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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Guérin (Leon) - Guerra-Junqueiro
in Löwen und Paris und redigierte seit 1828 die
"(3ax6tt6 66 Lllnte", der er 1830 den Titel "6ax6tt6
in6llic3,i6 66 i'ai-iZ" gab. Als Redacteur dieser
Zeitung hatte er bedeutenden Einfluß auf die Ent-
wicklung des mediz. Nnterrichtswesens in Frank-
reich; auch war er der Erfinder des mediz. Feuille-
tons. Später wandte sich G. der Orthopädie zu
und gründete 1839 das berühmte orthopädische In-
stitut 1^9. Nu6tt6 66 ?H88)^. Sein großes Werk
"I)6t61'inil13,ti011 1'iF0UI'6U86IN6Nt 86161^6(^16 663
P1'incip68, IN6tQo668 6t pr0C6(i68 66 1'0I-t.1l0p6äi6"
in 16 Bänden erhielt 1837 den Preis der Akademie,
ist aber nicht vollständig im Druck erschienen; nur
einzelne ausgewählte Kapitel wurden veröffentlicht,
wie die über scheinbare Verkrümmungen der Wirbel-
säule (1836), allgemeine Charaktere der Rhachitis
(1837), Atiologie des angeborenen Klumpfußes
(1838), die angeborenen Verrenkungen (1841) u. s. w.
Er starb 25. Jan. 1886 zu Hyeres. Gesammelt er-
schienen seine "(Nuvi-68" zu Paris (1 Bd.) 1880-82.
Guerin (spr. geräng), Le^on, franz. Schriftsteller,
geb. 29. Nov. 1807 zu Mortagne (Orne), begründete
das "^ournai 668 NntHiit8" und die "6^6tt6 668
Ii!uliiiit8 6t 668 ^6UQ68 p6r80QH68)> und gab viele
kleine Erzählungen und Geschichtswerke für die Ju-
gend heraus, auch unter dem Pseudonym Lsonide
oeMirbel. Hervorzuheben sind die Geschichtswerke:
"Hi8t0!i6 !NÄi'itim6 ä6 I^I-HII06" (2 Bde., 1842-43;
4. Aufl., 6 Bde., 1863), "IIi3toii-6 66 1a. 66rni6i-6
8U6I-I-6 ä6 NU8816" (4 Bde., 1858); von seinen
Schriften für die Jugend: "^0ur8 66 donQ6ui'"
(1840 u. ö.), "1.6 toni' 6u in0nä6)) (10 Bde., 1840-41),
"1^6 c0nt6Ul Ü68 I)6tit3 6llt'Hnt8" (8 Bde., 1842),
"1^68 .M1N68 U3.viF^t6N18 " (1844), "V61II668 6n
vi6UX1NHt6i0t" (1848), "1^68 uo1)i68 603U18" (1865).
Guöritt (fpr. geräng), Pierre, Baron, franz.
Maler, geb. 13. Mai 1774 zu Paris, war Schüler
Regnaults und erhielt 1797 für das Bild: Tod des
(5ato llticensis den ersten Nompreis. Es folgte dann
1800: Rückkehr des Marcus Sertus (im Louvre),
ein Bild, das großen Beifall fand. 1802 fchuf er
zwei große Gemälde: Phädra und Hippolytus und
Das Opfer für Äskulap (beide im Louvre). Nun
begab sich G. als Staatspensionär nach Rom,
kehrte aber Ende 1805 zurück und schuf eine Reihe
Bilder im antikisierenden Stile, wie: Andromachc
und Pyrrhus (1810), Äneas erzählt der Dido die
Zerstörung von Troja (1813), Ermordung des Agi-
sthus (1817; sämtlich im Louvre). Hierauf ging er
nach Rom zurück, wo er die Leitung der ^caäömio
li-an^i36 übernahm. 1822-28 weilte er in Paris,
kehrte dann nach Rom zurück und starb daselbst
16. Juli 1833. Im 1.1824 wurde er baronisiert.
Guerin (spr. geräng), Victor, geb. 1821 in
Paris, machte 1852-54 als Mitglied der ^coi6
kran^3.i86 in Athen seine ersten Forschungsreisen
in dem vordern Orient, führte 1860 auf Kosten des
Herzogs de Luynes archäol. Untersuchungen aus,
besuchte 1863, 1870 und 1875 im Auftrage des
franz. Unterrichtsministeriums Palästina und 1882
den Libanon. G. ist Professor an der Universität
in Paris. Er schrieb: "D^ci-iptioQ F60Ar3.p1iihU6,
1ii8t0riliu6 6t 3.rc1i60ioAi(iii6 66 1a. I^i68tin6"
(3 Tle. in 7 Von., Par. 1868-80), "I^6i-i-6 8awt6"
(2 Bde., ebd. 1881-83, Prachtwerk), ".I6ru8al6in"
(ebd. 1889). Außerdem "Vo^a^" Nrcli^oIo^iHiw
6an8 1a. i-636nc6 66 '1?uni8" (2 Bde., Par. 1862).
Guerin-Meneville (spr. geräng mähnwil),
Mix Edouard, franz. Naturforscher, geb. 12. Okt.
1799 zu Toulon, hat sich namentlich durch seine
Untersuchungen über die Seidenwürmer bekannt
gemacht. Er starb 26. Jan. 1874 zu Paris. G.
veröffentlichte: "Io0N0Ai-NpQi6 6n r6Zn6 animal
66 (^ivi6i'" (7 Bde., Par. 1830-44), "Na^in 6o
20o1oFi6" (I.Serie,8Bde., ebd. 1830-38; 2.Serie,
10 Bde., 1839-48), "06ii6i'3. 668 in86ct68" (mit
Percheron, 1. Serie, Lfg. 4-6, edd. 1831 - 35),
"8^60168 6t i60N0F1'HPQi6 ^6N61'i(1I16 668 anilNHNX
!iiticul68" (Tl. 1, ebd. 1843), "Qui66 66i'6i6V6ui-
66 V6I-8 ü. 8016" (mit E. Robert, ebd. 1856).
Guernsey (spr. görnse; "Grüninsel"; frz.Guerne-
sey, spr. gern'seh), eine der Normannischen Inseln
(s. d.), liegt 48 kin nordwestlich von Jersey, ist 15 kn>
lang, 10 km breit, rings von steilen Felsen um-
gürtet, außerdem stark befestigt und bedeckt 61,5^^.
G. bietet im Innern lieblichen Wechfcl von üppigen
Landfchaften und forgfam gepflegten Obstgärten dar.
Trauben, auch Kartoffeln und Obst werden ausge-
führt. Das Klima ist sehr gleichmäßig und für Brust-
kranke geeignet; viele erotische Pflanzen gedeihen
im Freien. G. hat (1891) 37 754 E., Äckerbau und
Fischerei. Die einzige Stadt ist St. Pierre oder Samt
Peter-Port (s. d.); 3,5 km nördlich liegt der kleine
Hafenort St. Sampson mit bedeutenden Granit-
brüchen. G. bildet mit Alderney, Serk (Sercq) und
den kleinen Inseln einen Verwaltungsbezirk.
Guernfey-Lilie (spr. görnse), s. ^in5rM3.
Guöroult (spr. geruh), Adolphe, franz. Publi-
zist, geb. 29. Jan. 1810 zu Redepont im Eure-De-
partement, wandte sich nach Beendigung seiner
Studien dem Saint-Simonismus zu, ging dann nach
Spanien und schrieb für das ".lourual 668 I)6dat3"
Berichte über die Pyrenäenhalbinfel (gesammelt als
"I^6tti'68 8U1'1'N8MZI16", Par. 1838); dann lebte
er als Korrespondent desselben Blattes in Italien,
bis ihn 1842 der Minister Guizot zum franz. Kon-
ful in Mazatlan (in Mexiko) ernannte, von wo er
fünf Jahre fpäter nach Iasfy verfetzt wurde. Von
der Provisorischen Negierung 1848 abgesetzt, kehrte
er nach Paris zurück und war Mitarbeiter des
"Oödit", der "N6i)u1)1i(iu6" und nach dem Staats-
streich an der "In6u3ti-i6". 1857 wurde er Haupt-
redacteur der "?r6886" und gründete 1859 die
"Opinion Qation3.i6", die als Organ der imperiali-
stischen Demokratie schnell wichtig wurde. 1863
wurde G. in den Gesetzgebenden Körper gewählt,
wo er zur demokratischen Opposition (linkes Cen-
trum) gehörte und besonders für die Trennung von
Staat und Kirche eintrat. 1871 wurde er nicht
wiedergewählt. Er starb 21. Juli 1872 zu Vichy.
Seine Hauptartikel erschienen gesammelt als "Ntu663
66 po1jtiHU6 6t 66 PQi1()80I1Qi6 1'6iiFi6U86" (Par.
1862). Außerdem hat man von ihm "1^ politi^ue-
66 lii I'1'N886" (Par. 1866) und ttl)i8coui'8 PI-0N0H-
C68 3.U Ooi'p8 I^68i3i^tit" ^ebd. 1869).
Guerra-Funqueiry (spr. gerra schungksiru),
Abilio, portug. Dichter, geb. 15. Sept. 1850 in
Freixo de Espadacinta, studierte in Coimbra die
Rechte und lebt seiner Kunst in Vianna do Castello.
Er schrieb als Student die "I^ira 608 qMt0i'26 an-
H08" (1866) und mehrere "?06in6t08", gewann sich
durch das viermal wieder aufgelegte Poema "^
m"rt6 66 D. ^03.0" (Porto 1874) hohen Ruhm,
den die <Mn89. 6in l6i-ia3" (1879) und die "Ii-a-
36613. infantil" (1878) noch mehrten. Als redc-
gewaltigen Satiriker und rücksichtslosen Kämpfe?
gegen Aberglauben und konventionelle Lüge zeigt
ihn "^. V6liiic6 60 ?a6i-6 ^t6rn0" (Porto 1887),