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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Gsell Fels - Guadalaxara (in Mexiko)
GsellFels, Theodor, Schriftsteller, geb. 14. März
1819 zu St. Gallen, studierte in Basel Theologie
und Philologie, in Berlin Philosophie und Kunst-
geschichte, weilte 1842-45 in Italien und widmete
sich in Paris 1845 - 48 den Naturwissenschaften
und der Medizin. 1848-52 bekleidete er die Stelle
eines Staatsarchivars in seiner .Heimat, vollendete
1852-56 seine mediz. Studien, war dann in St.
Gallen, Nizza und Zürich als Arzt thätig, in letz-
terer Stadt 1863-67 Docent der Anthropologie
und Ethnographie; 1867-70 weilte er in Rom
und bereiste von da aus ganz Italien. 1870 lieh
er sich in Vasel nieder, wo er zum Grohrat und
Schulinspektor ernannt wurde und kunstgeschicht-
liche Vorträge hielt. Seit 1880 lebt er in Mün-
chen. Er veröffentlichte namentlich Handbücher
über Oberitalien, Mittelitalien, Rom und die Cam-
pagna, Unteritalien und Sicilien, Südfrankreich,
nebst den Kurorten der Niviera di Ponente, Corsica
und Algier (in Meyers Neisebüchern, in mehrern
Allflagen erschienen), Italien in 60 Tagen (ebd.),
"Die Bäder und klimatischen Kurorte der Schweiz"
(3. Aufl., Zür. 1892), "Die Bäder und klimatischen
Kurorte Deutschlands" (3 Abteil., ebd. 1885-91),
"Die Schweiz" (mit Illustrationen, 2 Bde., Münch.
1876; Volksausg., Zür. 1882), "Venedig" (mit
Illustrationen, Münch. 1876; kleine Ausg., ebd.
1892); "München" (ebd. 1892).
6?</t?'., hinter der lat. Benennung von Fischen
und Reptilien Abkürzung für Albert Günther (s. d.).
Guacharo (spr. guätscharo) oder Fettvogel,
Hleawi'QiZ cai'ii>0N8i8 //M)il). (s. Tafel: Lang-
händer, Fig. 3), eine dem südamerik. Festlande
und einigen westind. Inseln eigentümlich angehörige
Vogelgattung, ist von der Größe einer Krähe und
bildet ein merkwürdiges Beispiel eines Nachtvogels,
der sich von Früchten und hartem Gesäme nährt, ob-
gleich die Bildung des Schnabels, die Zeichnung des
Gesieders sowie der leichte, unhörbare Flug ihn in die
unmittelbare Nähe der insektenfressenden Schwalme
und der Nachtschwalben oder Ziegenmelker stellt.
Der G. findet sich unter der natürlichen Brücke von
Pandi im SW. von Bogota in Columbia und in
den Höhlen von Guadeloupe und Trinidad, be-
sonders aber in der nach ihm benannten Gua-
charohöhle im OSO. von Cumana in Venezuela.
In ihr nisten auf Felsenvorsprüngen in großen aus
ausgespieenen Pflanzenresten bestehenden Nestern
mit flacher Mulde in der Höhe von 15 bis 20 ni
Tausende von G., welche die Höhle nur bei Anbruch
der Nacht, besonders bei Mondschein, verlassen, um
namentlich die fleifchigenFrüchtederNectandrapalme
zu fuchen. Jährlich um Johannis stoßen die In-
dianer mit Stangen den größten Teil der Nester
berab und töten die Vögel zu Tausenden. Die zu
Boden fallenden, wahre Fetttlumpen bildenden
Jungen werden fogleich ausgeweidet. Man fchmelzt
ihr Fett aus und verbraucht es allgemein statt des
Als und der Butter zum Brennen und Essen.
Guäco, Pflanzenart, s. NikauiN.
Guad... oder Guadi___, in span. Namen
von Flüssen, Thälern, Land- und Ortschaften, ist
aus dem arab. Wadi (s. d.) hervorgegangen, welches
Fluß oder Flnßthal bedeutet.
Guadagni (spr. -dannji), Cajetano, ital. Sänger,
geb. 1725 in Lodi, gest. 1797 in Padua, war einer
der gefeiertstell Kastraten seiner Zeit. In der Ge-
schichte der Oper lebt sein Name fort als der des
ersten Sängers des Orfeo von Gluck.
Guadagnoli (fpr. -anjohli), Antonio, ital.
Lyriker, geb. 1798 in Arezzo, war sehr befrcryldet mit
Giusti, verfuchte sich auch in der polit. Satire, leistete
aber, obgleich eine Zeit lang beliebt, nur Mittel-
mäßiges. Er starb 1851. Seine "I'oeäio ^iocoLL"
erschienen neu zu Florenz 1884.
Guadalajara (fpr.-achahra, früher Guada-
laxara geschrieben). 1) Provinz des Königreichs
Spanien, grenzt im N. an Soria, im NO. an Sara-
gossa und Teruel, im S. an Cuenca, im W. an Madrid
und Segovia, hat 12113 likin und (1887) 201518
(101187 männl., 100331 weibl.) E., d. i. 17 auf
1 likm (125 953 konnten nicht lefen), und 9 Gerichts-
bezirke. G. ist größtenteils Hochebene, trotz frucht-
baren Bodens schwach bebaut und waldarm. Tajo
und Henares, dessen Thal die Bahn benutzt, durch-
stießen das Land. - 2) Hauptstadt der Provinz G.,
auf einer kahlen Anhöhe, am linken Ufer des Hena-
res, an der aragon. Hauptstraße und der Eisenbahn
Madrid-Saragossa, hat (1887) 11243 E., eine
schöne neue Steinbrücke, 10 Kirchen, mehrere Non-
nen- und Mönchsklöster, eine ^caäomia. äs In^o
iiioi-08, einen got. Palast der Herzöge de l'Infantado,
1461 begonnen, jetzt ganz im Verfall; in der San
Francisco-Kapelle die Gruft der Mendoza, eine an-
geblich röm. Wasserleitung; Bibliothek, Normal-
schule; Ölmühlen, Getreide- und Obstbau, Fabrika-
tion von Öfen, von Serge- und Flanellstoffen, von
Schokolade und Mehl. Die Umgegend (Alcarria)
ist einer der fruchtbarsten Teile Spaniens. - Die
Stadt hieß im Altertum Arriaca (auch Caraca) und
ward 714 den Goten von den Arabern entrissen,
welche den Ort Wadi el-Higara nannten und ihn
1081 an Alfons I. von Casnlien verloren.
Guadalajara, Stadt in Meriko, s. Guadalaxara.
Guadalaviar (arab.; span. RioBlanco, auch
Turia, nach dem Lateinischen), Fluß im östl. Spa-
nien, entspringt in der Provinz Teruel an der Mucla
de San Juan, nahe der Quelle des Tajo, fließt
zwischen hohen Bergen ostwärts bis zur Stadt
Teruel, wo er nach Aufnahme des Rio Aljambra
nach SSW. umbiegt; später durchfurcht er in süd-
östl. Richtung das Plateau von Nord-Valencia, be-
wässert dann die Huerta von Valencia in acht Ka-
nälen und mündet bei Grao in das Mittelmeer nach
einem Lauf von 240 km.
Guadalaxara (Guadalajara, spr. -achahra),
Hauptstadt des Staates Ialisco in Mexiko, ehe-
mals die zweite Stadt Neuspaniens, in dem frucht-
baren Thale von Atemajac und in der Nähe vieler
Silbergruben in 1150 in Höhe gelegen, Sitz eines
Erzbischofs (unter der Metropole (^. stehen die Bis-
tümer Colima, Durango, Lmares, ^inaloa, Sonora
und Zacatecas), ist mit Mcriko und mit San Blas
am Stillen Ocean durc^Bahn verbunden und hat
(1892) 95000 E. Die i^tadt, gut geballt, mit ge-
raden und glttgepflasterten Straßen und meist ein-
stöckigen Häusern, besitzt zahlreiche große^Plätze,
darunter einen Stierkampfplatz, viele Spring-
brunnen, die durch eine 12 kni lange Wasserleitung
gespeist werden, einen Negierungspalast, erzbischöfl.
Residenz und Münze und eine großartige 1618 er-
baute Kathedrale, deren zwei Turmkuppen 1818
durch Erdbeben einstürzten, mehrere Klöster mit
Kirchen, wie die des Franziskaner- und des
Augustl'nerklosters, ein Pvicsterseminar, Theater,
eine Universität im ehemaligen Iesuitenkollegium,
eine höhere Schule und eine Akademie für Malerei
und Architektur. Große Vazars oder Portales