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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Gubernium - Gudin
führte die Einteilung des Reichs in Gouvernements,
d. h. Provinzen durch, welche bis heute fast dieselbe
geblieben ist.
Gubernlum (neulat.), Verwaltung, in Öster-
reich die Provinzialcentralregierung; gubcrniäl,
auf das G. bezüglich, dazu gehörig.
Gubitz, Friedr. Wilh., Künstler und Schrift-
steller, geb. 27. Febr. 1786 in Leipzig als Sohn des
als Stahlfchneider ausgezeichneten Johann Chri-
stoph G. (geb. 20. Nov. 1754 zu Heinrichs bei
Suhl, gest. 17. Juni 1826 zu Berlin), studierte erst
in Jena Theologie, wandte sich aber bald ganz der
Holzschneidekunst zu und wurde bereits 1805 Lehrer
an der Kunstakademie in Berlin. Infolge der Kata-
strophe von 1806 seines Gehalts beraubt, sah er
sich zu schriftstellerischen Arbeiten genötigt und gab
1807-9 die Zeitschrift "Das Vaterland" (auf dem
Umschlage "Feuerschirme" genannt) heraus. Nach
1814 rief er mit Unzelmann die fast vergessene Xylo-
graphie wieder ins Leben. Seit 1817 redigierte er
die einflußreiche Zeitschrift "Der Gesellschafter",
gründete 1822 die Vereinsbuchhandlung in Berlin
und war feit 1823 lange Zeit Theaterkritiker für die
"Vossische Zeitung"; er gab ferner heraus das "Jahr-
buch der deutfchen Bühnenfpiele" (Berl. 1822-66),
das "Jahrbuch des Nützlichen und Unterhaltenden"
(ebd. 1835 - 67) fowie den mit Holzschnitten von
seiner Hand geschmückten "Deutschen Voltskalender"
(ebd. 1835 - 69), der ihm den Ruf eines der besten
deutschen Volksschriftsteller erwarb und Vorbild einer
Menge ähnlicher Unternehmungen wurde. G. starb
5. Juni 1870 zu Berlin. Interessanter als seine
untergeordnetendramat., lyrischen und novellistischen
Versuche sind G.' "Erlebnisse. Nach Erinnerungen
und Aufzeichnungen" (3 Bde., Verl. 1869).
Gu-Bulawayo,Gubulaw ayo, Hauptort des
Matabelelandes (s. d.).
Gudbrandsdalen, norweg. Thal in Kristians-
amt, südlich von Dovre (s. d.), 16 500 hicm groß,
mit etwa 50000 E., Ackerbau und bedeutender
Viehzucht. Der Hauptfluß, der Gudbrands-
dals-Laagen oder Logen - Elv, hat 190 Kin
Länge; er entspringt auf dem Hochgebirge in dem
See Lesjeskogsvanoet und fällt bei der Stadt Lille-
hammer in den Mjö'sen.
Gudda, arab. Flüssigkeitsmah, s. Gödde.
Gudden, Bernhard von, Irrenarzt, geb. 7. Juni
1824 in Cleve, studierte in Bonn, Berlin und Halle
Medizin und wurde Hilfsarzt an den Irrenanstalten
zu Siegburg und Illenau. 1855 übernahm er das
Direktorat der unterfränk. Kreisirrenanstalt Werneck
bei Würzburg und wurde 1869 Professor der Psy-
chiatrie in Zürich, 1872 in München, wo ihm
gleichzeitig die Leitung der dortigen Kreisirrenanstalt
übertragen ward. 1875 wurde er in den Adels-
stand erhoben. Mit der Begutachtung und Behand-
lung des kranken Königs Ludwig II. (s. d.) von
Bayern betraut, ertrank er 13. Juni 1886 im Starn-
bergerfee bei dem Versuch, den König vom Selbst-
mord zurückzuhalten. Seine wissenschaftlichen Ar-
beiten betreffen die Entwicklung und das Wachs-
tum des Schädels, die Anatomie des Gehirns fowie
die Hirnpathologie; auch ist er der Entdecker der
sog. Exstirpationsmethode zur Erforfchung der Ge-
dirnfaserung. Er schrieb: "Beiträge zur Lehre von
den durch Parasiten bedingten Hautkrankheiten"
lStuttg. 1855), "Veitrag zur Lehre von der Scabies"
(2. Aufl., Würzb. 1863), "Experimental-Unter-
suchungen über Schädelwachstum" (Münch. 1874).
Mit Westphal gab er das "Archiv für Psychiatrie und
Nervenkrankheiten" (Berl. 1868 fg.) heraus. - Vgl.
von G.s Gesammelte und hinterlassene Abhand-
lungen (hg. von Grashey, Wiesb. 1889).
Gude, Hans Frederik, Maler, geb. 13. März
1825 zu Kristiania, studierte 1841-44 unter der
Leitung A. Achenbachs und Joh. Wilh. Schirmers
an der Akademie zu Düsseldorf und erhielt 1852
die Goldene Medaille der Berliner Akademie. Von
Düsseldorf, wo er 1854 Professor an der Akademie
wurde, ging er, nach zweijährigem Aufenthalt in
Nordwales, 1864 in gleicher Eigenschaft nach Karls-
ruhe. Seit 1880 ist er Vorsteher eines Meister-
ateliers für Landschaftsmalerei an der Akademie in
Berlin und als solcher einer der erfolgreichsten Lehrer
in seinem Fache. Das Hochgebirge Norwegens, die
melancholische Stille nordischer Fjords, das wilde
Klippenwerk der Küste weih er mit großer Meister-
schaft zu fchildern. Solche Landschaften liebt der
Künstler mit bedeutenden Staffagen zu beleben, bei
deren Ausführung ihm bis 1862 der Genremaler
Tidemand zur Seite stand. Zu nennen sind: Sommer-
abend auf einem norweg. Binnensee (1851), Nor-
wegifche Küste mit landenden Fischern (1870; beide
in der Berliner Nationalgalerie), Vorfrühling im
südl. Norwegen (1856; Mufeum in Danzig),
Kristianiafjord (1857; Kunsthalle in Hamburg),
Nächtlicher Fischfang in Norwegen (1859; Hofmu-
feum in Wien), Leichenzug auf einem norweg. Fjord
(1866; Museum in Göteborg), Ehiemsee mit der
Herreninsel (1868; Akademie in Wien), Meeresstille
an der norweg. Küste (1871; Museum Wallraf-
Richartz in Köln), Hafen von Kristiania (1873; Na-
tionalgalerie in Kristiania), Nothafen an der norweg.
Küste (1880; Kunsthalle in Karlsruhe), Strand auf
Rügen mit heimkehrenden Fischern (1883; Museum
in Breslau), Landende Fischer an der Küste von
Rügen (1885; Dresdener Galerie), Am Ostseestrand
(1887), Land in Sicht (1888), Ostsecfischer (1890),
Sommertag auf Rügen (1891), Molde am Romsdal-
fjord, Wikingerschiffe im Sognefjord (letzteres 1893
vom preuß. Staat angekauft).
Guden-Aa, Dänemarks größter Fluh, entspringt
im nördl. Veile-Amt, durchstreicht in einer Länge
von 150 km das östl. Iütland, durchfließt mehrere
Seen und fällt unterhalb Randers in den Randers
Fjord. Der G. ist von Silkeborg ab schiffbar (83 km)
und hat ein Fluhgebiet von 2620 hkm.
Gudensberg, Stadt im Kreis Fritzlar des
preuß. Reg.-Bez. Cassel, 8 km im NO. von Fritzlar,
Sitz eines Amtsgerichts (Landgericht Cassel), bat
(1890) 1815 E., darunter 24 Katholiken und 150
Israeliten, Post, Telegraph und in der Umgegend
Braunkohlengruben, über der Stadt erhebt sich eine
Burgruine, nördlich der Odenberg, an den sick
eine Karl d. Gr. betreffende Sage knüpft, ähnlich der
Kysfhä'usersage. In der Nähe liegt Maden, viel-
leicht das alte Nattwui, der Hauptort der Katten.
G. war im Mittelalter Residenz der Grafen von G.
(Gisonen).
Gudin (spr. güdäng), Theodore, franz. Maler,
geb. 15. Aug. 1802 zu Paris, war zuerst Schüler
von Girodet-Trioson, schloß sich dann den Roman-
tikern Mricault und Delacroix an. <^chon seine
ersten Seebilder (1822) erregten Aufsehen durch ihre
ungewöhnlichen koloristischen Vorzüge. 1856 bereiste
er einen großen Teil des Orients. Von seinen Ge-
mälden sind zu nennen: Brand des Schiffes Kent
(1827), Gegend von Antibes (1830; Museum in