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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Gregatim - Gregor (Päpste)
Fig.1.
Fig. 2.
(Pseudonavicellencysten). Durch Platzen dieser Cy-
sten werden jene Körperchen frei und verwandeln sich
nun unmittelbar oder auf Umwegen wiederum in G.
Nou0c^3ti3 Heilig Ktein lebt
im Hoden des Regenwurms,
(^pZiärinH pol) in0i plia. Ä"7^-
Me,-Fe/im., Fig. 3, im Darme des
Mehlwurms u. s. w.
An die Pseudonavicellencysten
erinnern in vieler Beziehung ge-
wisse, mit spindelförmigen Kör-
perchen (Psorospermien) gefüllte
Schläuche, die man in den Mus-
keln und Organen verschiedener
Tiere gefunden hat, sowie die
Miescher- und Raineyschen
Schläuche aus den Muskeln
des Schweins, beides Gebilde
parasitärer Natur, deren nähere
Bedeutung noch unbekannt ist.
Daslüocciäinm oviformel^ck.
der Kaninchen- und Menschen-
leber steht ebenfalls den G. nahe.
In neuerer Zeit ward oft be-
hauptet, daß G. sich sehr häufig in den menschlichen
Haaren fänden, durch das Tragen falscher Haare
weiter verpflanzt würden und verschie-
dene Haarkrankheiten, selbst Weichsel-
zopf, erzeugten. Genauere Untersuchung
hat gelehrt, daß hier eine Verwechse-
lung mit mikroskopischen Pilzen, sowohl
schädlichen als unschädlichen, stattgefun-
den hatte. sweise.
VrvFHtiiu (lat.), Herden-, haufen-
Grege (frz., spr. grähsch), soviel wie
Rohseide (s. Seide).
c.. ., Greger, s. Gregr, Eduard.
^' Gregoire (spr. -göahr), Henri, fran-
zösischer kath. Theolog, VischofvonBlois, geb. 4.Dez.
1750 zu Vcho beiLuuöville, im Iesuitentollegium zu
Nancy gebildet, schrieb als Landpfarrer zu Ember-
mesnil (Lothringen) feinen berühmten, von der Aka-
demie Zu Metz gekrönten "N88ai 8lir 1a i'6Z6Q6i'ation
ä68 <wif8" (Metz 1789), der die toleranten Ideen des
Zeitalters widerspiegelte. Von der Geistlichkeit
Nancys 1789 in die Konstituierende Versammlung
gewählt, hielt er sich zu den Jakobinern, leistete
27. Dez. 1790 als der erste Geistliche den Eid auf
die Verfassung und war seit 18. Jan. 1791 Präsi-
dent der Versammlung. Von den Gemeinden des
Sprengels Vlois zum Bischof gewählt, verwaltete
er diefes Amt mit Eifer und Würde, bis der Ab-
schluß des Konkordats 1801 (f. Gallikanifche Kirche)
ihn nötigte, demselben zu entsagen. Als Mitglied
des Konvents beantragte er 1792 die Abschaffung
des Königtums und Gründung der Republik; auch
stimmte er der Verurteilung, nicht aber der Hinrich-
tung des Königs zu. Dagegen legte er im Gegen-
satz zu den atheistischen Bestrebungen auf Abfchaffung
der Religion in der berühmten Rede vom 21. Dez.
1794 über die religiöse Freiheit ein offenes und
energisches Bekenntnis für das Christentum ab, er-
schien auch, dem Terrorismus der Versammlung
zum Trotz, fernerhin in feiner Amtstracht und trat
überall, besonders als Vefchützer der Kunstdenk-
mäler, der zunehmenden Zerstörungssucht ent-
gegen. G. war dann zweimal Mitglied des Rats
der Fünfhundert, feit 1799 Präsident des Gesetz-
gebenden Körpers und wurde, nachdem er sein bi-
schöfl. Amt niedergelegt, gegen den Willen Napo-
leons Mitglied des Senats. Nach dem Sturze des
Kaifers entwickelte er in der Schrift "ve 1a c0N8ti-
wtiou i>autzHi86 äs 1'an 1814" (Par. 1814; 4. Aufl.
1819) die Grundsätze, auf welchen die konstitutio-
nelle Freiheit beruhen müsse. 1819 wurde er in die
Kammer gewählt; doch gelang es den Royalisten, die
Ausschließung des ehemaligen Konventsmitgliedes
durchzusetzen. G. starb 28. April 1831 zu Äuteuil
bei Paris. Von seinen Schriften seien noch erwähnt:
"Nuin68 ä6 I>0rt-K07HI 6n 1801" (Par. 1801;
2. Aufl. 1809), "Geschichte des Theophilanthropis-
mus" (Hannov. 1806, von Stäudlin aus dem Manu-
skript übersetzt), "v6 Ia 1itt6r3.wr6 ä63 Q6ZI-63"
(Par. 1808; deutsch, Tüb. 1809), "Hi3toii'6 ä63 8ect63
!-6iiFi6U868" (2 Bde., Par. 1810; 3. Aufl., Bd. 1-5,
1828; Bd. 6, 1845), "ve 13. traite 6t äe 1'68cIavaZ6
ä68 U0il8 6t (168 I)1anc8" (ebd. 1815), tt^88Hi 1iI8t0-
I-1HU6 8ur 168 1id6lt63 ä6 1'^Z1i86 Za11icaii6" (ebd.
1818; 2. Aufl. 1826), "v6 1'inün6Qc6 cw cw'wia.-
IN8IN6 8111' 1a couäition ä63 l6lliin68" (ebd. 1821),
"Hi8t0ir6 äu niHriaF6 ä68 pr6ti'68 6Q ^i-Hnc6"
(ebd. 1826). Seine "N6moir63" gab Carnot mit
einer biogr. Notiz (2 Bde., Par. 1837-40) heraus;
G.s gesammelte Werke erscheinen seit 1886.- Vgl.
Böhringer, G., ein Lebensbild aus der franz. Re-
volution (Bas. 1878); Maggiolo, 1.3. vi6 6t 163
wuvi-63 ä6 1'Hdd6 (^. (Nancy 1885). ^Baptiste.
Grögoire (spr. -göahr), Pere, s. Girard, Jean
Gregor, Name von 16 Päpsten:
G. I., der Große (590-604), aus der angesehenen
röm. Familie der Anicier, geb. um 540, erhielt eine
vielseitige Bildung, widmete sich der Rechtskunde,
las aber daneben die Schriften der Kirchenväter und
wurde um 574 röm. Prätor. Durch den Tod feines
Vaters, des Senators Gordianus, in Besitz eines
großen Vermögens gelangt, stiftete er sechs Vene-
diktinertlöster in Sicilien, ein siebentes in seinem
Hause in Rom, in das er selbst eintrat. 577 wurde
er zum Diakon geweiht und 579 von Pelagius II.
zum Apocrisiarius in Konstantinopel ernannt, wo
er mit Erfolg für die Aussöhnung des Kaisers mit
dem Papst thätig war. 585 nach Rom zurückgekehrt,
wurde G. Abt des von ihm gestifteten Mosters und
590 von Klerus, Senat und Volk einstimmig zum
Papst gewählt. Mit Energie und diplomat. Gefchick
hob er das Ansehen des röm. Stuhles und leistete
in den stürmischen Zeiten der hereinbrechenden
arianischen Langobarden ganz Italien treffliche
Dienste. Durch feine Freundschaft mit der kath.
Langobardenkönigin Theodelinde, einer bayr. Prin-
zessin, brachte er es dahin, daß ihr Gatte Agilulf
den kath. Bischöfen die Rückkehr zu ihren Sitzen
gestattete, seinen Sohn katholisch taufen ließ, daß er
593 gegen Zahlung einer großen Summe Geldes
von der Einnahme Roms abstand und 599 mit dem
griech. Exarchen Frieden schloß. G.s Verhältnis
zum griech. Kaiser blieb allerdings ein gespanntes,
auch brachen zwischen G. und dem Patriarchen
von Konstantinopel Streitigkeiten wegen des röm.
Primats aus. Der Patriarch Johannes IV. hatte
sich mehrfach den Titel eines "ökumenischen Patriar-
chen" (6i)i8C0M8 univ6i-8a1i8) beigelegt, worin G.
die Anmaßung, alle Glieder der Kirche sich unterzu-
ordnen erblickte. G. selbst nannte sich "Knecht der
Knechte Gottes" (86rvu8 86i-voi-iiiii O6i). Auch im
Abendlande suchte G. die Bischöfe und Metropoliten
in größere Abhängigkeit vom röm. Stuhl zu bringen,
als deren äußeres Zeichen er die von Papst Sym-