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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Guayaquilhüte - Gubernija
sowie mit Europa. Im Hafen liefen 1887 ein 204
Fahrzeuge (darunter 102 Dampfer) von 137083 t;
der Wert der Ausfuhr betrug 8,5 Mill. Sucres, da-
von über die Hälfte Kakao, außerdem Kaffee, Kau-
tfchuk, Elfenbein, Edelmetalle, Strohhüte und China-
rinde. G. ist Sitz eines deutschen Konsuls. >
Guayaquilhüte (spr. -kihl), f. Panamahüte. !
Guayas, Küstenprovinz der Republik Ecuador, !
am Westfuß der Cordillcre von Quito und um den ^
Busen von Guayaquil gelagert, hat 98100 E. auf
29755 <ikm. G. besteht teils aus Kreidegebirgen,
die von Grünsteinkuppen durchbrochen sind, teils
aus Alluvialschichten; das Klima ist sehr heiß. Man
gewinnt hier den besten Kakao, auch Tabak. Haupt-
industriezweig ist die Strohflechterei (Panamahüte).
Guaycuru, Indianerstamm in Argentinien zwi-
schen Paraguay und Pilcomayo, in Sitten und
Sprache den Abipon (s. d.) nahe verwandt.
Guaymas oder San Ioss de G., Hafen des
merik. Staates Sonora in Mexiko, an der Mündung
des Rio de G. in den Kalifornischen Meerbusen,
liegt in einem wasserlosen Felsenkessel, hat 5500 E.
G. ist der wichtigste Einfuhrhafen des Staates und
vermittelt auch durch die an die Southern-Pacific-
bahn anschließende Linie den Verkehr mit Arizona.
Ausgeführt werden Gold, Silber, Häute und Perlen.
Drei Dampferlinien berühren den Hafen. G. ist Sitz
eines deutschen Vicekonsuls.
Guaytecas-Inseln, s. Chonos-Inseln.
ksna.23. Ziälios, s. Bhang.
Guazu-Puca, s. Hirsche.
Guazzo (ital.), Wasserfarbe; daher ^ ^ua^^s)
malen, mit Wasserfarben, in Gouache malen (f.
Gouachemalerei).
Guba (walach.), Mantel von dichtem groben
Wollstoff, in Ungarn getragen.
Gubbio, Stadt in der ital. Provinz und im Kreis
Perugia, malerifch am Monte-Calvo im Thale des
Camignano und an der Linie Florenz-Ancona ge-
legen, hat (1881) 5540, als Gemeinde 23316 E.,
einen schönen Palast der Consoli, 1332-46 von
Giovanelli Maffei erbaut, mit umfassender Aus-
sicht, einen got. Palast dei Duchi, jetzt verfallen,
einen Dom aus dem 12. Jahrh, und mehrere andere
Kirchen aus dem Mittelalter, mit fchönen Gemälden,
wertvolle Sammluugen in der Residenza Muni-
cipale, darunter die 1444 gefundenen Eugubinifchen
Tafeln (s. d.) und Majoliken, ein Gymnasium,
technische Schule sowie Ruinen eines röm. Theaters
aus der Zeit der Republik. Die Stadt, früher von
größerm Umfange, trägt noch völlig mittelalter-
lichen Charakter. Die früher hochbedeutende Majo-
likafabrikation hat sich erhalten.
Ouben. 1) Landkreis (ohne Stadt G.) im
preuß. Reg.-Bez. Frautfurt, hat 1076,69 hkni,
(1890) 42431 (20 647 männl., 21784 weibl.) E.,
1 Stadt, 116 Landgemeinden und 68 Gutsbezirke.
- 2) Kreisstadt im Landkreis G. und Stadtkreis
(28,60 (ikm) iu der ehemaligen fächs. Niederlausitz,
48 Km südsüdöstlich von Frankfurt a. O., am Zu-
sammenfluß der Lubis und Neisse, an den Linien
Berlin-Kohlfurt-Breslau und Cottbus-G.-Bent-
schen der Preuß. Staatsbahnen, ist Sitz des Land-
ratsamtes des Landkreises,einesLandgerichts (Kam-
mergericht Berlin) mit 10 Amtsgerichten (Crossen
an der Oder, Forst in der Lausitz, Fürstenberg, G.,
Pforten, Schwiebus, Sommerfeld, Sorau, Triebet,
Züllichau), eines Amtsgerichts, Eisenbahnbetriebs-
amtes (458,74i"ii Bahnlinien) der königlich prcuß.
Brockhaus' Kouvcrsaticms-Lexilon. 14. Aufl. VIII.
Eisenbahndirektion Berlin und einer Reichsbank-
nebenstelle, hat (1890) 29328 (13526 männl., 15802
weibl.) E., Post erster Klasse mit Zweigstelle, Tele-
graph, Fernsprecheinrichtung,
drei evang., eine altluth. und
eine kath. Kirche, einen Bet-
saal der Irvingianer, eine
Synagoge, ein städtisches
Gymnasium, 1817 gegründet,
verbunden mit Realgymna-
sium (Direktor Dr. Hamdorff,
29 Lehrer, 11 Gymnasial-
klassen mit 318 Schülern, 5 Nealklassen mit 143 Schü-
lern, 3 Vorklassen mit 77 Schülern), zwei höhere
Mädchenschulen, Krankenhaus, Taubstummenan-
stalt, Waisenhaus, Hospital und Siechenhaus und
ein Theater. Die bedeutende Industrie erstreckt sich
auf Tuchfabrikation, Streichgarnspinnereien, Fär-
bereien, Gerbereien, Töpfereien, Dampf-, Wasser -
mehl- und Schneidemühlen, Fabrikation von Ma-
schinen, Filzhüten und Puppen. G. ist Sitz der
5. Sektion der Fuhrwerksberufsgenofsenschast. Die
Fluhschiffahrt und der Weinbau haben neuerdings
abgenommen, der Obstbau ist bedeutend. In der
Nähe sind Braunkohlengruben. - G. war ursprüng-
lich ein wend. Ort, der von Markgraf Konrad
d. Gr. von Meißen germanisiert wurde, erhielt 1235
magdeburgisches Recht, kam 1312 an Brandenburg
und 1367 an Böhmen. Hier schlössen 5. Juni 1462
Friedrich II. von Brandenburg und Georg Podie-
brad von Böhmen Frieden. Nachdem der Ort 1620
an Kursachsen gekommen war, wurde er 1642 von
den Schweden besetzt, 1645 aber vergebens von
ihnen belagert. Mit der Niederlausitz kam G. 1815
an Preußen.
Guberlinische Berge, s. Ural (Gebirge).
Gubernakel (lat.), Steuerruder.
Gubernatis, Augelo, Graf de, s. De Gubernatis.
Oubernator (lat.), Steuermann; Gouverneur.
vudernZHa., Gouvernement, bezeichnet in
Ruhland eine Provinz. An der Spitze stehen ein
Gouverneur (AudLi'natoi-) und eine Gouvernements-
regierung (Zud6i-n8^0^6 z)ravi6ii^6), welche letztere,
unter dem Vorsitze des Gouverneurs, aus den
Vicegouverneuren, mehrern Räten, dem Medizinal-
inspektor, Ingenieur und Architekten besteht. Früher
eine kollegialische Behörde, ist sie jetzt bureaukratisch
organisiert, indem die entscheidende Gewalt fast ganz
in die Hände des Gouverneurs gelegt ist. Fast
jedes Ministerium hat seine besondern Organe im
Gouvernement. Für die Justiz ist in jedem 6. ein
Bezirksgericht für Civil- und Kriminalsachen. Der
Adel jedes (^. bildet eine eigene Korporation; Bür-
ger und Bauern dagegen sind nach Gemeinden or-
ganisiert. Die Angelegenheiten der Selbstverwal-
tung werden von den Landschaften (Semstwo, s. d.)
besorgt. Das (-. wird eingeteilt in Kreise (Ujesd,
s. d.). Im moskauischen Zartumo gab cs keine
Provinzen. Die Teilfürstentümcr wurden nach
ihrer Vereinigung mit dem moskauischen Groh-
fürstentum allmählich in Kreise, die eine Stadt und
das umliegende Land umfaßten, aufgelöst. Peter
d. Gr. teilte zuerst das Reich in 6-., welche großen
Statthalterschaften gleichkamen, von denen jedes ein
Armeekorps aufstellen, eine Abteilung der Flotte
herstellen und unterhalten sollte; die geplante selb-
ständige Provinzialverwaltung wurde jedoch nicht
durchgeführt, vielmehr die Verwaltung centralisiert.
Kathariua II. nahm eine Decentralisation vor und
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