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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Grottkau - Groves Element
und Broschüren im tath. Sinne: "Die Geschichte
der Großmutter" (Regensb. 1868' 2. Aufl. 1880),
"Das Gasthaus zum grünen Vaum" (Wien 1868;
2. Aufl., Augsb. 187!)'), "Die Familie Runenthal"
(Wien 1869), "Novellen" (2 Bde., ebd. 1867 und
Augsb. 1877), "Die Leibeigenen" (Augsb. 1882),
"Die Kinder des Nihilisten" icbd. 188"), "Die
Rache Anna Dimitrownas" (ebd. 1884), "Ginevra
Cautarina" (ebd. 1887), "Das amerik. Duell" (ebd.
1888), "Martha" (ebd. 1889), "Die beiden Scbwä'ge.
rinnen" (ebd. 1890), "Gräfin Alma Adlerskyöld"
(ebd. 1.891). Ferner schrieb sie die Lustspiele "Zwei
Onkel aus Amerika" (Lpz. 1875), "Der Vtagncti'
seur" (Wien 1876), "Wie gesä'llt Ihnen Klara" (1.878)
und das Märchen "Geschichte des Schlaghahn"
(Augvb. 1892). Alehrere ihrer Bücher wurden ins
Französische übersetzt.
Grottkau. 1) Kreis im preuß. Rcg.Bez. Op-
pcln, hat 519,^<ikm, (1890) 43 167 l 19972 männl.,
23195 weibl.) E., 2 Städte, 81 Landgemeinden
und 72 Gutsbezirke. - 2) Kreisstadt im Kreis G.,
42 km westlich von Oppeln, an der Linie Neisse-
Brieg und der Nebenlinie G.-Glambach (26,8 km)
der Preuß. Staatsbahnen, ist Sitz des Landrats-
amtes und eines Amtsgerichts (Landgericht Vrieg)
und hat (1890) 4348 E., darunter 927 Evangelische
und 55 Israciiten, in Garnison (285 Mann) die
2. Abteilung des 21. Feldartillcrieregiments von
Clausewitz,Post zweiter Klasse, Telegraph, eine
Brückenwagenfabrik, 3 Brauereien, Ziegelei und
Dampsmahlmühle.
Grotto, Luigi, s. Groto.
Grötzingen, Stadt im Oberamt Nürtingen des
lviirtteinb. Schwarzwaldtreises, an der Aich, früher
befestigt, hat (1890) 837 (5. und eine cvang. Pfarr^
Grotzka, Stadt in Serbien, s.Grocka. ' j kirche.
Grouchy (spr. gruschih), Emanuel, Marquis von,
franz. Marschall, geb. 23. Okt. 1766 zu Paris aus
einer normann. Adelsfamilie, trat 1779 in die Armee
ein und fchloß sich beim Ausbruch der Revolution
dieser an. Er erhielt ein Regiment, das er im Feld-
zuge 1792 bei der Nordarmee fübrte; in demfelben
Jahre wurde er Brigadegeneral und 1793 nach
der Vende'e geschickt zur Unterdrückung des Auf-
standcs. Demnächst als Adliger infolge Konvents-
bescklusscs von 1793 seiner Stellung enthoben, focht
er als Gemeiner mit, wurde aber 1795 mit seinem
frühern Rang unter Hoche in der Westarmee wieder
angestellt und unternahm, zum Divisionsgeneral
befordert, 1796 mit diesem eine Expedition nach
Irland, die jedoch fehlschlug. An dem Kriege von
1798 bis 1800 nahm er unter Ioubcrt und Moreau
teil und zeichnete fich bei Alessandria und vohen-
linden aus. Nach dem Frieden von Luneville (1801)
wurde G. Generalinspccteur der Kavallerie. Da er
eine entschiedene Anhänglichkeit au Moreau kund-
gab, so mißtraute ihm Vonaparte und beförderte
ibn nicht, trotzdem cr sich bei Eylau und Friedland
auszeichnete. Demnächst focht G. in Spanien und
Italien, wo er sich am Isonzo hervorthat; im Kriege
gegen Österreich hatte er am Siege von Wagram
(5. und 6. Juli 1809) entscheidenden Auteil. 1812
kommandierte G. ein Kavallerickorps der Großen
Armee, zeichnete sich besonders bei Vorodino aus
und befehligte auf dem Rückzüge die aus Trümmern
der Reiterei gebildete ^c^äi-on L^ci^. 1813 blieb
G. ohne Anstellung, 1814 erhielt er ein Kavallerie-
korps und zeichnete sich bei Etoges und (5raonne
aus. Bei Napoleons Rückkehr ging G. sogleich
Vruckhaus' Konvl'rsatious-Lexilun. 14. Aufl. VHI.
zu diesem über und wucdc von ihm zum Mar-
schall ernannt, nachdem er den Herzog von An-
gouleme bei Pont-St. Esprit gefangen genommen
hatte. Nach der Schlacht von Ligny (16. Juni 1815)
mit der Verfolgung der Preußen beauftragt, lieferte
er 18. Juni das für ihn siegreiche Gefecht von Wavre
gegen Thielmann, ohne in die Schlacht voll Water-
loo, deren nicht zwei Meilen entfernten Kanonen-
donner er hörte, einzugreifen, wodurch er nach Na-
poleons Meinung den Verlust dieser Entscheidungs-
schlacht verschuldete. Nach dem Sturze Napoleons
ließ G. Napoleon II. zum Kaiser ausrufen, wurde
des Landes verwiesen, ging nach Amerika, kehrte aber
1819 begnadigt wieder nach Frankreich zurück, wo
er zurückgezogen lebte. Ludwig Philipp ernannte
ihn 1831 zum "mlli'ßcli^I luinoiairo" von Frankreich
und erhob ihn 1832 zum Pair. G. starb 29. Mai
1847 in St. Eticnne. Sein Enkel veröffentlichte
"^I6moiro8 äu m^i-eci^ü äo (^." (5 Bde., Par. 1873
"75), worin die Gründe seines Nichteingreifens
bei Waterloo dargelegt werden. Dasselbe hatte er
schon versucht in den "Od86lVHtioii8 8in- lg. rolHticm
(16 Ik cHMMFIl" (16 1815 I)u1)1i"6 Ml' 1l? göliLl'ai
(ioni-Zaud" (Philadelphia und Par. 1819).
Grouffet (spr. grusseh), Paschal, franz. Publizist
und Kommunist, geb. 1844 auf Corsica, schrieb un-
ter verschiedenen Pseildonymen, besonders Philippe
D a r y l und A n d r e L a u r i e. G. studierte Medizin
in Paris, wandte sich, jedoch bald der Iourualistik
zu; er schrieb sür den "lilt^näard", den "I^ai-o", die
"NHi'8(;i11^i8L" und andere Blätter. Nach der Nc-
! volution vom 4. Sept. 1870 übernahm G. die Lei-
tung der "NHi-""iIwi'86", stellte jedoch die Veröffent-
lichung derselben bald ein und trat als Freiwilliger
in dav 18. Bataillon der Jäger zu Fuß. Am 26. März
!871 wurde G. in die Commune gewäblt, wo er sür
die Nicderreißung der Vendömesäule stimmte. Nach
^ Besiegung der Commune wurde er zur Deportation
! verurteilt und 1872 nach Neucaledonien gebracht,
! von wo er 1874 entfloh. Bis zu seiner Rückkehr nach
^ Frankreicb (1881) hielt er sich in England aus. Seit
I 1884 schrieb er als Philippe Daryl eine Reihe von
! Artikeln meist über engl. Leben und engl. Sitten,
! gesammelt als: "1.^ vis purtout" (9 Bde., 1884-88),
! außerdem "I^^Viiciit" (1890) und uiiiztoir^cl^ä^ux
LiitmUs (^' 1.0!i(Ii-68" (1891). Als Audre Lauric
! veröfsentlichte er: "1.9. vio ä" coN^e äang t0U8l"8
1)ci)'8" (9 Bde., 1881-91), "I.'iiöiitiei- äü 15<)diii8()w>
! (1884), "I^'epHV6 äu (^utina" (1885), "1^6 c^pitluiiL
! ^rÄlai^r" (1886), "1)6 ^^v-^orii ^ Vi'08t 6ii 3l?i)t
^ Iieui'68" (1889), "1^6 8Lcrot du niaFe" (1890) u. a.
Grove (spr. grohw), Sir William Robert, enql.
, Physiker, geb. 14. Iilli 1811 zu Swansea, wurde
Rechtsanwalt zu London, widmete sich aber später,
durch Krankheit an der Ausübung seines Berufes
, behindert, dem Studium der Physik, insbesondere
! der galvanischen Erscheinungen. Er wurde 1841
! Professor der Physik an der I.onäon In8tiwtiou,
1852 Geheimrat, 1871 Richter am <^0nrt ol csiinnion
plenä und 1872 in den Ritterstand erhoben. G. ent-
! deckte die nach ihm benannte Batterie (s. Galva-
nisches Element); unter seinen Schristen ist die be-
deutendste "O11 tiw ( 0i'i'c!i3,ti()ii ot' pli^icul torcLä"
<Lond.1846'. 6. Aufl. 1874; deutsch von Schaper,
Vraunschw. 1871), in welchem Buche, der Ausgabe
! seiner 1842 gehaltenen Vorlesungen, er alle Natur-
kräfte von einem gemeinsamen Gesichtspunkte aus
betrachtete. l(Bd. 7, S. 508a).
Groves Element, s. Galvanisches Element
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