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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Hammerstein (Wilh., Freiherr von) - Hämopneumothorax

Konrad II. konnten beide Gatten sich wieder vereinen. Den Stoff behandelt Wilbrandts Schauspiel "Der Graf von H." (Berl. 1870). - Vgl. Urkunden und Regesten zur Geschichte der Burggrafen und Freiherren von H. Bearb. und hg. von E. von Hammerstein-Gesmold (mit Stammtafel, Siegeltafel und Abbildungen, Hannov. 1891).

Hammerstein, Wilh., Freiherr von, Politiker, geb. 21. Febr. 1838 zu Ratzow in Mecklenburg-Schwerin, studierte Forstwissenschaft zu Tharandt und Eberswalde und trat Ostern 1860 als Forstmann in mecklenb.-schwerinsche Dienste, die er jedoch 1863 wieder verließ, um die nach dem Tode seines Vaters ererbten Güter in Pommern zu bewirtschaften. 1876 trat H. für Stolpe-Lauenburg-Bütow in das preuß. Abgeordnetenhaus, und 1881 wurde er für den gleichen Wahlkreis auch in den Reichstag gewählt. Er schloß sich der konservativen Fraktion an und zählte bald zu den Führern der äußersten Rechten. Namentlich auf kirchlichem Gebiete vertrat er einen sehr entschiedenen Standpunkt; er wirkte im Kulturkampf für eine Revidierung der Maigesetze auch im Interesse der prot. Kirche. Durch die Haltung der Neuen Preußischen Zeitung (Kreuzzeitung), deren Leitung H. 1881 übernommen hatte, erregte er Zwiespalt im konservativen Lager, da er stets mehr Fühlung mit dem Centrum als mit dem Kartell suchte; besonders stieß er 1889 durch seine heftigen Angriffe auf die Regierung, die nach seiner Ansicht durch ihre kartellfreundliche Politik sogar das Königtum gefährdete, die gouvernementalen Konservativen, welche unter dem Einfluß von Helldorfs-Bedra standen, vor den Kopf. Die Folge war, daß er aus der Parteileitung ausschied und, nachdem der Kaiser die hyperloyalen Bestrebungen der Kreuzzeitung durch einen Erlaß im Reichsanzeiger desavouiert hatte, bei den Wahlen von 1890 erlag. Doch wurde er 1892 bei einer Ersatzwahl vom Wahlkreis Herford-Halle wieder in den Reichstag gewählt und behauptete das Mandat auch bei der Neuwahl vom 15. Juni 1893.

Hammerverschluß für Schnellfeuerkanonen des Grusonwerks, entworfen vom Artilleriehauptmann Dreger, ist wohl die einfachste der bestehenden Schnellfeuerverschlüsse. Er besteht aus acht verschiedenen, sehr kräftig konstruierten Teilen: Ein senkrechter Keil a, a, a wird durch einen Doppelhebel b, b mit festem Drehpunkt c in der rechten Wange des Bodenstücks in dem Keilloch d auf und ab bewegt. Ist die Patrone geladen und der Verschluß geschlossen, der Keil also hoch (s. vorstehende Fig. 1), dann geschieht das Abfeuern durch einfaches Rückwärtsziehen der Abzugsleine e. Der schwere Hammer f bekommt dadurch ein solches Moment nach vorn, daß seine Spitze das Zündhütchen der Patrone entzündet. Nach dem Abfeuern fällt der Hammer durch sein Eigengewicht stets wieder in die Anfangsstellung zurück. Das Auswerfen der Patronenhülse geschieht durch den im Rohr gelagerten Auswerfer g wie bei den andern Schnellfeuerkanonen Grusons (s. Grusons Schnellfeuerkanonen). Fig. 2 zeigt den H. geöffnet. Am meisten eignet sich der H. für solche Kanonen, bei denen an die Schnelligkeit des Feuers nicht allzuhohe Anforderungen gestellt werden, wo vielmehr die Einfachheit und Sicherheit des Gebrauchs wie bei Feldgeschützen in erste Linie rücken.

^[Abb. Fig. 1]

^[Abb. Fig. 2]

Hammerwalke, Hammerwaschmaschine, s. Appretur (Bd. 1, S. 761 b).

Hammerwerk, eine Hütte oder Fabrik, in der Eisen, Stahl, Kupfer oder auch Messing mit Hilfe des Feuers und der Hämmer verarbeitet, namentlich aber eine solche, in der Eisen gefrischt wird.

Hammetschwand, s. Bürgenstock.

Hämmling, s. Kastration.

Hammonia, der latinisierte Name von Hamburg.

Hämoglobin, s. Blutfarbstoff.

Hämoglobinurie (grch.), die Ausscheidung von aufgelöstem Blutfarbstoff durch den Harn (s. Blutharnen).

Hämon, s. Haimon.

Hämopathologie (grch.), Lehre von den Krankheiten des Blutes.

Hämoperikardium (grch.), Bluterguß im Herzbeutel.

Hämophilie (grch.), s. Bluterkrankheit.

Hämophthalmus (grch.), Blutauge, ein Bluterguß in den Augapfel (innerer H.) oder in seine Umgebung (äußerer H.).

Haemopis, Gattung der Blutegel (s. d., Bd. 3, S. 164 a).

Hämopneumothorax (grch.), Blut- und Luftansammlung in der Brustfellhöhle.