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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Guadiana (Stadt) - Guajakholz
dazwischen schneidet er den östl. Teil der portug.
Provinz Alemtejo. Zier liegt das alte Städtchen
Mertola mit Steilabfall zum Fluß, der von da ab
schiffbar ist. Pfade verbinden die dürftigen An-
siedelungen und nur bei Pomcrrao, wo die Kupfer-
erze der portug. Gruben von ^an Domingos ver-
schifft werden, herrscht regeres Leben. An der Mün-
dung in den Golf von Cadiz befinden sich mehrere
Sandbänke, deren eine, die Barra de Canela, selbst
zur Ebbezeit noch 4,5 in tief, bei Flut den größten
Handelsschiffen aufwärts bis Ayamonte zu gehen
gestattet. Sonst hat das Astuarium 8-^-11 m Tiefe.
Unter den größern Flüssen Spaniens ist der G. der
wasserarmste. Manche seiner Nebenflüsse im Mittel-
und Oberlauf versiegen in trockner Sommerzeit
ganz. Die bedeutendsten sind rechts Vullaque und
Ruecas, links Iabalon, Zujar, Guadamez, Mata-
chel, Guadajira, Ardila und Chanza, der die Grenze
zwischen der Provinz Huelva und Alemtejo bildet.
Die Länge des G. beträgt über 800 kui, sein Fluß-
gebiet 65 500 ykin.
Guadiana oder Durango, Hauptstadt des
merik. Staates Durango (s. d.).
Guadiäna-menör, linker Nebenfluß des Gua-
dalquivir, in den span. Provinzen Granada und
Iaen, entsteht aus der Vereinigung des Guardal
und des Fardes und mündet, sehr wasserreich, bei
San Bartolome' nach einem Laufe von 150 km.
Guadix (spr. -dich: arab. Wadi Asch, d. h.
Wasser des Lebens), Bezirkshauptstadt in der span.
Provinz Granada auf gleichnamiger Hochstäche am
Nordabhang der Sierra Nevada, links am Fardes,
Sitz eines Bifchofs, hat (1887) 11989 E., eine
Kathedrale aus dem 18. Jahrh., Neste maur. Be-
festigungen ; Weinbau in der fruchtbaren Umgebung,
einem ehemaligenSeeboden, und Seidenmanufaktur.
Etwa 7 km westlich entspringen die Mineralquellen
von Gracna in 800 ui Höhe.
Guagnin, Alexander, poln. Historiker, geb. 15^8
in Verona, kam mit seinem Vater, dem (^011168 pH-
latii 1at"i-HN6ii8i8 Ambrosius G. 1561 nach Polen,
trat in das poln. Heer und nahm an den Kriegs-
zügen unter den Königen Sigismund August und
Stephan Bathory teil; 1569 empfing er das poln.
Indigenat und befehligte längere Zeit die Besatzung
von Witebsk. Er starb 1614 in Krakau. G. ver-
öffentlichte ein Werk: " sarina^s Nurope^ äo
LcripUo" (Krak. 1578; Speier 1581), das in ver-
schiedene Sammelwerke überging und später erheb-
lich vermehrt von M. Paszkowski ins Polnische über-
setzt und u. d. T. "15i'0ni1(3, Z^rinHe)^ ^ui'0p8^i6^"
(10 Bücher, Krak. 1611) veröffentlicht wurde.
Guaham, Insel, s. Guam.
Guaiana, s. Guayana.
Gualra, La oder La Guayra, Stadt im Bun^
desdiftrikte der südamerik. Republik Venezuela, am
Karibischen Meer, hat etwa 9000 E. G. dient als
Hafen für die Hauptstadt Caracas, mit der es durch
kunstvolle Gebirgsbahn (37 kin) in Verbindung steht.
Die Reede gewährt guten Ankergrund. Das Klima
ist nicht gesund, da die Hitze Tropenfieber erzeugt;
doch bessert sich neuerdings der Gesundheitszustand
erheblich. Der Handel ist großenteils in deutschen
Händen; Hamburg und Bremen sowie England
liefern den Hauptteil der Einfuhr. Zur Ausfuhr
gelangen vor allem Kaffee, Kakao, Häute und Felle.
Die Einfuhr erreichte (1889) einen Wert von 39,44,
die Ausfuhr von 14,75 Mill. M. Sechs europäische
MdzwevMuyorkerDampferlinienunterhaltcnregel-
mäßigen Verkehr. 1890 verkehrten 384 Dampfer
und 59 Segler im Hafen. Ein Kabel führt nach
Curacao. G. ist Sitz eines deutschen Konsuls.
Guajacen, s. Guajaksäure.
Quaz^ouin otkoinälo L. (s. Tafel. Tere-
binthinen, Fig. 5), Baum aus der Familie der
Zygophyllaceen (s. d.), Stammpflanze des Guajak-
holzes (s. d.).
Guajakgelb, der gelbe krystallisierende Farb-
stoff des Guajakharzes (s. d.).
Guajakharz, IleLiiiH (^uaMci, stammt von 6uk-
jacum 0lücin2.i6 ^. (s. Guajatholz); dasselbe wird
meist durch Schwelung aus den angebohrten oder
eingeschnittenen Stämmen gewonnen, wobei man
das durch die Wärme ausstießende Harz in unter-
gestellten Kalebassen auffängt und nach dem Erkal-
ten herausschlägt. Es bildet dann unregelmäßig
geformte Stücke, die mehr oder minder mit Holz
und Rindenstückchen durchsetzt sind (Il68ir>H (lu^aci
in ma88i8). Das früher als N68iu3. (^uaM'/i iri i3.cri-
mi8 in Form von kugeligen oder länglich Hasel- bis
walnußgroßen Stücken bekannte Harz, welches aus
den in die Rinde des lebenden Baums gemachten
Schnitten von selbst ausfließt und nach dem Erstarren
gesammelt wird, kommt nur noch selten in den Han-
del. G. ist dunkelbraun bis graugrün; dünne Split-
ter des Harzes sind durchscheinend mit gelber bis
brauner Farbe, es schmilzt bei 85° (I und verbreitet
einen an Benzoe erinnernden Geruch. Es ist weit
schwerer als Wasser, sein spec. Gewicht beträgt 1,205
bis 1,230. In Alkohol, Äther, Chloroform ist es
löslich, teilweise nur in Schwefelkohlenstoff und
Benzol, unlöslich in Terpentinöl. An der Luft
färbt es sich unter Mitwirkung des Lichts grün und
dann blau; dieselbe Färbung bringen alle oxydie-
rend wirkenden Körper hervor, so Ozon, Chlor, sal-
petrige Säure, Chromsäure; auch in Berührung
mit frischen Schnittflächen von Pstanzenteilen wird
es blau. Das Harz ist ein Gemenge verschiedener Sub-
stanzen, von denen folgende gellauer unterfucht sind:
Guajakonsäure, ö^H^Os, Guajaksäure,
0aUg(>;, Guajakharzsäure, ^o^^^, und
eill gelber Farbstoff, Guajakgelb. Bei der trocknen
Destillation liefert das HarzGuajakol (s. d.). Die
Allwendung des Harzes ist medizinisch eine ähnliche
wie die des Holzes; in derTechnik vereinzelt zu Lacken.
Guajakharzsäure, eine im Guajakharz (s. d.)
entbalteilc Säure, zusammengesetzt (^u ll^Ü^.
Guajakholz, Pockholz, Franzosenholz,
Heiligenh 0 lz (I^num üu".^ci, I^iZnum 8iino
tum), das Kernholz des zur Familie der Zygo-
phylleen gehörigen Guajatbaums (du^aeuin ot'ü-
cinHik ^.), der in Westindien, namentlich auf Cu-
racao, Domingo, St. Thomas, Martinique und
Haiti, auch in Südamerika (Venezuela und Colum-
bia) wächst. Das Kernholz des Baums kommt in
centnerschweren Klötzen in den Handel, die aus einem
grünlichbraunen Kern und dem gelblichen Splint be-
stehen und ein spec. Gewicht von 1,3 besitzen. Das
Holz ist ungemein hart und schwerspaltig, dagegen
zu Dreh arbeiten sehr geeignet. Gerieben riecht es
schwach und angenehm; sein Geschmack ist scharf
aromatisch; es enthält gegen 20 Proz. Harz (s. Gua-
jakharz). Das G. wird jetzt meist zu technischen
Zwecken gebraucht, z. B. zu Kegelkugeln, Rollen,
Walzen und Hämmern; auch findet es mediz. Ver-
wendung bei syphilitischen Leiden, Gicht, Rheuma-
tismus. Das in Brasilien und Westindien ein-
heimische mastizblätterige G. (I^uuin Hua^acj