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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Grabbiene - Graben
skizziertes histor. Trauerspiel "Manus und Sulla"
(fortgesetzt von Erich Korn, Verl. 1890) und eine
schwache Abhandlung über die Shakefpearomanie.
Der kühne Gedanke, zwei Heroen des titanischen
Dranges, "Don Juan und Faust" (Franks. 1829;
2. Aufl., Prag 1870), einander gegenüber zu stellen,
hat sich bei der Ausführung nicht als glücklich er-
wiesen. Die Hohenstaufentragödien "Friedrich Bar-
barossa" und ".Heinrich VI." (Franks. 1829-30)
waren mit dem gewagten, aber zum Teil glänzen-
den Geschichtsdrama "Napoleon oder die Hundert
Tage" (ebd. 1831; 2. Aufl., Prag 1870) und mit
der in kräftigen Bildern hingestellten Tragödie "Han-
nibal" ^DüMd. 1835) seine stärksten Leistungen,
während die "Hermannsschlacht" (ebd. 1838) schon
von Ermattung des Geistes zeugt. G.s gesammelte
Werke gaben heraus: Gottschall'(2 Bde., Lpz. 1870),
Blumenthal (4 Bde., Detm. 1874), eine Auswahl
Bobertag (Stuttg. 1890). - Vgl. Ziegler, G.s Leben
und Charakter (Hamb. 1855); Vlumenthal, Bei-
träge zur Kenntnis G.s (Berl. 1875).
Grabbiene, soviel wie Erdbiene (s. d.).
Grabdenkmal, s. Grabmal.
Grabe, älteres Tiroler Feldmaß, ^ der Tagmat
oder 2/iy des Stochiacah, 80 Tiroler Quadratruten
oder 8000 Tiroler Quadratfuß enthaltend ^ 8,93 a.
0ra.dV2.u (frz., spr. -boh), der Abfall, Bruch
u. s. w. von Materialwaren und Spezereien, der
beim Reinigen und Durchsieben erhalten wird; z. B.
(^. äs poivi-6, Pfefferstaub.
Grabemaschine, Ercavateur, Exkavator,
Erdarbeiter, eine bei großen Erdarbeiten, ins-
besondere in Einschnitten von Straften und Eisen-
bahnen, und auch zum Heben des über Wasser lie-
genden Bodens bei Herstellung von Schiffahrts-
gedrückt wird. Letzteres geschieht dadurch, daß der
Stiel der Schaufel an der Unterfeite eine Zahnstange
trägt, welche durch einen Antrieb abwärts bewegt
wird. Die Maschine steht auf einem Gleis und ist
mit demselben während des Grabens fest verschraubt,
um ein Zurückrollen zu verhindern. Die Bewegung
der Schaufel geschieht durch Dampfkraft. - Vgl.
Forchheimer, Neuere Vagger- und Erdgrabemaschi-
nen (Berl. 1888).
Graben, in der Befestigung eine Vertiefung,
durch die der zur Herstellung einer Anschüttung
(Wall, Brustwehr) nötige Boden gewonnen wird.
Liegt hierbei der G. hinter der Anschüttung, so
trägt er zugleich zur gedeckten Aufstellung des Ver-
teidigers bei (s. Brustwehren); vor der Anschüttung
ist der G. bei gehörigen Abmessungen und ent-
sprechender Einrichtung ein wichtiges Hindernis-
mittel. Die innere, d. h. dem Verteidiger zunächst
liegende Böschung des Hindernisgrabens heißt Es-
karpe, die äußere Kontereskarpe. Graben-
sohle ist die untere wagrechte in der Mitte meist
mit einer Künette (s. d.) versehene Fläche des G.;
sällt diese ganz fort, fodaß die innere und äußere
Böschung unmittelbar zusammenstoßen, so entsteht
der Spitzgraben. Über Trennungsgrabens.
Diamantgraben.
In der Feldbefestigung genügt es, wenn der
G. so breit ist, daß er nicht übersprungen werden
kann, und so tief, daß man nicht ohne Gefahr, sich
zu verletzen, hineinspringen kann, auch müssen die
Böschungen des G. möglichst steil gehalten werden,
um das Hinab- und Hinaufsteigen zu erschweren.
Hierfür gcnügt eine obere Breite von 4 bis 7 in und
eine Tiefe von 2 bis 3 ni; größere Abmessungen
würden bei Feldbefestigungen die technische Aus-
kanälen angewendete maschinelle Einrichtung. Die
unter Wasser liegende Erde wird durch Vagger (s. d.)
gehoben. Häusig ist die G. in der durch vorstehende
Abbildung gegebenen Form verwendet worden, wo-
bei eine Eisenschaufel an langem Stiele dadurch ge-
waltsam in die seitlich abzugrabende Erde eingedrückt
wird, daß die Schaufel mittels des Kettenflascheu-
zugs angehoben und gleichzeitig an die Erde Heran-
führung zu sehr erschweren. Die Grabensohle er-
hält eine Breite von 0,5 bis 1,5 IN.
Ein Hindernisgraben wird zweckmäßig verstärkt
durch die Verbindung mit andern künstlichen Hin-
dernismitteln z. V. mit einem stehenden Astverhau
vor der Kontereskarpe, Hindernispalissadierung am
Fuße der letztern, einem Drahtzaun an ihrem obern
Rande, Verpfählung, Eggen auf der Grabenfohle.