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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Hamm - Hammada
. der, Vorlesungen über Shakespeares H. (Berl. 1875);
Vaumgart, Die Hamlet-Tragödie und ihre Kritik
Mnigsb. 1875); Zinzow, Die Hamlet-Sage an
und mit verwandten Sagen erläutert (Halle 1877);
Semler, Shakespeares H. u. s. w. (Lpz. 1879); Büch-
ner, H. 16Hanois (Par. 1878); Moltte, Shakespeares
Hamlet-Quellen (Lpz.1881);Mauerhof,NberH.(ebd.
1882; 2. Aufl. 1884); Türck,H. ein Genie (Neudnitz-
Lpz.1888); ders., Das psychol. Problem in der Ham-
let-Tragödie (Lpz. 1890); Gelber, Ehakespearesche
Probleme. Plan und Einheit im H. (Wien 1891);
Loening, Die Hamlet-Tragödie Shakespeares
(Stuttg. 1893).
Hamm. 1) Kreis im preuß. Reg.-Bez. Arnsberg,
bat 453,01 ^m, (1890) 81222 (41333 männl.,
39 889 weibl.) E., 3 Städte, 76 Landgemeinden und
1 Gutsbezirk. - 2) Kreisstadt im Kreis H., 36 km
im NW. von Arnsberg, an der Mündung der Ahse
in die Lippe und an den Li-
nien Dortmund - Hannover,
Soest-Emden und Unna-H.
(18,3 km) der Preuß. Staats-
dahnen, ist Sitz des Land-
ratsamtes, eines Oberlandes-
gerichts für die Provinz West-
falen, die Kreise Rees, Stadt-
kreis Duisburg, Mi'ilheim
a. d. Ruhr, Ruhrort, ^tadt-
und Landkreis Essender Rheinprovinz und das Amt
Lipperode und Stift Kappel des Fürstentums Lippe
(Landgerichte Arnsberg, Bielefeld, Bockum, Dort-
muud, Duisburg, Essen, Hagen, Ätünstcr, Pader-
born), eines Amtsgerichts (Landgericht Dortmund),
Zoll-, Steuer-, Katasteramtes, einer Wasserbau-In-
spektion und Reichsbanknebenstelle. Die von einem
alten, jetzt mit Häusern und Gartenanlagen besetzten
Walle und einem Graben umgebene Stadt hat 24 969
(12673 männl., 12296 weibl.) E., darunter 10410
Evangelische und 280 Isracliten, Post erster Klasse
mitZweigstelle,Telegraph, zweievang. und drei kath.
Kirchen, ein königlich evang. Gymnasium, 1657 vom
Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm als akademi-
sches Gymnasium gegründet (Direktor Schmelzer,
15 Lehrer, 8 Klassen, 210 Schüler), eine höhere
Mädchenschule, je zwei Waisen- und Krankenhäuser,
tath. Gesellellhaus, eine Strafanstalt, Schlachthaus,
Wasserleitung, Gasanstalt und einen landwirtschaft-
lichen Verein. Die bedeutende Industrie erstreckt
sich auf Fabrikation von Stabeisen, Eisenblech,
Draht und Drahtnägeln, Maschinen, Vrückentcilen,
Handschuhen, Bürsten, Korbsachen, Mehlwarcn,
Stärke, Firnis und Lack; ferner befinden sich hier
Ölmühlen,Vierbrauereien,Brennereien, Gerbereien,
Färbereien und Ziegeleien. 2 km vor der Stadt,
mit dieser durch eine Lindenallee verbunden, das
Thermalsolbad H., 1882 eröffnet (1892: 1350 Kur-
gäste). - H., früher Hauptstadt der Grafschaft Mark
und Mitglied der Hanfa, wurde 23. Sept. 1614 im
jülich cleveschen Erbfolgestrcite von den Holländern
befetzt. Am 7. Juni 1622 wurde sie an Tillv über-
geben und war dann bald in kaiserlicher, bald in Hess.
Gewalt; 1666 kam sie an das Haus Brandenburg.
1763 wurden die Vefestigungswerke abgetragen.
Hamm, Wilh. von, landwirtschaftlicher Schrift-
steller, geb. 5. Juli l 820 zu Darmstadt, besuchte 1838
die AkademieHohenhcim und trat 1839 in die Dienste
des Grafen Otto von Solms-Laubach, die er indes
aufgab, um eine längere Reise durch Frankreich,
England und Norddeutjchland auszuführen. Das
Ergebnis derselben war das Werk "Die landwirt-
schaftlichen Geräte und Maschinen Englands"
(Braunschw. 1845; 2. Aufl. 1856). Dann bezog er
die Universität Gießen, ging 1843 als Professor der
Chemie und Landwirtschaft uach Hofwyl und wurde
1814 Direktor der Ackerbauschule Nüti bei Veni.
In der Folge siedelte H. als Redacteur der "Agro-
nomischen Zeitung" nach Leipzig über. 1848 führte
er eine Freischar nach Schleswig-Holstein. Nach
dem ersten Frieden erhielt H. einen Ruf nach Wien
als Redacteur des Centralorgans im Finanz-
ministerium. Der Ausbruch der Oktoberrevolution
trieb ihn aber wieder nach Leipzig zurück. Hier
gründete H. 1851 eine Fabrik für landwirtschaftliche
Maschinen und Geräte, die erste ihrer Art in Deutsch-
land, verlegte sie jedoch 1855 nach dem nahe gelege-
nen Eutritzsch, wo er sie bis 1864 leitete. Nachdem
H. sein Werk "Wesen und Ziele der Landwirtschaft"
(Jena und Lpz. 1866; 2. Aufl. 1872) veröffentlicht
datte, erhielt er im Febr. 1867 die Berufung als
Ml'nisterialrat und Chef des Departements für
Laudwirtfchaft in das k. k. Ministerium für Handel
und Volkswirtschaft nach Wien. Aus diesem trat
er 1868 in das neugegründete Ackerbauministerium,
dessen Organisation zum großen Teil sein Werk ist.
1870 ward H. in den erdlichen Ritterstand erhoben.
Er starb 8. Nov. 1880 in Wien. H. schrieb "Katechis-
mus der Ackerbauchemie, Bodenkunde und Düuger-
lehre" (Lpz. 1848; 5. Aufl. 187l), "Ehem. Bilder
aus dem täglichen Leben" (2 Bde., ebd. 1850; 2. u.
3. Aufl. u. d.T. "Ordnung und Schönheit am häus-
lichen Herd", Jena l866, 1876), "Grundzüge der
Landwirtschaft" (2 Bde., Braunschw. 1854), "Der
praktische Viehzüchter" (2 Bde., 2. Aufl., Lpz. 1861
-62), "Das Weinbuch" (3. Aufl., ebd. 1886), "Land-
wirtschaft in Bildern" (Wien 1871), "DieNawr-
kräfte in ihrer Anwendung auf die Landwirtschaft"
(Münch. 1876).
Hammacher, Friedr., Parlamentarier, geb.
1. Mai 1824 in Essen, studierte 1842-45 in Bonn
und Berlin Jurisprudenz und trat hierauf in den
Staatsdienst, den er jedoch 1850 infolge seiner Be-
teiligung an der polit. Bewegung des 1.1848 ver-
lassen mußte. Er widmete sich seitdem kaufmän-
nischen Geschäften, insbesondere in der Montan-
industrie Rheinlands und Westfalens, und wurde
Begründer und Vorsitzender des Vereins für die
bergbaulichen Interessen im Oberbergamtsbczirk
Dortmund. Später nahm er seinen Wohnsitz in
Berlin. Als Mitglied des preuß. Abgeordneten-
hauses, dem er seit 1864, und des Reichstags, dem
er mit ein paar Unterbrechungen seit 1869 angehört,
war er Mitbegründer der nationalliberalen Fraktion,
in deren Vorstand er sitzt, und nahm insbesondere
an allen wirtschaftlichen Fragen einen hervorragen-
den Anteil. So ist er der Verfasser der Erklärung
der 204 Reichstagsabgeordneten, durch dieBismarä
1878 zu einer Änderung der Handelspolitik im Sinne
eines maßvollen Schutzes der deutschen Produktion
aufgefordert wurde. 1879 befürwortete er die Ein-
führung des Staatsbabnsystcms für das Königreich
Preußen. 1884 beteiligte er sich an der Gründung
! des Deutschen Kolonialvereins, dessen zweiter Vor-
sitzender er ist. Bei dem großen Allsstande der Berg-
j leute im rhein.-westfäl. Kohlenrevier 1889 gelang es
' H.s Vermittelung zwischen den Arbeitern und den
i Grubenbesitzern, einen Ausgleich herbeizuführen.
! Hammada (arab.), Zels- oder Steinwüsten, be-
! sonders in der Sahara, nicht mit Sand (Sandwüstcn)