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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Hagen (Karl Gottfried) - Hagenbach-Bischoff
Bogen" (Berl. 1844; neue Bearbeitung 1862), "Über
die Oberfläche der Flüssigkeiten" (Tl. 1 u. 2, ebd.
1845-46), "über den Einfluß der Temperatur auf
die Bewegung des Wassers in Röhren" (ebd. 1854),
"Über die Ausdehnung des destillierten Wassers unter
verschiedenen Wärmegraden" (ebd. 1855), "Über
Flut und Ebbe in der Ostsee" (Abteil. 1 u. 2, ebd.
1857-59), "Über Wellen auf Gewässern von gleich-
mäßiger Tiefe" (ebd. 1861).
Hagen, Karl Gottfried, königl. .Hofapotheker und
Medizinalrat, Professor der Chemie und Physik an
der Universität in Königsberg, geb. 24. Dez. 1749
als der Sohn des Hofapothekers Heinrich H. da-
selbst, gest. 2. März 1829. Er schrieb: "Lehrbuch der
Apothekerkunst" (8. Aufl., 2 Bde., Königsb. 1829),
"Grundriß der Experimentalchemie" (2. Aufl., ebd.
1791), "Grundsätze der Chemie durch Versuche er-
läutert" (ebd. 1796).
Hagen, Otto Friedr. von, Forstmann, geb.
15. Febr. 1817 zu Ilsenburg, studierte auf der Forst-
akademie Eberswalde, dann an der Universität
Berlin. 1845 wurde er Hilfsarbeiter im Finanz-
ministerium, 1846 Oberförster in Falkenberg, 1849
erhielt er das Referat in Forstsachen im Finanz-
ministerium, wurde 1863 Oberlandforstmeister und
als solcher technischer Chef der preuß. Forstverwal-
tung, 1877 Wirkl. Geheimrat, 1880 Ministerial-
direktor der forstlichen Abteilung im landwirtschaft-
lichen Ministerium, an welches die Forstverwaltung
1879 übergegangen war. Er starb 10. Sept. 1880
in Berlin. Die Reorganisation des preuß. Forst-
wesens in den Provinzen Schleswig-Holstein, Han-
nover und Hessen-Nassau ist sein Werk. Eine muster-
gültige Arbeit ist sein Werk "Die forstlichen Ver-
hältnisse Preußens" (Berl. 1867; 2. Aufl. hg. von
Donner, 2 Bde., ebd. 1883).
Hagen, Theod., Landschaftsmaler, geb. 24. Mai
1842 zu Düsseldorf, hatte 1863-68 auf der dortigen
Akademie Oswald Achenbach zum Lehrer. Seine
ersten Bilder, wobei ihm die ernsten Landschaften
des Eifelgebirgcs und Westfalens die Motive boten,
hatten vielen Beifall; später zog er auch das Hoch-
gebirge der Schweiz, endlich Thüringen in den Be-
reich seiner Darstellungen. H. wurde 1871 Professor
an der Kunstschule in Weimar, der er seit 1877 als
Direktor vorstand. 1881 legte er jedoch beide Stellen
nieder. Die realistischeHaltung seiner meist einfachen
Motive verbindet sich mit einer ernsten, doch farben-
frischen Stimmung, was von weittragendem Ein-
fluß auf seine Schüler geworden ist.
Hagenau. 1) Kreis im Bezirk Unterelsaß, hat
659,04 hkm, (1890) 73671 (36460 männl., 37211
weibl.) E. in 58 Gemeinden und zerfällt in die drei
Kantone Bifchweiler, H., Niederbronn. - 2) Haupt-
stadt des Kreises H. und des Kantons H. (26522 E.),
28 km nördlich von Straß-
burg, am Hagen au er
Forst (14750 w, alte
Stammcsgrenze zwischen
den Franken und den Ala-
mannen), an der Moder
und den Linien Straßburg-
Weißenburg, H.-Beningen
(106,5 kni) und der Neben-
linie Zabern-H. (41,7 kin)
der Elsaß-Lothr. Eisenbahnen, Sitz der Kreisdirek-
iion, eines Amtsgerichts (Landgericht Straßburg),
Hauptsteueramtes, zweier Oberförstereien sowie des
Kommandos der 62. Infantcriebrigade, hat (1890)
14752 (8362 männl., 6390 weibl.) E., darunter
3891 Evangelische und 594 Israeliten, in Garnison
(4125 Mann) das 137. Infanterie-, 15. Dragoner-
und die 1. bis 3. Abteilung des 31. Feldartillerie-
regiments, Post erster Klasse mit Zweigstelle, Tele-
graph, kath. Dekanat, 6 Kirchen, ein Gymnasium
mit Realschule (Direktor Dr. Moormeister, 27 Lehrer,
16 Klassen, 313 Schüler), höhere Mädchenschule,
Spital, Waisen- und Pfründnerhaus, Theater,
Strafanstalt für Weiber, Knabenbesserungsanstalt,
eine Hopfenhalle und Wasserleitung; Wollspinnerei,
Fayenceöfenfabrik, Brauereien und bedeutenden
Hopfenbau und -Handel. - Die mittelalterliche
Dichtkunst zählt unter ihren Meistern Reinmar und
Gottfried von H. Ostlich der Stadt ein großer
Truppenübungs- und Schießplatz; 4 km von H. ist
der berühmte Wallfahrtsort Marienthal, ein
im 13. Jahrh, von der Familie von Wangen ge-
gründetes, fpätervondenIesuiten bewohntes Kloster
mitprächtigerKirche(got. Basilika).-H.(Hagenowe)
war ursprünglich ein Jagdschloß Herzog Friedrichs
von Schwaben und Elsaß, Vaters von Friedrich
Barbarossa, wurde zwischen 1105 und 1125 befestigt
und wuchs unter den ersten Hohenstaufenkaisern
rasch zur Stadt heran. Friedrich Barbarossa gab
derselben 1164 Verfassung und Gerichtsbarkeit und
verwandelte das Jagdschloß in eine Kaiserpfalz.
1257 zur Reichsstadt geworden, wurde H. im
14. Jahrh. Hauptort des neugegründeten Bundes
der zehn elsäss. Reichsstädte. H. wurde 1634 von
den Franzosen besetzt, denen die Stadt im West-
fälischen Frieden verblieb. Stadt und Festungs-
werke wurden 1677 auf Befehl des Ministers Lou-
vois zerstört, die Kaiserpfalz gesprengt. Nach der
Schlacht bei Wörth wurde H. 7. Aug. 1870 von
deutschen Truppen besetzt und war bis zur Ein-
nahme von Straßburg Sitz des Generalgouverneurs
des Elsasses. - Vgl. Gucrber, HistoirO politiyu6 et
i-6ii3i6u86 äs H. (Rixheim1876); Batt, Das Eigen-
tum zu H. (Colmar 1876-81); Kleis, H. zur Zeit der
Revolution 1787-99 (Straßb. 1885); Ney, Ge-
schichte des heiligen Forstes bei H. (ebd. 1888-89).
Hagenauer Religionsgespräch. Um den
Streit zwischen den Anhängern der Reformation
und ihren Gegnern auszugleichen, berief Karl V.
Vertreter beider Parteien auf den 6. Juli 1540 zu
einer Zusammenkunft nach Speyer, die aber wegen
einer dort herrschenden ansteckenden Krankheit nach
Hagenau verlegt wurde. Von kath. Theologen wa-
ren Joh. Eck und Johs. Cochlaeus zugegen, von
protestantischen weder Luther noch Melanchthon,
sondern nur Capito, Vrenz, Cruciger, Mykonius,
Menius und Urbanus Rhegius. Die Verhand-
lungen dauerten bis zum 28. Juli und führten zu
dem Beschluß, im Nov. 1540 zu Worms ein Reli-
gionsgespräch zu veranstalten. - Vgl. Moses, Die
Religionsverhandlungen zu Hagenau und Worms
1540 und 1541 (Jena 1889).
Hagenbach-Bifchoff, Eduard, Physiker, geb.
20. Febr. 1833 zu Basel, studierte seit 1851 Ma-
thematik und Physik in Basel, Genf, Berlin und
Paris. Er habilitierte sich 1859 an der Universität
Basel, wurde hier 1862 ord. Professor der Mathe-
matik, 1863 der Physik. Unter seiner Leitung steht
die Physik. Anstalt im Bernoullianum, einem
der Physik, Chemie und Astronomie gewidmeten
Gesellschaft aus Privatmitteln errichtet und der Uni-
versität geschenkt wurde. Seine verschiedene Gebiete