Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Hängezeug; Hangö; Hangöudd; Hang-tschou-fu; Hangwage; Han-hai

785

Hängezeug – Han-hai

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Hängewerk'

2.
Figur: 2.

in seiner Mitte gefaßt, mittels Hängeeisens angehängt wird. Der Zugbalken wird auf Zug, die Hängestreben auf Druck und Zerknicken, die Hängesäule auf Zug beansprucht; es ist zu berücksichtigen, daß die Drucklinien der Hängestreben in ihrer Verlängerung das Mauerwerk am Auflager des Zugbalkens treffen, damit der Strebendruck auf das Mauerwerk übertragen wird und somit im Zugbalken keine schädlichen Biegungsmomente entstehen können.

4.
Figur: 4.

3.
Figur: 3.

Das doppelte H. (Fig. 2), gültig für eine Spannweite von 10 bis 12 m, besteht aus dem Zugbalken a, den beiden Hängestreben bb, den beiden Hängesäulen cc und dem den Druck vermittelnden Spannriegel d. Die Entfernung der Hängesäulen voneinander betrage vier Zehntel der ganzen Spannweite, sodaß bei 10 m Spannweite ein Entfernungsverhältnis von 3 zu 4 zu 3 entsteht. Bei der Anordnung des doppelten H. ist zu berücksichtigen, daß die Drucklinien der Hängesäule, Hängestrebe und Spannriegel in einem Punkte sich treffen. Die Befestigung aller dieser Konstruktionsteile miteinander, wie Hängestrebe mit Zugbalken, Hängestrebe mit Hängesäule bez. auch Spannriegel, geschieht durch eiserne Armaturen in Gestalt von schmiedeeisernen Hängeeisen, Bolzen, Bändern und gußeisernen Hauben.

7.
Figur: 7.

6.
Figur: 6.

5.
Figur: 5.

Die mehrfachen H. entstehen durch Ineinanderfügung einfacher und doppelter H.; hier dürfen die tragenden Konstruktionsteile, als Hängestreben, Spannriegel, Zugbalken, nie geschwächt werden, weshalb alle sie kreuzenden Hölzer, also die Hängesäulen, als doppelte Säulen konstruiert werden müssen. Für Hochbaukonstruktionen (s. Dachstuhl) hat man z.B. folgende Systeme von mehrfachen H.: Fig. 3 u. 4 für Spannweiten von 16 bis 24 m, Fig. 5 u. 6 für solche von 20 bis 30 m, während für Holzbrücken (s. d.) die Ineinanderschiebung der Systeme in der durch Fig. 7 skizzierten Weise, gültig, für 24–36 m Spannweite, ausgeführt werden kann. Die teilweise auseinander liegenden ↔ parallelen Hängestreben sind durch hölzerne Dübel und schmiedeeiserne Bolzen miteinander zu verbinden.

Hängezeug, s. Hängekompaß.

Hangö, finn. Hankoniemi, Stadt im finn. Län Nyland, auf dem südl. Ende einer Halbinsel, am Kap Hangöudd und an der Linie Hyvinge-H. der Finländ. Eisenbahnen, hat (1890) 2378 meist schwedisch redende E., Post und Telegraph, Hafen (312 Tage eisfrei), besuchtes Seebad, lebhaften Handel, Dampfschiffahrtsverbindung mit Helsingfors, Åbo und Stockholm. 1887 trafen ein 499 Schiffe mit 106713t, fuhren aus 510 Schiffe mit 103666 t. In der Nähe besiegte Peter d. Gr. 1714 die schwed. Flotte unter Ehrenskjöld. H. wurde 1874 zur Stadt erhoben. Auf den südl. Inseln steht ein Leuchtturm mit Trümmern von Befestigungen, die 1854 zerstört wurden.

Hangöudd, Kap in Finland, s. Hangö.

Hang-tschou-fu, Hauptstadt der chines. Provinz Tsche-kiang, liegt unter 30"20'20" nördl. Br. und 120°21' östl. L. von Greenwich, unweit des westlichen, spitz auslaufenden Endes der gleichnamigen Bucht des Ostchinesischen Meers, in der Nähe des malerisch gelegenen Landsees Si-hu («West-See»). H. ist stark befestigt, hat einen bedeutenden Umfang, zehn Land- und vier Wasserthore sowie eine Bevölkerung, die verschieden auf 4–800000 und mehr Einwohner geschätzt wird und vor dem Tai-ping-Aufstande bedeutender gewesen sein soll. Es liegt oberhalb der Mündung des Tsien-tang-Flusses, noch erreicht von der merkwürdigen, plötzlich herannahenden Flutwelle, die der Bucht eigentümlich ist. Hier ist das südl. Ende des Kaiser-Kanals. Die Stadt ist der Sitz des Statthalters von Tsche-kiang, der Oberbefehlshaber der chines. und der Mandschutruppen, der Oberzollbehörde und anderer Behörden. Von den geraden Straßen hat die größte 6–7 km Länge. Im N. befinden sich mehrere engl. Missionen. Im NO. ist eine frühere kath. Kirche, die 1730 in einen Tempel der Seegöttin verwandelt wurde. Der Handel von H. befindet sich hauptsächlich in Händen der Männer, während die Frauen in den Seidenmanufakturen und mit Goldstickerei prächtiger Stoffe beschäftigt sind. Stoffe dieser Art werden in H. massenhafter und zugleich schöner und besser hergestellt als in einer andern chines. Stadt.

Hangwage, Markscheiderwage oder Gradbogen der Markscheider, einfaches Instrument, das, an einer ausgespannten Schnur aufgehängt, deren Neigung gegen den Horizont zu ermitteln gestattet. Es besteht aus einem mit zwei Haken versehenen Halbkreis von Messingblech, indessen Mittelpunkt ein Lot aufgehängt ist, das an der Teilung des Bogens den Neigungswinkel der Schnur, an die das Instrument gehängt ist, unmittelbar angiebt. Die H. dient zur Bestimmung der Neigung von Bergwerksgängen, Erdschichten u.s.w.

Han-hai (chines., d.h. Trockenmeer), das östl. Ende des großen mit der Sahara beginnenden Wüstengürtels der Alten Welt, nimmt seinen Anfang am Ostabhang des Pamir und verläuft, zuerst zwischen Thian-schan und Kuen-lun, in einer durchschnittlichen Breite von 700 km und in 4000 km langem, flachem, nach N. geöffnetem Bogen bis zum Chingan-Gebirge, das es von der Mandschurei trennt. In der Mitte finden sich zwei Ausbuchtungen, nach N. die Dsungarei (s. d.), nach S. das obere Hoangho-Becken. Das H. ist der Boden eines ausgetrockneten Binnenmeers mit Steppen- und Wüstencharakter und mit abflußlosen Flußsystemen.

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 786.