Mitglied der Kommission, die Napoleons Überreste
von St. Helena nach Frankreich überführte, im fol-
genden Jahre wurde er in die Pairskammer erhoben.
Nach der Februarrevolution wurde er 1848 in den
Ruhestand verfetzt und 1849 in die Gefetzgebende Ver-
sammlung gewühlt. Er starb 25. Juli 1852 in Paris.
Gourmand (frz., spr. gurmäng), Vielesser; im
Deutschen auch für Feinschmecker gebraucht; Gour-
mandise (spr. gurmangdihs'), Feinschmeckerei.
Gourmet (frz., fpr. gurmeh), Feinfchmecker.
Gournay (fpr. gurnäh), Jacques Claude de,
franz. Verwaltungspolitiker, geb. 1712 zu St. Malo
als Sohn eines reichen Kaufmanns, selbst für den
.yandelsstand bestimmt und durch Reisen in Spa-
nien, England und Holland vielseitig ausgebildet,
wurde 1749 zum Handelsintendanten ernannt und
wirkte in dieser Stellung eifrig im Sinne des Princips
der Handelsfreiheit. Er gilt auch als Urheber des
bekannten Wahlspruchs ausgeprägten Freihändler-
tUMs "I^i886r i'aii'6, I3,i886r P3.886I')) (s. 1^1886r
taii'6). Mit Quesnay (s. d.) und den übrigen nam-
haften Physiokratcn war er befreundet, und allem
Anschein nach ist es ihm mit zuzuschreiben, daß der
Physiokratismus (s. d.) die absolute Handelsfreiheit
in fein Programm aufnahm. G. starb 1759.
Gournay-en-Bray (spr. gurnäh ang bräh),
Hauptort des Kantons G. (181,33 ykm, 16 Ge-
meinden, 1050t E.) im Arrondissement Neufchätel
des sranz. Depart. Seine-Inferieure, an der Epte
und an den Linien Pontoise-Dieppe (Station G.-
Ferneres) der Westbahn und Beauvais-G. (29 km)
der Nordbahn, hat (1891) 3693, als Gemeinde
3829 E., Handelsgericht, eine schöne Kirche (11.-
12. Jahrh.), Theater, Leinwand- und Porzellan-
fabrikation sowie bedeutenden Handel mit Butter,
Vieh und Käse der Landschaft Bray (s. d.).
Gourock (spr. guh-), Städtchen und Seebad
in der schort. Grafschaft Renfrew, am füdl. Ufer des
Clyde-Astuars, 4 km im WNW. von Greenock, hat
(1891) 4431 E., Fifcherei und Segelfchiffahrt.
60U88S8 Äs Vonako (frz., fpr. guss'), s.
Bablach.
VoiTt (frz., spr. güh), Geschmack; goutiercn,
kosten, schmecken; Geschmack an etwas finden, es gut-
heißen; 60üt6l((^0üt0,spr.guteh), Vesperbrot; auch
Imbiß zwischen Frühstück und Mittagsbrot.
Vonttv (frz., fpr. gutt), Tropfen; auch Gicht,
Zipperlein; ^ouUe-H-^outts, tropfenweife; 6.ä'63.u
(spr. doh, "Waffertropfen"), Handelsname des farb-
lofen wasserhellen brasil. Topases (s. d.); 6. äe 8uif
(spr. ßwif, "Talgtropfen"), s. Cabochon; (^. ä'oi-
("Goldtropfen"), Name eines weißen Burgunder-
weins; 6. mi1itail6 (fpr. -tähr), Tripper.
Gouvernante (frz., spr. guw-), soviel wie Bonne
oder Erzieherin. Der Name bürgerte sich haupt-
sächlich im 17. und 18. Jahrh. ein. In Frankreich
braucht man für G. in unserm Sinne iu8tiwtric6;
Souvei-nÄntk bezeichnet die Haushälterin.
Gouvernement (frz., fpr. guwern'mäng), Negie-
rung, Regierungsgewalt. (S. auch Gouverneur.)
Oouvernemental (fpr. gu-), der Regierung zu-
gehörig, ihr ergeben.
Gouverneur (frz., spr. guwernöhr), der oberste
Militärbefehlshaber einer Haupt- und Residenzstadt
oder einer Festung ersten Ranges. Der G. hat einen
Gouvernements st ab, bestehend aus einem Ad-
jutanten, Platzmajor (bei Festungen Artillerie- und
Ingenieurofsizier vom Platz), Garnisonsauditeur,
Stabsarzt und anderm Personal. Der Wirkungs-
kreis eines G. umfaßt die allgemeinen Garnison-
verhältnisse, den Nachtdienst, die Aufrechterhaltung
der Ordnung, Beseitigung von Unruhen und bei
Festungen die Verteidigung im Kriege. G. ist auch
der Titel des Statthalters einer Provinz oder einer
Kolonie, welche danach oft Gouvernement heißt,
wie früher in Frankreich und noch jetzt in Rußland.
<S. Gubcrnija.) In den Einzelstaaten der nord-
amerik. Union heißt G. (^ovei-noi-) der höchste
Staatsbeamte, dem verfassungsmäßig die voll-
ziehende Gewalt übertragen ist. Die G. werden
überall durch die qualifizierten Wähler des Volks
ernannt, mit Ausnahme von Südcarolina, wo
bisher die beiden Häuser der Volksvertretung den
G. wählten. In einer großen Anzahl Staaten giebt
es auch einen Vicegouverneur (I^6ut6uant 60-
V6I-QM'), der gewöhnlich ex oMcio den Vorsitz im
Senat führt. - Die militär. Erzieher der Prinzen
und in gleichem Sinne die nächsten Aufseher der
Zöglinge in einigen Militärerziehungsanstalten wer-
den ebenfalls G. genannt.
Gouvernieren (frz., fpr. guw-), verwalten,
regieren, lenken. ^Saint-Cyr, f. Saint-Cyr.
Gouvion (fpr. guwlöng), Laurent, Marquis de
Gouvy (spr. guwih), Ludw. Theodore, franz.
Komponist, geb. 21. Juli 1822 zu Gaffontaine bei
Saarbrücken, studierte seit 1840 in Paris, wandte
sich aber schon 1843 nach Berlin und bildete sich be-
sonders nach Mendelssohnschen Mustern. Seine
srühesten Kompositionen gehören meist der instru-
mentalen Kammermusik an, später schrieb er: "Re-
quiem", "8t^dat mat^r", die Kantate "Golgatha"
und andere größere Chorwerke; für Orchester eine Sin-
fonietta und mehrere Sinfonien. Einige feiner Kom-
positionen wurden auch in Deutschland aufgeführt.
Govan (spr. gowwen), Stadt und Parlaments-
borough in der schort. Graffchaft Lanark, am Süd-
ufer des Clyde, 1,6 km unterhalb Glasgow, dessen
Vorort es bildet, hat (1891) 63 625 E., chem.
Fabriken, Spinnerei und mannigfache andere In-
dustrie wie Glasgow felbst. Befonders wichtig sind
die großen Werften zum Bau eiferner oder stäh-
lerner Schiffe, wie die von John Elder^ Co. (f. Elder).
Govean, Felice, ital. Dramatiker und Publizist,
geb. 1819 zu Racconigi, aus gräfl.^Gefchlecht, stu-
dierte in Turin und erhielt eine Stelle bei einer
Feuerversicherung. Später war er Schauspieler und
arbeitete in Mailand und Turin als Schriftsetzer.
Seit 1848 schrieb er biogr. Broschüren für das Volk
und gründete mit Bottero ein demokratifches Blatt,
"0ax26tt3. ä<3i ^opolo". Nicht weniger Glück wie
mit diefen Unternehmungen hatten G.s Dramen,
wie "I ValäkLi" ("Die Waldenser") und "<368ü
OiLto", "1/9.886610 ä'^i688Hnäi'ik", "II (^ntt6in-
Ii6iF", "IIn dailo äi inoäi3t6", "I'into Ridkiro",
"N^0in6t,t0". G. schrieb auch vielgelesene Erzäh-
lungen, wie "I^a caniLi'k ÄNoniniÄ", "I^a inoi-ts"
u. s. w. Durch eine Subskription brachte er 100 Ka-
nonen für die Festung Alesfandria auf. G. lebt auf
feinem Landhaufe zu Alpigeano bei Turin.
Lsovornatörs (ital.), Gouverneur.
Vovsrno (ital.; frz. F0uv6rQ6), Regierung,
Verwaltung; im Handelswesen eine Mitteilung,
wonach man sich zu richten hat; p6i- (Frato) ^ovOi-no,
zu (gefälliger) Nachachtung. >Mur.
Vovsrnor (engl., spr. gowwerner), s. Gouver-
Governor's Harbour(spr.gowwerners harb'r),
Hauptort der Insel Eleuthera (s. 0.).