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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Grantzow; Granuläratrophie; Granulated; Granulation; Granulieren; Granulierte Leber; Granulit

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Grantzow - Granulit

mit 1370 E., wird seines stärkenden Klimas wegen viel als Sommerfrische besucht. In der Nähe ausgedehnte Fichtenwälder.

Grantzow, Adele, Tänzerin, geb. um 1840 in Braunschweig, trat hier zuerst auf, war 1857-66 Mitglied des Hoftheaters in Hannover und vervollständigte dann unter Frau Dominique in Paris ihre Ausbildung. Sie trat hierauf in Moskau, Petersburg und Paris auf, gastierte 1872 und 1873 in Berlin, ferner in Wien, 1875 in Kairo, gehörte 1875-76 dem Berliner Hoftheater als erste Tänzerin an und zog sich in letzterm Jahre von der Bühne zurück, um sich zu verheiraten, starb aber bereits 7. Juni 1877 in Berlin.

Granuläratrophie der Nieren, s. Brightsche Krankheit und Schrumpfniere.

Granulated (engl., spr. grännjulehtěd, "gekörnter" Zucker), ein weißer, feinkörniger, trockner Verbrauchszucker, der aus einzelnen Krystallen von verschiedener, meist geringer Größe besteht. Er wurde zuerst in Amerika hergestellt. Vom Krystallzucker unterscheidet er sich durch geringere Größe und matteres Ansehen der übrigens sehr reinen Krystallkörner (bis 99,5 Proz. Zuckergehalt). Zum häuslichen Gebrauche ist er wegen leichter Auflösbarkeit sehr beliebt, besonders in England. Er wird in verschiedener Weise, entweder aus Rohzucker, oder aus geringen Klärseln der Raffinerie dargestellt.

Granulation, in der pathol. Anatomie Bezeichnung für alle körnchenähnlichen Gebilde des Körpers; vorzugsweise aber für die Bildung der sog. Fleischwärzchen auf Wunden und Geschwüren, durch welche deren Heilung bewirkt wird. Die ganze Fläche eines Geschwürs besteht aus zahlreichen G. oder Fleischwärzchen (granula), kleinen körnerartigen oder warzenähnlichen, wie rohes Fleisch aussehenden Gebilden, die aus überaus zarten neugebildeten Haargefäßen und jungem zellenreichen Bindegewebe bestehen. Das Aussehen dieser G. läßt einen Schluß zu auf die Beschaffenheit des betreffenden Geschwürs oder Substanzverlustes. Die gesunden G. sind fleischrot, mit einer dünnen Schicht gelben, rahmartigen Eiters bedeckt und füllen in raschem Wachstum den Substanzverlust aus. Haben die G. das Niveau der umgebenden Teile erreicht, so überziehen sie sich in den meisten Fällen von dem Geschwürsrande aus mit Haut und verwandeln sich allmählich in Binde- oder Narbengewebe (s. Narbe); in andern Fällen wuchern sie über das Niveau empor (wildes Fleisch, caro luxurians) und müssen dann durch einen Druckverband oder durch ätzende Substanzen (Höllenstein, Kupfervitriol) in ihrem Wachstum aufgehalten oder mit der Schere einfach abgetragen werden. Das Geschwür befindet sich in keinem guten Zustande, wenn die G. blaß und schlaff aussehen und mit einem dünnen, grauen Eiter bedeckt sind. Oft tritt diese Beschaffenheit auf, wenn die allgemeine Gesundheit des Kranken gestört ist; in andern Fällen hat diese schlechte Beschaffenheit ihren Grund in rein örtlichen Dingen und kann durch Reizmittel, feuchtwarme Überschläge u. s. w. gehoben werden. Wegen der freien Lage der zarten Blutgefäße bluten die G. sehr leicht und müssen daher vor Verletzungen geschützt werden. (S. Geschwür.)

Auf der weichen Hirnhaut bilden sich sehr häufig warzenartige Auswüchse, die einzeln oder in traubenartigen Bündeln die harte Hirnhaut durchbohren und selbst in der knöchernen Schädeldecke Vertiefungen und Löcher machen; sie werden Pacchionische G. genannt. Dieselben treten meist erst nach der Geschlechtsreife auf, wachsen langsam und sind ohne Bedeutung für die Gesundheit. (S. Gehirn, Bd. 6, S. 677 a nebst Tafel: Das Gehirn des Menschen, Fig. 3,9; auch Granulöse Augenentzündung.)

Granulieren (vom lat. granum, Korn) oder Körnen, die Überführung eines schmelzbaren Körpers in die Form von Körnern (Granalien). Dieses Verfahren wird eingeschlagen bei solchen Körpern, die wegen ihrer Härte, Zähigkeit oder anderer Eigenschaften sich sonst nicht gut zerkleinern lassen. Hierzu wird im allgemeinen die noch flüssige, geschmolzene Masse auf irgend eine Art, durch Umrühren, Schütteln u. s. w., in Bewegung erhalten und während derselben schnell abgekühlt. Bei schwer schmelzbaren Stoffen, z. B. Eisen und Hochofenschlacke, pflegt man dies in der Weise auszuführen, daß man auf die aus dem Ofen tretende Masse einen starken Strahl kalten Wassers oder hochgespannten Dampfes blasen läßt. Bei leicht schmelzbaren Stoffen erreicht man denselben Zweck dadurch, daß man die geschmolzene Masse in dünnem Strahl in ein Kühlgefäß laufen läßt, dessen Inhalt durch beständiges Rühren in Wallung erhalten wird; der Strahl zerteilt sich infolgedessen zu Tropfen, die alsdann zu Körnern erstarren. Körper, deren Schmelzpunkt unter dem Siedepunkt des Wassers liegt, schmelzt man, um sie zu granulieren, unter Wasser und schüttelt beide Stoffe in einem geschlossenen Gefäß, bis sie sich unter den Schmelzpunkt des betreffenden Körpers abgekühlt haben. Auch ganz ohne Kühlflüssigkeit, nur durch beständiges Schütteln bis zur Erreichung der Erstarrungstemperatur kann in manchen Fällen das G. erfolgen. So werden Zinn, Zink, Weißlot granuliert, indem man sie geschmolzen in Trommeln bringt, die man, um das Anhaften ihres Inhalts zu verhindern, mit einem Kalkanstrich versieht und in heftige schüttelnde oder rotierende Bewegung versetzt. Für den Großbetrieb hat man eigene Granuliermaschinen, die im allgemeinen auf dem letztgenannten Verfahren beruhen.

Granulierte Leber, s. Leberentzündung.

Granulit oder Weißstein, ein ebenschieferiges, weißliches bis rötlichweißes, feinkörniges Gestein, das in seiner gewöhnlichsten Ausbildung wesentlich aus Kalifeldspat und Quarz besteht, zu denen sich kleine Granaten zu gesellen pflegen. Dieser normale Granulit enthält den Feldspat vielfach in einer eigentümlich faserigen Ausbildung, die dem Mikroperthit entspricht, und führt auch wohl ausgezeichneten Mikroklin; der Quarz bildet rundliche oder flach linsenförmige Körner oder dünne, höchstens papierdicke Lamellen, in einzelnen parallelen Lagen verteilt, der braunrote Granat hirsekorngroße Partikel. Accessorisch erscheinen spärliche Blättchen von schwarzem Glimmer (Biotit), lichtblaue platte Körner von Cyanit, Leisten von Plagioklas, Prismen von Turmalin und Rutil, Aggregate von Spinell; lokal stellt sich auf den Schichtungsflächen oder in dem Gestein filzartig faseriger Fibrolith oder ziegelroter Andalusit ein. Der Kieselsäuregehalt dieser Varietät beträgt im Mittel 74,5 Proz. In dem Glimmergranulit ist der Magnesiaglimmer reichlicher beigemengt, dadurch die Schieferstruktur noch deutlicher ausgeprägt, und durch das gleichzeitige Zurücktreten des Granats nähert sich das Gestein äußerlich einem feinschieferigen Gneis.