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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Hamburg-Amerik. Paketfahrt-Aktien-Gesellschaft – Hamburger Nachrichten

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Hamburg-Altonaer Verbindungsbahn'

bis Wedel, Pinneberg, Friedrichsruh und Harburg zur Einrechnung gelangen, sind derart festgestellt, daß für die ganze Strecke Hamburg-Klosterthor bis Altona-Hauptbahnhof zwei Zonensätze gelten, der eine, niedrigere für die Fahrt von einer beliebigen Station bis zur nächsten und zweitnächsten; der andere höhere für die weitere Entfernung.

Wagen-Erste ZoneZweite Zone
klasseEinfacheRückfahr-EinfacheRückfahr-
Fahrkartekarte Fahrkartekarte
Pf.Pf.Pf.Pf.
I20353550
II15252035
III10151525

Außerdem werden Zeitkarten mit ermäßigten Sätzen ausgegeben. Auf der Verbindungsbahn verkehren täglich (Sommer 1893) nahezu 150 Personen- und 50 Güterzüge. Vom Juni 1887 bis Mai 1888 wurden an gewöhnlichen und Rückfahrkarten ausgegeben: 885917 (141993 M.), vom Juni bis Dez. 1888: 704745 (111756 M.). Zeitfahrkarten wurden vom Juni 1887 bis April 1888: 8218 (28457 M.) und vom Mai bis Dez. 1888: 10713 (32014 M.) ausgegeben. Nach Einführung des obigen ermäßigten Tarifs (1. Juni 1886) waren gleich in den ersten Monaten (Juni und Juli 1886) mehr als doppelt soviel Fahrkarten als in denselben Monaten des Vorjahres verkauft worden, während die Einnahme schon im ersten Jahre um über 50 Proz. gestiegen war. Im Zeitkartenverkehr war die Zahl der abonnierten Monate vom 1. Juni 1886 bis Ende Mai 1887 um mehr als 100 Proz., die Kartenstückzahl um 30 Proz. und die Einnahmen um 40 Proz. gegen den gleichen Zeitraum des Vorjahrs gestiegen. 1891 hat die Zahl der auf den Stationen der H. B. abgefahrenen Personen bereits die Höhe von über 7400000 erreicht. Neuerdings ist ein Umbau der Verbindungsbahn und der Bahnhöfe mit Über- oder Unterführung der Straßen geplant; auch soll die Verbindungsbahn 4 Gleise erhalten, auf denen der Betrieb wie in Berlin geregelt werden soll. (S. Berliner Stadt- und Ringbahn.) – Vgl. Dr. Pieck, Der Personenverkehr auf der H. B. (im «Archiv für Eisenbahnwesen», 1889).

Hamburg-Amerikanische Paketfahrt-Aktien-Gesellschaft, 1847 gegründet, stellte die erste deutsche transoceanische Dampferverbindung 1856 her, zunächst nur mit einem Dampfer; doch bildete sich bald eine ansehnliche Flotte. Neben der Hauptlinie Hamburg-Neuyork (jetzt 11–12 Dampferfahrten monatlich) wurden bald ausgedehnte Linien nach Hamburg-Baltimore (zweimal monatlich), Stettin-Neuyork (zweimal monatlich), nach Westindien und Mexiko (siebenmal monatlich) eingerichtet. Dazu traten die 1892 eingerichteten sog. Hansa-Linien zwischen Hamburg und Montreal (zweimal monatlich), zwischen Hamburg und Boston (zweimal monatlich) und zwischen Hamburg und Neuorleans (einmal monatlich). In neuester Zeit hat die H. P. auch dem allgemeinen Drange des Verkehrs nach Schnelligkeit durch Einstellung von 4 Schnelldampfern (s.d.) in die Neuyorker Fahrt entsprochen, die in Bezug auf Schnelligkeit und Bequemlichkeit zu den hervorragendsten Leistungen auf diesem Gebiete zu zählen sind. Die 54 Oceandampfer der Gesellschaft haben zusammen einen Bruttogehalt von über 170000 t und die Schiffsmaschinen besitzen ↔ 130000 Pferdestärken. Es wurden 1892 auf sämtlichen Linien 104135 (gegen 115997 im J. 1891) Personen und 1150440 (gegen 989443 im J. 1891) cbm Frachtgüter befördert. Der Kohlenverbrauch belief sich 1892 auf 490000 t zum Preise von rund 8 Mill. M. Im Dienste der Gesellschaft stehen etwa 5400 Personen. Davon gehören zu den Schiffsbesatzungen 3666 Personen und zwar 54 Kapitäne, 7 Flußdampferkapitäne, 150 Offiziere, 54 Proviantmeister, 28 Ärzte, 58 Zimmerleute, 68 Bootsleute, 88 Quartermaster, 502 Matrosen, 90 Schiffsjungen, 217 Maschinisten, 92 Maschinenassistenten, 713 Heizer, 502 Kohlentrimmer, 600 Stewards (Aufwärter), 4 Zahlmeisterassistenten, 32 Barbiere, 28 Küper, 28 Klempner, 35 Bäcker, 28 Konditoren, 100 Köche, 120 Kochsmaate, 40 Musiker. Der Quaibetrieb der Gesellschaft beschäftigt 551 Köpfe, der Dockbetrieb 1029 Personen. In den Bureaus sind 123 Angestellte beschäftigt. Die Beiträge der Gesellschaft zur Kranken- und Altersversicherung erreichten 1892 die Summe von 103910,41 M. Auf sämtlichen Linien wurden 1892 im ganzen 2471500 Seemeilen zurückgelegt. Neben den regelmäßigen Linien machte in den letzten Frühjahren einer der Schnelldampfer eine etwa sechswöchige Rundfahrt nach dem Orient. Die Zahl der überhaupt 1892 ausgeführten Reisen betrug 293, gegen 273 im vorhergehenden Jahre. Vgl. Karte: Dampfschiffahrtsverbindungen des Weltverkehrs im Atlantischen Ocean beim Artikel Dampfschiffahrt.

Hamburg-Bergedorfer Eisenbahn, 1840 einer Gesellschaft in Hamburg genehmigte und 1.Mai 1842 eröffnete Privatbahn (14,39 km), wurde 1846 von der Berlin-Hamburger Eisenbahngesellschaft (s. Berlin-Hamburger Eisenbahn, Bd. 2, S. 820) auf Grund des Vertrages vom 18. Juni 1845 in Pachtbetrieb genommen, 1870 ohne Änderung des Pachtverhältnisses von Hamburg, 1884 mit der Berlin-Hamburger Eisenbahn vom preuß. Staate erworben; gehört zum Eisenbahndirektionsbezirk Altona. (S. Preußische Eisenbahnen.)

Hamburg-Bremer Feuerversicherungsgesellschaft, s. Feuerversicherung (Bd. 6, S. 752).

Hamburger Bankfuß, s Münzfuß .

Hamburgerblau, s. Bergblau und Berlinerblau.

Hamburger Gichtpapier, s. Gichtpapier.

Hamburger Hallig, eine der kleinen Halligen (s. d.), Besitz der preuß. Regierung, ist nur von einer Familie bewohnt und seit 1872 durch eine Faschinen-Lahnung mit dem Festland verbunden.

Hamburger Huhn wird seltsamerweise ein engl. Sport- oder Luxushuhn genannt, welches in seinen fünf Farbenschlägen: Hamburger Silbersprenkel (s. Tafel: Geflügel, Fig. 37), Hamburger Goldsprenkel, schwarze Hamburger, Gold- (Fig. 38) und Silberlackhühner, auch bei uns geschätzt ist. Es hat Landhuhngestalt; das Gewicht des Hahns beträgt 2–2½ kg, der Henne 1½–1¾ kg.

Hamburger Küken, s. Ramelsloher Huhn.

Hamburger Nachrichten, 1792 gegründete, täglich zweimal in Hamburg erscheinende Zeitung von gemäßigt liberaler Richtung. Auflage: 20000; Verlag: Hermanns Erben in Hamburg; Chefredacteur: Emil Hartmeyer. Die H. N. werden besonders in neuester Zeit viel genannt, da Fürst Bismarck seit seiner Entlassung sich ihrer oftmals bedient, um seine Ansichten über polit. Tagesfragen zum Ausdruck zu bringen.