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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Gyralbewegung - Gyulai (Geschlecht)
Gyralbetvegung, s. Kreiselbewegung.
Q^ra.nts3, s. Tauben.
Gyration svom lat. F^^re, in einem Kreis
herumdrehen), Drehsucht, Schwindel.
Gyrenbad, zwei Bäder im schweiz. Kanton
Zürich. Das innere G. liegt 2 km nordöstlich von
Hinweil, 5 km nordwestlich von Wald (s. d.), in
781 in Höhe, aus einer Anhöhe am westl. Fuße der
Bachtelkette von ausgedehnten Waldungen umgeben,
ist ländlich eingerichtet und besitzt eine erdige Quelle.
- Das äußere G., eine vielbesuchte Vade- und
Molkenkuraustalt, 10 kni südöstlich von Winterthur
und 2 km östlich von Zell (an der Linie Winterthur-
Wald der Tößthalbahn), in 720 m Höhe, auf einer
Terrasse am Südwestabhange des aussichtsreichen
Schauenbergs (893 m) gelegen, besteht aus einem
grosien Doppelhanse und besitzt eine erdige alkalische
Quelle, die bei gichtischen und rheumatischen Be-
schwerden, Nervenleiden und Hautkrankheiten ange-
wendet wird. Beide Bäder waren sckon im 16.Jahrh,
dekannt. - Vgl. Gsell-Fels, Die Bäder und klima-
tischen Knrorte der Schweiz (3. Aufl., Zür. 1892).
<5^riniÄa.e, Taumelkäfer, Käferfamilie aus
der Gruppe der Fünfzeher (f. Käfer), mit kurzen,
elfgliedrigen Fühlern, mit durch den Seitenrand
des Kopfes in eine obere und untere Hälfte zerlegten
Augen. Vorderbeine zu Greiforganen verlängert,
die beiden hintern Beinpaare ruderartig stach ge-
drückt, kurz mit festgewachsenen Hüften. Körper
eirund, flachgedrückt, Flügeldecken abgestutzt. Die
ausgebildeten Käfer schwimmen auf der Oberfläche
des Wassers, des süßen, aber auch des salzigen, in
Kreisen rasch umher, tauchen bei drohender Gefahr
rafch und geschickt unter, wobei sie an der Spitze
des Hinterleibs eine Luftblase mitnehmen. Sie
können fliegen. Sie wie ihre gestreckten, mit Kie-
menanhängen versehenen Larven, die auch im
Wasser leben, aber sich außerhalb desselben ver-
puppen, ernähren sich von animalischer Kost. Die
etwa 120 meist kleinen, matt und dunkel gefärbten
Arten sind säst über die ganze Erde verbreitet.
Gyromantie (grch.), im Mittelalter das Wahr-
sagen aus einem Kreise (^vro^), in welchem der
Wahrsager, nachdem er ihn unter gewissen Feierlich-
keiten beschrieben hatte, herumging und seine Zau-
bersprüche hersagte.
Gyrometcr (grch.), Geschwindigkeitsmesser für
rotierende Bewegung.
(Hyroporcllenkälk, durch eigentümliche Kalk-
algen im Meere abgeschiedene Kalksteine in den Alpen.
Gyroskop (grch.), s. Kreiselbewegung.
Gyrotröp (grch.), s. Stromwender.
Gyröwetz, Adalbert, Komponist, geb. 19. Febr.
1763 in Vudweis (Böhmen), machte sich zuerst in
Wien durch Sinfonien vorteilhaft bekannt und bil-
dete sich dann durch einen siebenjährigen Aufenthalt
in Italien, Frankreich und England zum fertigen
Komponisten aus, dessen Fruchtbarkeit (30 Opern,
40 Ballette, 60 Sinfonien, 19 Messen u. s. w.) außer-
ordentlich war. Unter seinen Opern sind "Agnes
starb. In der "Biographie des Adalbert G." (Wien
1848) hat er sein Leben selbst beschrieben.
Gysis, Nikolaus, griech. Maler, geb. 1. März
1842 auf der Insel Tenos, studierte an der Poly-
technischen Schule in Athen und dann 1866^69
unter Piloty an der Münchener Akademie, ^chon
seine Traumdeutung Josephs, dann die Genrebilder:
Hundevisitation und Die Waisenkinder (1871), ins-
besondere das Bild Sedan-Nachricht in einem bayr.
Torfe (1871) zeigten ihn als glänzenden Koloristen.
Eine Reise nach Kleinasien (1872) machte sein Kolorit
noch eigenartiger, wie die nach seiner Rückkehr nach
München angefertigten Bilder: Bestrafung eines
Hühnerdiebs in Smyrna (1874; Dresdener Galerie),
Griechische Kinderverlobung (1877), Schwere Stun-
den (1881), Im Glauben (1886), Entdecktes Ge-
heimnis (1887) erkennen lassen. Seine neuesten
allegorischen Bilder, wie die Frühlingssinfonie
(1888), zeigen eine neue phantastische Richtung. Auf
der Internationalen Kunstausstellung in München
1892 erhielt er sür: Karneval in Griechenland (ange-
kauft für die Münchener Pinakothek) und Stillleben
eine erste Medaille. G. lebt seit 1874 in München.
Gythium, grch. Gytheion, eine uralte Grün-
dung phöniz. Purpurfischer, war eine achäische See-
stadt am nordwestl. Gestade des Lakonischen Golss,
südwestlich von der Mündung des Eurotas. Ihre
Bedeutung erhielt sie durch die Hafenbucht, die
durch das Vorgebirge von Trinisa und auf südl.
Seite durch die Insel Kranae und das heutige Kap
Mavrovuni gedeckt wurde. Die Stadt war Haupt-
Hafen des Eurotasgebietes und in fpartiatifcherZeit
bis auf den Tyrannen Nabis der Hauptkriegshafen
von Sparta. 455 v. Chr. ward G. von dem Athe-
ner Tolmidas eingenommen und geplündert, 370
von Epaminondas vergeblich angegriffen, 195 von
den Römern unter Flamininus erobert. Später bil-
dete sie die bedeutendste Stadt der von Sparta
getrennten Eleutherolakonen und war speciell wich-
ng als Ausfuhrhafen der benachbarten Porphyr-
brüche und der Ergebnisse der Purpurfischerei des
Golfs; G. (jetzt die Wüstung "Paläopolis") hat
erhebliche röm. Ruinen, namentlich auch von Hafen-
dämmen, znrückgelassen. An seine Stelle ist im
19. Jahrh, das nur 600 Schritt südwärts entfernte
Marothonisi getreten, das in neuester Zeit offi-
ziell den Namen Gythion wieder angenommen hat,
ein lebhafter Hafenort in der Eparchie G. des Nomos
Lakonien mit'(1889) 5211 E. - Vgl. G. Weber, vs
(^)^60 (Heidelb. 1833).
Gyula (spr. dju-, ungar. Form für "Julius")
heißen in Ungarn mehrere Ortschaften und Pußten
(Meiereien) im Veßprimer, Ngocsaer, Mkeser,Klau-
senburger Komitat. Der bedeutendste dieser Orte
ist Beke's-Gyula, Stadt mit geordnetem Magi-
strat und Hauptstadt des Komitats BMs, an der
Weißen Körös und an der Linie Groftwardein-Essegg
der Ungar. Staatsbahnen (Alföld-Fiumaner Eisen-
bahn), Sitz der Komitatsbehörden und eines königl.
Gerichtshofs, hat (1890) 19 991 meist magyar. kath.
E. (2015 Deutsche, 561 Slowaken, 2769 Rumänen),
darunter 2889 Griechisch-Orientalische, 542 Evan-
gelische Augsburgischen Bekenntnisses, 5778 Re-
formierte und 736 Israeliten, Post, Telegraph, vier
lkath., reform., luth. und griech. - orient.) Pfarr-
kirchen, ein schönes Herrschaftshaus mit Garten des
freiherrl. Gefchlechts Harruker, jetzt den Freiherren
von Wenckheim gehörig; Ölmühlen, Viehzucht und
Schildkrötenfang in den nahen Sümpfen.
Gyula-Fehörvar (fpr. dju-), ungar. Name von
Karlsburg (s. d.) in Siebenbürgen.
Gyulai (fpr. dju-), Grafen von Maros-Ns-
meth und Nadaska, altadliges, in Asterreich und
Siebenbürgen angefessenes Geschlecht, seit 1694 zu
Reichsfreiherren, seit 13. Jan. 1701 in den o'sterr.