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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Hahnemann; Hahnenbrust; Hahnenfuß; Hahnengefecht; Hahnenkamm; Hahnenkampf

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Hahnemann - Hahnenkampf

(1874). Seit 1858 modellierte er die vier Evangelisten und die heiligen Drei Könige für den Turmbau zu Neustadt-Dresden in doppelter Lebensgröße. Für das Wiener Opernhaus schuf H. 1875 die beiden Pegasusgruppen in Bronze, welche daselbst die Facade bekrönen; die Idealgestalten (Phantasie, Tragische und Komische Muse, Heroismus und Liebe) in der Loggia wurden nach einem 1867 dem Künstler gewordenen Auftrage 1873 in Bronzeguß vollendet. Für Leipzig lieferte H. 1883 eine Bronzestatue von Leibniz und um dieselbe Zeit die Gruppe Eva den kleinen Abel vor Kain schützend. Für Dresden schuf er einen Heiligen Georg für einen Brunnen. H. war in seiner Jugend einer der energischsten Vertreter der Befreiung der bildnerischen Form von akademischer Regel. Seine ersten Dresdener Werke bezeugen dies in glänzender Weise. Später wurde sein Stil trockner und nüchterner. Bei seinem hervorragenden Lehrtalent übertrug er seine klassischen Anschauungen auf seine zahlreichen Schüler, von welchen nur wenige sich zu eigenartiger Kunstübung durchzuringen verstanden. Außerdem hat H. eine Unzahl trefflicher Büsten geschaffen. H. war seit 1842 Ehrenmitglied, seit 1848 Professor und Mitglied des Rats der Dresdener Akademie; er starb 22. Mai 1891 in Dresden.

Hahnemann, Christian Friedr. Samuel, der Begründer der Homöopathie, geb. 10. April 1755 in Meißen, besuchte die Fürstenschule daselbst und studierte hierauf zwei Jahre lang in Leipzig Medizin, wozu er sich die Mittel durch Erteilung von Privatunterricht und Übersetzungen erwarb. 1777 ging er nach Wien und nahm 1778 eine Hausarztstellung in Hermannstadt an. 1779 nahm er das Studium in Erlangen wieder auf und promovierte dort 10. Aug. 1779. Während der nun folgenden 10 Jahre war er als Arzt thätig in Hettstädt, Dessau, Gommern und Dresden, am letztern Orte vier Jahre lang. 1791 praktizierte er in Stötteritz bei Leipzig. Im darauffolgenden Jahre wandte er sich nach Motschleben, wo er eine Irrenanstalt leitete, und von dort nach Braunschweig, Wolfenbüttel und Königslutter. Unzufriedenheit mit dem Zustande der innern Medizin hatte H. veranlaßt, schon von Mitte der achtziger Jahre ab seinen Lebensunterhalt weniger aus der ärztlichen Praxis als aus litterar. und chem. Arbeiten zu suchen. Bis 1790 erschienen nicht weniger als 12 Übersetzungen größerer und kleinerer französischer und engl. Werke, teils medizinischen, teils chem. Inhalts, und außerdem 18 selbständige Werke und Abhandlungen, letztere meist als Beiträge zu Crells "Chem. Annalen", aus seiner Feder. Anerkennung fanden namentlich folgende Werke: "über Arsenikvergiftung" (Lpz. 1786), "über die Weinprobe auf Blei und Eisen" (Lpz. 1788), bekannt als Hahnemannsche Weinprobe, sowie seine Publikation über eine "Bereitungsart des auflöslichen Quecksilbers" (1789), welches Präparat nach ihm als Mercurius solubilis Hahnemanni benannt ist. Bei der Übersetzung der "Materia medica" des Engländers Cullen (Lpz. 1790) reifte in ihm der Gedanke zur Aufstellung einer neuen Heilmethode. Er wandte sich nunmehr wieder der Praxis zu, um seinen Gedanken praktisch zu verwirklichen, und da die nach seinen neuen Vorschriften zubereiteten Mittel in den Apotheken nicht zu haben waren, so verabreichte er diese den Kranken selbst. Hierdurch kollidierte er mit den Apothekergerechtsamen, und man verklagte ihn überall, wo er sich aufhielt, sodaß er von einem Orte zum andern vertrieben wurde. 1800 verließ er Hamburg und Altona, wo er zwei Jahre lang thätig war. Hierauf hielt er sich in Machern bei Wurzen, dann in Eilenburg auf, und erst in Torgau fand er 1802 eine bleibendere Stätte, denn dort praktizierte er bis 1810. Inzwischen hatte er in seinem "Organon der rationellen Heilkunde" (Dresd. 1810 u. ö.) sein Heilsystem als Ganzes veröffentlicht, womit der Kampf um die Homöopathie entbrannte, und H. zog, um dieselbe Studierenden zugänglicher zu machen, nach Leipzig und habilitierte sich dort 26. Juni 1812 für seine Lehre. Dort war er bis 1821 auch als praktischer Arzt thätig. Neuer Hader mit den Apothekern veranlaßte um diese Zeit die Regierung, ihm das Selbstdispensieren seiner Arzneien zu verbieten, und er folgte deshalb einem Rufe des Herzogs von Anhalt-Cöthen als Leibarzt, mit dem Titel eines Hofrats, nach Cöthen. Hier blieb er bis 1835, wo er sich zum zweitenmal vermählte, mit einer jungen Französin, Melanie d'Hervilly-Gohier, und dann nach Paris ging. Hier fand er eine gewinnbringende Praxis und starb daselbst 2. Juli 1843.

Von H.s zahlreichen Schriften sind noch zu erwähnen: "Fragmenta de viribus medicamentorum positivis" (2 Bde., Lpz. 1805), "Reine Arzneimittellehre" (6 Bde., Dresd. 1811 u. d.), "Die chronischen Krankheiten, ihre Natur und homöopathische Heilung" (2. Aufl., Dresd. und Düsseld. 1835-39), "Kleine mediz. Schriften" (hg. von Stapf, 2 Bde., Dresd. 1829-34). Die homöopathischen Ärzte Deutschlands setzten H. 1851 in Leipzig eine Statue (von Steinhäuser) und 1855 eine zweite in Cöthen (von Schmitz). - Vgl. Albrecht, H.s Leben und Wirken (2. Aufl., Lpz. 1875).

Hahnenbrust, s. Gänsebrust und Habichtsbrust.

Hahnenfuß, Pflanzengattung, s. Ranunculus.

Hahnengefecht, s. Hahnenkampf.

Hahnenkamm, Pflanze, s. Celosia und Rhinanthus.

Hahnenkamm, Gebirge, s. Fränkischer Jura.

Hahnenkampf oder Hahnengefecht, Bezeichnung für eine Belustigung, die in alte Zeiten hinaufreicht; das Schauspiel eines solchen wurde auf Anordnung des Themistokles im Theater zu Athen jährlich an einem bestimmten Tage unter großer Teilnahme von Vornehm und Gering zur Erinnerung daran gegeben, daß die Athener aus dem Anblick eines Kampfes zwischen zwei Hähnen die gute Vorbedeutung für ihren Widerstand gegen die Perser gewonnen hatten. Auch in andern Städten Griechenlands, Kleinasiens und Siciliens waren H. üblich, wozu man die Hähne gern aus Alexandria, von Delos, Rhodos und aus Tanagra bezog. Sie wurden mit Reizmitteln zum Kampfe angefeuert und dazu mit eisernen Sporen ausgestattet. Besonders beliebt war der H. in Rom, gemeiniglich mit hohen Wetten verbunden. Die christl. Lehrer eiferten gegen dies Vergnügen, weil es ihnen grausam erschien. Aus heidn. und altchristl. Zeit haben sich viele Abbildungen des H. erhalten: auf einer Sarkophagplatte aus den Katakomben der heil. Agnes erscheint ein solcher unter den Auspizien zweier Genien, auf einer Goldschale werden die kämpfenden Hähne von zwei Genien aufeinander losgelassen; andere Darstellungen erscheinen auf Sarkophagen zu Tortona, im Museum des Lateran zu Rom, im Louvre u. s. w.; häufig auf Gemmen, so auf einem Sarder, ehemals zu Florenz im Museo Buonarrotti u. s. w. Auch im Mittelalter und bis in die neue Zeit ist der H. weit verbreitet, besonders